Neustädter Mitteilungsblatt

„Ein heiterer Abend für die Ratz“

Literaturfrühling Marburg-Biedenkopf 2018
Mitte März fand bereits die vierte kulturelle Veranstaltung der Stadt Neustadt (Hessen) im Jahre 2018 statt. Die Kommune beteiligte sich am Literaturfrühling Marburg-Biedenkopf und hatte die Kölner Autorin Elke Pistor in das Historische Rathaus eingeladen. Bürgermeister Thomas Groll freute sich darüber, dass auch diese Veranstaltung eine positive Resonanz fand und er rund 70 Besucherinnen und Besucher begrüßen konnte. Dies, so Groll, bestätige einmal mehr sein Credo, dass Kultur auch im ländlichen Raum präsent sein müsse.
Willkommen geheißen wurden die Gäste von Sonja Stark, die die Veranstaltung organisiert hatte und Monika Scherer-Sack von der katholischen Bücherei Momberg mit einem Glas Sekt und der örtliche Buchhändler Klaus Ahrens hatte einen Büchertisch mit Werken von Elke Pistor aufgebaut.
Die Autorin hatte für den Abend eine etwas andere Lesung vorbereitet. Mit Fotos und Musik stellte sie ihr Buch „111 Katzen, die man kennen muss“ vor. Vom alten Ägypten über eine Marine-Katze des II. Weltkrieges bis nach Japan und in die USA spannte Elke Pistor dabei den Bogen. Das Publikum erfuhr zudem die beliebtesten Katzennamen, weiß nun, dass Katzen auch Klavier spielen können oder sportlich sind.

Mit Humor gestaltete Elke Pistor den Abend und erntete Lachen und Beifall.
Anwesend war auch Mariella Terzo, die den Literaturfrühling für den Kreis vorbereitete und alljährlich auch das Marburger Krimifestival plant. Sie zeigte sich vom Besuch und dem Ambiente des Historischen Rathauses beeindruckt. Gemeinsam mit Bürgermeister Thomas Groll will sie darüber nachdenken, regelmäßig Lesungen in Neustadt anzubieten.

(Not-)Stromaggregat an Freiwillige Feuerwehr Momberg übergeben

Kürzlich konnte Bürgermeister Thomas Groll an den Wehrführer der Freiwilligen Feuerwehr Momberg Arno Sack und dessen Stellvertreter Kai Schmidt ein Notstromaggregat für die Verwendung im Momberger Feuerwehrhaus übergeben. Das Gerät kostete incl. Zubehör und Fahrgestell rund 5.100 Euro. Die Anschaffung dient dazu, das Feuerwehrgerätehaus im ..Fall der Fälle“ mit Strom zu versorgen und so letztlich auch als Anlaufpunkt für die Bevölkerung zu fungieren. Auch bei dieser Gelegenheit hob der Bürgermeister wieder hervor, dass Magistrat und Stadtverordnetenversammlung stets Wert auf gut ausgebildete und ausgerüstete Freiwillige Feuerwehren legten. In diesem Kontext sei auch die Anschaffung des Aggregates zu verstehen.
Thomas Groll dankte der Freiwilligen Feuerwehr Momberg für das „gute und zielorientierte Miteinander“. Wehrführer Arno Sack verwies darauf, dass sich auch der Förderverein der Momberger Wehr wieder mit finanziellen Mitteln eingebracht und „Zusatzleistungen“ für das Aggregat übernommen habe. Bürgermeister und Wehrführer betonten, dass neben guter Ausbildung und Ausrüstung auch die Nachwuchsgewinnung für die Freiwilligen Feuerwehren von Bedeutung sei. Daher begrüßt Thomas Groll das Vorhaben der Momberger Wehr am 21.4.2018 einen „Schnuppertag“ für die Jugendfeuerwehr anzubieten.

