Neustädter Mitteilungsblatt

Kirmes 2014

Am Mittwoch vor der diesjährigen Trinitatis-Kirmes kamen die Organisatoren, Bürgermeister Thomas Groll und Rene Spatzier, gemeinsam mit Generalpächter Konrad Ruppert ins Schwitzen: Die Fischbude hatte abgesagt und ein Karussell musste nach dem Pfingstmarkt in Frankenberg aus Sicherheitsgründen in die Werkstatt. Mit vereinten Kräften gelang es aber, in beiden Fällen für Ersatz zu sorgen. Das neue Fahrgeschäft reiste kurzfristig aus Geldern am Niederrhein an und sorgte während der Kirmestage für Nervenkitzel bei Neustadts Jugend.

Haben Sie sich das Ding mal aus der Nähe angesehen? Mir war schon schlecht beim Zugucken! Ja, und wir alle wollten unseren Eltern und Großeltern früher nicht glauben, als die sagten: „Das machst Du jetzt noch…wart mal ab bis Du älter wirst“… „ja, ja“, hab ich gedacht. Und jetzt stehe ich davor und frage mich, wie konnte ich das früher machen?? Wobei es spannend war, mit den unterschiedlichen ,Kirmesgenossen‘ zu diskutieren, wer ab welchem Betrag bereit wäre, in das Ding einzusteigen. Unsere Mitarbeiter beim gemeinsamen Frühschoppen wären bei zusätzlichen Urlaubstagen wohl doch recht schnell zu überreden gewesen… aber dann würde es dieses Blättchen ja nicht geben, also haben wir die Idee ganz schnell wieder fallen lassen.

Doch mit den Ausfällen von Karussell und Fischbude nicht genug: Sagten doch abends dann auch noch die beiden fest ins Auge ge-fassten Neubürger ab. Jetzt fehlte also nicht nur der Junker Hans samt Burgfräulein. Alles andere als gute Aussichten für Neustadts Heimatfest. Aber wie heißt es doch so schön: Auf eine verpatzte Generalprobe folgt eine erfolgreiche Premiere. Und das war sie wahrhaftig! Aber nun der Reihe nach.

Den Auftakt zur Kirmes bildete am Vorabend ein ökumenischer Gottesdienst am Wallgrabenpavillon. Rund 200 Neustädterinnen und Neustädter nahmen hieran teil. In einer Dialogpredigt befassten sich Pfarrerin Kerstin Kandziora und Pfarrer Andreas Rhiel mit dem Ausspruch „Hopfen und Malz – Gott erhalts“. Und während sich die Pfarrerin ein „kühles Blondes“ einschenkte, goss der Hausherr des Geburtstagskindes Wasser in das Glas hinein. Zudem gingen die beiden Geistlichen auf die Bedeutung der Gemeinschaft für uns Menschen und das Verhältnis zum Nächsten ein. Für die musikalische Umrahmung sorgten der evangelische Kirchenchor und die Trinitatis-Bläser. Bürgermeister Thomas Groll freute sich über die große Resonanz. „Unsere Idee, das Kirmesprogramm zu entzerren, wird mancher Unkenrufe zum Trotz gut angenommen. Die Kulisse von Kirche, Turm und Stadtmauer ist einfach wunderschön.“ Für die oftmals gestellte Frage, ob die Kirmes denn nun fünf statt vier Tage dauere, fand er eine „theologische Erklärung“: Weihnachten, Ostern und Kirmes seien Höhepunkte im Jahresverlauf. Und so wie den beiden christlichen Festen mit Advent und Fastenzeit eine Vorbereitung vorausginge, so gehe eben der Kirmes nun mit dem „Vorabend“ ebenfalls eine solche voraus.

Anschließend kam es zu einem Neubürgertrunk der etwas anderen Art. Gingen die Zuschauer und auch wir ,Alt-Neubürger‘ doch davon aus, neue Mitglieder in unseren Reihen begrüßen zu können. Zunächst war auch alles wie immer: Thomas Schmid, der Spiritus rector der Neubürger griff zum Mikrofon und Carolyn Ruhl assistierte. Sogar ein von Klaus Groll wunderbares, eigens geschaffenes Modell des Weidenbrunnens wurde aufgebaut. Aber … es gab keine Neubürger. Dachten in den ersten Sekunden noch einige, das ist jetzt bestimmt irgendein Gag und die Auflösung wird schon gleich kommen….doch…nichts. Leider sagten kurzfristig die sicher geglaubten Kandidaten ab.

