Viel Geld für neue Planungen

50 000 Euro Fördergelder für die Neustädter Dorfentwicklung
Die Dorfentwicklung in den Stadtteilen Mengsberg, Momberg und Speckswinkel kann weiter vorangetrieben werden.
Es gibt Fördergelder für einige Projekte.
Neustadt. Es gibt 50 000 Euro Fördergelder im Zuge der Dorfentwicklungsmaßnahme. Damit können die Projekte „Umbau ehemaliges Kindergartengebäude in Momberg“, „Machbarkeitsstudie Gemeinschaftsräume Mengsberg“ und „Revitalisierungskonzept Ortsmitte Speckswinkel“ einen großen Schritt vorangebracht werden.
Für den Umbau des ehemaligen Kindergartengebäudes in Momberg wurde ein Zuschuss von 14 000 Euro zu den Gesamtkosten von rund 18 700 Euro bewilligt. Es geht um weitere Planungen. Vorgesehen ist, das Gebäude in ein multifunktionales Zentrum umzubauen, wie die OP bereits berichtete. Unter Vorsitz von Ortsvorsteher Jörg Grasse wurden hierzu bereits vertiefende Überlegungen angestellt, die den Architekten mit an die Hand gegeben werden. Das multifunktionale Zentrum soll sich dabei nicht nur an die Einwohner von Momberg sondern auch an die‘ der Kernstadt und der anderen Stadtteile richten. Es ist geplant, in den Räumen Dienstleistungsangebote, Veranstaltungen wie Cafe- Nachmittage und ähnliches anzubieten. Nach erfolgten Planungen sollen nach Möglichkeit im Herbst 2020 die Arbeiten beginnen. „Viel Geld für neue Planungen“ weiterlesen

Ab in die Natur

Stadt Neustadt zeigt ihre Vorzüge
Stück für Stück nimmt das Neustädter „Naturportal“ Formen an. Jüngst brachte die Stadt einen Natur- Wegweiser heraus und ging mit einer Internet- Homepage zum Thema „Online“.
von Florian Lerchbacher
Neustadt. „Was man tagein tagaus sieht ist irgendwann selbstverständlich. Und plötzlich merkt man gar nicht mehr, wie schön die Heimat eigentlich ist“, sagt Bürgermeister Thomas Groll. Das „Neustädter Naturportal“, an dem die Stadt seit dem Jahr 2017 arbeitet, solle daher noch einmal ins Bewusstsein rufen, in welch landschaftlich reizvoller Umgebung die Menschen in der Kernstadt sowie den Stadtteilen Mengsberg, Momberg und Speckswinkel leben.
Auf dem Weg hin zu diesem Ziel ist nun ein großer Schritt getan: Groll und Dr. Astrid Wetzel – Tausendsassa in Sachen Projekte rund um die Natur im Landkreis – stellten einen 36-seiti- gen „Wegweiser“ vor: eine Broschüre voller Informationen zu Natur-Lernorten, Projekten, Ansprechpartnern und vielem mehr. Unter anderem gibt es eine Doppelseite zum Naturlehrpfad „Rund um den Engelhain“ in Mengsberg, den Muschelkalk-Steinbruch und die „Auenschule“ im Hardtwassergrund, das Momberger Teichfenster der Umwelt- und Naturschutzgruppe, das Wasserbüffel-Projekt, die Streuobstwiesen, den Speckswinkler Naturpfad, die Neustädter Hienerswiesen und vieles mehr. Enthalten sind beispielsweise Karten zum Märchenpfad und zur Gaukler-Runde, einem elf Kilometer langen Wanderweg, der einst besser bekannt war als der Rotkäppchenweg, aufgepeppt und neu konzeptioniert wurde und vom Junker-Hansen-Turm unter anderem ins Maculinea-Schutz- gebiet (und wieder zurück) führt. Dieses Fauna-Flora-Habitat-Gebiet ist seit Jahren ein Schwerpunkt des Naturschutzes: Dort kommt unter anderem der Wiesenknopf-Bläuling vor – ein seltener Schmetterling. „Ab in die Natur“ weiterlesen