Abschlussveranstaltung Modellprojekt „Flüchtlinge im ländlichen Raum“ fand in Neustadt statt

Im Frühjahr 2016 hatte die hessische Landesregierung das Modellprojekt „Flüchtlinge im ländlichen Raum“ initiiert und Kommunen zwischen 5.000-10.000 Einwohnern zur Teilnahme aufgerufen. Seinerzeit wurden durch eine Jury sieben Städte und Gemeinden ausgewählt und bei ihren Vorhaben bis Ende 2017 finanziell vom Land mit insgesamt 300.000 Euro unterstützt. Ziel des Modellprojektes war es, auch für andere Städte und Gemeinden vergleichbarer Größenordnung umsetzbare Maßnahmen zur verbesserten Integration von Flüchtlingen „auf dem flachen Land“ in der Praxis zu erproben.
Neustadt, Aarbergen (Rheingau-Taunus-Kreis), Diemelstadt (Landkreis Waldeck-Frankenberg), Mengerskirchen (Landkreis Limburg-Weilburg), Laubach (Landkreis Gießen), Alheim (Landkreis Hersfeld-Rotenburg) und Bad Sooden-Allendorf (Werra- Meißner-Kreis) stellten die in 18 Monaten erzielten Ergebnisse am 14. März 2018 bei einer Abschlussveranstaltung im „Haus der Begegnung“ vor. Hieran nahmen auch der Chef der hessischen Staatskanzlei Staatsminister Axel Wintermeyer und der geschäftsführende Direktor des Hessischen Städte- und Gemeindebundes Karl-Christian Schelzke teil. Über 100 Teilnehmer interessierten sich für die Veranstaltung, die auch regional und überregional mediale Beachtung fand.
Zu Beginn hieß Bürgermeister Thomas Groll die Anwesenden willkommen und skizzierte kurz die Entwicklung in Neustadt seit 2015. Er verwies darauf, dass vor Ort zeitweise über 1.300 Flüchtlinge untergebracht gewesen seien (1.100 in der Erstaufnahmeeinrichtung, über 200 in der Kommune). Dies habe eine große Herausforderung dargestellt. Wichtig sei den Verantwortlichen damals wie heute eine vertrauensvolle Zusammenarbeit mit der EAE-Leitung und der Polizei sowie eine zeitnahe und objektive Informationspolitik. „Gutes und Schlechtes wurde beim Namen genannt. Wir haben keine Diskussionen über die Flüchtlingspolitik an sich geführt, sondern uns mit den Gegebenheiten vor Ort auseinandergesetzt. Mein Dank gilt auch heute allen, die sich ehrenamtlich engagiert haben und dies heute noch tun“, sagte Groll.
Zugleich dankte er der hessischen Landesregierung für die seit 2015 gewährte Unterstützung. Das Land habe die der Kommune seinerzeit gegebenen Zusagen eingehalten. Wichtig sei insbesondere auch die Finanzierung der Gemeinwesenarbeit durch das Land seit Herbst 2015. „Ehrenamt braucht Hauptamt zur Unterstützung, zum Austausch, zur Motivation, zur Vernetzung“, so der Bürgermeister. Dies sei eine bedeutsame Erkenntnis des Modellprojektes. Folgerichtig bat Thomas Groll Staatsminister Axel Wintermeyer um weitere Hilfe. „Die Kommunen, in denen Flüchtlinge untergebracht sind, erbringen eine Leistung für das ganze Land. Daher ist es nur folgerichtig, wenn sie vom Land stärker als andere unterstützt“, betonte der Bürgermeister. Auch kritisierte er eine überbordende Bürokratie, die den Kommunen die Arbeit unnötig erschwere.
An Informationstischen und Stellwänden stellten die beteiligten Kommunen ihre Projekte vor. Staatsminister Wintermeyer suchte bei einem Rundgang das Gespräch mit den Verantwortlichen.
Dr. Karin Stiehr, geschäftsführende Gesellschafterin des Institutes für Soziale Infrastruktur aus Frankfurt/M., hatte mit ihrer Mitarbeiterin die sieben Städte und Gemeinden besucht. Im Verlauf der Veranstaltung erläuterte die Sozialwissenschaftlerin, die die Landesregierungen von Hessen und Nordrhein-Westfalen berät, „best practice“ Beispiele und gab Einschätzungen dazu ab.
Das Neustädter Projekt, welches vom bsj Marburg begleitet wurde, stand unter dem Motto „Wir werden jünger und bunter“. Es wurde von der Landesregierung bei Gesamtkosten von 50.000 Euro mit 42.000 Euro unterstützt. Bestandteile waren u.a. ein Intensivsprachkurs, der Betrieb einer Fahrrad- und Nähwerkstatt, gemeinsame Aktivitäten von Einheimischen und Geflüchteten, Fortbildungen der Erzieherinnen der kommunalen Kindertagesstätten, der Bau eines Kletter-Parcours beim Jugendraum und Hilfe beim Erwerb von Führerscheinen, um die Mobilität der Geflüchteten zu verbessern. Wer hier eine kleine finanzielle Förderung von 200 Euro erhielt, leistete im Gegenzug eine entsprechende gemeinnützige Arbeit.
Martin Methfessel vom bsj fungierte als „Integrationslotse“. Er stand Flüchtlingen mit Rat und Tat zur Verfügung und half auch bei der Vermittlung von Praktika und Arbeitsstellen.
Staatsminister Axel Wintermeyer dankte den beteiligten Modellkommunen für ihr Engagement und zollte den haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern Respekt für ihre Aktivitäten. „Integration gelingt im ländlichen Raum besser als in Großstädten, wo rasch Parallelgesellschaften entstehen können. Integration setzt aber auch den Willen der Geflüchteten voraus, sich auch integrieren zu wollen. Der Schlüssel zur Integration ist die Sprache“, stellte der Chef des Staatskanzlei heraus.
Bürgermeister Thomas Groll bewertete den Verlauf des örtlichen Vorhabens als positiv. Neben der Sprache hätten sich Mobilität und die Teilnahme am Arbeitsleben als Faktoren für eine gelungene Integration erwiesen. Er dankte allen, die sich engagiert haben. Besonders hob Groll hierbei den kürzlich unerwartet verstorbenen Manfred Völzke aus Mengsberg hervor. Er hatte Sprachkurse gegeben, Wohnungen und Möbel organisiert und vielen Geflüchteten bei ihren ersten Schritten hin zur Selbständigkeit zur Seite gestanden.

