Nächster Halt?

Stadt ärgert sich über Bahnhofsinvestor und die Verzögerungen / Unternehmen fordert mehr Geduld
Von Florian Lerchbacher
eustadt. Zwei Jahre ist es ziemlich genau her, dass Stefan Steinert von der Aedificia GmbH den Stadtverordneten seine Pläne für das erworbene Bahnhofsgebäude vorstellte. Er teilte damals unter anderem mit, dass es die Überlegung gebe, in dem roten Backsteingebäude ein Backpacker-Hotel unterzubringen und andere kleine Geschäfte. Dabei betonte er, dass sein Unternehmen zwar den Kauf mit Eigenmitteln umgesetzt habe, Banken aber für Renovierungen erst Geld zur Verfügung stellen würden, wenn er potenzielle Mieter für mindestens 70 bis 80 Prozent der Räume gefunden habe.

Seitdem hat sich allerdings nichts getan, bedauert Bürgermeister Thomas Groll – seine Kommune steht damit im Landkreis aber nicht alleine: Beim Bahnhofsgebäude in Biedenkopf geht’s sogar schon seit fünf Jahren nicht voran. Problem sei, dass er noch nicht einmal regionale Bäckereien oder Metzgereien finde, die sich in Neustadts Bahnhofsgebäude einmieten wollen, sagt Steinert auf Anfrage dieser Zeitung – die damit mehr Austausch mit dem Investor hat, als die Stadt. Er schreibe ihm regelmäßig, erhalte aber seit Mitte des Jahres 2020 keine Antworten, moniert Groll und ergänzt, dass nun sogar der postalisch zugestellte Gebührenbescheid in Sachen wiederkehrende Straßenbeiträge als unzustellbar zurückgekommen sei. „Nächster Halt?“ weiterlesen

Das Soziale bekommt Ausschuss zurück

Die Fraktionen planen Umstrukturierungen: mehr Ausschüsse und Magistratsmitglieder
Von Florian Lerchbacher
Neustadt. Beschlossene Sache sind die geplanten Veränderungen für Neustadts Kommunalpolitik noch nicht, doch die Fraktionen haben sich bereits größtenteils untereinander verständigt und geeinigt – und werden ihre Anliegen daher wohl auch mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit auf den Weg bringen.

Die Gründe sind simpel: Zum einen wollen die Fraktionen das gute Miteinander der vergangenen zehn Jahre pflegen und entsprechend aufeinander weiter eingehen. Zum anderen hat die CDU aber auch gleichzeitig die absolute Mehrheit erlangt – übrigens als einzige Partei oder Wählergruppe im ganzen Landkreis – entsprechend könnte sie zumindest ihre Anliegen nicht nur beantragen, sondern gleich auch durchsetzen (was sie aber nach Angaben der Mitglieder eigentlich nicht tun möchte, im Notfall aber auch mal tun würde). „Das Soziale bekommt Ausschuss zurück“ weiterlesen

