Neustädter Mitteilungsblatt

Neustädter Naturportal Junker-Hansen-Radweg

Der nun neu ausgebildete „Junker-Hansen-Radweg“ (Streckenlänge 20 km) verbindet die Neustädter Kernstadt mit den Stadtteilen Momberg, Mengsberg und Speckswinkel. Aber er ist mehr als nur ein kommunaler Verbindungsweg. Entlang der Naturschutzgebiete „Momberger Bruchwiesen“ und „Lohgrund bei Mengsberg“ lernen Naturfreunde landschaftlich reizvolle Lebensräume seltener und schützenswerter Arten kennen. Die örtlichen Naturschutzvereine haben zahlreiche Biotopentwicklungsprojekte auf den Weg gebracht. Umwelt- und Naturschutzgruppen, private Akteure und engagierte Naturfreunde haben Naturerlebnis- und Lernorte erschaffen, die die Tour bereichern und vielerorts zum Verweilen ein- laden.
Die Route startet am Bahnhof in Neustadt, wo mittlerweile auch ein entsprechendes Schild aufgestellt wurde, und verläuft teilweise streckenparallel zum Radweg R 11 (Rhein-Main-Vergnügen Route 11) und dem Wiera-Wohra-Radweg. Der Radfahrer folgt den Streckenhinweisen und fährt überwiegend auf asphaltierten und teilweise geschotterten Wegen mit leichten bis mittelschweren Steigungen. Man passiert mehrere Infopunkte mit Schautafeln und lernt kulturgeschichtliche und naturkundliche Besonderheiten der Region kennen, die alle mehr oder weniger vom Wasser geprägt sind.
Das Neustädter Naturportal ist ein seit mehreren Jahren in Schritten umgesetztes Projekt, welches über die Region Marburger Land mit Mitteln der europäischen Union aus dem LEADER-Programm gefördert wurde.
Neben dem „Junker-Hansen-Radweg“ gibt es auch eine „Gaukler- Runde“. Diese ist rund 11 km lang und passionierten Wanderern noch als Rotkäppchenweg bekannt. Die Ausbildung dieser Route ist aktuell noch nicht abgeschlossen.
Nähere Informationen zum Neustädter Naturportal, dem „Junker- Hansen-Radweg“ und der „Gaukler-Runde“ erhält man in der Infobroschüre „Naturportal Neustadt (Hessen)“ die u.a. von Dr. Astrid Wetzel gestaltet wurde. Die Broschüre ist im Bürgerbüro des Rathauses erhältlich. Interessierte können sie sich über den „Kon- tataschalter“ zu Corona-Zeiten geben lassen.

Neustadt profitiert von der „Anschubfinanzierung Barrierefreiheit“ des Kreises

Auf Anregung des Kreisseniorenrates hat der Landkreis Marburg- Biedenkopf ein „Anschubprogramm Barrierefreiheit“ für die kreisangehörigen Städte und Gemeinden aufgelegt.
Als eine der ersten Kommunen profitiert nun Neustadt davon.
Ein von Bürgermeister Thomas Groll kürzlich gestellter Antrag, die Umbaumaßnahmen im „Rotkäppchen“-Hallenbad in Mengsberg zu unterstützen, wurde nun positiv beschieden und der Höchstförderbetrag von 5.000 Euro gewährt.
Die Kommune gestaltet im Hallenbad die Umkleide- und Sanitärräume neu, schafft zwei Behinderten-WCs und schafft einen bar- rierefreien Zugang in den Kassen- bzw. Bistrobereich.