Jetzt ist Thomas Schmid aber ein erfahrener und geschickter Redner und klärte die Anwesenden einfach in einer sehr humorvollen Rede über alle zur Zeit in Neustadt kursierenden Gerüchte auf. Und falls Ihnen dieses zu Ohren kommen sollte: es stimmt nicht, dass sich die Neubürger demnächst untereinander vermehren, um den Nachwuchs sicherzustellen… Dennoch zeigte sich Herr Schmid überzeugt davon, dass es im kommenden Jahr wieder „Nachwuchs“ geben werde, einige Interessenten soll es auch bereits geben. Er betonte abschließend, dass es richtig sei, den Neubürgertrunk ein wenig aus dem Kirmesgeschehen heraus zu verlagern und wieder in die Altstadt zu gehen.

„Im Zelt fehlte die Atmosphäre für unsere Veranstaltung. Hier am Wallgrabenpavillon erreichen wir diejenigen, die sich für den Neubürgertrunk und die neuen Menschen in unserem Städtchen interessieren, aber nicht unbedingt in die Lehmkaute kommen. Wir freuen uns, wenn diese Idee zu einer neuen, guten Tradition wird.“ Mit Musik der ,Coronas‘ um Konny Will klang ein gelungener Abend aus, so dass sich mancher am Ende dieses schönen Abends im Park sicher genau wie ich fragte, „ich wusste ja vorher schon nicht wie ich vier kurze Nächte überstehen soll, aber jetzt werden es fünf…“

Am Freitagabend hieß es „Wies n Gaudi“ statt Discoabend. Auch hier wurde in den letzten Wochen lebhaft darüber diskutiert, „passt das nach Hessen, passt das in diese Jahreszeit, das ist doch nachgemacht“.. .aber das rappelvolle Zelt gab den Organisatoren recht. Es war bereits zum Fassanstich um 19.30 Uhr mit rund 200 Besuchern gefüllt und im Verlauf des Abends wurde es voller und voller. Die Spielzeit der Kapelle „Die Dorfhelden“ wurde sogar um eine Stunde verlängert. Pfarrerin Kerstin Kandziora brauchte einige Schläge, um den Zapfhahn ins Bierfass zu bekommen und eröffnete anschließend mit Bürgermeister Thomas Groll offiziell die 510. Neustädter Trinitatis-Kirmes.

Es war toll, wie viele Damen und vor allem auch Herren passend zum Anlass im schicken Dirndl, einer Trachtenbluse oder einer feschen Lederhose ins Festzelt kamen. Neustadt, ich glaube, das hätte uns keiner so recht vorher zugetraut. Darauf können wir stolz sein. Auch der in der Mitte des Abends stattfindende Dirndl- und Lederhosenwettbewerb kam gut an, bei dem Theresa Schmid und Stefan Schönfeld per „Applausometer“ als Sieger ermittelt wurden. Stefan Schönfeld profitierte dabei allerdings sicher ,ein wenig‘ von der stimmgewaltigen VfL-Fußballertruppe, die nach der Meisterehrung durch den Kreisfußballwart direkt ins Festzelt gekommen war. Der bayerisch-festliche Rahmen passte auch, war das Zelt doch Dank Marianne Dippel, Heike Lotter und Rene Spatzier passend zum Motto weiß-blau dekoriert.

Hatte der „Gaudi-Sepp“ am Anfang des Abends noch die etwas schwerere Aufgabe, die Stimmung im Zelt anzuheizen, so hatte Schlagersternchen Romy das Publikum schnell auf ihrer Seite. Was sicher nur ein kleines bisschen mit ihrem Outfit zu tun hatte… Die „Dorfhelden“ übernahmen und hielten das Zelt bis spät in die Nacht bei Laune. Unverständlich war dann allerdings, dass weit nach Mitternacht einige Unverbesserliche für Polizeieinsätze sorgten. Sehr schade. Als Folge davon musste die Kommune den Sicherheitsdienst für die kommenden Tage verstärken.