Neustädter Mitteilungsblatt

Erster Auftritt des Landestheaters im Kultur- und Bürgerzentrum abgesagt

Aufgrund der aktuellen Corona-Pandemie kann der für den 9. April 2021 geplante Auftritt des Hessischen Landestheaters Marburg im neuen Kultur- und Bürgerzentrum der Stadt Neustadt (Hessen) nicht stattfinden. Bürgermeister Thomas Groll bedauert dies sehr, sieht aber aus Gründen der Verantwortung und Gesundheit keine andere Möglichkeit.
„Wir hoffen sehr, dass es im Laufe des zweiten Halbjahres zu spürbaren Verbesserungen kommt und man dann schrittweise wieder kulturelle Veranstaltungen in unserem neuen Kultur- und Bürgerzentrum anbieten kann. Bis dahin werden wir dort – Stand heute – nichts anbieten können und auch unsere immer gern besuchten historischen Erinnerungs- und Gedenkveranstaltungen werden wir in diesem Jahr wohl erneut nicht durchführen können. Dies bedauere ich sehr und hoffe, dass nach der pandemiebedingten Zwangspause alles wieder ins Laufen kommt und wir dann wieder zur „Normalität“ zurückfinden.“
Investive Vorhaben 2021/22 laufen an
Nachdem im Februar der Haushalt 2021 durch die Stadtverordnetenversammlung beschlossen wurde, laufen nun Schritt für Schritt die investiven Vorhaben 2021/22 an.
Für den Anbau eines sechsten Gruppenraumes an die Kindertagesstätte in der Allee liegt mittlerweile die Baugenehmigung ebenso vor wie für den Umbau des alten Kindergartens in Momberg zu einem multifunktionalen Haus und den Umbau des Jugendraumes in Speckswinkel zu Umkleiden für die Freiwillige Feuerwehr.
Die beauftragten Planer, so Bürgermeister Thomas Groll, haben in Abstimmung mit dem Fachbereich II Bauen, Planen, Umwelt ihre Arbeit aufgenommen und werden in der Folge – je nach Sachstand der Maßnahme – Ausschreibungen vorbereiten.
Die Förderkulissen für die Vorhaben stehen bereits.
Für den Erwerb eines neuen Feuerwehrfahrzeuges für die FFw Speckswinkel wurde zwischenzeitlich eine Arbeitsgruppe aus Feuerwehr und Verwaltung eingesetzt. Dieses Vorgehen hat sich über die Jahre bewährt.
Im Hinblick auf die Schaffung eines Gemeinschaftshauses für Mengsberg stehen die Zeichen nun auf Neubau. Der Landkreis hat erklärt, dass das ehemalige Kindergartengebäude für die Betreuung unverzichtbar ist. Das Konzept für das Vorhaben wird nun finalisiert und dann mit dem Fördergeber abgestimmt.
„Alle diese Projekte dienen dazu, unsere Kommune weiter voranzubringen“, so Bürgermeister Thomas Groll. Es handele sich dabei ebenso um Pflichtaufgaben wie um freiwillige Leistungen im sozialen Bereich.
der dem Bürgermeister für die abermalige Unterstützung der Vereinsarbeit dankt.
Für Abbau, Transport und Aufstellung der Container am neuen Standort sowie alle damit zusammenhängenden Kosten sind im Übrigen die neuen Eigentümer zuständig.

Neustädter Trinitatis-Kirmes muss auch 2021 ausfallen

Vom 28. – 31. Mai 2021 hätte die 517. Neustädter Trinitatis-Kirmes in der „Lehmkaute“ gefeiert werden sollen. Wie Bürgermeister Thomas Groll mitteilt, hat sich die Kommune aufgrund der aktuellen Entwicklungen bei der Corona-Pandemie schweren Herzens dazu entschlossen, das traditionelle Heimatfest auch 2021 abzusagen.
„Nie hätte ich es für möglich gehalten, dass in Friedenszeiten in zwei aufeinanderfolgenden Jahren unsere Kirmes nicht stattfinden kann. Dies ist sehr traurig, aber aus Verantwortungsgründen leider so geboten. Ich bedaure sehr, dass Festwirt und Schausteller auch in diesem Jahr nicht nach Neustadt kommen können und hoffe sehr, dass sie diese schwere Zeit überstehen“, erklärt Bürgermeister Thomas Groll.
Nachdem bereits der Hessentag in Fulda, die Salat-Kirmes in Ziegenhain oder der Kirschenmarkt in Gladenbach abgesagt wurden, hat sich auch die Stadt Neustadt (Hessen) zu einer frühzeitigen Absage der Trinitatis-Kirmes entschieden. „Wenn man die Inzidenzzahlen sieht und die Prognosen des Robert-Koch-Institutes aufmerksam verfolgt, dann muss man leider zum Schluss kommen, dass Ende Mai 2021 ein fröhliches Volksfest nicht möglich ist“, betont der Bürgermeister.