217. vergleichende Prüfung des Landesrechnungshofes Hessen „Haushaltsstruktur 2019: größere Gemeinden“

Im vergangenen-Jahr wurde die Stadt Neustadt (Hessen) gemeinsam mit 13 anderen hessischen Städten und Gemeinden im Rahmen der 217. vergleichenden Prüfung „Haushaltsstruktur 2019: größere Gemeinden“ vom Hessischen Landesrechnungshof überprüft.
Bürgermeister Thomas Groll erhielt nunmehr das über 120 Seiten umfassende Prüfungsdokument ausgehändigt.
Ziel der vergleichenden Prüfung war es, die Haushaltsstruktur der Kommunen hinsichtlich der Haushaltslage zu analysieren, die Rechtmäßigkeit, Sachgerechtheit und Wirtschaftlichkeit des Verwaltungshandelns festzustellen sowie quantifizierbare Ergebnisverbesserungspotentiale aufzugreifen.
Mit den Ergebnissen für die Stadt Neustadt (Hessen) zeigte sich Bürgermeister Thomas Groll sehr zufrieden.
Zunächst einmal sei festgestellt worden, dass die Kommune sämtliche Empfehlungen der 165. vergleichenden Prüfung „Kredite- und Geldanlagen“ aus dem Jahr 2013 vollständig umgesetzt habe. Dies sei von den Prüfern des Landesrechnungshofes lobend hervorgehoben worden.
Die vergangenen drei Haushaltsjahre bewertete man für die Kommune als „stabil“. Dies, so Groll, decke sich mit den Rechnungsergebnissen. Die Haushaltsführung der Stadt Neustadt (Hessen) habe nach Auffassung des Landesrechnungshofes für den Betrachtungszeitraum einen positiven Trend aufgezeigt. Diese Einschätzung bestätigt uns in unserem Handeln, betont der Bürgermeister. Wenn es die Corona-Pandemie nicht gegeben hätte, wären wir diesen Weg weiter erfolgreich gegangen. So gelte es nunmehr Veränderungen vorzunehmen und sich wieder auf schlechtere Haushaltszahlen einzustellen.
Die Prüfer haben für die Stadt Neustadt (Hessen) nur leichtes Ergebnisverbesserungspotential im Bereich der allgemeinen Verwaltung von rund 60.000 Euro festgestellt. Hierbei, so Thomas Groll, gebe es natürlich immer Unterschiede zwischen Theorie und Praxis. „Wir sind eine kleine Verwaltung und können hier auf kein Personal verzichten. Daher sehe ich die erwähnten Spielräume so nicht.“ Bei der Kinderbetreuung wurde ermittelt, dass die Kommune die niedrigsten Zuschussbedarfe je Einwohner sowie je Kind im Vergleich der 40 Städte und Gemeinden aufweist. Dies, so die Prüfer, sei u.a. auf die im Vergleich niedrigen durchschnittlichen Betreuungsdauern und dem prozentual niedrigen Anteil des Zuschussbedarfes am Aufwand zurückzuführen.
Positiv hervorgehoben wurde auch, dass die Stadt Neustadt (Hessen) die interkommunale Zusammenarbeit mit den Nachbarkommunen und Verbänden schon seit längerem suche und nunmehr mit Stadtallendorf, Kirchhain und Rauschenberg ergebnisoffen über weitere Möglichkeiten der Zusammenarbeit nachdenke. In diesem beschrittenen Weg wurde die Stadt Neustadt (Hessen) durch die Prüfer ermutigt.
Weiterhin wurde angemerkt, dass der Gebührenhaushalt Wasserversorgung eine politisch gewollte Unterdeckung aufweise. Dieser umfasst die Stadtteile Mengsberg, Momberg und Speckswinkel. Hier wurde der Kommune geraten, die Gebühren entsprechend der vorhandenen Kalkulationen anzuheben.