Am Samstagnachmittag war der Festplatz gut gefüllt und die Fahrgeschäfte fanden regen Zuspruch bei Kindern und Jugendlichen. Leider blieb der Besuch des Kindernachmittags mit Zauberclown Laurin und Arnold Hupes Puppentheater deutlich hinter den Erwartungen zurück. Hier werden sich die Organisatoren die Frage stellen müssen, ob sich ein solches Programm noch lohnt.

Um 19.00 Uhr fand die feierliche Abendserenade zum Jubiläum „20 Jahre Neustädter Bürgerwehr und 10 Jahre Biedermeierdamen“ im Bürgerpark statt. Die Gründung des Vereins war am Kirmesmontag 1994. Und ich muss Ihnen sagen, ich hatte richtig Gänsehaut. Die Stimmung im Park, die vielen Damen und Herren in Uniform und Kostümen, die passende Musik, die Fackeln, die Ehrungen, die Sonne, die dann passend durch die Wolken kam… ich denke, das hat alle berührt nicht nur die Bürgerwehr.

Nach der Anmoderation durch Martin Krapp marschierten zu den Klängen des Jugendblasorchesters Neustadt die Königlich-Bayerische Bürgerwehr Neustadt an der Waldnaab, die Bürgergarde Schlüchtern, die Bürgergarde Kirchhain und die Bürgergarde Weidenhausen neben der hiesigen Bürgerwehr und den Biedermeierdamen auf den Platz im Park ein, gefolgt von Fahnenabordnungen zahlreicher Neustädter Vereine. Der Ehrenkommandant Brigadegeneral a.D. Dr. Klaus Wittmann (1992-1996 Kommandeur der Panzerbrigade 14) blickte in seiner zum einen sehr humorvollen, zum anderen aber auch sehr von Herzen kommenden Ansprache auf die vergangenen zwei Jahrzehnte zurück und betonte seine enge Verbundenheit sowie die seiner Frau zum Verein. Er berichtete kurz und prägnant von einigen persönlichen Begegnungen und genoss sichtlich den kleinen Rückblick auf die Anfänge des Vereins, als er nach dem ersten Einmarsch der Bürgerwehr 1994 ins Kirmeszelt kurzerhand beschloss, dass die ganze Truppe doch dringend mal zu einer fachmännischen Ausbildung auf das Bundeswehrgelände kommen müsse. Die Neustädter Bürgerwehr, so Dr. Wittmann, sei ein Aktivposten ihrer Heimatstadt und erfülle die seinerzeit gestellten Vereinsziele mehr als erwartet. Er sei sehr stolz, was Hauptmann Andreas Gnau mit seinen Mannen und Frauen in den letzten 20 Jahren auf die Beine gestellt habe. Zum Schluss wollte der Ehrenkommandant einfach nicht glauben, dass es 2014 keinen Junker Hans geben solle und rief Neustadls Jugend auf, „in sich zu gehen, schließlich dauere die Kirmes ja noch zwei Tage“. Und sein Aufruf sollte Erfolg haben.

Im Anschluss sprach Bürgermeister Thomas Groll und nannte die Bürgerwehr sowie die Biedermeierdamen „hervorragende Botschafter Neustadts, auf die man zurecht stolz sei.“ Er dankte für das vielfältige Engagement und die Repräsentation der Junker-Hansen-Stadt „in Hessen und darüber hinaus“. Nach weiteren Märschen, bestens gespielt vom JBO, wurden Gründungsmitglieder der Bürgerwehr und der Biedermeierdamen, die seit zehn Jahren dabei sind, von Dr. Klaus Wittmann und seiner Gattin, dem Ehrenburg-fräulein Genevieve, mit Orden und Broschen geehrt. Hauptmann Andreas Gnau sprach zudem Beförderungen aus.