Land Hessen gibt Container ab

Auf dem Höhepunkt des Flüchtlingszustroms nach Deutschland hatte das Land Hessen 2015/2016 zahlreiche Container zur Unterbringung und für sanitäre Zwecke angeschafft. Jetzt werden sie einem neuen Zweck zugeführt. Insgesamt 70 einzelne Container sowie vier größere Containeranlagen gibt das Land unentgeltlich an hessische Kommunen ab. Mit der Abwicklung ist der Landesbetrieb Bau und Immobilien Hessen (LBIH) beauftragt. Den Kommunen dienen sie künftig für unterschiedliche Zwecke, über welche die neuen Eigentümer individuell entscheiden werden.
Neustadts Bürgermeister Thomas Groll hatte sich dafür eingesetzt, dass die Kommune zwei Container erhält, die zukünftig auf dem Sportplatz „Ochsenwiese“ als Umkleiden dienen sollen. Dieser ist seit 2016 an den VfL Neustadt verpachtet, der dort mit finanzieller Hilfe von Land, Kreis und Kommune einen Kunstrasenplatz geschaffen hat.
Dass die Stadt Neustadt nun den Zuschlag für die beantragten Container erhielt freut nicht zuletzt den VfL-Vorsitzenden Klaus Busch,
Starke CDU. Starker Bürgermeister. Starkes Neustadt.

CDU Neustadt liegt kreisweit vorn – Miteinander der letzten Jahre soll fortgesetzt werden

Die Kommunalwahl am 14. März 2021 nahm für die CDU Neustadt einen äußerst erfreulichen Verlauf. Bei der Wahl zur Stadtverordnetenversammlung erzielten die Christdemokraten und die auf ihrer Liste kandidierenden parteiunabhängigen Bewerberinnen und Bewerber rund 52 %. Das ist nicht nur das beste Ergebnis für die CDU in einer Stadt oder Gemeinde des Landkreises Marburg-Biedenkopf, sondern auch das einzige Mal, das eine Partei oder Wählergruppe im Kreis überhaupt eine absolute Mehrheit erzielte.
„Wir bewerten den Wahlausgang als Bestätigung unserer bisherigen Arbeit, als Zustimmung für unsere Kandidatinnen und Kandidaten, als Unterstützung für Bürgermeister Thomas Groll und als Zuspruch zum Programm der CDU für die kommenden fünf Jahre“, stellte Stadtverbandsvorsitzender Franz-W. Michels fest.
„Auf Basis der bisher erzielten Erfolge wollen wir die Kernstadt und die Stadtteile Schritt für Schritt weiterentwickeln. Wir müssen Neustadt dabei nicht neu denken, werden aber Themen wie familienfreundliches Neustadt, Mobilität, Klimaschutz und Digitalisierung zukünftig einen besonderen Stellenwert einräumen“, ergänzte Wolfram Ellenberg, der wie bereits 2016 die meisten Einzelstimmen erhielt.
„Unsere Fraktion ist weiblicher und deutlich jünger geworden. Wir werden „unsere Neuen“ von Anfang an einbinden, ihnen nach und nach Verantwortung übertragen und in der zweiten Hälfte der Legislaturperiode bereits personell die Weichen für die Kommunalwahl 2026 stellen“, betonte der amtierende Fraktionsvorsitzende Hans-Dieter Georgi. Daran werde deutlich, dass man als CDU lang- und nicht kurzfristig denke.
Einziger Wermutstropfen ist, dass zukünftig kein Speckswinkler der Fraktion mehr angehört. Um dies „auszugleichen“ will man auch als Fraktion engen Kontakt zum Ortsbeirat des kleinsten
Neustädter Stadtteils halten.
Thomas Groll gratulierte den neugewählten Mandatsträgern und freute sich auf das Miteinander. Er rief dazu auf, dass konstruktive Miteinander in den städtischen Gremien unbedingt fortzusetzen. „Die Bürgerschaft erwartet von uns nicht nur, dass wir weiterhin der Motor der Neustädter Kommunalpolitik sind, sondern auch, dass wir gute Vorschläge der anderen Fraktionen prüfen und mittragen“, so Groll.