Neustädter Mitteilungsblatt

Sternsinger aus Neustadt und Momberg besuchten das Rathaus

Die Aktion Dreikönigssingen ist die größte Solidaritätsaktion von Kindern für Kinder weltweit und wird vom katholischen Kindermissionswerk „Die Sternsinger“ e.V. in Aachen getragen. Im Geist der Ökumene beteiligen sich aber seit Jahren auch evangelische Mädchen und Jungen hieran. Seit Beginn im Jahr 1959 haben die Sternsinger insgesamt über 1 Milliarde Euro sammeln können. 2018 waren es alleine 50 Millionen Euro.
Alljährlich stellt die Sternsingeraktion ein Land in den Mittelpunkt. 2020 lautet das Thema „Frieden im Libanon und weltweit“.
Der Libanon ist ein am Mittelmeer gelegener Staat in Vorderasien zwischen Israel und Syrien. Dort leben rund 6,2 Mio. Menschen, knapp die Hälfte davon in der Hauptstadtregion Beirut.
Bis in die 1970er Jahre war der Libanon ein wohlhabendes Land und ein beliebtes Touristenziel. Beirut galt gar als „Paris des Nahen Ostens“. Von 1975-1990 herrschte Bürgerkrieg im Land, etwa 90.000 Menschen starben, 110.000 wurden verletzt und 800.000 flohen aus dem Land.
Im Libanon sind heute etwa 40 Prozent der Bevölkerung Christen. Das Land weist im Vergleich zu vielen Staaten der Region ein mittleres Wirtschaftsniveau auf. Die politische Lage ist im Vergleich zu den Bürgerkriegsjahren als relativ stabil zu bezeichnen.
Am 10. Januar 2020 besuchten zahlreiche Sternsinger aus Neustadt und Momberg traditionsgemäß auch das Rathaus. Bürgermeister Thomas Groll hieß sie gemeinsam mit Stadtverordnetenvorsteher Franz-W. Michels, Erstem Stadtrat Wolfram Ellenberg und den Ortsvorstehern Klaus Groll und Jörg Grasse sowie Mitarbeitenden
der Verwaltung willkommen. Nach Liedern und gemeinsamem Gebet richtete der Bürgermeister das Wort an die kleinen Könige und Sternenträger sowie ihre Begleiter.
„Jahr für Jahr machen sich auch in Neustadt und Momberg Mädchen und Jungen auf den Weg, um die christliche Botschaft zu verkünden und dabei auch noch Gutes zu tun. Ihr erbittet Spenden für Kinder, denen es materiell nicht so gut geht wie Euch. Das ist ein Vorhaben, das Unterstützung verdient“, so Thomas Groll.
Die Besucher erhielten aber nicht nur Geldspenden, sondern es gab auch Süßigkeiten für den Einsatz für andere.
Mit dem Anschreiben des Segensspruches „20 + CMB + 20“ („Christus segne dieses Haus“) endete der Besuch der Sternsinger. „Neustädter Mitteilungsblatt“ weiterlesen

Neustadt soll weiter „er-blühen"

Stadt will sich weiter für die Biodiversität einsetzen
Neustadt. Seit Mai 2019 gingen bei der Stadt zahlreiche Fotos mit vielen bunten Blumen ein. Bürger zeigten damit, wo sie die von der Stadt verteilten Samenmischungen eingepflanzt hatten und Insekten zusätzliche Nahrungsquellen boten.
Rund 100 Bürger hatten sich während der Initiative „Neustadt er-blüht“ Tütchen mit Samen abgeholt. Bürgermeister Thomas Groll ist mit dem Start der Aktion durchaus zufrieden, sieht aber noch „Optimierungsbedarf‘.
Er betonte während eines Treffens zum Thema Biodiversität, dass die Aktion „Neustadt erblüht“ auch in diesem fahr weitergehen soll – und die Menschen somit auch „im Kleinen“ einen Beitrag leisten könnten. Die Stadt werde ab April erneut Tütchen mit Samen im Bürgerbüro ausgeben.
Groll sagte zu, dass auch auf einigen kommunalen Flächen Blumenwiesen angelegt werden.