Steuerungsgruppe „Dorfentwicklung“ tagte

Coronabedingt war die Sitzung der Steuerungsgruppe zur laufenden Dorfentwicklungsmaßnahme in den Neustädter Stadtteilen Mengsberg, Momberg und Speckswinkel im April diesen Jahres ausgefallen. Nun kam das Gremium unter Beachtung der Abstands- und Hygieneregeln am 9. Juni 2020 im DGH Momberg zusammen.
Der ursprüngliche Plan, zu dieser Sitzung sämtliche Ortsbeiratsmitglieder sowie Amts- und Mandatsträger aus den drei Stadtteilen einzuladen, konnte aufgrund der behördlichen Vorgaben aber nicht eingehalten werden. Die Kommunalpolitiker wurden bzw. werden aber in den laufenden Ortsbeiratssitzungen über den Sachstand der Dorfentwicklungsmaßnahme informiert.
Bürgermeister Thomas Groll, der das Gremium leitet, konnte zur Sitzung die zwölf weiteren Mitglieder der Steuerungsgruppe, darunter die Ortsvorsteher Jörg Grasse (Momberg), Karlheinz Kurz (Mengsberg) und Karl Stehl (Speckswinkel), sowie Mena Söhlke vom Fachdienst Kreisentwicklung des Landkreises begrüßen.
Zu Beginn ging der Bürgermeister kurz auf die aktuelle Situation „in Monat 3“ der Corona-Pandemie ein und gab einen Überblick über die Lage vor Ort. Weiterhin befasste er sich mit den aktuell laufenden Baumaßnahmen der Kommune. „Der investive Schwerpunkt liegt 2019/2020 mit über 10 Mio. Euro für den Neubau des Kultur- und Bürgerzentrums, der Sanierung und Attraktivierung des Freibades, der Umgestaltung des Bürgerparks und der städtebaulichen Aufwertung und barrierefreien Sanierung des Rathausplatzes eindeutig in der Kernstadt. Es war unsere politische Entscheidung, insbesondere die Möglichkeiten der Städtebauförderungsprogramme Soziale Stadt hier zu nutzen. Gleichzeitig haben wir aber bereits 2017 die Weichen dafür gestellt, dass in den Folgejahren Investitionen mit einem Volumen von über 2 Mio. Euro auch in den Stadtteilen durchgeführt werden können und uns erfolgreich um die Aufnahme in das Dorfentwicklungsprogramm beworben. Die Maßnahmen werden in ihrer tatsächlichen Umsetzung weitestgehend im kommenden Jahr beginnen und damit auch für die dortigen Bürgerinnen und Bürger sichtbar werden“, betonte Groll. Aufgrund der im Vergleich eher geringen Personalkapazität der Stadtverwaltung und der vollen Auftragsbücher der Unternehmen gehe leider nicht alles auf einmal, stellte der Bürgermeister heraus. „Auch ich würde mir es manchmal anders wünschen, aber die Realität ist zu akzeptieren“, so sein Fazit.
Erstes Thema des Abends war der aktuelle Sachstand bezüglich des Umbaus des alten Kindergartengebäudes in Momberg zu einem multifunktionellen Zentrum, welches zukünftig Möglichkeiten für die gesamte Kommune bietet. Ortsvorsteher Jörg Grasse stellte die Konzeption gemeinsam mit Anke Stark vor. Hierbei wurde deutlich, dass man das Dorfgemeinschaftshaus und den Anbau als „eine Einheit“ sieht. Die Sanierung bzw. Umnutzung der Räumlichkeiten soll die Angebotspalette erweitern. Beispielsweise ist vorstellbar, dass man – ggf. gemeinsam mit Betziesdorf, welches auch ein solch multifunktionales Haus plant – Angebote „rund um den Bereich Gesundheit“ anbietet. Auch ist vorgesehen, eine Übernachtungsmöglichkeit für Pilger auf dem Elisabethpfad zu schaffen. Aufgrund der ermittelten Kosten von über 50.000 Euro wird ein Ausbau des Obergeschosses zunächst zurückgestellt werden. Der Bürgermeister setzt ebenfalls wie die Ortsvorsteher darauf, dass alle bevorstehenden Maßnahmen durch Eigenleistung der Bürgerschaft unterstützt werden. „Hier ist man in den Dörfern stets vorbildlich im Einsatz. Das ist klasse und sollte eine Fortsetzung erfahren“, stellte Groll heraus.