Vorsitz des Ortsgerichtes Neustadt (Hessen) wechselt

Hubert Brühl verabschiedet – Joachim Riehl tritt Nachfolge an
Am 16. März 2018 wurde der bisherige Vorsteher des Ortsgerichtes Neustadt (Hessen) Hubert Brühl in den Räumen des Amtsgerichtes Kirchhain von Direktorin Andrea Hülsthorst im Beisein von Bürgermeister Thomas Groll sowie des Geschäftsleiters Stephan Stähr und seine Stellvertretung Stephanie Samsa in den Ruhestand verabschiedet. Seit 1998 hatte Brühl diese verantwortungsvolle Aufgabe inne. Amtsgerichtsdirektorin Hülsthorst dankte ihm für sein über zwei Jahrzehnte währendes engagiertes Wirken. Sie betonte, dass Hubert Brühl aufgrund seines engagierten Wirkens sowohl in der Kommune als auch bei den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Amtsgerichtes hohes Ansehen genieße. Bürgermeister Thomas Groll schloss sich diesen lobenden Worten an. Er hob hervor, dass Hubert Brühl sowohl für die Bürgerschaft als auch die Stadtverwaltung in seiner Eigenschaft als Ortsgerichtsvorsteher stets ansprechbar gewesen sei. Der Bürgermeister kündigte an, dass die städtischen Gremien Hubert Brühl Mitte April offiziell verabschieden würden. Zugleich vereidigte die Direktorin des Amtsgerichtes den einstimmig von der Stadtverordnetenversammlung gewählten Nachfolger Joachim Riehl. Ebenso wie der Bürgermeister sagte sie ihm die Unterstützung bei der Ausübung seiner zunächst auf zehn Jahre befristeten Tätigkeit zu. Hubert Brühl dankte im Verlauf der Verabschiedung für das stets gute Miteinander und wusste die eine oder andere Anekdote aus seiner zwanzigjährigen Tätigkeit als Vorsitzender des Ortsgerichtes zu berichten. Er zeigte sich sicher, dass sein Nachfolger die Aufgabe ebenfalls gut wahrnehmen würde und sagte ihm bei Bedarf Unterstützung zu.

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