Herausragend sicher die Ernennung von Werner Hentschel zum Ehrenmitglied. Hentschel fertigte im Laufe der Zeit unzählige Fotos „seiner Jungs“ an und war an der internen Berichterstattung „Bürgerwehr aktiv“ beteiligt. Wer ihm am Samstag begegnet ist, wird sicher auch eine kleine Verbeugung inkl. seines Zylinders bekommen haben.

Mit der Nationalhymne und Böllerschüssen, die natürlich nicht fehlen durften, ging diese eindrucksvolle Zeremonie vor etwa 250 Besuchern zu Ende und alle Beteiligten sowie alle Zuschauer, wanderten‘ in Richtung Festplatz. Auch am Samstagabend war die „Lehmkaute“ wieder gut besucht. Schön war, dass es wie auch am Rest des Wochenendes immer wieder viele positive Stimmen gab. Über das abwechslungsreiche Programm, über die vielen Leckereien in und um das Festzelt und auch über den gut bestückten Festplatz. Im Verhältnis zur Größe Neustadts, kann ich nur sagen, ist es ein beeindruckendes Fest. Ich weiß, es war früher noch größer, das habe ich schon von vielen Seiten voller Stolz gehört. Aber wir können immer noch stolz sein, dieses schöne Fest auch in der heutigen Zeit noch mit so viel Leben füllen zu können.

Im Zelt sorgte der „PartyXpress“ bis weit nach Mitternacht für gute Stimmung. Haben Sie mal gezählt? Es waren 10! Musiker auf der Bühne. Auf jeden Fall kamen mal wieder alle Helene Fischer- und Schlager-Fans voll auf ihre Kosten. Viel Lob gab es zu Recht auch für Christoph Jarkow’s Brillantfeuerwerk. Zahllose Raketen zauberten bunte Bilder in Neustadts Abendhimmel und die Explosionskraft der vor allem sehr hohen Raketen ließ den einen oder anderen Schrank in Neustadts Wohnzimmern erzittern.

Einen kleinen offiziellen Teil anlässlich des 20-jährigen Jubiläums gab es im Festzelt auch noch, hier wurde vor allem die langjährige Freundschaft mit den Bürgerwehrpaten aus Neustadt an der Waldnaab gewürdigt.

Die Kirmes geht auf die Weihe der Pfarrkirche 1504 zurück und so stand am Sonntag zunächst das von Pfarrer Andreas Rhiel zelebrierte Hochamt auf dem Marktplatz an. Die Trinitatis-Bläser begleiteten die Gesänge der erfreulich großen Gemeinde. Neben der hiesigen Bürgerwehr samt Biedermeierdamen sorgte auch die Bürgerwehr aus Neustadt an der Waldnaab für ein festliches Bild.

Ab 14.00 Uhr zog ein wunderschöner Festzug durch Neustadts Straßen. Sieben Kapellen, die Trachten- und Volkstanzgruppe Speckswinkel und sechs Bürgerwehren waren ebenso dabei wie der bekannte Licher Sechserzug mit seinen imposanten Pferden. Angeführt wurde der „bunte Lindwurm“ vom Stadtpatron St. Matin hoch zu Ross. Es folgten Landrätin Kirsten Fründt, Stadtverordnetenvorsteher Karl Stehl und Bürgermeister Thomas Groll mit Tochter Leonie im liebevoll dekorierten „Bollerwagen“. Ebenfalls große Mühe gaben sich wieder zahlreiche Neustädter Vereine mit ihren Beiträgen. Die Wagen wurden mit Eifer gebaut und die Kostüme sorgten für ein farbiges Bild. Toll, dass alle dabei waren. Viel Applaus erhielten immer wieder die Kleinen der Kindergärten „Sonnenschein“ und „Regenbogen“. Schön, dass sich auch die türkischen Mitbürger und die Fußballer des TSV Mengsberg in den Festzug einreihten. Vielleicht machen ja 2015 noch mehr Gruppen aus den Stadtteilen mit. Das würde uns sehr freuen. Aufgrund des guten Wetters sahen deutlich mehr Besucher als in den letzten Jahren diesen Höhepunkt der Kirmes und spendeten immer wieder viel Applaus.