Die Machbarkeitsstudie für das Gemeinschaftshaus in Mengsberg wurde ebenfalls kurz erläutert. Vier Varianten wurden geprüft. Die Verantwortlichen wollen als nächstes die beiden favorisierten Lösungsmöglichkeiten „Neubau in Nähe des Freizeitzentrums“ sowie „Umbau/Erweiterung des alten Kindergartengebäudes“ prüfen. Hierzu werden auch Gespräche mit dem Landkreis und der Wirtschafts- und Infrastrukturbank Hessen als Fördergeber notwendig sein. Klar ist für alle, dass keinesfalls der Grundschulstandort und das dortige Betreuungsangebot unter den Plänen leiden dürfen. Die Varianten „Gasthaus Ochs“ und „evangelisches Gemeindehaus“ sollen aufgrund zahlreicher Punkte – fehlende Barrierefreiheit, fehlende Parkplätze, Brandschutz usw. – nicht weiterverfolgt werden. Thomas Groll gab den Zeitplan vor: Bis Ende des Jahres wollen wir ergebnisoffen beraten und abwägen, in 2021 planen und 2022 mit der investiven Maßnahme beginnen.
Holger Möller, Inhaber des Kasseler Büros für Architektur und Stadtentwicklung BAS, und sein Mitarbeiter Carsten Heckroth stellten im Anschluss den Entwurf ihrer Studie über mögliche Entwicklungschancen für den Speckswinkler Dorfkern („Revitalisierungskonzept Speckswinkel Mitte“) vor. Die Anwesenden waren sich einig, dass diese Ausarbeitung eine sehr gute Grundlage für das weitere Vorgehen darstellt. Die beiden Stadtplaner haben für leerstehende Wohn- und Scheunengebäude verschiedene Nutzungsmöglichkeiten herausgearbeitet und auch Gebäude, in denen aktuell vielleicht nur eine ältere Person lebt, perspektivisch im Blick. Bevor man allerdings eine breitere Öffentlichkeit beteiligt, wird es notwendig sein, Abstimmungsprozesse mit dem Landesamt für Denkmalpflege und dem Kreisbauamt zu führen.
Architektin Monika Heger berichtete über den aktuellen Stand der Privatberatung in den drei Stadtteilen. In den vergangenen zwölf Monaten hat sie insgesamt 32 Beratungen von Hauseigentümern durchgeführt. Bisher konnten drei Bewilligungen ausgesprochen werden. Drei weitere Förderanträge sind eingereicht.
Die Umgestaltung des Spielplatzes beim Mengsberger „Floriansplatz“ (Feuerwehrhaus) soll nach Möglichkeit in den Herbstferien stattfinden. Dies soll im Rahmen eines partizipativen Verfahrens geschehen. Unter Anleitung von ALEA aus Marburg sollen Kinder gemeinsam mit Eltern und Großeltern das Vorhaben umsetzen. Hierzu gibt es bereits erste Pläne. Ein Workshop, um alle Ideen zu sammeln und abzuwägen ist nach den Sommerferien geplant. Auch ein Hygienekonzept wird erarbeitet.
Die Fassade des Mengsberger Backhauses soll im Rahmen der Dorfentwicklung für rund 30.000 Euro saniert werden.
Von einer Umgestaltung des Dorfplatzes in Speckswinkel soll nach einer Studie zur Ermittlung der Kosten Abstand genommen werden. Hierbei wurde ein Betrag von deutlich über 100.000 Euro ermittelt. Das Ergebnis der Maßnahme wäre allerdings nach Aussagen der Planer auch dann wenig zufriedenstellend, da aufgrund der Gegebenheiten der Platz immer ein „wenig schief“ bliebe. Die Speckswinkeler Mitglieder des Beirates wurden gebeten, gemeinsam mit dem Bürgermeister und dem Fachdienst Kreisentwicklung nach Möglichkeiten zu schauen, die für die Maßnahme zunächst vorgesehenen rund 100.000 Euro für ein oder mehrere andere(s) Vorhaben im Stadtteil zu verausgaben.
Ein „Dauerbrenner“ ist die Frage der Ausweisung von verfügbaren Bauflächen in den Stadtteilen. Hierzu wird im Auftrag der Kommune gerade vom Planungsbüro akp eine Anfrage an die Wirtschafts- und Infrastrukturbank sowie das Hessische Umweltministerium als Fördergeber erarbeitet. In Dorfentwicklungsgebieten ist die Neuausweisung von Baugebieten nämlich nur dann zulässig, wenn sie nicht zur Innenentwicklung konkurrierend ist. Hier wurden verschiedene Vorschläge für Mengsberg und Momberg unterbreitet, die nunmehr geprüft werden müssen. Bürgermeister Thomas Groll betonte im Einvernehmen mit den Ortsvorstehern Grasse und Kurz, dass es jungen Familien möglich sein müsse, in den Stadtteilen Eigenheime zu schaffen.