Diesmal gibt's eine halbe Million Euro

Über „Soziale Stadt“ flössen seit dem Jahr 2015 mehr als sechs Millionen Euro nach Neustadt
700 000 Euro hat die Wirtschafts- und Infrastrukturbank für das Jahr 2019 als förderfähig anerkannt und steuert daher 524 000 Euro bei. Schwerpunkt der Investitionen sind drei Neustädter Projekte.
von Florian Lerchbacher
Neustadt. „Neustadt erhält weitere Fördermittel in Höhe von 524 000 Euro“, freut sich Bürgermeister Thomas Groll. Die Wirtschafts- und Infrastrukturbank Hessen habe für das Jahr 2019 insgesamt 700 000 Euro als förderfähig anerkannt. Und da die Förderquote diesmal über 74 Prozent betrage, belaufe sich die Fördersumme auf 524 000 Euro.
Schwerpunkte der Investitionen sind die weitere Finanzierung des Quartiersmanagements, ein Teil des Neubaus des Kultur- und Bürgerzentrums und ein Teil der Neugestaltung
der „grünen Lunge“ der Stadt, also des Bürgerparks.
Im Herbst 2015 war die Stadt Neustadt durch Staatsministerin Priska Hinz in das Städtebauförderungsprogramm „Soziale Stadt“ aufgenommen worden. Seitdem flössen mehr als sechs Millionen Euro an Fördermitteln aus dem Programm in die Junker-Hansen-Stadt. Mit dem Geld baute beziehungsweise sanierte die Stadt die Spielplätze Leipziger Straße, Emil- Rössler-Straße und In der Aue – teilweise mit großer Unterstützung der Bürger, die das Förderprogramm quasi lebten und sich in die Projekte einbrachten. Außerdem nahm die Stadt Eingangsbereiche in die Ringstraße in Angriff und legte einen Verfügungsfonds für Kleinprojekte auf.
Weiterhin wurde mit der Neugestaltung des Schulhofes der Martin-von-Tours-Schule begonnen. „Diesmal gibt's eine halbe Million Euro“ weiterlesen

Neustädter Mitteilungsblatt

Windkraft und PV-Freiflächenanlagen brauchen Akzeptanz

Neustädter Stadtverordnetenversammlung fasst Grundsatzbeschluss
Am 16. Dezember fand die letzte Sitzung der Neustädter Stadtverordnetenversammlung im zu Ende gehenden Jahr 2019 statt. Die Zusammenkunft fand ausnahmsweise im Feuerwehrhaus Mengsberg statt. Dies war der Tatsache geschuldet, dass Stadtverordnetenvorsteher Franz-W. Michels die Amts- und Mandatsträger nach getaner Arbeit zum Jahresabschlussessen in eine örtliche Gaststätte eingeladen hatte.
Im Mittelpunkt der Sitzung stand die Einbringung des Haushaltsentwurfes für 2020 durch den Kämmerer, Bürgermeister Thomas Groll. Vor dessen rund einstündiger Rede hatten sich die Stadtverordneten von CDU, SPD und FWG bereits mit zwei weiteren wichtigen Tagesordnungspunkten befasst.
Die SPD-Fraktion hatte unter der Überschrift „Ausbau alternativer Energien weiterhin notwendig – Vorteile für Stadt und Bürger – Wertschöpfung in der Kommune sichern“ einen Antrag eingebracht. Danach sollen zukünftig sowohl Windenergie- als auch Pho- tovoltaik-Freiflächenanlagen in Neustadt und den Stadtteilen nur noch umgesetzt werden können, wenn die Kommune und die Bürger hiervon einen „deutlich erkennbaren“ finanziellen Vorteil haben.
Der Fraktionsvorsitzende der Sozialdemokraten Hans-Gerhard Gatzweiler begründete den Antrag näher. „Um die Energiewende zu schaffen, brauchen wir den weiteren Ausbau regenerativer Energieformen. Obwohl in unserer Kommune bereits rund 20 Windräder stehen, wollen wir uns weiteren Projekten grundsätzlich nicht verschließen, aber es bedarf hierfür auch einer möglichst breiten Akzeptanz in der Bevölkerung. Wissenschaftliche Untersuchungen haben ergeben, dass eine solche Akzeptanz dort am stärksten ist, wo es Beteiligungsformen für die Bürger gibt und auch die Kommune finanzielle Vorteile von solchen Anlagen hat“, erläuterte Gatzweiler. Er verstand den Antragstext als eine Art „Grundsatzbeschluss“, der seiner Meinung nach Vorbildcharakter auch für andere Kommunen haben könnte. Der Sozialdemokrat zeigte sich erfreut darüber, dass CDU und FWG im Fachausschuss uneingeschränkt Zustimmung zum Antrag seiner Fraktion erklärt hätten. „Neustädter Mitteilungsblatt“ weiterlesen