Im Festzelt stand dann die Musikschau auf dem Programm. Zunächst aber ergriff Bürgermeister Groll begleitet von Brigadegeneral Dr. Wittmann das Wort auf der Bühne und verkündete unter großem Beifall „Wir haben einen Junker Hans“. Marcel Schutt, Selina Müller und Michelle Heide hatten sich Dr. Wittmanns Worte zu Herzen genommen und werden die Kommune nun ein Jahr bei verschiedensten Veranstaltungen repräsentieren. Marcel Schutt dankte für den Zuspruch, den man während des Festzuges bereits erfahren habe und freute sich auf die kommenden Monate. Auf dem Festplatz gab es unmittelbar nach dem Festzug kaum ein Durchkommen. Gerade auswärtige Gäste sorgten für gute Umsätze bei den Schaustellern.

Am Abend gab es dann noch best of Pop & Rock mit Screw Loose aus Marburg. Die Band hat seit ihrem Auftritt beim 33. Neustadt-Treffen 2011 zahlreiche Fans vor Ort, was mit ein Grund dafür war, dass doch einige Besucher bis spät am Abend durchhielten.

Im kleinen Rahmen fand am Montagmorgen zunächst ein katholischer Gottesdienst in der Friedhofskapelle mit anschließender Gräbersegnung statt. Ebenfalls Tradition hat die Totenehrung des VfL 1864/87 Neustadt am letzten Tag der Kirmes. Anschließend zog man begleitet von Musik und einer Abordnung der Bürgerwehr zum Kirchplatz, um Pfarrer Rhiel ein kurzes Ständchen zu bringen.

Gegen 11.00 Uhr begrüßte Bürgermeister Thomas Groll die Besucher des Frühschoppens. Er nutze die Gelegenheit zu einem ersten Fazit der diesjährigen Kirmes: „Gutes Wetter. Reger Zuspruch in der Lehmkaute. Gelungener Festzug. Mit diesen Schlagworten lässt sich die 510. Trinitatis-Kirmes zusammenfassen. Ich glaube, wir haben eine schöne Kirmes gefeiert. Danke allen, die dazu beigetragen haben. Schade finde ich, dass immer wieder einmal vorher gemeckert wird. Lassen wir doch erst einmal das Fest vorübergehen und ziehen dann Bilanz.“ Nach Grolls Worten werde man sich nun mit Generalpächter und Festwirt zusammensetzen und die Veranstaltung auswerten. Auch werde der Festbeirat um seine Meinung gefragt. Dann gelte es im Herbst bereits schon wieder das nächste

Programm zu konzipieren und Künstler zu verpflichten. Wir wollen diese wunderschöne Tradition doch noch lange fortsetzen.

In den nächsten beiden Stunden hatten immer wieder Andreas Gnau und Michael Launer das Wort, die zum dritten Mal den Frühschoppen moderierten. Auch gab es wieder das Spiel der Vereine. In diesem Jahr nahmen der VfL, der Bayern-Fanclub und die Rauten-Sumpfis mit jeweils 4 Personen teil. Sehr passend, drehten sich die Spiele doch alle um das geliebte Thema Fußball. Zunächst mussten einzelne Karten eines Kartenspiels von einer Bierflasche ,runtergepustet‘ werden, so dass so wenig wie möglich Karten auf der Flasche liegen blieben. Im Anschluss war es ausnahmsweise mal von Vorteil, einen Bierbauch zu haben. Mussten zwei Herren doch jeweils so viele Bierkisten wie möglich zwischen ihren Bäuchen balancieren. Den Abschluss bildete das klassische Torwandschießen. Alles natürlich begleitet von der einen oder anderen Spitze der beiden Moderatoren. Für den guten Ton sorgte zwischen den Spielen und im Anschluss wie bereits 2013 blech.Quadrat, die Blaskapelle Nr. 1 aus dem „Rotkäppchenland“. Zu gewinnen gab es natürlich auch wieder etwas und wer die Fußballfragen in der Kirmesbroschüre richtig beantwortet hatte, hatte eine gute Chance, eine der drei Busreisen zu gewinnen.