Ortsbeirat Mengsberg

Zur ersten Sitzung seit längerer Zeit konnte Ortsvorsteher Karlheinz Kurz die Ortsbeiratsmitglieder sowie Stadtrat Klaus Schwalm, den Bürgermeister und den Ersten Stadtrat im Feuerwehrhaus willkommen heißen. Er dankte Bürgermeister Thomas Groll für seine seit Mitte März wöchentlich im „Mitteilungsblatt“ veröffentlichten Briefe an die „lieben Mitbürgerinnen und Mitbürger“. Bei Gesprächen höre er immer wieder, dass diese eine große Resonanz fänden.

Der Ortsbeirat Mengsberg beschloss auf Vorschlag des Ortsvorstehers die auf den Ort entfallende Ehrenamtspauschale 2020 an die Burschenschaft und den Männergesangverein zu gleichen Teilen von jeweils 500 Euro zu vergeben. 2020 entfallen sowohl die Kirmes als auch das Jubiläum des Männergesangvereins. Damit sollen beide Vereine etwas unterstützt werden. In den kommenden Jahren wird dann die Ehrenamtspauschale auf andere Ortsvereine aufgeteilt werden.
Ortsbeiratsmitglied Jan von Holten wollte wissen, ob bei den in den kommenden Jahren anstehenden grundhaften Sanierungen der Straßen „Zum Engelhain“ und „An den Schuleichen“ auch der Parkplatz beim Freizeitgelände mit in Angriff genommen werde. Der Bürgermeister sagte zu, dies bei den Planungen zu prüfen. Dann müsse man natürlich auch über die Kosten reden. Karl-Heinz Waschkowitz regte in diesem Zusammenhang an, den Landkreis als Schulträger hier mit ins Boot zu nehmen, da Eltern und Lehrer den Parkplatz regelmäßig nutzen.
Bürgermeister Thomas Groll berichtete davon, dass im Rahmen der Dorfentwicklungsmaßnahme der Spielplatz beim Feuerwehrhaus noch in 2020 umgestaltet werden soll. Hierfür habe die Kommune die Herbstferien ins Auge gefasst. Das Vorhaben soll mit der ALEA GmbH aus Marburg umgesetzt werden. Mit deren Team habe man in Neustadt bei den Spielplätzen „Emil-Rössler-Straße“ und „In der Aue“ beste Erfahrungen gemacht. Unter fachkundiger Anleitung sollen auch in Mengsberg Kinder und Erwachsene das Projekt selbst umsetzen. ALEA sei in der Lage, die Abstands- und Hygieneregeln bei einem solchen Vorhaben einzuhalten. Im August soll es eine Besprechung zu dem Vorhaben geben. Wichtig sei nämlich, dass die Ideen der Dorfgemeinschaft für das Gelände mit einbezogen werden. Das Kostenvolumen der Maßnahme wird auf rund 40.000 Euro geschätzt. Das Vorhaben wird mit 60 Prozent vom Land gefördert. Weiterhin stehe noch die Sanierung des Backhauses mit Fördermitteln in gleicher Hohe an. Hier gebe es eine erste Kostenschätzung, die sich auf Baukosten von etwa 30.000 Euro beliefe.