(Fast) alles neu

Neustadt stellt Familienzentrum neu auf • Bürger sollen sich in die Programm-Gestaltung einbringen
Bisher nahmen zumeist Familien von Kindern aus dem „Regenbogen“ das Angebot das Familienzentrums in Anspruch. Kaum ein Wunder angesichts des Standorts in der Kindertagesstätte – den die Stadt daher nun ändert.
von Florian Lerchbacher
Neustadt. „Wir wünschen uns, dass das Familienzentrum ein Haus wird, das alle Neustädter nutzen – und dass die Interessen der Bürger dort auch widergespiegelt werden“, sagt Monika Stein, Geschäftsführerin des bsj, der in Neustadt bereits für die Jugend- und die Gemeinwesenarbeit zuständig ist und bald auch im Familienzentrum die Finger im Spiel haben wird. Die Stadt holt den Marburger Verein bewusst ins Boot, da dieser inzwischen in der Kommune hervorragend vernetzt und quasi eine Art Bindeglied zwischen Menschen aber auch zwischen Generationen ist.
Außerdem hat die Stadt die Einrichtung umbenannt, um die Reichweite zu erhöhen: vom Familienzentrum zum „Familien- und Generationenzentrum von 0 bis 99 Jahren“ – das auch noch umzieht. War es bisher in der Kindertagesstätte „Regenbogen“ angesiedelt, so kann es künftig den Neubau des Kultur- und Bürgerzentrums seine Heimat nennen. Es sei nicht gelungen, beispielsweise Familien aus anderen Kindertagesstätten nachhaltig anzusprechen, so Bürgermeister Thomas Groll. Der neue Standort sei neutraler, dort stehen dann außerdem neben einem Büroraum auch noch ein Gemeinschaftsraum und eine Küche zur Verfügung. Zwischenzeitlich wird das Familien- und Generationenzentrum im Haus der Vereine untergebracht, wo die neue Ansprechpartnerin Nicole Zinkowski sitzt, der auch noch Annika Schlüter vom bsj zur Seite gestellt wird. Sie hatte im vergangenen Jahr bereits die Neukonzeption für die Einrichtung entwickelt. „(Fast) alles neu“ weiterlesen

