„Ab und zu mal auf den Tisch klopfen“

Der ehemalige SPD-Vorsitzende Franz Müntefering referierte über Altkanzler Helmut Schmidt
Mehr als 130 Zuhörer im Momberger Dorfgemeinschaftshaus waren beeindruckt von Franz Münteferings Ausführungen zum Leben Helmut Schmidts, der jetzt 100 Jahre alt geworden wäre.
von Klaus Böttcher
Momberg. Das Trio Semplice eröffnete den Nachmittag, eine weitere Veranstaltung im Rahmen der zeitgeschichtlichen Reihe. Sie spielten das traditionelle Steigerlied „Glück auf, Glück auf“ – und nach der Begrüßung durch den Bürgermeister „Hamburger Erinnerungen“. Franz. Müntefering sang voller Inbrunst mit.
Zu Beginn bedankte sich der Landwirtssohn aus dem Hochsauerland bei den Musikern. Diese hätten genau seine Lieblingslieder gespielt und Krawatten mit der richtigen Farbe getragen – rot. Das Farbenspiel konterte am Ende des Nachmittags Neustadts Bürgermeister Thomas Groll. Er bedankte sich beim Trio Semplice und stellte fest, dass die Anzüge der Musiker die richtige Farbe haben – schwarz. „„Ab und zu mal auf den Tisch klopfen““ weiterlesen

Neustädter Mitteilungsblatt

Ausflug der Entengruppe zu „Matsch und Brei“

Auf die Plätze fertig los
An einem sonnigen Herbsttag waren die Kinder der Entengruppe des Kiga „Sonnenschein“ in Speckswinkel. Wir wurden liebevoll von der Familie Mai aufgenommen, wo die Kinder viel Spaß auf dem Spielplatz, bei Hühnern und Enten hatten. Nach dem Frühstück ging es zur Streuobstwiese, dort sammelten die Kinder fleißig Äpfel. Die vollen Körbe wurden in Autos verladen und es ging weiter zu „Matsch und Brei“. Da durften wir erleben, wie die Äpfel in Apfelsaft „verwandelt“ wurden. Und nicht nur das! Wir konnten den Saft auch kosten. Das war sehr lecker. „Neustädter Mitteilungsblatt“ weiterlesen

Wenn Vater mit Kind und Lama wandern

Neustädter Familienzentrum bietet breite Angebotspalette nicht nur für Eltern • Ehrgeizige Zukunftspläne
Bis zu 20 ganz unterschiedliche Angebote gibt es aktuell im Neustädter Familienzentrum pro Halbjahr: von Beratung bis zu Spaß und Unterhaltung.
von Michael Rinde
Neustadt. Wenn der Vater mit dem Sohne unterwegs ist, dann können beide etwas erzählen. Oder gemeinsam erleben. Wie bei der „Papazeit“ donnerstags im Familienzentrum Neustadt in der Kindertagesstätte Regenbogen. Die Väter sind gefragt beim Plätzchenbacken mit dem Kind, beim gemeinsamen Basteln von Solarbooten, aber eben auch beim Spaziergang mit Lamas in Rauschenberg. „Und die Kinder sind begeistert“, sagt Erzieherin Nicole Zinkowski. „Wenn Vater mit Kind und Lama wandern“ weiterlesen