Der Bürgermeister übergab dem Ortsbeirat die von einem Planungsbüro erstellte Machbarkeitsstudie für zukünftige Gemeinschaftsräume in Mengsberg. Hierbei wurden vier Alternativen beleuchtet: Sanierung des evangelischen Gemeindehauses, Sanierung des Gasthauses Ochs, Neubau und Umnutzung des ehemaligen Kindergartengebäudes.
Die Kosten für das Gemeindehaus werden mit bis zu 1,4 Millionen Euro veranschlagt. Ein Neubau würde nach Berechnung der Planer etwa 1,1 Millionen Euro kosten. Als kostengünstigste Variante erweist sich – jedenfalls nach der Machbarkeitsstudie – eine Umnutzung des Kindergartens mit Kosten von unter 700.000 Euro. Eine Umnutzung des Gasthauses Ochs weist aus Sicht der Planer zahlreiche, insbesondere brandschutzrechtliche, Probleme auf, die nicht zu einem befriedigenden Ergebnis gelöst werden könnten. Problem seien hier – wie auch beim Gemeindehaus – die fehlenden Parkplätze und die kaum herzustellende Barrierefreiheit. Aufgrund der Diskussion an diesem Abend ist davon auszugehen, dass ein Neubau oder eine anderweitige Nutzung des ehemaligen Kindergartens weiter geprüft werden sollen. Allerdings sehen die Ortsbeiratsmitglieder die Variante Kindergarten zumindest gegenwärtig doch eher skeptisch, da man unter anderem Nutzungskonflikte mit der Grundschule befürchtet. In den Räumen findet gegenwärtig die Betreuung statt. Die Anwesenden waren sich einig, dass keinesfalls der Schulstandort gefährdet werden dürfe. Eine Position, die auch der Bürgermeister teilte, obwohl er diese Gefahr nicht sieht. Bürgermeister Thomas Groll gab den zukünftigen Kurs vor und stellte fest: „Auch Mengsberg braucht ein zukunftsfähiges Gemeinschaftshaus. Zu dieser Aussage stehe ich ohne Wenn und Aber. Hier gilt es eine gute Lösung zu finden und dann den Fördergeber davon zu überzeugen. Ein Selbstläufer wird das nicht. Es braucht ein gutes Nutzungskonzept. Wir müssen ergebnisoffen an die Aufgabe herangehen und dürfen nicht vergessen, dass wir nicht bei „Wünsch Dir was“ sind, sondern dass wir uns den Realitäten, gerade auch den finanziellen, stellen müssen. Nunmehr soll die Studie Mitte Juni dem Dorfentwicklungsbeirat vorgestellt und von diesem zur Kenntnis genommen werden. Im Anschluss daran hat man sicherlich einige Monate Zeit, intensiv zu diskutieren, weitere Informationen einzuholen, um dann im Jahre 2021 die Planungen voran zu treiben. „Gehen wir es an“, lautete das Fazit der Ortsbeiratsmitglieder und des Bürgermeisters.