Um 16.00 Uhr nachmittags ist eigentlich eine ruhige Zeit im Zelt. Die Frühschoppenkapelle hat bereits aufgehört zu spielen und man wartet auf das Abendprogramm. Sicher keine leichte Zeit, um die Besucher in Stimmung zu bringen. Von daher ist es umso höher zu bewerten, dass Harry’s Crazy Show es tatsächlich geschafft hat, dass alle Augen nach vorne gerichtet waren und der Jubel inkl. Zugabe-Rufen groß war.

Ein Highlight war natürlich am Abend das Fußballspiel. Nach dem Champions League-Finale vom letzten Jahr wussten in diesem Jahr alle, wie schön das gemeinsame Fußballerlebnis im Zelt sein kann. Entsprechend voll war es. OK, die Helligkeit sowie das Licht- und Schattenspiel auf dem Platz haben ein bisschen die Sicht beeinträchtigt, das wurde aber durch die Stimmung inkl. mehrerer La-Ola-Wellen mehr als wettgemacht. Das Ergebnis tat natürlich sein Übriges. So hatten die Spaß-Rebellen am Ende ein gut gelauntes Festzelt und konnten die Party weiter anheizen. Was für eine schöne Kirmes!

Am Neustädter Ehrenmal „nagt der Zahn der Zeit”

Im Jahr 1966 wurde gegenüber dem Junker-Hansen-Turm das Ehrenmal für die Opfer des zweiten Weltkrieges, der Vertreibung und der Gewaltherrschaft errichtet. Mittlerweile nagt aber vermehrt der „Zahn der Zeit“ daran.

Die Kreuzgruppe wies zahlreiche Schäden auf, die nicht mehr reparabel waren. Daher bestand Veranlassung, mehrere Kreuze in den letzten Tagen zu entfernen. Hierdurch entsteht natürlich Handlungsbedarf, denn das Ehrenmal bedarf einer grundlegenden Sanierung, schließlich weist auch die Sandsteinmauer Schäden auf.

Da im Haushalt 2014 keine Mittel hierfür vorgesehen sind, wird es in diesem Jahr nicht mehr zu einer Sanierung oder Umgestaltung kommen können. Bürgermeister Thomas Groll will aber die Zeit nutzen, um gemeinsam mit den örtlichen Kirchengemeinden und dem Ortsbeirat über eine Neugestaltung nachzudenken.

Auch mit dem Vorsitzenden der Kameradschaft Panzerbrigade 14 „ Hessischer Löwe“, Oberst a.D. Wolfgang Kappen, gab es diesbezüglich bereits ein erstes Gespräch. Dem Bürgermeister schwebt ein „schlichtes und würdevolles Ehrenmal“ vor, das den Opfern der Kriege, der Vertreibung und der Gewaltherrschaft gewidmet ist. Örtlich ist er dabei nicht festgelegt und für Vorschläge offen.

Bürgermeister Groll würde es ausdrücklich begrüßen, wenn aus der Bevölkerung Gestaltungsvorschläge und Anregungen für einen Ort und das Aussehen des künftigen Ehrenmals kämen. Diese sollen dann in den zuständigen Gremien beraten werden.

Naturlehrpfad märchenhafter Herrenwald -Aktionskoffer vorgestellt

Der von der Region Herrenwald initiierte Naturlehrpfad „Märchenhafter Herrenwald“ soll nun nach und nach mit Leben erfüllt werden. Diesem Zweck diente auch eine Informationsveranstaltung für die Neustädter und Stadtallendorfer Kindergärten und Grundschulen, welche kürzlich in der hiesigen Grillhütte stattfand. Bürgermeister Thomas Groll, der Vorsitzende der Region Herrenwald, begrüßte rund 30 Erzieherinnen und Lehrerinnen und freute sich über deren Kommen.

