Ihr Abschied bedeutet das Ende

Helga Kordes gibt im hohen Alter die Leitung des Neustädter Seniorentanzkreises ab, der daher aufhört
Mit einem lachenden und einem weinenden Auge beendet Helga Kordes ihre Arbeit als Leiterin im Seniorentanzkreis der Junker-Hansen-Stadt.
von Karin Waldhüter
Neustadt. Leicht fiel der 80-Jährigen Mengsbergerin bei einem letzten Treffen im Haus der Vereine der Abschied nicht. Ein letztes Mal leitete sie die Gruppe von 13 Frauen an, die sich mit sichtlicher Freude zu den Klängen der Musik bewegten. Aus alters- und gesundheitlichen Gründen hatte sich Helga Kordes entscheiden müssen, kürzer zu treten und ihre Arbeit im Seniorentanzkreis Neustadt aufzugeben.
Seit über zwei Jahrzehnten war Kordes in Momberg und Neustadt als Tanzleiterin tätig. Im Jahre 2010 hatte sie, nach dem Tod von Elisabeth Dörr, den Seniorentanzkreis in Neustadt übernommen. Seit 2010 erfolgte das Angebot in Zusammenarbeit mit der Volkshochschule. Seit 2019 wird es über die Seniorenarbeit der Stadt Neustadt an- geboten.
Bürgermeister Thomas Groll lobte Helga Kordes für ihre engagierte Arbeit. Sie habe dadurch einen wichtigen Beitrag dazu geleistet, dass ältere Menschen Gemeinschaft erfahren und körperlich und geistig fit bleiben. Lange bevor das Wort modern geworden sei, habe Helga Kordes Gesundheitsprävention geleistet. Groll bedauerte, dass sich bisher keine Nachfolgerin als Tanzleiterin gefunden habe, sodass der Seniorentanzkreis nicht weitergeführt werden könne.
In all den Jahren hatte Helga Kordes ein großes Augenmerk auf die Weiterbildung gelegt und pro Jahr rund 20 neue
Tänze einstudiert. Helga Sche- we vom Bundesverband Seniorentanz bezeichnete sie im Gespräch mit der OP als ihre Lehrmeisterin. Dreimal im Jahr besuchte Helga Kordes die dort angebotenen Arbeitskreise, um dann ihr Können in den Seniorentanzkreisen weiterzugeben.
Der Seniorentanzkreis nahm an großen Tanzfesten in ganz Hessen teil und wirkte auch bei vielen Festen in Neustadt mit, Auftritte gab es zum Beispiel beim Weinfest oder bei Festen im Park. „Ich lobe den Tanz, denn er befreit den Menschen von der Schwere der Dinge“, diesen Spruch von Augustinus Aurelius, den die Volkshochschule auch als Logo benutzt habe, könne sie nur be
stätigen, erklärte Helga Kordes. Tanzen fördere schließlich Körper, Geist und Seele.
„Die Arbeit hier in Neustadt hat mir unheimlich Spaß gemacht und ich gehe mit einem lachenden und einem weinenden Auge“, so Kordes, die in Wolferode und Josbach das Tanzangebot mit Unterstützung weiterführen wird.

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