Neustädter Mitteilungsblatt

„Energiefrühstück“ der Region Marburger Land e. V.

Am 24. Oktober 2017 hatte die Region Marburger Land e. V., vertreten durch Regionalmanagerin Alexandra Klusmann, heimische Unternehmer zu einem „Energiefrühstück“ in die Räumlichkeiten der Firma FAUDI im neuen Stadtallendorfer Gewerbegebiet eingeladen. An der Veranstaltung nahmen auch die Bürgermeister Christian Somogyi (Stadtallendorf) und Thomas Groll (Neustadt) teil. Nachdem Frank Hüttemann die Angebote der Wirtschaftsförderung des Landkreises Marburg-Biedenkopf vorgestellt hatte, stellte Thomas Madry, Referent der Industrie- und Handelskammer Kassel-Marburg, sein Tätigkeitsfeld Energie, Umwelt und Innovation vor.

Im Anschluss daran machte Klimaschutzmanager Stefan Franke die interessierten Zuhörer mit den Klimaschutzzielen des Landkreises Marburg-Biedenkopf bis 2040 vertraut. Die 241.000 Einwohner des Landkreises Marburg-Biedenkopf verbrauchen im Jahr für 800 Mio. Euro Energie. Bisher geht das meiste Geld davon aus der Region heraus. Daher, so Stefan Franke, müsse es Ziel sein, die regionalen Energieerzeuger zu stärken und regionale/örtliche Lösungen voranzubringen. Er ging dabei auch auf die kürzlich fertiggestellte Studie zum Thema „Carsharing und Elektromobilität“ ein. Dabei wurde das Thema Elektromobilität von den Anwesenden durchaus kontrovers diskutiert, da für die Herstellung der notwendigen Motoren doch erhebliche Energie aufgewendet werden müsse. Das Hauptreferat des Vormittages hielt Sasa Petric, Projektleiter der Hessischen Initiative für Energieberatung im Mittelstand. Unter dem Motto „Aller Anfang ist … gar nicht so schwer!“ erläuterte Petric die vom Hessischen Ministerium für Wirtschaft, Energie, Verkehr und Landesentwicklung geförderte Impulsberatung näher zur Energieeffizienz und gab einen Überblick über mögliche Einsparpotenziale. Petric verwies darauf, dass eine zweistündige Grundberatung für die Unternehmen kostenfrei sei. Interessierte können sich über die Info-Hotline 06196-9702-70

bzw. Energieberatung@rkw-hessen.de mit Sasa Petric und seinen Kollegen in Verbindung setzen. Weitere Informationen zur Thematik gibt es auch unter www.energieeffizienz-hessen.de.

Landrätin Kirsten Fründt besuchte VfL 1864/87 Neustadt e.V.

Mitte Oktober stattete Landrätin Kirsten Fründt gemeinsam mit dem für Sport zuständigen Fachdienstleiter Dr. Markus Morr dem VfL 1864/87 Neustadt einen Besuch ab. Vorsitzender Klaus Busch konnte hierzu auf dem Kunstrasenplatz „Ochsenwiese“ neben weiteren Vorstandsmitgliedern auch Bürgermeister Thomas Groll, Ersten Stadtrat Wolfram Ellenberg, Schulleiter Völker Schmidt und den Vorsitzenden des FC Intertürk Neustadt, Oguz Yilmaz begrüßen.

Die Landrätin, die vor einem Jahr auch bei der Einweihung des Kunstrasenplatzes zugegen war, zeigte sich erfreut darüber, dass die Anlage sich in einem hervorragenden Zustand präsentiert und rege genutzt wird. Während sie Gespräche mit den Vereinsvertretern und Kommunalpolitikern führte, trainierten die I. Mannschaft des VFL und von Intertürk auf dem Gelände.

Kirsten Fründt hob den großen Einsatz von Verein und Bürgermeister bei der Realisierung des Projektes hervor. Thomas Groll habe bedingt durch die Schaffung einer Erstaufnahmeeinrichtung für Flüchtlinge in der Kaserne eine sich bietende Chance genutzt und der VfL habe Zeit, Geld und Muskelkraft eingebracht. Auf das Ergebnis könne man Zurecht stolz sein.

