Keine Kirmes

Traditionelle Neustädter Trinitatis fällt auch in diesem Jahr aus
Neustadt. Vom 28. bis 31. Mai hätte die 517. Neustädter Trinitatis-Kirmes in der „Lehmkaute“ gefeiert werden sollen. Wie Bürgermeister Thomas Groll mitteilt, hat sich die Kommune aufgrund der aktuellen Entwicklungen der Corona-Pandemie „schweren Herzens dazu entschlossen“, das traditionelle Heimatfest auch 2021 abzusagen.

„Nie hätte ich es für möglich gehalten, dass in Friedenszeiten in zwei aufeinanderfolgenden Jahren unsere Kirmes nicht stattfinden kann. Dies ist sehr traurig, aber aus Verantwortungsgründen leider so geboten“, teilt der Neustädter Bürgermeister mit. Er bedaure sehr, dass Festwirte und Schausteller auch in diesem Jahr schon wieder nicht nach Neustadt kommen können. „Ich hoffe sehr, dass sie diese schwere Zeit überstehen“, erklärt Bürgermeister Thomas Groll.

Nachdem bereits große andere Volksfeste wie der Hessentag in Fulda, die Salat-Kirmes in Ziegenhain oder der Kirschenmarkt in Gladenbach abgesagt wurden, hat sich auch die Stadt Neustadt zu einer frühzeitigen Absage der Trinitatis-Kirmes entschieden.

„Wenn man die Inzidenzzahlen sieht und die Prognosen des Robert-Koch-Institutes aufmerksam verfolgt, dann muss man leider zum Schluss kommen, dass Ende Mai 2021 ein fröhliches Volksfest nicht möglich ist“, betont der Bürgermeister.

Neustädter Mitteilungsblatt

Zukunftsthema: Digitalisierung der Kommunen

Die Digitalisierung stellt die Städte und Gemeinden vor große Herausforderungen. Bis Ende 2022 sollen nach dem Online-Zugangsgesetz alle Verwaltungsleistungen digital zugänglich sein. Aber bedeutet Digitalisierung nicht noch mehr als nur das? Kommunen sind der Draht zu den Menschen vor Ort. In Zeiten des Corona- Virus erlebt die Digitalisierung einen Aufschwung.
Nach den Worten von Bürgermeister Thomas Groll wurden in der Neustädter Stadtverwaltung im Jahre 2020 erhebliche Investitionen in den Ausbau der kommunalen Digitalisierung investiert. Auch für die Jahre 2021 und 2022 stehen weitere Vorhaben an. Fachbereichsleiter Holger Michel, in dessen Zuständigkeitsbereich die Digitalisierung der Verwaltung fällt, erläuterte die bisher durchgeführten bzw. anstehenden Maßnahmen:
2020 Einführung des elektronischen Rechnung-Workflows, elektronische Zahlungsabwicklung Bürgerservice/Standesamt/Meldeamt eingeführt, Modernisierung des Dokumentenmanagements/Vorbereitung auf den elektronischen Posteingang, Anschaffung einer Software zur Erstellung von Verkehrszeichenplänen und Umleitungsbeschilderung, durch Teilnahme an Projekten in der kommunalen Zusammenarbeit und Förderung des Landes Hessen durch das Programm „Civento“ wurden im Bereich Meldeamt/Standesamt/Gewerbeamt zahlreiche Antragstellungen digitalisiert und vorbereitende Anträge zu Präsenzterminen fertiggestellt (siehe Homepage www.neustadt- hessen.de/rathauspolitik/Formulare-onlineantraege.html), weitere werden folgen. Zudem wurden wo notwendig kleinere Hardware- Anschaffungen wie zusätzliche Monitore und Scanner getätigt. „Neustädter Mitteilungsblatt“ weiterlesen

Auf dem Weg von der Studie zum Projekt

Bürgermeister zieht Zwischenbilanz zur Dorfentwicklung / Umbau der Kita zum multifunktionalen Haus soll beginnen
Von Florian Lerchbacher
Momberg. Rund 100 000 Euro hat die Stadt Neustadt bisher im Zuge der Dorfentwicklung in Mengsberg, Momberg und Speckswinkel gesteckt beziehungsweise eingeplant. Was vielleicht gar nicht so viel wirkt, doch dabei gilt es einzuberechnen, dass das Land Hessen fast 650 000 Euro an Fördermitteln hinzuschießt. Und dabei sind vorerst nur die kommunalen Projekte einberechnet.