Die CDU nahm bereits erste Weichenstellungen für die neue Legislaturperiode vor. Zukünftig soll es drei Fachausschüsse geben. Der Fachausschuss I wird dabei wie bisher für Grundsatzfragen und Finanzen zuständig sein. Den Fachausschuss II wird man in Ausschuss für Stadtentwicklung, Umwelt und Klimaschutz umbenennen. Damit wollen die Christdemokraten deutlich machen, dass das Thema Klimaschutz kontinuierlich bearbeitet werden soll. Neu geschaffen wird der Fachausschuss III für Soziales, Familie und Kultur. „Für eine attraktive Wohnstadt sind dies wichtige Aufgaben, ihnen wollen wir in der Ausschussarbeit mehr Raum als in der Vergangenheit geben“, erläutert Franz-W. Michels hierzu. Die Zahl der Ausschussmitglieder möchte man von 9 auf 7 herabsetzen. Es ist gewährleistet, dass jeder Stadtverordneter in einem Ausschuss mitarbeiten kann.
Als Mehrheitsfraktion wird die CDU den anderen Fraktionen Vorschläge für den Vorsitz in den Fachausschüssen I und III unterbreiten. Den Vorsitz im Fachausschuss II hat man zwischenzeitlich der SPD als zweitstärkster Fraktion angeboten und der FWG zwei Stellvertreterposten. Auch bei den Vertretern der Kommune in Zweckverbänden will man die beiden anderen Fraktionen angemessen berücksichtigen.
Die SPD hat die CDU nach der Kommunalwahl gebeten, die Zahl der Magistratssitze von 7 auf 9 aufzustocken, um so mehr Frauen und Männern die Möglichkeit zu geben, sich in der Kommunalpolitik zu engagieren. Durch diesen Vorschlag erhielte die CDU fünf statt vier, die SPD drei statt zwei und die FWG einen Sitz(e) im Magistrat. „Wir haben dieses Ansinnen geprüft und begrüßen die Personalvorschläge der Sozialdemokraten für den Magistrat, daher werden wir dem Vorschlag zustimmen“, erklärte Wolfram Ellenberg.
„Durch diese Entscheidungen wird deutlich, dass wir auch zukünftig Wert auf ein gutes Miteinander legen. Dies gilt nicht nur für personelle Entscheidungen, sondern auch für die Sachpolitik. Diese kreisweit beachteten „Neustädter Verhältnisse“ haben die Kommune vorangebracht, daran werden wir als Mehrheitsfraktion nichts ändern“, stellt Hans-Dieter Georgi heraus. Man habe aber natürlich die Erwartung, dass die anderen Fraktionen diese Handreichung zu Beginn der Legislaturperiode entsprechend zu bewerten wissen.
Ihre eigenen Personalentscheidungen werden die Christdemokarten Ende März treffen.
Erfreulich für Neustadts CDU ist auch der Ausgang der Kreistagswahl. Hier erzielte man mit einem Stimmanteil von über 44 % ebenfalls das kreisweite Rekordergebnis.
Thomas Groll hatte ursprünglich nicht vor, wieder in der Kreispolitik aktiv zu werden. Er wurde aber von Platz 43 auf Platz 10 vorgewählt. „Dieses bemerkenswerte Resultat sehe ich als Verpflichtung an und werde mich wieder aktiv in der CDU-Kreistagsfraktion einbringen. Mein Ziel ist ein Fortbestand der Großen Koalition mit deutlichen CDU-Akzenten“, betonte Groll. Hans-Dieter Georgi wird in die Kreistagsfraktion nachrücken, sodass Neustadts Christdemokraten zukünftig zwei Kreistagsabgeordnete haben.