Klaus Busch und Peter Bauscher erläuterten der Landrätin entstandene Mehrkosten für die zunächst nicht vorgesehenen sanitären Anlagen und baten um Unterstützung. Kirsten Fründt sagte hier eine Prüfung zu. Auch Bürgermeister Thomas Groll versprach dem Verein Hilfe entsprechend der kommunalen Vereinsförderrichtlinien.

„Sport ist hervorragend für die Integration geeignet“, stellte die Landrätin, einst Vorsitzende des TSV Ockershausen und später Sportamtsleiterin in Marburg, fest. In Neustadt gibt es hierfür zahlreiche Beispiele. Dem konnte Sports-Coach Sonja Kiefer nur beipflichten, die im Rahmen des Programms „Sport und Flüchtlinge“ tätig ist.

Und auch in der Turnhalle in der Querallee fand sich hierfür ein Beleg. Dort trainierte die Handballmannschaft des VfL. Trainer Matthias Bunzel, hauptberuflich bei der Gemeinwesenarbeit in der Marktstraße tätig, ist es gelungen sechs Flüchtlinge in das Team zu integrieren. Ohne die Neuzugänge gäbe es derzeit keinen Männerhandball mehr in Neustadt.

Die Vereinsvertreter machten die Landrätin auf zahlreiche Mängel in der Halle aufmerksam. Dr. Markus Morr sagte hier eine rasche Prüfung und – wo nötig – Behebung zu.

Kirsten Fründt zeigte sich angetan von der Vorstellung des Vereins und hob dessen Engagement bei der Kinder- und Jugendarbeit nochmals hervor.

„Rotkäppchentag“ 2018 in Neustadt

Nach der gelungenen Auftaktveranstaltung zur „Rotkäppchenwoche“ 2017 hat der Vorstand des Tourismusservice Rotkäppchenland Ende Oktober entschieden, den „Rotkäppchentag“ 2018 nach Neustadt (Hessen) zu vergeben.

Der „Rotkäppchentag“ bildet traditionell den Höhepunkt und Abschluss der „Rotkäppchenwoche“. Das Angebot ist daher deutlicher grösser als beim Auftakt.

Wie Heidrun Englisch, Geschäftsführerin des Tourismusservice, und Bürgermeister Thomas Groll nun mitteilten, wird die Veranstaltung am 29. Juli 2018 am „Wallgrabenpavillon“ und im Bürgerpark stattfinden.

„Neustadt war schon mehrfach Gastgeber für das „Rotkäppchenland“. Dabei konnten wir uns immer auf die Organisation verlassen. Zudem sind die mittelalterliche Kulisse und der Park ein klasse Veranstaltungsort. Wir freuen uns schon auf das kommende Jahr“, so Heidrun Englisch.

„In den kommenden Monaten werden wir ein attraktives Programm erarbeiten. Neben Musik und Tanz soll es ein breites Angebot für Familien mit Kindern geben“, betont Thomas Groll.

Dem Bürgermeister schwebt vor, beim „Rotkäppchentag“ für das Rotkäppchenland zu werben und Neustadt zugleich als Bindeglied zum Marburger Land darzustellen.

„Getreu dem Motto „Warum in die Feme schweifen, wenn das Gute liegt so nah“ wollen wir an diesem Tag Werbung für zwei Regionen in Mitten Hessens machen“, stellt Thomas Groll heraus.

Wer sich aus den beiden Regionen mit Kunsthandwerk oder regionalen Produkten am 29.7. einem großen Publikum präsentieren will, der kann sich schon bei Sonja Stark von der Stadtverwaltung, Tel. 06692-8922, stark@neustadt-hessen, melden

„Hessenkasse“ ermöglicht weitere kommunale Investitionen Neustadt (Hessen) kann mit weiteren 2,5 Mio. Euro rechnen

Am 24. Oktober 2017 haben der hessische Minister des Inneren und für Sport Peter Beuth und Finanzminister Dr. Thomas Schäfer nähere Einzelheiten zur neuen „Hessenkasse“ vorgestellt.