Viele Fichten sind der Säge geweiht

Borkenkäfer richten im Neustädter Stadtwald besonders große Schäden an • Hohe Investition in Waldwege
Im Neustädter Stadtwald hat der Borkenkäfer wirklich extrem gewütet. Das Schadensausmaß zeigt sich nun deutlich an der Zahl der abgestorbenen Fichten.
von Michael Rinde
Neustadt. Gleich mehrere Nachrichten hatte Revierförster Klaus Schild gestern beim Besuch im Neustädter Stadtwald mitgebracht. Vorab die schlechteste: Der Borkenkäfer hat sich im Extremsommer 2018 rasend vermehrt und große Schäden hinterlassen. Das zeigt sich unter anderem auch im Waldzustandsbericht, den das hessische Umweltministerium gestern veröffentlichte. Im Ministerium geht man davon aus, dass es noch bis in das nächste Jahr hinein dauert, bis alle geschädigten Bäume aus den Wäldern geholt sind. Im etwa 1000 Hektar großen Neustädter Stadtwald haben die Borkenkäfer ihre Spuren in den Fichtenbeständen hinterlassen.
Normal ist laut Revierförster Schild ein Fällen von rund 800 Festmetern Fichte im Jahr in diesem Gebiet. „Doch jetzt sind wir bereits bei 8 000 Festmetern, und wir haben noch nicht alle Flächen durchgearbeitet“, erläutert Schild. Er weist auf ein Waldstück neben einer großen Freifläche. Nur der Fachmann erkennt bereits, dass diese etwa 60 Jahre alten Fichten auch der Motorsäge geweiht sind. Sie sind allesamt abgestorben, Opfer des Borkenkäfers. Im Moment kommt hinzu, dass der Holzmarkt dramatisch eingebrochen ist. Trotzdem gelingt es in diesem Jahr wohl, die im städtischen Haushalt vorgesehenen Erträge von rund 75 000 Euro zu erreichen. „Viele Fichten sind der Säge geweiht“ weiterlesen

Neustädter Mitteilungsblatt

Für Demokratie. Für Grundrechte.
Für ein vielfältiges Miteinander.

Im Rahmen der vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend geförderten Aktion „misch mit! – Miteinander Vielfalt (er)leben“ waren am 2. November Mitglieder des Kreisjugendparlamentes und Mitarbeiter des bsj in zahlreichen Städten und Gemeinden unterwegs, um an zentralen Orten der Kommunen mit bunten Farben die Aufschrift „Dieses Bild ist vergänglich! Aber Deine Grundrechte bleiben. # Demokratie leben“ mit Kreide anzubringen. In Neustadt wurde dafür der Marktplatz gewählt. Die Jugendlichen wollten mit diesem Projekt ein Bekenntnis zum Grundgesetz und den darin enthaltenen Grundrechten ablegen. Zudem wollen sie Passanten anregen, kurz stehen zu bleiben und sich der Bedeutung des Grundgesetzes und seiner Kernaussagen bewusst zu werden. Bürgermeister Thomas Groll schaute bei der Umsetzung des Vorhabens zu. Er verwies darauf, dass das Grundgesetz vor fast 70 Jahren, am 23. Mai 1949 beschlossen wurde. Es sei nach wie vor Richtschnur für ein friedliches Miteinander der Menschen. Für ihn sei wichtig, dass sich alle, die dauerhaft in Deutschland lebten, zu den Aussagen unserer Verfassung bekennen. „Neustädter Mitteilungsblatt“ weiterlesen

Als die D-Mark die große Wende brachte

Staatssekretär Oliver Wittke erinnerte in Neustadt an die Währungsreform vor sieben Jahrzehnten
Mit dem Vortrag des Parlamentarischen Staatssekretärs beim Bundesminister für Wirtschaft und Technologie, Oliver Wittke, erinnerte die Stadt Neustadt an die Einführung der Deutschen Mark vor 70 Jahren.
von Klaus Böttcher
Neustadt. Das Trio Semplice (Wilfred Sohn am Klavier sowie Michael Dippel und Karl-Joseph Lemmer Trompete und Gesang) spielte den Titel „Money, Money, Money“. Schließlich ging es auch um Geld. Als Teil der zeitgeschichtlichen Veranstaltungsreihe erinnerte die Stadt Neustadt an die Währungsreform vor 70 Jahren. „Als die D-Mark die große Wende brachte“ weiterlesen

70 von 120 Juden starben qualvollen Tod

Neustädter erinnerten an die Reichspogromnacht, die in ihrer Stadt schon einen Tag früher stattfand