Da machen die Wähler drei Kreuze

Sebastian Sack ist der Überflieger der Kommunalwahl / Er wird auf seinen Platz im Ortsbeirat verzichten
Von Florian Lerchbacher
Momberg. Auch zehn Tage nach der Kommunalwahl steht Sebastian Sack eine Mischung aus Freude, Überraschung und insbesondere Rührung ins Gesicht geschrieben. Der Momberger ist der Überflieger der Kommunalwahl: Wo und für was auch immer der Sozialdemokrat antrat – die Menschen wählten ihn nach oben. Auf der Ortsbeiratsliste stand er auf Position neun – und erhielt die drittmeisten Stimmen. Ins Rennen um den Kreistag ging er von Listenplatz 28 – und wurde auf Rang sieben hochgewählt (in allen Ostkreis-Kommunen kam er in die Top fünf).

Richtig beeindruckend war allerdings sein Abschneiden auf städtischer Ebene: Die SPD führte ihn auf Position 17 – von wo aus der 39-Jährige mit den deutlich meisten Stimmen aller Kandidaten an allen anderen Mitstreitern vorbeischoss. Die meisten Stimmen zu erhalten – damit habe er nie und nimmer gerechnet, sagt der Momberger und gibt zu, dass er sich eigentlich gar nicht im Stadtparlament habe aktiv engagieren wollen. Das Votum der Menschen in der Stadt Neustadt ehre ihn jedoch. Und so ein deutliches Ergebnis könne er nicht ignorieren, erklärt er. Aus diesem Grund wird er sein Mandat als Stadtverordneter antreten. Im Kreistag wird er auch mitmachen – seinen Platz im Momberger Ortsbeirat jedoch weiterreichen. „Da machen die Wähler drei Kreuze“ weiterlesen

Wirtshaus wird wieder genutzt

Erst wird renoviert, dann sollen Kinder dort ein neues Zuhause erhalten
Von Florian Lerchbacher
Momberg. Es ist eines der schönsten Gebäude, liegt idyllisch zwischen der alles überragenden Kirche und dem umgestalteten Dorfteich – und stand viele Jahre lang leer. Doch nun hat das Momberger Wirtshaus im Marburger St.-Elisabeth-Verein einen neuen Eigentümer gefunden und soll bald Kindern, die eigentlich nie eine echte Heimat hatten, eben jene bieten. Allerdings muss im Zuge der Renovierung noch zwingend ein ungebetener Untermieter aus dem Gebäude entfernt werden: Der Holzwurm hat einige Stellen befallen. Einfach gesagt: Solange der nicht geht, geht nichts.

Die Idee, eine Wohngruppe für „hochbelastete“ Kinder im Alter von vier bis sieben Jahren einzurichten, gebe es innerhalb des Vereins schon seit rund anderthalb Jahren, berichtet die für diesen Bereich beim Verein zuständige Leiterin Melanie Kaminski. Der Plan sei von Anfang an gewesen, eine Immobilie im ländlichen Raum zu finden, in der die Kinder auf einer Etage zusammenleben können. Zahlreiche Gebäude seien nicht in Frage gekommen, doch als sie das ehemalige Wirtshaus betreten hätten, sei sofort klar gewesen: Das ist es. „Wirtshaus wird wieder genutzt“ weiterlesen

Corona an Bord

Die Kita „Arche Noah“ ist komplett geschlossen / Der „Regenbogen“ bleibt mindestens zwei Tage zu
Von Florian Lerchbacher
Momberg. Für die Kinderbetreuung im Stadtgebiet Neustadts kommt’s dieser Tage knüppeldick: Die Kindertagesstätte in der Allee (Kernstadt) ist gestern und heute geschlossen, die „Arche Noah“ im Stadtteil Momberg ist bereits seit mehr als einer Woche dicht – und wird dies auch mindestens diese Woche noch bleiben. Der Grund: Corona-Fälle.

Der Regenbogen ist zu, weil mindestens drei Erzieherinnen erkrankt sind, wie Bürgermeister Thomas Groll berichtet und betont, dass die Stadt die Schließung veranlasst habe, um zunächst alle Erzieherinnen zu testen und Klarheit zu bekommen. Noch härter hat es die Einrichtung in Momberg erwischt: Dort gibt es mindestens 16 Fälle, so Kuratorin Tanja Lepper. Am Donnerstag, 11. März, sei der erste Fall bekannt geworden, woraufhin die Kirchengemeinde eine Gruppe schloss. Am Montag, 15. März, traten dann weitere Fälle – sowohl bei Kindern als auch bei Erzieherinnen – auf, was die Schließung der gesamten Einrichtung bewirkte. In der vergangenen Woche habe das Gesundheitsamt daher alle Kinder getestet und wolle dies auch in dieser Woche wiederholen. „Corona an Bord“ weiterlesen

Ein Stück weit Rad-Fahrvergnügen

Für Verbindung zwischen Mengsberg und Momberg ist Besserung in Sicht
Momberg. Es holpert doch arg auf dem Radweg zwischen Mengsberg und Momberg – eine Verbindung, die auch Teil des Wiera-Wohra-Radweges ist. Doch Besserung steht bevor, allerdings zunächst nur auf einem rund 400 Meter langen Stück, das von der Hardtmühle zwischen den beiden Dörfern nach Momberg führt. Der Rest werde dann voraussichtlich im kommenden Jahr angegangen, erklärte Thomas Meyer, der Radverkehrsplaner des Kreises, als er gemeinsam mit Landrätin Kirsten Fründt einen Förderbescheid des Landes für den ersten Abschnitt überbrachte. Dieser beläuft sich auf 105 000 Euro. Insgesamt kostet die Aufbesserung des Teilstücks rund 150 000 Euro.