War zunächst nur angedacht, Kommunen mit hohen Kassenkrediten nachhaltig zu entlasten und zum 1. Juli 2018 auf einen Schlag Kredite von bis zu 6 Milliarden Euro zu übernehmen, so gibt es nun noch eine weitere Komponente der „Hessenkasse“. Bestandteil ist jetzt auch ein Investitionsprogramm zur Förderung kommunaler Investitionen in Höhe von mindestens 510 Mio. Euro. Das bedeutet: Noch mehr Geld vom Land für Hessens Kommunen als bislang geplant!

Auch die Stadt Neustadt (Hessen) hatte dem Land ihre finanzielle Situation vor einigen Wochen mitgeteilt. Aufgrund der Zahlen war damit zu rechnen, dass die Kommune zum Ende des III. Quartales 2017 keinen Kassenkredit mehr aufweist. Dies ist, wie Bürgermeister Thomas Groll in der Sitzung der Stadtverordnetenversammlung am 23. Oktober 2017 erfreut mitteilen konnte, eingetreten. Als Gründe hierfür nannte er zum einen die solide Haushaltspolitik vor Ort als auch die gesamtwirtschaftliche Lage. Zudem sei bei der Situation Neustadts zu berücksichtigen, dass es aufgrund der hohen Flüchtlingszahlen in den Jahren 2015 und 2016 in der Erstaufnahmeeinrichtung in der ehemaligen Ernst-Moritz-Arndt-Ka- serne deutlich erhöhte Schlüsselzuweisungen gegeben habe.

Nach den bis zu diesem Zeitpunkt bekannten Erkenntnissen hätte Neustadt nicht von der „Hessenkasse“ profitieren können. Nun stellt sich die Sachlage völlig anders dar.

Nach den gegenwärtigen Berechnungen des Landes, die im I. Halbjahr 2018 nochmals aktualisiert werden, kann Neustadt höchstwahrscheinlich mit einem Betrag von 2,5 Mio. Euro rechnen. Die Kommune muss an dieser Summe lediglich einen Eigenanteil in Höhe von 10 % tragen.

„Die Landesregierung erweist sich erneut als guter Partner der hessischen Städte und Gemeinden“, so Bürgermeister Thomas Groll zu dieser erfreulichen Nachricht aus Wiesbaden.

Wenn die „Hessenkasse“ im Sommer 2018 in Kraft tritt und die Kommune die Vereinbarungen mit dem Land abschließt, will der Bürgermeister bereits einen „Masterplan Neustadt 2025“ aufgestellt haben. Neben dem kommunalen Investitionspakt, der „Sozialen Stadt“ und dem Dorfentwicklungsprogramm können wir Neustadts Zukunft nun auf vier Säulen aufbauen, betonte Thomas Groll.

Diese einmalige Situation gelte es nun konsequent zu nutzen. Thomas Groll schlägt vor, dass in diesem „Masterplan Neustadt 2025“ alle anstehenden Vorhaben aufgelistet werden. Kernpunkte hiervon werden sich sicherlich bereits im Haushalt 2018 und der darin enthaltenen mittelfristigen Finanzplanung bis 2021 wiederfinden. Die nun noch zur Verfügung stehenden Mittel der „Hessenkasse“ sollen sowohl in der Kernstadt als auch den Stadtteilen Verwendung finden.