Michels bleibt Vorsitzender des CDU-Stadtverbandes

Reinhard Giesa ist seit 25 Jahren Mitglied • Neustädter bildeten Wahlvorbereitungsausschuss
Neustadt. Während ihrer Jahreshauptversammlung bestätigten die Mitglieder des CDU- Stadtverbandes Neustadt – die Versammlungsleitung hatte ihr Gast, der Landtagsabgeordnete Dirk Bamberger übernommen – ihren Vorsitzenden Franz-Wilfried Michels einstimmig im Amt. Später machten sie ihn auch noch zum Mitgliederbeauftragten. Zu stellvertretenden Vorsitzenden ernannten die Christdemokraten Klaus Schwalm und Karl Eugen Ramb, zu Beisitzern Eugen Dämmer, Michael Dippel und Mario Gräser. Außerdem wählten sie Hans-Dieter Georgi einstimmig erneut zum Schriftführer.
Des Weiteren stand die Wahl der Delegierten für die Kreisparteitage auf der Tagesordnung. Im Anschluss bildeten die Neustädter noch im Hinblick auf die anstehende Kommunalwahl im Jahr 2021 einem Wahlvorbereitungsausschuss, der sich aus Karl Stehl, Klaus Schwalm, Karl Eugen Ramb und Wolfram Ellenberg zusammensetzt.
Michels ehrte zudem noch Reinhard Giesa für 25 Jahre Mitgliedschaft im CDU-Stadt- verband Neustadt – allerdings nahm der Mengsberger nicht an der Sitzung teil und wurde somit in Abwesenheit ausgezeichnet. „Michels bleibt Vorsitzender des CDU-Stadtverbandes“ weiterlesen

Neustädter Mitteilungsblatt

Vorarbeiter Jürgen Gies geht in Ruhestand
40 Jahre ein Aktivposten für die Kommune

Anfang Dezember wurde Jürgen Gies, der Vorarbeiter des städtischen Bauhofes, durch Bürgermeister Thomas Groll in den Ruhestand verabschiedet. Aus diesem Anlass hatten sich neben dem Ersten Stadtrat Wolfram Ellenberg und Grolls Vorgänger Manfred Hoim zahlreiche Weggefährten des zukünftigen Rentners und Mitarbeiter der Kommune im Sitzungssaal des Rathauses versammelt. Jürgen Gies, Jahrgang 1956, erlernte nach dem Schulabschluss von 1972-1975 bei Friedrich Hill den Beruf des Elektro-Installateurs. Nach Ableistung des Grundwehrdienstes und einer nachfolgenden kurzen Gesellenzeit im Lehrbetrieb trat er 1979 in den Dienst der Stadt Neustadt (Hessen). 1997 wurde ihm durch den Magistrat das Amt des Vorarbeiters übertragen, eine Tätigkeit, die bereits sein Vater über Jahrzehnte hinweg innehatte.
Jürgen Gies, so der Bürgermeister in seiner Ansprache, sei für ein umfangreiches Aufgabenfeld verantwortlich gewesen. So habe er beispielsweise die Mitarbeiter des Bauhofes eingeteilt, zahlreiche Elektroarbeiten in den kommunalen Liegenschaften ausgeführt, sei für die Wasserversorgungsanlagen in den Stadtteilen zuständig ge
wesen und stand den Ortsvorstehern als Ansprechpartner zur Verfügung, habe die vom Ordnungsamt angeordneten Straßensperrungen umgesetzt, die Weihnachtsbäume für öffentliche Plätze ausgesucht oder den Winterdienst organisiert. Darüber hinaus habe Jürgen Gies seit über zwei Jahrzehnten den Bereitschaftsdienst in der Nacht und am Wochenende übernommen. „Sie waren ein Vorarbeiter, wie man sich ihn als Bürgermeister nur wünschen kann. Wenn es notwendig war, dann waren Sie präsent. Ob nachts oder am Wochenende, wir konnten uns immer auf Sie verlassen“, so Thomas Groll. „Neustädter Mitteilungsblatt“ weiterlesen