Es sei eben sehr sinnvoll, an einem Strang zu ziehen und die Radverkehrsentwicklung „gemeinsam zu denken“, so Fründt, die sich über die „unglaubliche Förderkulisse“ des Landes in Sachen Radwege freute – und in Richtung von Neustadts Rathauschef Thomas Groll, Träger des inoffiziellen Titels „Fördertopfkönig“, mit einem Schmunzeln sagte: „Nicht nur der Bürgermeister kann Fördergelder einwerben.“ „Ein Stück weit Rad-Fahrvergnügen“ weiterlesen

Neustädter Mitteilungsblatt

„Nahmobilitäts-Check“ soll auf den Weg gebracht werden

Land Hessen unterstützt die Planung einer nahmobilitätsfreundlichen Infrastruktur
In der vergangenen Woche hat der Hessische Wirtschaftsminister Tarek Al-Wazir der Stadt Neustadt (Hessen) mitgeteilt, dass dem Antrag der Kommune auf Beitritt zur Arbeitsgemeinschaft Nahmobilität Hessen zugestimmt wurde und man sich auf das zukünftige Miteinander freue.
Als ersten Schritt, so Bürgermeister Thomas Groll, wolle die Kommune nun einen „Nahmobilitäts-Check“ auf den Weg bringen.
Egal ob für den Fußverkehr oder die Wegeverbindung zum Bahnhof – der „Nahmobilitäts-Check“ ermöglicht Kommunen einen einfachen, passgenauen und flexiblen Einstieg in die Stärkung des Fuß- und Radverkehrs vor Ort. Städte, Gemeinden, einzelne Ortsteile und Quartiere, aber auch ganze Landkreise in Hessen können vom „Nahmobilitäts-Check“ profitieren. Das Land Hessen unterstützt sie mit bis 25.000 Euro bei der Erstellung eines passgenauen Nahmobilitätsplanes. Mit dem „Nahmobilitäts-Check“ kann eine Kommune in sechs bis neun Monaten passgenau zugeschnittene Maßnahmen zur Stärkung der Nahmobilität für ihren Ort entwickeln. Für den kompletten Prozessablauf steht ein qualifiziertes
Fachbüro zur Seite, das alle Arbeiten, Ergebnisse und Maßnahmen für die Kommune in einem Plan zusammenführt.
Welches Thema ist dabei wichtig? Schulwege? Barrierefreiheit? Verknüpfung von ÖPNV und Nahmobilitäts-Angeboten? Verkehrssicherheit? Oder vielleicht noch etwas ganz anderes? Der „Nahmobilitäts-Check“ macht es möglich! Er ist thematisch und inhaltlich flexibel und auf die lokalen Bedürfnisse anpassbar. Neben finanzieller Hilfe erhält die Kommune prozesstechnische Unterstützung: Der „Nahmobilitäts-Check“ stellt Checklisten, Mustervorlagen und konkrete Verfahrensabläufe zur Verfügung. Beste Voraussetzungen für die Erarbeitung und Umsetzung eines Nahmobilitätsplanes vor Ort. Zunächst wird die Kommune einen entsprechenden Förderantrag stellen und dann die notwendige Ausschreibung starten. Im späteren Prozess wird es natürlich eine Bürgerbeteiligung geben, um die Akzeptanz für die Planungen auf diese Weise deutlich zu erhöhen.
Unabhängig vom „Nahmobilitäts-Check“ wird im Rahmen des Städtebauförderungsprogrammes „Sozialer Zusammenhalt“ (ehemals „Soziale Stadt“) eine Verkehrsbegutachtung für die Förderquartiere durchgeführt werden. Hier geht es neben Fragen des ruhenden und fließenden Verkehres auch um Aufenthaltsqualität.
Schritt für Schritt, so Bürgermeister Thomas Groll, wollen wir durch diese Maßnahmen einen Beitrag dazu leisten, dass unsere Kommune weiter an Attraktivität gewinnt.