Bis 2025, so der Bürgermeister, würden in Neustadt und den Stadtteilen über die genannten Förderprogramme sowie kommunale Eigenmittel bis zu 15 Mio. Euro investiert. Dies stelle eine gewaltige Summe dar und werde die Kommune entscheidend voranbringen. Es gelte nun darüber nachzudenken, welche Vorhaben neben dem Neubau des „Hauses der Begegnung“ und der grundlegenden Sanierung des Freibades sowie der Umgestaltung des Rathausplatzes und angrenzender Bereiche in Angriff genommen werden sollen. Nach grobem Überschlag geht Groll davon aus, dass im Idealfall bis zu 11 Mio. Euro Fördergelder in die Kommune fließen und der Eigenanteil sich auf dann etwa 4 Mio. Euro belaufen werde.

Gerold Sack aus Momberg erhält hohe hessische Feuerwehrauszeichnung

Landrätin Kirsten Fründt bringt einen Förderbescheid von 37.500 Euro nach Neustadt

Aus den Händen von Landrätin Kirsten Fründt erhielt Gerold Sack, langjähriger Wehrführer der Momberger Freiwilligen Feuerwehr, am vergangenen Montagabend im Momberger Dorfgemeinschaftshaus in Anwesenheit von Ehefrau Tanja das Bronzene Brandschutzverdienstzeichen des Landes Hessen am Bande. Zu der Verleihung, die der Stadtverordnetenversammlung vorgeschaltet war, waren neben Stadtbrandinspektor Erhard Wölk und Kreisbrandinspektor Lars Schäfer auch über 30 Kameradinnen und Kameraden der Momberger Feuerwehr in den Saal des Dorfgemeinschaftshauses gekommen. Durch die hohe Auszeichnung

wurden die vielfältigen Verdienste und das jahrzehntelange ehrenamtliche Engagement von Gerold Sack für die Momberger Wehr gewürdigt. Das Abzeichen war Ende 2017 vom Hessischen Minister des Inneren und für Sport gestiftet worden, um damit Feuerwehrkameraden zu ehren, die mit einer bestehenden Nachhaltigkeit und über eine bestimmte Dauer außergewöhnlichen Einsatz und Leistungen nachgewiesen haben. Gerold Sack ist einer der ersten Feuerwehrleute des Landkreises, der diese Auszeichnung erhält. Sack ist Mitglied der Einsatzabteilung in Momberg seit dem 1.3.1982. Im Laufe der letzten Jahrzehnte absolvierte er verschiedenste Lehrgänge unter anderem als Jugendleiter, Jugendfeuerwehrwart, Wertungsrichter, Schiedsrichter und Leiter einer Feuerwehr. 1990 wurde er Brandmeister. 28 Jahre lang (1989 bis 2017) leitete er die Momberger Feuerwehr als Wehrführer und fungierte darüber hinaus zeitweise als Vorsitzender des Momberger Feuerwehrvereins. Große Verdienste erwarb sich Gerold Sack unter anderem gemeinsam mit seinem ehemaligen Schulkameraden und jahrzehntelangen Feuerwehrweggefährten Arno Sack beim Neubau des Feuerwehrgerätehauses in den 1990er Jahren, beim Umbau und der Erweiterung der Fahrzeughalle 2013/14, der Modernisierung der Fahrzeug- und Geräteausstattung, der Nachwuchsgewinnung sowie der Integration von Frauen in die Einsatzabteilung. Mehr als zwei Jahrzehnte lang formte er gemeinsam mit erfahrenen Kameraden wie Willibald Groß und Arno Sack, der ihm als Wehrführer nachgefolgt ist, als „Antreiber“ das Wettkampfteam zu einer verschworenen Gemeinschaft. Diese in errang dieser Zeit gleich sieben Mal den Landessieg. Auch den Feuerwehrverein brachte er voran, etwa mit Thomas Pantel, der Jahrzehnte Schriftführer war.

