Lieberknecht formt ein besonderes „Haus“

Frühere Ministerpräsidentin sprach bei Neustädter CDU

Eine frühere Pastorin und Ministerpräsidentin hielt die Festrede auf ein besonderes „Geburtstagskind“, die Neustädter CDU.

von Klaus Böttcher

Momberg. Mit den CDU-Mitgliedern aus Neustadt und seinen Stadtteilen, Politikern der CDU aus Kreis, Land und Bund sowie musikalischer Umrahmung durch den Männergesangverein Neustadt unter der Leitung von Elena Georgi feierte der Stadtverband seinen runden Geburtstag. „Sie sind ein Geburtstagskind, das mehr als doppelt so alt ist wie ich“, sagte der Bundestagsabgeordnete Dr. Stefan Heck. Vor 70 Jahren seien Männer und Frauen an die Sache mit Herzblut herangegangen, aber ohne Computer und die moderne Technik, sagte er anerkennend. Den Neustädtern bescheinigte er gute Arbeit: „Hier gibt es Wahlergebnisse, die wir woanders gerne hätten.“

Der Stadtverbandsvorsitzende Franz W. Michels stellte die Festrednerin der Jubiläumsfeier vor. Christine Lieberknecht ist seit 1991 durchgehend Abgeordnete im Thüringer Landtag. Von Oktober 2009 bis Dezember 2014 war sie Ministerpräsidentin des Freistaates Thüringen und Landesvorsitzende der CDU Thüringen. Bis 1990 als Pastorin tätig, hatte sie seit der Bildung der ersten freigewählten Landesregierung fast durchgehend als Ministerin oder Landtagspräsidentin führende Positionen der Landespolitik bekleidet. Als Ministerpräsidentin war sie die erste Frau in dieser Position für die CDU und ist bisher die einzige in einem der neuen Bundesländer gewesen.

„Welch ein Tag, was ist das für ein Datum“, rief sie zu Beginn aus. Am 18. März 1990 war die Wahl zur Volkskammer, erklärte sie. Das wäre bedeutend für alles, was danach kam, gewesen. Sie sei damals in die Volkskammer eingezogen. In ihrem interessanten, lebhaft vorgetragenen Festvortrag zeichnete sie ein Bild. Dabei verglich sie ein Gebäude mit der Politik und dem Weltgeschehen. Auf einem stabilen Fundament errichtete sie drei Säulen.

Die erste Säule sei Thüringen, das in Mitteldeutschland eingebunden sei. „Thüringen und Hessen sind die beiden Herzkammern, die uns verbinden“, betonte sie.

Als zweite Säule bezeichnete sie die Geschichte der vergangenen 70 Jahre, die von Männern und Frauen gemacht worden sei, die eine geniale Idee hatten. Sie hätten in erster Linie gefragt, was braucht unser Land. Die dritte Säule sei die CDU in Neustadt, einer Stadt, die in den bunten Reigen der Neustadts in Europa eingebunden sei.

Bei der „tragenden Decke“ – im Bild des Gebäudes gesprochen – fragte sie nach dem Standort im Jahr 2017 und ging auf die Stichworte Globalisierung und Digitalisierung ein. Sie erklärte die Lebensmenschlichkeit der Gründungsmitglieder der CDU kurz nach dem Krieg. Sie hätten christlich, aber keine Kirchenpartei sein wollen.

Das sei in den Frankfurter Leitsätzen festgeschrieben, und die drei „E“, Erinnerung, Ertüchtigung und Ehrlichkeit, waren und seien heute noch prägnant, so Lieberknecht.

Der Stadtverbandsvorsitzende Franz W. Michels und der Bundestagsabgeordnete Dr. Stefan Heck nahmen Ehrungen vor: Für ihre Verdienste über Jahrzehnte in der Kommunalpolitik ihrer Partei wurden für die Kernstadt Ludwig Dippel, für Mengsberg Heinrich Hasenpflug, für Momberg Reinhold Lotter, für Speckswinkel Karl Stehl und für die Gesamtstadt Manfred Hoim geehrt.

Für 50 Jahre Mitgliedschaft in der CDU wurde Klaus- Günter Thiem geehrt. Von den Mitgliedern, die 25 Jahre der Partei angehören, war nur Bert Dubois anwesend. Uwe Knieling, Gerhard Heinmöller, Burkhard Stern, Irene Gies, Renate Lemmer und Michael Wieber werden die Urkunden später übergeben.

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