„Ich kann quasi mitwachsen“

Martina Trogrlic übernimmt nach Posten im Waldkindergarten nun auch Verantwortung in Jugendarbeit
„Wir dürfen im sozialen Bereich nicht zu viele Player haben“, sagt Bürgermeister Thomas Groll. Und so freut er sich, dass Martina Trogrlic sich nun an drei Stellen für Neustadts Nachwuchs einsetzt.
von Florian Lerchbacher
Neustadt. Sie ist Erzieherin im Waldkindergarten, kümmert sich gemeinsam mit Annika Schlüter von der Gemeinwesenarbeit um das Projekt „Drop in“ für Eltern mit Kindern unter drei Jahren und engagiert sich nun auch an der Seite von Lars Kietz in der Jugendpflege. Ihr Vorteil: Da die Stadt an verschiedenen Stellen mit dem bsj zusammenarbeitet, kann Martina Trogrlic als Mitarbeiterin des Marburger Vereins sich gleich mehrfach in Neustadt engagieren – und Eltern und städtische Mitarbeiter stoßen immer wieder auf die gleichen Ansprechpartner. „Das passt sehr gut, weil sie Neustadt durch den Waldkindergarten gut kennt und der Stadt verbunden ist“, freut sich auch Monika Stein, die Leiterin des bsj, während Trogrlic ergänzt: „Ich kann quasi mitwachsen und Prozesse von klein auf begleiten.“

Die 30-Jährige ist Nachfolgerin von Kathrin Kilian, die es zurück in ihre Heimat Köln zog. Sie möchte vor allem die Angebote für Mädchen in Neustadt wieder intensivieren. Ein Ziel sei es, den Mädchentreff wieder aufleben zu lassen – den es derzeit in dieser Form nicht gibt. Mädchen genießen zwar dienstags im Jugendraum Vorrechte, wie Kietz erläutert. Einen konkreten Termin für den Mädchentreff gibt es aber nicht.
Trogrlics Plan ist es, zunächst die Wünsche der jungen Neustädterinnen zu erfragen und dann entsprechende Angebote zu machen. „Bedarfsorientiert“ lautet das Zauberwort. „Das sollen Beteiligungsprozesse sein. Die Jugendlichen gestalten ihre Angebote mit. Wir wollen sie auf diese Weise auch dazu motivieren, sich später in anderen Zusammenhängen einzubringen“, fügt Simona Lison hinzu.
Sie könne sich auch gut vorstellen, die eigenen Interessen in die Angebote einzubringen, sagt die neue Jugendpflegerin, die Vorlieben für den „künstlerischen und literarischen Bereich“ hat. Sie habe aber durchaus auch ein Faible für Hand- und Fußball oder das Bogenschießen: „Ich übernachte aber auch gerne mal im Freien, wandere gerne, und mit mir kann man schwimmen gehen. Es ist also vieles dabei. Meine Interessen sind vielschichtig und vielseitig, und ich habe ein offenes Ohr für alle.“
Die 30-Jährige aus Baden- Württemberg hat in Marburg ihren Bachelor in Erziehungs- und Bildungswissenschaft gemacht. „Das war ein langer Weg“, gibt Trogrlic zu. Zuvor habe sie einen Studiengang belegt, in dem sie sich mit Biotechnologie und Bionic auseinandersetzen musste: „Aber dann stellte ich fest, dass mein Herz für die soziale Arbeit schlägt.“ Während ihres Studiums absolvierte sie ein Praktikum beim Arbeitskreis Soziale Brennpunkte Marburg und knüpfte erste Kontakte zum bsj, bei dem sie zunächst
Trainee war und sich als Mitarbeiterin qualifizierte.
In der Schulsozialarbeit tritt derweil Matthias Bunzel – in Neustadt bekannt über die Gemeinwesenarbeit – in Kilians Fußstapfen. Trogrlic will aber an der Martin-von-Tours-Schule AGs anbieten und gelegentlich als Vertreterin der beiden‘ Männer fungieren. „Ich freue mich auf neue Impulse und darauf, Neues zu entwickeln – schließlich ist nichts in Stein gemeißelt. Das wird gewinnbringend“, kommentiert Kietz die neuen Kollegen an seiner Seite.

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