Jugendliche bekommen (fast) eigenes Gebäude

Türkisch-Islamische Gemeinde plant Anbau für Vereinsheim  Ins Erdgeschoss kommt der Jugendraum, in den Keller ein Sitzungssaal

Die jüngeren Mitglieder der Türkisch-Islamischen Gemeinde nutzen ihren Raum im Vereinsheim so zahlreich, dass ihnen der Platz nicht mehr reicht. Aus diesem Grund plant die Gemeinde einen Anbau.

von Florian Lerchbacher

Neustadt. Einstimmig fiel das Votum der Stadtverordneten für den Verkauf von rund 360 Quadratmetern Fläche aus dem ehemaligen Weg „Das Stückerfeldchen“ für 6 000 Euro aus – eine Entscheidung, die bei der Türkisch-Islamischen Gemeinde Neustadts große Freude auslöste. Ihre Mitglieder planen, die für religiöse, soziale und kulturelle Zwecke genutzten Räume in der Eichsfelder Straße zu erweitern. Zum einen wollen sie ihren Jugendlichen mehr Platz bieten, zum anderen möchten sie über einen Sitzungssaal für größere Veranstaltungen verfügen.

Bisher müssen sich die Jugendlichen mit rund 25 Quadratmetern begnügen. „Die einen wollen Dart spielen, die anderen Tischfußball, wieder andere möchten Fußball schauen -da reicht der Platz nicht aus“, sagt Vorstandsmitglied OguzYil-maz. Aus diesem Grund plant die Gemeinde einen Anbau, dessen Erdgeschoss der neue Jugendraum wird. Es soll eine Verbindung zum alten Gebäude geben, aber auch einen eigenen Eingang – für den die Jugendlichen auch Schlüssel bekommen sollen. Probleme mit der Disziplin gebe es nicht, antwortet Yilmaz auf Nachfrage dieser Zeitung: „Sie hinterlassen ihn so, wie sie ihn entgegennehmen. Da bleibt kein Müll liegen -und eine Beschwerde hat es auch noch nie gegeben.“ Das gegenseitige Vertrauen ist also da, die Offenheit aber auch: Natürlich sind im Jugendraum auch Jugendliche anderen Glaubens willkommen, betont Yilmaz: „Die Jugendlichen sollen sich hier gut aufgehoben fühlen -egal welche Nationalität oder Konfession sie haben.“

178 Mitglieder zählt die Türkisch-Islamische Gemeinde derzeit. Im bisherigen Gebäude und seinem Anbau sind ein Tee- und ein Jugendraum, jeweils ein Gebetsraum für Männer und Frauen sowie die Wohnung des Vorbeters untergebracht. Für kleinere Veranstaltungen reicht der

Platz, beim Fastenbrechen zum Beispiel wird es jedoch eng. Noch dazu möchten die Neustädter auch gerne größere Veranstaltungen ihres Dachverbandes Ditib (Türkisch-Islamische Union der Anstalt für Religion -türkisch: Diyanet Isleri Türk Islam Birligi) ausrichten – daher ist für den Keller des Anbaus eine Art Saal geplant: „Bisher müssen wir immer in die größeren Städte wie Kassel oder Frankfurt fahren – bald können auch wir größere Gästegruppen empfangen. Vielleicht kommt ja auch einmal der Generalkonsul nach Neustadt“, hofft Yilmaz. „Für den Rohbau wollen wir eine Fachfirma holen, die als Wegweiser fungiert, und wir bringen uns ein“, ergänzt er. Alle weiteren Arbeiten möchten die Mitglieder der Türkisch-Islamischen Gemeinde in Eigenleistung erledigen: „Bei uns sind alle Branchen vertreten: vom Elektriker über den Fliesenleger und den Gas-Wasser-Installateur bis hin zum Maler. Der Zusammenhalt ist groß. Und wenn wir mal Hilfe brauchen sollten, kommen bestimmt Mitglieder aus anderen Gemeinden zur Unterstützung.“ Die Arbeiten sollen noch in diesem Jahr beginnen, doch zunächst muss die Gemeinde den Bauantrag stellen.

 

 

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