CDU holt absolute Mehrheit

Fraktion will weiter auf gutes Miteinander setzen / Sebastian Sack von 17 auf 1 hochgewählt
Von Florian Lerchbacher

Neustadt. Die CDU hat 51,89 Prozent der Stimmen erhalten und sich damit die absolute Mehrheit zurückergattert, die sie vor zehn Jahren verloren hatte. Der Überflieger der Wahl ist jedoch in den Reihen der SPD zu finden: Der Momberger Sebastian Sack erhielt 1 608 Stimmen und schnellte damit von Listenplatz 17 auf 1 hoch. „Ich fühle mich wahnsinnig geehrt. Das kann ich nicht ablehnen“, kommentiert er seinen sicheren Platz in der Stadtverordnetenversammlung.

„Er ist schon ein Phänomen“, sagt Fraktionsvorsitzender Hans-Gerhard Gatzweiler – der insgesamt ein wenig traurig ist über den Verlust eines Platzes, insbesondere aber über das Wahlverhalten allgemein: Es sei auffällig, dass alle Momberger Kandidaten hochgewählt wurden. Er glaube mit Blick auf die jeweiligen Persönlichkeiten zwar nicht, dass diese dann nur Politik für den Stadtteil machen werden – aber seine Fraktion habe die Kandidaten so aufgestellt, dass keiner der Stadtteile zu kurz komme. Die Wähler hätten aber nun entschieden, dass auf Seiten der SPD Momberg mit fünf, die Kernstadt und Mengsberg mit einem Stadtverordneten, Speckswinkel aber mit keinem vertreten sind: „Das ist etwas schade – aber der Wähler ist natürlich der Souverän.“ Gatzweiler glaubt, dass die aus der Bundespolitik herrührende „allgemeine Skepsis“ gegenüber der SPD sich auch auf die Kommunalwahl ausgewirkt habe.

Franz Michels (CDU) ist sehr zufrieden mit dem Ergebnis seiner Fraktion: „Die Wähler haben erkannt, dass es um Neustadt geht – und nicht um Bund oder Land. Wir haben ebenso mit unserem Programm wie auch der Kandidatenauswahl überzeugt – und Bürgermeister Thomas Groll hat natürlich auch einen großen Anteil an unserem hervorragenden Abschneiden.“ Aber: Auch wenn die CDU nun wieder die absolute Mehrheit in der Stadtverordnetenversammlung habe, so werde sie dennoch weiterhin das gute Miteinander und den Austausch pflegen. „Wir sind alle gewählt worden, um Neustadt nach vorne zu bringen – und deshalb werden wir weiter an einem Strang ziehen.“

Das hofft übrigens auch Gatzweiler, der allerdings auch offen zugibt, Angst zu haben, dass die CDU wieder „alte Überheblichkeit“ an den Tag legt – die sie einst, nach Verlust der absoluten Mehrheit, abgelegt hatte.

Auf Seiten der CDU machte übrigens Stefanie Pieper einen großen Sprung nach vorne. Die Wähler hievten die Kandidaten aus der Kernstadt von Platz 15 auf 6.

Die FWG bleibt bei vier Sitzen. „0,7 Prozent würde ich jetzt nicht als Zuwachs bewerten“, analysiert Fraktionsvorsitzender Karsten Gehmlich und freut sich: „Das Ergebnis ist super, spricht für uns und zeigt, dass die Wähler mit unseren Kandidaten und den Leistungen zufrieden sind. Und das ausgeglichene Verhältnis von Männern und Frauen macht uns niemand nach.“ Nach dem Sprung von 2 auf 4 Sitzen vor fünf Jahren sei es dieses Mal das Ziel gewesen, die Zahl der Sitze zu halten. „Das hat geklappt – und wir sind auch noch jünger geworden. Das gilt natürlich auch für die CDU. Ich hoffe, die Fraktion lässt ihre jüngeren Mitglieder, die bestimmt frischen Wind bringen, nun auch zum Zuge kommen.“ Er geht davon aus, dass es in Sachen guter Zusammenarbeit wie gehabt weitergeht: „Wir werden weiter unsere Ideen und Ziele einbringen und gehen davon aus, dass wir auch die entsprechenden Unterstützer finden.“