„Es ist unser Ziel, über den Naturlehrpfad Wissen zu vermitteln. Insbesondere Kinder sollen mehr über die heimische Fauna und Flora erfahren. Verbunden mit dem Kulturgut Märchen wird uns dies sicherlich gelingen“, so Groll. Es sei Ansinnen der beiden Kommunen, insbesondere Kinder für den Naturlehrpfad zu begeistern. Umweltpädagoge Lars Paschold hat im Auftrag der Region Herrenwald zwei Aktionskoffer zusammengestellt, die zu zahlreichen Mitmachaktionen einladen und auf spielerische Weise Wissen vermitteln wollen. Im Verlauf des Nachmittages stellte er die Koffer vor und absolvierte mit den anwesenden Damen verschiedene Aktionen. Dies sorgte für Spaß und weckte sicherlich Interesse an weiteren Wanderungen durch den Herrenwald.

Ökumenischer Gottesdienst

Am Vorabend der 510. Trinitatiskirmes fand ein ökumenischer Gottesdienst am „Wallgrabenpavillon“ statt. Hierzu hatten sich rund 200 Neustädterinnen und Neustädter, darunter auch zahlreiche Gardisten der Historischen Bürgerwehr und Biedermeierdamen eingefunden.

Bürgermeister Thomas Groll verwies darauf, dass Weihnachten, Ostern und die Neustadts Kirmes nunmehr zwei Gemeinsamkeiten hätten: Sie seien herausragende Feste im Jahresverlauf und ihnen sei jeweils eine „Vorbereitungszeit“ vorgeschaltet, nämlich der Advent, die Fastenzeit und Neustadts Heimatfest nunmehr der ökumenische Gottesdienst am „Vorabend“ der Kirmes.

„Auf Großes muss man sich schließlich angemessen vorbereiten“, so Groll unter dem Beifall der Anwesenden.

Pfarrerin Kerstin Kandziora und Pfarrer Andreas Rhiel befassten sich in ihrer Dialogpredigt mit der Frage, wie wir Menschen uns gegenüber dem Nächsten verhalten (sollten) und welchen Wert das gemeinschaftliche Miteinander besitzt.

Musikalisch umrahmt wurde der Gottesdienst vom evangelischen Kirchenchor und den Trinitatisbläsern. Es hat sich inzwischen zu einer guten Tradition entwickelt, dass die beiden christlichen Gemeinden unserer Stadt am Beginn der Kirmes, gemeinsam mit der Kommune, zu einer ökumenischen Feier einladen.

Zutreffend stellte schließlich Bürgermeister Groll fest dass es, als die Pfarrkirche 1504 geweiht wurde, weder Katholiken noch Protestanten gab, sondern man zusammengehört habe. Dies soll heute nicht anders sein.

Ein Neubürgertrunk der etwas anderen Art…….

Im Anschluss an den ökumenischen Gottesdienst sollte dann der traditionelle Neubürgertrunk stattfinden. Nach intensiven Beratungen im Vorfeld hatte man sich dazu entschlossen, diesen Programmteil wieder vor der prächtigen Kulisse unserer historischen Gebäude, wie Kirche und Junker-Hansen-Turm, durchzuführen. Auch sollte mit der Terminierung sichergestellt werden, dass man gerade jene anspricht, die besonderes Interesse am Neubürgertrunk haben, vielleicht aber nicht den Weg ins Kirmeszelt finden.

Doch leider kam es ein wenig anders……..Nachdem die „Coronas“ um Konny Will die Besucher bereits musikalisch unterhalten hatten, wurde ein von Klaus Groll gebautes Modell des Weidenbrunnens im Pavillon aufgestellt. Der „Spiritus rektor“ der Neubürger, Thomas Schmid und Carolyn Ruhl gingen nach vorne und es schien alles wie immer zu sein.

Doch im Verlauf seiner Ansprache machte Schmid deutlich, dass es in diesem Jahr leider keine Neubürger gebe. Es war ein wenig wie bei den zehn kleinen Negerlein: Erst waren es drei, dann noch zwei und als es galt, war leider kein Kandidat mehr vorhanden. Dennoch hielt er eine launige Rede und befasste sich mit Besonderheiten des örtlichen Geschehens. Reaktionen des Publikums zeigten, dass Thomas Schmid die treffenden Worte fand.