Bürgermeister Thomas Groll bezeichnete Gerold Sack als verlässlich, zupackend und als einen Freund klarer bestimmter Worte. „Auf Dich konnte und kann man zählen. Du bist Feuerwehrmann mit Leib und Seele“, so der Bürgermeister. Er hob auch die stete Unterstützung von Ehefrau Tanja hervor, die sich ebenfalls in den Reihen der Wehr engagiert. Landrätin Fründt dankte Sack für seine Bereitschaft über einen so langen Zeitraum diese ehrenamtliche kommunale Pflichtaufgabe ausgeübt und gefördert zu haben. „Feuerwehr ist kein Selbstzweck. Alles geschieht zum Wohl der Mitmenschen und der Kommune“, betonte Fründt. Kreisbrandinspektor Lars Schäfer dankte Sack im Namen aller Feuerwehrleute des Landkreises. „Du hast Deine Momberger Feuerwehr geprägt und wirst es sicher weiter tun, auch wenn Du nicht mehr in der ersten Reihe stehst“, so Schäfer. Abschließend fand auch noch Stadtbrandinspektor Erhard Wölk Dankesworte und schilderte einige Anekdoten über Gerold Sack.

Aber nicht nur wegen der Ehrung eines verdienten Feuerwehrmannes war Kirsten Fründt nach Neustadt gekommen. Zur großen Freude von Bürgermeister Thomas Groll und den Ortsvorstehern Karlheinz Kurz (Mengsberg), Karl Stehl (Speckswinkel) und Jörg Grasse (Momberg) übergab die Landrätin an die Kommunalpolitiker einen Förderbescheid von 37.500 Euro im Zusammenhang mit der Aufnahme der drei Ortsteile in das diesjährige Dorfentwicklungsprogramm. Damit soll das in 2018 anstehende Integrierte kommunale Entwicklungskonzept für die drei Stadtteile finanziert werden. Hier wird mit Gesamtkosten von rund 60.000 Euro gerechnet. Durch das Förderprogramm soll der ländliche Raum als attraktiver Lebensraum erhalten, eine gute Wohn- und Lebensqualität geschaffen und langfristig die Nahversorgung und Infrastruktur gesichert werden. Dabei sollen die individuellen Charaktere der Dörfer erhalten und gestärkt werden. Das hessische Dorfentwicklungsprogramm unterstützt den Erhalt der dörflichen Lebensformen und des bau- und kulturgeschichtlichen Erbes in den Dörfern. Ein besonderes Augenmerk der Dorfentwicklung liegt auf der Bewahrung der historischen Ortskerne. „Ich glaube, das was hier in Neustadts Stadtteilen Mengsberg, Momberg und Speckswinkel startet ist etwas ganz Besonderes. Wir alle wünschen der Kommune möglichst viele Menschen, die sich engagieren und beteiligen“, erklärte die Landrätin. Bürgermeister Thomas Groll ergänzte, dass nun zunächst eine (vorläufige) Lenkungsgruppe auf den Weg gebracht werde. Dieser sollen unter seinem Vorsitz insgesamt 10 Mitglieder angehören: Die drei Ortsvorsteher sowie jeweils eine sachkundige Einwohnerin und ein sachkundiger Einwohner aus den drei Stadtteilen. Erste Aufgabe des Gremiums wird es sein, gemeinsam mit dem Magistrat ein Planungsbüro für die Erstellung des Integrierten kommunalen Entwicklungskonzeptes auszuwählen. Im I. Quartal 2018 wird dann eine Informationsveranstaltung für alle interessierten Bürgerinnen und Bürger stattfinden.