Antisemitismus, Rassismus, Ausgrenzung und Diskriminierung prägen heutzutage wieder den Alltag, bedauerte Monika Bunk während der Gedenkveranstaltung „80 Jahre Pogromnacht“
von Florian Lerchbacher
Neustadt. 80 Jahre liegt eines der traurigsten Kapitel der deutschen Geschichte zurück: In der Nacht vom 9. auf den 10. November gab es im Deutschen Reich massive, vom Regime organisierte Gewalt gegen Juden – in Momberg und Neustadt sogar schon einen Tag früher. Dort attackierten und inhaftierten rund 250 Menschen ihre Mitbürger, mit denen sie zuvor in Frieden gelebt hatten, zerstörten Häuser und Synagogen. Der Beginn der systematischen Judenverfolgung.
Dies berichteten fünf Neuntklässler der Martin-von-Tours- Schule gestern während der von der Stadt Neustadt organisierten Gedenkveranstaltung „80 Jahre Pogromnacht“. „70 von 120 Juden starben qualvollen Tod“ weiterlesen

Neustädter Mitteilungsblatt

Sitzung der Stadtverordnetenversammlung am 29. Oktober 2018 Ideen für kulturelle Vorhaben vorgestellt

Vom Ausgang der Bürgermeisterdirektwahl geprägt war die Sitzung der Neustädter Stadtverordnetenversammlung am vergangenen Montagabend im Sitzungssaal des historischen Rathauses. Bereits vor der Eröffnung durch Stadtverordnetenvorsteher Franz-W. Michels nutzten zahlreiche Kommunalpolitiker von CDU, SPD und FWG und Gäste die Gelegenheit, dem wiedergewählten Bürgermeister Thomas Groll zu seinem herausragenden Wahlergebnis von 81,1 Prozent zu gratulieren. Die meisten der Kommunalpolitiker waren am Sonntag als Wahlhelfer in den verschiedenen Wahllokalen im Einsatz und konnten daher nicht zur Ergebnispräsentation ins Rathaus kommen.
Im Namen der Stadtverordnetenversammlung wünschte Franz-W. Michels dem alten und neuen Bürgermeister alles Gute für seine am 1. Juli 2019 beginnende dritte Amtszeit, insbesondere Gesundheit, Schaffenskraft und weiterhin viele gute Ideen für Neustadt.
Hans-Gerhard Gatzweiler und Franz-W. Michels gratulierten dem Bürgermeister (v. rechts) für sein herausragendes Wahlergebnis.
Der SPD-Fraktionsvorsitzende Hans-Gerhard Gatzweiler ergriff ebenfalls das Wort. Er blickte auf die Bürgermeisterwahlen 2007, 2013 und 2018 zurück. Bei der ersten Kandidatur Grolls sei der Wahlausgang eng gewesen, beim zweiten Mal souverän. Nun sei der Amtsinhaber erfahren und genieße große Wertschätzung für seine Arbeit. Dies sei auch darin zum Ausdruck gekommen, dass es keinen Gegenkandidaten mehr gegeben habe. Hans-Gerhard Gatzweiler bescheinigte dem Bürgermeister sich in den vergangenen elf Jahren in Arbeit und Persönlichkeit gewandelt zu haben. „Sie haben eine Entwicklung genommen, die ich so nie erwartet hätte. Sie arbeiten sach- und lösungsorientiert. Binden alle ein und informieren. Machen sie bitte weiter so“, erklärte der Sozialdemokrat. Thomas Groll dankte für die Glückwünsche und – wie nicht nur er fand – die zutreffenden Worte Gatzweilers. Er nutzte seinerseits auch die Gelegenheit, „Dankeschön“ zu sagen. Der Bürgermeister dankte den Wählern für ein tolles Ergebnis, mit dem er so nicht gerechnet habe. Er hob weiter hervor, dass das zielorientierte Miteinander in den städtischen Gremien und die Arbeit der Verwaltung sicher auch zum Wahlausgang beigetragen habe. Es sei sein Ziel, auch in Zukunft hieran anzuknüpfen. „Nicht Parteipolitik, sondern Sachpolitik für unsere Heimatstadt ist mein Ziel“, so Thomas Groll.
Kritisch bewertete er, dass „eine Handvoll Menschen“ die Wochen vor der Wahl dazu genutzt habe, Stimmung gegen die Flüchtlingsunterbringung und seine Arbeit zu machen. „Was ich da so lesen musste, hat mich schon aufgeregt, da es unzutreffend war. Aber egal, die Wählerinnen und Wähler haben gezeigt, wie sie die Lage tatsächlich einschätzen. Dafür bin ich sehr dankbar.“ „Neustädter Mitteilungsblatt“ weiterlesen