Er äußerte auch die Hoffnung, dass es im kommenden Jahr wieder einen Neubürgertrunk geben werde. Aus zahlreichen Gesprächen der Anwesenden konnte man erfahren, dass diese dies ebenso sahen und sich bereits auf die Suche nach dem einen oder anderen Bewerber gemacht hatten. Es scheint also gut auszusehen für den Neubürgertrunk 2015. Vielleicht gibt es dann ja auch wieder junge Leute, die sich als Junker-Hans und Burgfräulein bewerben.

Und wie Thomas Schmid an diesem Abend mit dem einen oder anderen „Gerücht“ aufräumte, so wollen wir auch hier ein weiteres „Gerücht“ aufgreifen:

Wer sich als Junker-Hans und Burgfräulein bewirbt, der muss außer Zeit nichts anderes mitbringen, sondern wird sogar zum „Neu-stadt-in-Europa-Treffen“ eingeladen und kann an zahlreichen Vereinsveranstaltungen als Ehrengast teilnehmen. Also durchaus eine schöne Aufgabe, die Heimatstadt zu repräsentieren.

Wie geht es mit der A 49 weiter?

Kürzlich befasste sich der Arbeitskreis „A 49″ des Vereins Mitte Hessen e.V. mit dem Sachstand bezüglich des Weiterbaues der Autobahn über Neuental hinaus. Der Vorsitzende Ulrich Eitel, Inhaber der Marburger Tapetenfabrik, aus Kirchhain, stellte die Sachlage dar und betonte die Wichtigkeit dieser Fernverbindung für die Region. Ebenso wie Vertreter anderer großer Unternehmen aus Stadtallendorf und Kirchhain verwies er darauf, dass durch eine Anbindung an das Fernstraßennetz Arbeitsplätze gesichert würden. Die Bürgermeister der Städte Neustadt, Stadtallendorf und Kirchhain pflichteten dieser Sichtweise bei. Gemeinsam hegte man aber, ebenso wie Regierungspräsident a.D. Winfried Schmied die Sorge, nach einer gesicherten Finanzierung der A 49 über Neuental hinaus. Diese war auch das Hauptthema bei einer Informationsveranstaltung des Hessischen Wirtschafts- und Verkehrsministers Tarek al-Wazir Ende Mai in Schwalmstadt-Treysa. Der Minister vermied dabei jede persönliche Meinungsäußerung zu diesem Straßenbauprojekt.

Neustadts Bürgermeister Thomas Groll, der an dieser Zusammenkunft ebenso wie zahlreiche Bürgermeister aus der Region, Bundes- und Landtagsabgeordnete teilnahm und sich auch zu Wort meldete, erklärt zu den Aussagen des Ministers folgendes:

„Staatsminister al-Wazir macht es sich viel zu einfach, wenn er zum Weiterbau der A 49 lediglich auf die Koalitionsvereinbarung zwischen CDU und Grünen in Hessen verweist und dem Bund den „schwarzen Peter“ bei der Finanzierung zuschieben will. Vom Hessischen Wirtschaftsminister erwarte ich, dass er sich mit Nachdruck zu dieser für die Region wichtigen Verkehrsverbindung bekennt und dies auch gegenüber der Bundesregierung deutlich macht.

Weder auf meine Nachfrage hin, noch auf die Bitten anderer Bürgermeister war er hierzu bereit. Der Minister hat leider jede Festlegung vermieden. Wenn er diesen Kurs beibehält, habe ich große Sorge, dass die A 49 jemals über Schwalmstadt hinaus gebaut wird. Die Folgen für Neustadt wären fatal, denn warum soll der Bund Gelder für die VKS 30 (Schwalmstadt-Stadtallendorf) und VKS 40 (Schwalmstadt-Gemünden/Felda) bereitstellen, wenn er den Eindruck gewinnen muss, dass der zuständige Landesminister den zügigen Weiterbau bis zur A 5, wenn überhaupt, nur halbherzig will.

Es ist daher meine Hoffnung, dass sich die Bundestagsabgeordneten Basel und Dr. Heck sowie Dr. Frank und Siebert (Schwalm-Eder) in Berlin bei den anstehenden Beratungen für den Autobahnweiterbau einsetzen und es auf diese Weise gelingt, vorwärts zu kommen.“

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