Stadtverordnetenversammlung

Es ist vollbracht! Mit zehn Ja-Stimmen von der CDU-Fraktion (ein Stadtverordneter fehlte entschuldigt) und sechs von der SPD-Fraktion (es fehlte ebenfalls ein Mandatsträger krankheitsbedingt), aber gegen die Stimmen der vier Parlamentarier der Freien Wähler verabschiedeten die Neustädter Stadtverordneten die Umstellung von den einmaligen zu den wiederkehrenden Straßenanliegerbeiträgen. Georg Metz (SPD) enthielt sich der Stimme. Ausnahmsweise war als Versammlungsort das Momberger Dorfgemeinschaftshaus gewählt worden. Der Grund dafür war die Anwesenheit von Landrätin Kirsten Fründt, die vor der Stadtverordnetenversammlung Gerold Sack, langjähriger Wehrführer der Momberger Freiwilligen Feuerwehr das Bronzene Brandschutzverdienstzeichen des Landes Hessen verlieh und gleichzeitig auch einen Förderbescheid im Rahmen des Dorfentwicklungsprogramms mitbrachte. Allerdings bedauerte Bürgermeister Thomas Groll, dass bei dieser so wichtigen Entscheidung zur Umstellung der Straßenanliegerbeiträge, die für Generationen gilt, außer den Mitgliedern der Freiwilligen Feuerwehr keine weiteren Besucher gekommen waren. Vor der Abstimmung nannten die drei Vorsitzenden noch einmal die Gründe für das Abstimmungsverhalten ihrer Fraktion. Hans-Dieter Georgi (CDU) berichtete von langen, intensiven, aber stets sachlichen Diskussionen. Es sei dabei auch immer offen angesprochen worden, dass es bei dem Systemwechsel zwar viele Gewinner, aber leider auch einige Verlierer gebe. „Wiederkehrende Straßenanliegerbeiträge spiegeln den solidarischen Gedanken wieder. Man kann diese als eine Art Versicherung für die Zukunft sehen. Sie wirken sich klar generationsübergreifend aus“, stellte Georgi fest. Hans-Gerhard Gatzweiler (SPD) berichtete, dass sei-

ne Fraktion als Erste bereits vor langer Zeit die Thematik aufgegriffen habe. Es sei damals schon klar gewesen, dass der Weg dahin kein einfacher sei. Auch für ihn ist es eine Entscheidung, die für Generationen Gültigkeit haben wird. Die Argumentation, der Freien Wähler, die bereits angekündigt hatten gegen die Umstellung stimmen zu wollen, konnte Gatzweiler nicht nachvollziehen. Besonders die Aussage von Karsten Gehmlich, dass ein einmaliger hoher Erschließungsbeitrag für viele durchaus nicht existenzbedrohend sei, stieß bei Gatzweiler auf völliges Unverständnis. In seinem Statement ging der Fraktionsvorsitzende der Freien Wähler anschließend unter anderem noch einmal auf den von CDU und SPD propagierten Solidaritätsgedanken ein. Allerdings sah er dies etwas anders. Solidarität heiße für ihn, dass alle Einwohner, auch die Mieter, veranlagt werden müssten. „Solidarisch heißt auch, dass Baustraßen, die 10 oder 15 Jahre nicht erschlossen werden konnten, mit in das System genommen werden müssten“, betonte Gehmlich. Er prognostizierte, dass die Umstellung auf das neue System möglicherweise dazu führen könne, dass sich die Neustädter Straßen in 40 oder 50 Jahren in einem desolaten Zustand befinden werden, weil die Kommune die Mittel zum Straßenbau für andere Zwecke einsetzen würde.

Bürgermeister Thomas Groll, der vor der Abstimmung ebenfalls noch einmal das Wort ergriff, zeigte sich erfreut und dankbar, dass auch die vier Ortsbeiräte mehrheitlich für das neue System gestimmt hätten. Für ihn stellt die Umstellung auf die wiederkehrenden Straßenanliegerbeiträge eine Art Bürgerversicherung für den Straßenbau dar, für den ein jährlicher Beitrag zu entrichten sei. Auch auf eine im Raum stehende Grundsteuererhöhung zur Finanzierung der zusätzlich anfallenden Kosten ging er ein. Groll betonte, dass hierüber immer pro Abrechnungsperiode von vier Jahren entschieden werden müsse. Die Kommune dürfe hiervon keinen Vorteil haben. Den zusätzlichen Kosten seien etwaige Einsparungen gegenüberzustellen. Auch mit dem Thema Erschließungsstraßen befasste sich der Bürgermeister abermals. Er kündigte für den Sommer 2018 eine Prioritätenliste an. Außerdem sah er bei einigen der in Rede stehenden 30 Straßen rechtliche Fragen, die es zu klären gelte. „Wir werden in diesem Zusammenhang um fundierte juristische Beratung nicht herumkommen“, so Groll. Dies gelte beispielsweise auch für die Frage, ob der Ruschelberg als „historische Straße“ zu qualifizieren sei, der dann den wiederkehrenden Straßenbeiträgen unterfiele, oder ob es eine Erschließungsmaßnahme sei, mit der Konsequenz, dass die Anlieger 90 Prozent der Kosten tragen müssen. „Unser Anspruch ist wie in der Vergangenheit, diese heiklen Fälle rechtlich korrekt zu bearbeiten“, stellte Groll fest.