Neustadt will Fonds für die Innenstadt auflegen

Bürger, Vereine und Gewerbetreibende sollen bis zu 3 000 Euro für Projekte beantragen können
Die Stadt Neustadt will ihre Innenstadt stärken und attraktiver gestalten. Die „Innenstadt-Offensive“ brachte Leben hinein, doch nun geht es um die Frage der Nachhaltigkeit.
Neustadt. Eine Innenstadt hat für Bürgermeister Thomas Groll viele Funktionen: Einkäufen, Wohnen, Freizeit und Kultur. Für ihn stellt sich nun die Frage, wie die Zukunft des Bereiches aussehen könnte. Aus diesem Grund hatte er gemeinsam mit Heike Brandt vom Büro akp aus Kassel, welches das Städtebauförderungsprogramm „Soziale Stadt“ betreut, zu einem Gesprächsabend in das Historische Rathaus eingeladen.
Er sprach sich dafür aus, sich dem Thema mit Realismus zu nähern. Leerstände und die Verlagerung von Geschäften in Außenbereiche seien keine Neustädter Besonderheiten. Doch eine Innenstadt lasse sich ohnehin nicht auf den Bereich „Einkäufen“ reduzieren, dies sei seit 15 oder 20 Jahren vorbei. Für ihn geht es dort auch um Wohnen, Freizeitgestaltung und Kultur. Wenn das Angebot stimme, dann sei auch etwas los. Und die historische Bausubstanz sei ebenfalls ein „Pfund“, mit dem die Stadt noch zu wenig wuchere. Der Bürgermeister will sich nun zum Beispiel dafür einsetzen, dass der Junker-Hansen- Turm ab dem kommenden Jahr häufiger geöffnet wird. Zudem plant er, „offene“ Stadtführungen anzubieten. Eine Chance sieht er auch im Stadtjubiläum „Neustadt750“ im Jahr 2022, das sicherlich Chancen biete, die es zu nutzen gelte.
Heike Brandt stellte heraus, dass sich in Neustadt aktuell einiges tue. Dies gelte es, mithilfe des Städtebauförderungsprogrammes „Soziale Stadt“ bis 2025 weiter zu forcieren. „Neustadt will Fonds für die Innenstadt auflegen“ weiterlesen

Stadt gibt Geld an Eltern weiter

Bis Ende 2019 bekommen die Eltern von Unter-Dreijährigen pro Monat 55 Euro zurück
Aufgrund von Neuregelungen bei den Kitagebühren spart der Landkreis Geld, das er an die Kommunen weitergibt. Die Stadt Neustadt hat sich entschlossen, ebenfalls nur Durchgangsstation zu sein.
von Florian Lerchbacher
Neustadt. Seit dem 1. August ist der Besuch von Kindertagesstätten für Kinder ab drei Jahren kostenlos – zumindest für sechs Stunden. Das Land gewährt den Kommunen dafür monatlich rund 136 Euro pro Kind.
Bisher mussten die Landkreise als Sozialhilfeträger in entsprechenden Fällen die Kita-Gebühren für die Kinder ab drei Jahren übernehmen. Auch sie sparen durch die Neuregelung Geld. Im Fall des Landkreises Marburg-Biedenkopf sind das rund 500 000 Euro – Mittel, die der Landkreis sehr zur Freude von Neustadts Bürgermeister Thomas Groll auf Initiative von Landrätin Kirsten Fründt an die Städte und Gemeinden weitergibt. Die Stadt Neustadt bekommt somit rund 32 000 Euro – Geld, das sie aber nicht in die eigene Tasche steckt. „Stadt gibt Geld an Eltern weiter“ weiterlesen