Ortsbeirat Neustadt

Ende Februar war Neustadts Ortsvorsteher Klaus Groll aus Alters- und Gesundheitsgründen von seinem Amt zurückgetreten.
Bereits im Vorjahr schied Andrea Bauscher, die Stellvertreterin des Ortsvorstehers, aus dem Gremium aus. Ein neuer Stellvertreter fand sich nicht.
Am 3. Juni sollte nun ein neuer Ortsvorsteher gewählt werden. Auf Initiative des Schriftführers Reinhold Mann waren die sieben Mitglieder des Gremiums bereits im Vorfeld zu einer internen Sitzung zusammengekommen. Hierbei zeigte allerdings keiner die Bereitschaft, für das Amt des Ortsvorstehers oder des Stellvertreters zu kandidieren.
Nachdem der Bürgermeister die Anwesenden begrüßt hatte, übergab er die Sitzungsleitung an Gregor Nees, das an Jahren älteste Mitglied des Ortsbeirates. Dieser fragte jeden einzelnen nach seiner Bereitschaft, Ortsvorsteher oder Stellvertreter zu werden. Es meldete sich allerdings keiner der Anwesenden.
Die Frage des Bürgermeisters nach einer Vertagung, um unter Umständen doch noch einen Bewerber zu finden, wurde verneint. Thomas Groll stellte daher nach vorheriger Rücksprache mit der Kommunalaufsicht des Landkreises fest, dass der Ortsbeirat ohne Vorsitzenden und Stellvertreter nicht arbeitsfähig sei. Er erklärte, dass das Gremium damit für die Legislaturperiode 2016-2021, die im März kommenden Jahres endet, aufgelöst sei. Allerdings könnten bei der Kommunalwahl wieder Kandidaten antreten.
Der bisherige Ortsvorsteher Klaus Groll hatte sich im Vorfeld etwas enttäuscht darüber gezeigt, dass kein Nachfolger für ihn zu finden war. An diesem Abend war er trotz Einladung nicht zugegen, was alle Anwesenden bedauerten, schließlich sollte er verabschiedet werden.
Bürgermeister Thomas Groll nutzte dennoch die Gelegenheit, ihm für seine Arbeit seit 2011 zu danken. „Klaus Groll hat den Ortsbeirat auf seine eigene Art und Weise geführt und sicherlich auch geprägt. Ein Kommunalpolitiker war er dabei nie. Ihm waren stets die sogenannten „Kleinigkeiten“ wichtig. Besonders am Herzen lagen ihm die Grillhütte in der Struth und der Neustädter Adventsmarkt. Hier hat er nicht nur geredet, sondern stets selbst Hand angelegt und Gerätschaften zur Verfügung gestellt. Ihm war es zudem wichtig, den Informationsfluss für die Beiratsmitglieder und die Bevölkerung der Kernstadt zu gewährleisten und daher hat er in jeder Ortsbeiratssitzung eine Unmenge von Fragen gestellt. Nicht nur als Ortsvorsteher hat er sich für die Kernstadt engagiert. Sein Einsatz für die Kommune, die Vereine, die Trinitatis-Kirmes und die katholische Kirchengemeinde lässt sich über Jahrzehnte hin zurückverfolgen. Hierfür gilt Klaus Groll unser aller Dank“, so der Bürgermeister zusammenfassend.
„2009 hat die Stadtverordnetenversammlung die Einrichtung eines Ortsbeirates auch für die Kernstadt beschlossen. 2011 wurde er erstmals gewählt. Sowohl damals als auch 2016 gab es eine ungewöhnlich hohe Zahl von ungültigen Stimmen. Nicht alle sahen also die Notwendigkeit des Gremiums ein. In den Stadtteilen entstanden die Ortsbeiräte im Zuge der Gebietsreform 1974. Sie sind also historisch gewachsen, man identifiziert sich mit ihnen. In Kernstädten, nicht nur in Neustadt, ist das anders. Da fehlen einem solchen Gremium oft die Verwurzelung in der Bürgerschaft und eine richtige Aufgabe“, versuchte sich der Bürgermeister in einer Analyse.
Auf Nachfrage von Peter Schreiner versicherte Thomas Groll, dass die vom Ortsbeirat im Zuge der Haushaltsberatungen 2021 angedachten kleineren Vorhaben natürlich umgesetzt werden können. Die Gelder stehen zur Verfügung.