Im Herbst 2017 hatte Umweltministerin Priska Hinz Neustadts Stadtteile ins Dorfentwicklungsprogramm des Landes aufgenommen. Dann galt es, zu planen und ein „Integriertes Entwicklungskonzept“ zu erstellen, das die Wirtschafts- und Infrastrukturbank im Frühjahr 2019 genehmigte – was der Stadt wiederum ermöglichte, die Umsetzung von Projekten auf den Weg zu bringen.

Insgesamt zehn mit einem Gesamtwert an „förderfähigen Ausgaben“ in Höhe von fast 750 000 Euro sind das bisher gewesen. Sichtbar ist das schon am Spielplatz in Mengsberg, der mithilfe der Bürger umgebaut wurde. „Auf dem Weg von der Studie zum Projekt“ weiterlesen

Sozial – aber nicht diplomatisch

Anita Ochs, eine Frau des offenen Wortes, hört nach mehr als 30 Jahren mit Kommunalpolitik auf
Von Florian Lerchbacher
Speckswinkel. Mehr als 30 Jahre engagierte sich Anita Ochs ehrenamtlich in der Kommunalpolitik, war Ortsvorsteherin, Magistratsmitglied und vieles mehr – nun zieht sie einen Schlussstrich. „Mir war es immer wichtig, dass das Soziale nicht untergeht. Deshalb habe ich mich immer für die Menschen eingesetzt“, sagt die Speckswinklerin, die sich beispielsweise für Frauenhäuser, Flüchtlinge und Familien engagierte – und natürlich immer für die Dorfgemeinschaft.

Mit 15 Jahren war dies das erste Mal der Fall, als die gebürtige Speckswinklerin anfing, Kindergottesdienste zu halten. Als nächstes brachte sich Ochs, seit 1972 mit Ehemann Werner verheiratet, im Vorstand des Gemischten Chores ein. Mit Politik habe sie aber nie was am Hut gehabt, betont sie – bis ihr Großonkel Heinrich Kaisinger, ein engagierter Sozialdemokrat, sie ansprach und für die Kommunalpolitik „anwarb“.

Ihre Mitbürger wählten sie in die Stadtverordnetenversammlung und das Feuer war entzündet. „Es war total spannend. Damals wurden richtige Kampfreden gehalten“, erinnert sie sich zurück – und bei so mancher Diskussion und Entscheidung sei es eher ums Prinzip gegangen als die Sache an sich. „Es war schon aufregender als heutzutage“, sagt Ochs und bekennt: „Der Clinch hat Spaß gemacht.“ So habe sie auch mal mit Bürgermeister a.D. Manfred Hoim um 20 Pfennige gestritten. „Sozial – aber nicht diplomatisch“ weiterlesen

Stadt Neustadt erstattet Gebühren für U 3-Kinder zurück

Eltern können für das Jahr 2020 maximal 450 Euro erhalten
Neustadt. In Hessen können seit 2018 Kinder über drei Jahre den Kindergarten für sechs Stunden pro Tag kostenlos besuchen. Kinder unter drei Jahren müssen hingegen weiterhin Kindergartengebühren bezahlen. Leider, so Neustadts Bürgermeister Thomas Groll, sei das Land hier auf halbem Weg stehengeblieben. Man habe zwar etwas Gutes auf den Weg gebracht, aber die Eltern jüngerer Kinder außen vorgelassen.

Aufgrund ihrer Haushaltslage hat die Stadt Neustadt seit 2018 die Möglichkeit, auch Eltern von U 3-Kindern zu entlasten, unabhängig davon, ob sie einen Kindergarten oder eine Tagesmutter besuchen. Für das vergangene Jahr werden pro Monat 45 Euro erstattet. Eltern können bis zu 450 Euro erhalten. Für die Monate März (anteilig), April, Mai und Juni (anteilig) wird keine Erstattung gewährt, da die Einrichtungen in dieser Zeit geschlossen waren.

Auch der Entwurf des Haushaltes 2021 sieht wieder eine teilweise Beitragsrückerstattung vor. „Dies ist ein wichtiger Beitrag zu einer kinder- und familienfreundlichen Kommune. Kaum eine andere Stadt oder Gemeinde hat eine solche Regelung“, sagt Bürgermeister Thomas Groll.