In einer weiteren Abstimmung votierten die Neustädter Parlamentarier, diesmal wieder einstimmig, für die Suche nach Möglichkeiten der Intensivierung bei der Zusammenarbeit der drei Nachbarstädte Kirchhain, Stadtallendorf und Neustadt. Infrage dafür kommen die Verwaltung, die Bauhöfe, die Kindergärten oder auch die Freiwilligen Feuerwehren. Ebenso sind gemeinsame Beschaffungen vorstellbar. Die Prüfung soll mittels einer Machbarkeitsstudie geschehen, die im Rahmen der Interkommunalen Zusammenarbeit weitestgehend durch das Land Hessen gefördert wird. Die Gesamtkosten werden sich voraussichtlich auf etwa 30.000 Euro belaufen. Ebenso beschlossene Sache ist der Kauf eines Teilbereichs in der ehemaligen Ernst-Moritz-Arndt Kaserne. Zum „Schnäppchenpreis“ von 171.000 Euro will die Kommune die ehemalige Mehrzweckhalle und eine Fläche von rund 2,16 Hektar rund um die Halle, darunter der asphaltierte Appellplatz, erwerben. Ein Gutachten hatte für den Komplex einen Preis von 382.000 Euro ermittelt und 40.000 Euro Abschlag für das Alter des Gebäudes und einige vorhandene Mängel ermittelt. Dem Bürgermeister war es gelungen, den Kaufpreis gegenüber der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BIMA) letztlich auf 171.000 Euro herunterzuhandeln. Mit „Manchmal dauert es halt etwas länger, bis man den Vorschlägen der SPD folgt“ konnte sich Hans-Gerhard Gatzweiler einen Hinweis auf eine SPD-Forderung von vor etwa 15 Jahren nicht verkneifen. Seine Fraktion hatte bereits damals eine Verlegung des Bauhofs heraus aus der räumlichen Enge des jetzigen Standortes in der Hindenburgstraße gefordert. Seinerzeit stand das Gebäude der Standortverwaltung in der Leipziger Straße zum Verkauf. „Damals war die Entscheidung sicher gut, möglicherweise hätte sie besser sein können. Heute ist sie sicher optimal“, sagte Bürgermeister Groll hierzu mit einem Lächeln. Ebenfalls einstimmig votierte die Stadtverordnetenversammlung für den Kauf eines neuen Bauwagens, der 14.000 Euro kosten soll. Der Grund für den Neukauf sind erhebliche Mängel am derzeitigen Wagen, der von der Grünkolonne des Bauhofs besonders in der kalten Jahreszeit als Pausen- und Unterstellraum genutzt wird. In seinen Mitteilungen berichtete Bürgermeister Thomas Groll von einer erfreulichen Entwicklung im Bereich des städtischen Haushaltes 2017. Insgesamt seien deutliche Mehreinnahmen zu verzeichnen. Bei der Gewerbesteuer rechne man mit einem Plus von rund 300.000 Euro. Das bedeute auch, dass man in diesem Jahr noch einige Dinge angehen und aus 2018 vorziehen oder auch Rückstellungen bilden könne, denn der Haushalt des kommenden Jahres mit den Großvorhaben „Haus der Begegnung“ und Freibad enthalte Projekte, die Neustadt in dieser Größenordnung bis jetzt noch nicht gehabt habe. Dafür müsse man entsprechende finanzielle Möglichkeiten schaffen.

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