Ortsbeirat Speckswinkel

In Speckswinkel nahmen auch Stadträtin Anita Ochs und der treue Zuhörer Horst Kurz an der von Ortsvorsteher Karl Stehl geleiteten Zusammenkunft des Ortsbeirates teil.
Dieser berichtete zunächst davon, dass für den „Zollhof“ eine neue Spülmaschine angeschafft worden sei. Stehl sprach zudem einige Aufgaben an, die in den nächsten Wochen mit Hilfe von Verwaltung und Bauhof abgearbeitet werden sollen. Er nannte unter anderem den defekten Schieber am Teich, Restpflasterarbeiten bei der Grillhütte und einen neuen Zaun für den Spielplatz in der Dorfmitte (zur ehemaligen Schule hin).
Der Ortsvorsteher ging auch nochmal auf die Errichtung einer Leitplanke entlang der Landesstraße nach Neustadt ein. Er zeigte dafür, ebenso wie der Bürgermeister und die Beiratsmitglieder, kein Verständnis. „Man hätte auf die Leitplanke verzichten sollen und lieber einen Mittelstreifen aufbringen sollen. Die Vorschriften leuchten mir nicht ein“, so Stehl.

Die Brandruine beim Friedhof könnte nun abgerissen werden. Die Behörden haben nach einem längeren Austausch mit dem Eigentümer keine Einwände mehr. Der Ball liegt nun bei diesem.
Der Speckswinkeler Ortsbeirat sprach auch über den Stand des Dorfentwicklungsprogrammes. Nachdem die Kosten für eine „Begradigung“ des Dorfplatzes mit bis zu 140.000 Euro ermittelt wurden und man nach Aussage der Planer nur einen „mäßigen Erfolg“ hätte erzielen können, sprachen sich Ortsvorsteher und Bürgermeister dafür aus, von dem Vorhaben Abstand zu nehmen und die Gelder für noch eine festzulegende Maßnahme im Ortskern zu verwenden. Karl Stehl würde damit gerne „das Problem Jericho“ beziehungsweise die Gestaltung dieses zentralen Bereiches angehen.
Für die Revitalisierung der Dorfmitte hat das Büro für Architektur und Stadtplanung BAS aus Kassel inzwischen einen Entwurf erarbeitet. Dieser, so Bürgermeister Thomas Groll, befasse sich insbesondere mit leer stehenden Wohngebäuden und Scheunen und mache Vorschläge für künftige Nutzungen. In der nächsten Sitzung des Dorfentwicklungsbeirates sollen die Überlegungen vorgestellt werden. Danach stehen der Austausch mit dem Denkmalschutz und sicher auch die Diskussion im Ortsbeirat an. „Wir müssen hier sicher dicke Bretter bohren und natürlich auch auf Investoren hoffen“, vermutete der Bürgermeister.
Groll bekannte sich auch zur Ersatzbeschaffung eines Fahrzeuges für die Freiwillige Feuerwehr Speckswinkel und den Umbau des Jugendraumes zu normgerechten Umkleiden für die Wehr.
Ein Antrag auf Bezuschussung für das Fahrzeug beim Land war bisher nicht möglich, weil die Wehr aktuell nicht über genügend Atemschutzgeräteträger verfügt, was hierfür Voraussetzung wäre. Sobald wieder Lehrgänge stattfinden, soll hieran gearbeitet werden. Aufgrund der zum Teil recht hohen Ausschreibungsergebnisse bei anderen Bauvorhaben beabsichtigt der Magistrat die Planungen für den Umbau 2020 abzuschließen, mit dem Vorhaben in der Hoffnung auf bessere Preise aber erst im Frühjahr 2021 zu beginnen.
Im Hinblick auf den Neubau des Hochbehälters teilte der Bürgermeister mit, dass hier die satzungsrechtlichen Voraussetzungen für eine Veranlagung der Grundstückseigentümer geschaffen werden müssen. Ebenso wie in Momberg und Mengsberg müssen diese zur Finanzierung herangezogen werden.

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