Neustädter Mitteilungsblatt

Musicalprojekt „Nova Civitas“

Neustadt feiert in 2022 seine Ersterwähnung im Jahre 1272 und damit sein 750-jähriges Bestehen.
Im Rahmen der Vorbereitungen auf die bevorstehenden Feierlichkeiten entsteht ein Musical, in dem die damaligen Ereignisse in einer lebhaften musikalischen Erzählung dargeboten werden. Verfasserin des Textes und Regisseurin ist Christiane Krapp, u.a. als Leiterin der „Flötentöne“ bekannt, ehemals Leiterin der Musik- Theater AG an der Martin-von-Tours-Schule und ausgebildete Stadtführerin.
Das Musicalprojekt „Nova Civitas“ möchte die bekannten historischen Gegebenheiten und das Lebensgefühl von damals wieder lebendig werden lassen. Es spielt in der Zeit der Landgrafen, Fürsten, Bischöfe und nicht zuletzt in der des Junker Hans von Dörnberg, der ja auch heute noch mit seinen Burgfräuleins eine markante Rolle in dem Leben Neustadts einnimmt.
In einem mittelalterlichen Spektakel und bei mittelalterlicher Musik mit viel Tanz und Gesang versetzen die Darstellerinnen ihre Zuschauer in die damalige Lebenswelt. Unterschiede, aber auch Gemeinsamkeiten zu dem Leben im Hier und Heute werden spürbar, historische Fakten werden mit Leben erfüllt.
Um das Musical im Frühjahr des Jubiläumsjahres auf die Bühne des neuen Kultur- und Bürgerzentrums zu bringen, sucht die Stadt Neustadt nun Frauen, Männer und Kinder, die Interesse daran haben, dabei mitzuwirken.
Je nach persönlichem Bedürfnis und Talent ist eine bunte Besetzung mit größeren und kleineren Rollen für Mitwirkende jeden Alters vorgesehen. Alle Rollen sind so konzipiert, dass sie von Laiendarstellern/-innen gut bewältigt werden können.
Nach Besetzung der Rollen soll voraussichtlich im August mit den Proben begonnen werden.
Einzelpersonen oder Gruppen aus der Neustädter Kernstadt, den Stadtteilen Mengsberg, Momberg und Speckswinkel oder aus umliegenden Kommunen, die daran interessiert sind, das Musical „Nova Civitas – aus der Geschichte unserer Stadt“ in 2022 auf der Bühne des neuen Kultur- und Bürgerzentrums mitzugestalten, werden herzlich darum gebeten, sich bei Frau Sonja Stark im Rathaus der Stadt Neustadt per Mail an stark@neustadt-hessen.de oder telefonisch unter 06692/8922 zu melden.
Machen Sie mit! … und lassen Sie uns gemeinsam auf eine Zeitreise gehen, damit unser Jubiläum etwas ganz Besonderes wird.

105.000 Euro für Radverkehrsverbindung Momberg-Mengsberg Erster Bauabschnitt wird konkretisiert

Am Dienstag, dem 2. März 2021 hat Landrätin Kirsten Fründt an der Hardtmühle in Momberg einen Förderbescheid in Höhe von 105.000 Euro an Bürgermeister Thomas Groll übergeben. Damit finanziert wird ein erster Bauabschnitt zur Verbesserung der Radverkehrsverbindung zwischen Momberg und Mengsberg.
Konkret geht es um den Ausbau des bestehenden Radweges vom Ortsteil Momberg zur Hardtmühle. Der etwa 400 Meter lange Abschnitt wird auf eine Breite von drei Metern erweitert, die Decke erneuert und für eine bessere Entwässerung gesorgt. Damit soll insbesondere verhindert werden, dass der Weg zur Hardtmühle bei Starkregen nahezu unpassierbar wird. So zuletzt geschehen im Frühjahr des vergangenen Jahres.
Die Zufahrt ist bereits Teil der im Radverkehrsentwicklungsplan des Landkreises Marburg-Biedenkopf vorgesehenen Radverkehrsverbindung zwischen Mengsberg und Momberg und zugleich Teil des Wiera-Wohra-Radweges. „Mit den jetzt anstehenden Arbeiten sorgen wir für eine ganzjährige freie Fahrt auf einer attraktiven Freizeitradroute und schaffen eine Verbindung zur K 17. Dabei sparen wir mit dem Ausbau eines schon bestehenden landwirtschaftlichen Weges auch Zeit und Geld“, hob Landrätin Kirsten Fründt hervor. „Neustädter Mitteilungsblatt“ weiterlesen