Neustädter Mitteilungsblatt

Stadt Neustadt (Hessen) und 4./Versorgungsbataillon 7 schließen Patenschaft ab „Gelbe Schleifen” als Zeichen der Solidarität zur Bundeswehr an die Kommune übergeben

„Die Patenschaft soll gegenseitiges Verständnis wecken, der Vertiefung partnerschaftlicher Beziehungen zwischen der Bürgerschaft, den örtlichen Vereinen und den Soldatinnen und Soldaten dienen und damit einen Beitrag zur Verankerung der Bundeswehr in der Zivilgesellschaft leisten“, so steht es in der von Karl-Heinz Mai gestalteten Urkunde, die Stadtverordnetenvorsteher Karl Stehl, Bürgermeister Thomas Groll und Hauptmann Dr. David Bender am 3. März 2016 im Historischen Rathaus unterschrieben, um damit die Patenschaft zwischen der Stadt Neustadt (Hessen) und der 4. Kompanie des Versorgungsbataillons 7 aus Stadtallendorf offiziell zu besiegeln.

Rund 50 Gäste aus Kommunalpolitik, Vereinsleben und seitens der Bundeswehr waren an diesem Abend zu einer Feierstunde zusammengekommen, die mit der „Leichten Kavallerie“ von Franz von Suppe in einer Bearbeitung von Willfred Sohn durch das Trio „Semplice“ (Michael Dippel, Karl-Joseph Lemmer und Willfred Sohn) musikalisch eröffnet wurde.

Begrüßen konnte Bürgermeister Thomas Groll u.a. Oberst Markus Kreitmayr vom Stab der Division Schnelle Kräfte, Oberst Willi Dechert, letzter Brigadeführer der 2008 aufgelösten Panzerbrigade 14 „Hessischer Löwe“, Oberst a.D. Wolfgang Kappen, Vorsitzender des Traditionsverbandes der PzBrig 14, Oberstleutnant Frank Hille, Vorsitzender des Fördervereins Stab Division Schnelle Kräfte, die Ortsvorsteher Jörg Grasse (Momberg), Klaus Groll (Neustadt), Karlheinz Kurz (Mengsberg) und Karl Stehl (Speckswinkel), den Kreisbeigeordneten Manfred Hoim, Hauptmann Andreas Gnau von der Historischen Bürgerwehr und Junker Hans Jakob Gnau mit den Burgfräulein Leonie Apel und Maleen Spielvogel.

In seiner Ansprache verwies Thomas Groll darauf, dass Neustadt 1960 Garnisonsstadt der Bundeswehr wurde und dies bis 2008 blieb. Die Beziehungen zu den Soldaten der Bundeswehr seien über die Jahrzehnte hinweg immer freundschaftlich gewesen. Beleg hierfür seien auch die Patenschaften mit dem Panzergrenadierbataillon 142 und der Stabskompanie der Panzerbrigade 14. Infolge der Umstrukturierungen der Bundeswehr hätten diese Mitte der 1990er Jahre und 2008 aufgelöst werden müssen. 2009 konnte eine Patenschaft mit der 6. Kompanie des Luftlandefernmeldebataillons Division Spezielle Operationen aus Stadtallendorf abgeschlossen werden, um den Kontakt zur Bundeswehr nicht abreißen zu lassen. Nur wenige Jahre später wurde aber auch dieses Bataillon infolge einer weiteren Strukturreform aufgelöst. Bürgermeister Groll hob den großen Einsatz der Historischen Bürgerwehr zum Gelingen dieser Patenschaft hervor. Er bat die Gardisten und auch die Biedermeierdamen, sich abermals aktiv einzubringen. Zugleich lud er auch andere Vereine ein, sich zu beteiligen. „Eine Patenschaft lebt nicht davon, dass sich einige wenige Offizielle treffen, sondern davon, dass viele mittun und wir eine breite Basis schaffen“, so der Bürgermeister. Ein Pate nehme Anteil am Geschehen des Patenkindes, sei da, wenn er gebraucht werde und gebe, wo nötig, Hilfestellung. Dieser Aufgabe wolle sich die Kommune in einem partnerschaftlichen Miteinander stellen, so Thomas Groll. Der zudem der Hoffnung Ausdruck gab, dass die neue Patenschaft lange Bestand haben möge und nicht wieder einer Bundeswehrreform zum Opfer falle.

Anschließend spielte das Trio „Semplice“ „Des großen Kurfürsten Reitermarsch“ von Kuno Graf von Moltke. Dieser ist der Brigademarsch der Panzerbrigade 21 „Lipperland“, zu der das 7. Versorgungsbataillon gehört.

Kompaniechef Hauptmann Dr. David Bender griff die abschließenden Worte des Bürgermeisters auf und stellte fest „Wir sind gekommen, um zu bleiben.“ Ein Volk ohne Armee, so Dr. Bender, sei permanenten Bedrohungen ausgesetzt. Die Soldatinnen und Soldaten verdienten daher Respekt für ihren Dienst und bräuchten im Gegenzug das Gefühl von Heimat auch in der Fremde. Eine Patenschaft könne ein solches Heimatgefühl durchaus vermitteln. Der Kompaniechef freute sich auf das Miteinander mit der Kommune und in örtlichen Vereinen. „In den ersten Gesprächen mit dem Bürgermeister hat die Chemie gestimmt. Ich bin sicher, wir werden die Patenschaft rasch mit Leben erfüllen“, so Dr. David Bender, der selbst aus Alsfeld stammt und aktuell 175 Frauen und Männer zu seiner Kompanie zählen kann.

Nach der Unterzeichnung der Patenschaftsurkunde überreichten Stadtverordnetenvorsteher Karl Stehl und Bürgermeister Thomas Groll der Patenkompanie ein Ortsschild von Neustadt, damit die Soldatinnen und Soldaten stets wissen, wer ihnen in der Region zur Seite stehe.

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