Neustädter wollen mehr für Energiewende tun

Stadtverordnete segneten SPD-Antrag einstimmig ab • Investor hat Flächen für Fotovoltaik im Visier
Im Mittelpunkt der Stadtverordnetenversammlung stand die Haushaltsrede von Bürgermeister Thomas Groll (die OP berichtete). Weitere Themen waren erneuerbare Energien und ein Seniorenheim.
von Alfons Wieber und Florian Lerchbacher
Neustadt. Die SPD-Fraktion hatte unter der Überschrift „Ausbau alternativer Energien weiterhin notwendig – Vorteile für Stadt und Bürger – Wertschöpfung in der Kommune sichern“ einen Antrag eingebracht. Danach sollen zukünftig sowohl Windenergie- als auch Photovoltaik-Freiflächen- anlagen in Neustadt und den Stadtteilen nur noch umgesetzt werden können, wenn die Kommune und die Bürger hiervon einen „deutlich erkennbaren“ finanziellen Vorteil haben.
„Um die Energiewende zu schaffen, brauchen wir den weiteren Ausbau regenerativer Energieformen. Obwohl in unserer Kommune bereits rund 20 Windräder stehen, wollen wir uns weiteren Projekten grundsätzlich nicht verschließen, aber es bedarf hierfür auch einer
möglichst breiten Akzeptanz in der Bevölkerung“, sagte Fraktionsvorsitzender Hans-Gerhard Gatzweiler und ergänzte: „Wissenschaftliche Untersuchungen haben ergeben, dass eine solche Akzeptanz dort am stärksten ist, wo es Beteiligungsformen für die Bürger gibt und auch die Kommune finanzielle Vorteile von solchen Anlagen hat.“
Größte Fläche liegt zwischen
Kaserne und Bahnlinie
Passend dazu hatte Simon Henigin von der Enerparc AG in der jüngsten Bauausschusssitzung seine Ideen für Frei- flächen-Photovoltaik präsentiert. Konkretes Interesse habe das Unternehmen an einer 14 Hektar großen Fläche zwischen Bahnlinie und der Kaserne, wo sich Strom für 3 900 Haushalte gewinnen lasse. Einige Eigentümer der Grundstücke hätten bereits Verträge unterzeichnet und insgesamt sei die Stimmung bei einem gemeinsamen Treffen gut gewesen. Die Planungshoheit liege aber in Händen der Kommune: Sagt sie nein, kommt Freiflächenphotovoltaik nicht infrage.
Ein weiteres für das Unternehmen interessantes Neun-Hektar-Gebiet liegt an der Hundskaute, ein drittes Nahe Momberg, ein viertes nördlich von
Neustadt. Wichtig sei nicht nur, etwas im Sinne der Klimapolitik zu unternehmen, sondern auch, dass „etwas Zählbares bei uns übrig bleibt“, warf Karsten Gehmlich (FWG) ganz im Sinne des SPD-Antrages ein. Die Enerparc AG gebe manchmal Teil ihrer Anlagen an Energiegenossenschaften ab, entgegnete Henigin. Eine andere Option sei direkte Bürgerbeteiligung – in welcher Höhe sei abhängig von der Größe der Anlage. An Pacht gebe es meist um die 2 000 Euro pro Hektar.
Stadtverordnete schaffen Baurecht für Seniorenheim
Die Stadtverordneten segneten den Antrag der SPD letztendlich einstimmig ab. Bürgermeister Thomas Groll berichtete noch, dass bei den vorgesehenen Windrädern „Am Dreiherrnstein“ und in der Gemarkung „Trillrodt“ sowohl die Kommune durch Pachtzahlungen und Wege-Entgelte als auch die Bürger durch Beteiligungsmodelle der Energiegenossenschaft profitieren könnten. Er regte noch eine „Vierer-Kommission“ aus Vertretern der drei Fraktionen und ihm an, die etwaige Anfragen von Investoren vorab bewerten sollte.
Ebenso einstimmig schufen die Stadtverordneten Baurecht für das geplante Seniorenheim mit rund siebzig Plätzen nebst Tagespflege und betreutem Wohnen in der Marburger Straße. Der Eigentümer der Fläche wäre damit in der Lage, Anfang 2020 in das Baugenehmigungsverfahren einzutreten. „Neustädter wollen mehr für Energiewende tun“ weiterlesen