Neustädter Mitteilungsblatt

Impulsvortrag

„Erfolgreich führen heißt sinnvoll motivieren“

Über 70 Interessierte im Historischen Rathaus

Gemeinsam hatten die Stabsstelle Wirtschaftsförderung des Landkreises Marburg-Biedenkopf und die Stadt Neustadt (Hessen) im Rahmen der Qualifizierungsoffensive zu einem Impulsvortrag mit der Diplom-Psychologin Nicole Bolitsch in das Historische Rathaus eingeladen.

Über 70 Interessierte aus den Bereichen Wirtschaft, Verwaltung und Kommunalpolitik nahmen an der Veranstaltung teil.

Bürgermeister Thomas Groll begrüßte die Anwesenden und zeigte sich über den großen Zuspruch sehr erfreut. Er vertrat die Auffassung, dass erfolgreich führen und damit motivieren nicht nur für den Bereich von Handel und Wirtschaft von Bedeutung sei, sondern auch für die Verwaltung und natürlich ebenso die Kommunalpolitik. „Es muss unser Ziel sein, bürgerschaftliches Engagement zu verstärken, um auf diese Weise Themenfelder besetzen zu können, die eine Kommune aus verschiedensten Gründen nicht alleine bewerkstelligen kann. Hierzu heißt es, gezielte Motivationsarbeit bei der Bürgerschaft zu leisten.“

Der Leiter der Stabsstelle Wirtschaftsförderung, Dr. Frank Hüttemann, betonte die Bedeutung der Qualifizierungsoffensive gerade für mittelständige Unternehmen. Die Vortragsreihe biete die Möglichkeit, Neues zu erfahren, die eigene Arbeit zu hinterfragen und ins Gespräch mit „Gleichgesinnten“ zu kommen.

Rund 90 Minuten dauerte der interessante Vortrag von Nicole Bolitsch. Sie verwies darauf, dass für jedweden Erfolg eines Unternehmens motivierte und zufriedene Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter entscheidend seien, die sich mit ihrem Arbeitgeber und ihrer Aufgabe identifizieren. Die Meinungsforscher hätten allerdings festgestellt, dass es hier noch deutlichen Verbesserungsbedarf gebe. Gerade einmal 13 % der Beschäftigten wiesen eine große emotionale Bindung zu ihrem Unternehmen auf. 66 % hingegen wären nur am Rande daran interessiert, wie sich ihr Unternehmen entwickle. Knapp 20 % arbeiteten sogar entgegengesetzt. Auch andere von ihr vorgetragene Zahlen waren interessant: So hatten etwa 20 % der Beschäftigten „in der vergangenen Woche“ keinen Spaß zur Arbeit zu gehen. 45 % der Mitarbeiter würden ihren Chef sofort entlassen.

Nicole Bolitsch betonte, dass die Sinnfrage von entscheidender Bedeutung sei. Was für einen Sinn hat meine Arbeit? Was mache ich eigentlich hier? Wie mache ich meine Arbeit? Die Führungspersönlichkeiten in Handel und Wirtschaft, Verwaltung und Politik müssten hierauf reagieren. Sie müssten Ziele definieren und ihre Führungsrolle als sinnstiftend auffassen. Es gehe darum, eine Unternehmenskultur zu entwickeln wo man zuhört, nachfragt, wertschätzt und Vorbild ist. Letztlich gehe es darum, das „Wir“-Gefühl zu stärken. Dabei sei es nicht einmal notwendig, so Nicole Bolitsch, nach Perfektion zu streben, denn dies schaffe oftmals Aggression.

Den Gesichtern und Reaktionen der Zuhörer konnte man entnehmen, dass der Vortrag interessant war und dass sich viele direkt von den vorgetragenen Thesen angesprochen fühlten.

Bürgermeister Groll und Dr. Hüttemann kündigten an, dass auch in Zukunft in Neustadt wieder einmal eine solche Veranstaltung stattfinden wird.

Neustädter Nikolausmarkt erfährt Veränderungen

Bekanntermaßen lebt in der Junker-Hansen-Stadt „der“ Nikolaus und so war es wenig verwunderlich, dass Bürgermeister Thomas Groll 2007 die Idee hatte, anlässlich der Fertigstellung der Marktstraße erstmals einen „Neustädter Nikolausmarkt“ zu veranstalten. In den Anfangsjahren erfreute sich der Markt rings um den Marktplatz und das Historische Rathaus großer Beliebtheit bei Marktbeschickern und Besuchern.

In den letzten Jahren ließ dies aber leider nach. Die Ursachen hierfür sind sicher vielfältig. Ein Hauptgrund ist aber zweifellos, dass es inzwischen in fast jeder Stadt oder Gemeinde zumindest eine solche Veranstaltung gibt. Dies führt dann in der Folge dazu, dass es auch immer schwerer fällt, Stand- oder Karussellbetreiber zu finden.

Nachdem Bürgermeister und Ortsbeirat die Entwicklung des Nikolausmarktes besprachen kam man zur Überlegung, dass sich dieses Gremium der Planung des Nikolausmarktes 2015 annehmen soll. Ortsvorsteher Klaus Groll wird die koordinierenden Aufgaben übernehmen, die Kommune – wo nötig – unterstützend tätig.

Inzwischen steht fest, dass der diesjährige Markt am Sonntag, dem 6. Dezember stattfinden wird. Auch wenn an diesem Tag die Geschäfte aufgrund gesetzlicher Vorgaben nicht geöffnet werden dürfen, begrüßt der Neustädter Gewerbeverein die Verlegung und wird auch wieder den Nikolaus einladen.

In den letzten Jahren habe es sich gezeigt, dass samstags „zahlreiche andere Veranstaltungen und Aktivitäten“ stattfinden, dem wolle man durch die Verlegung aus dem Wege gehen, erläuterte Klaus Groll.

Erste Gespräche mit Vereinen, Schaustellern und Marktbeschickern seien positiv verlaufen. Dies gebe Anlass zur Hoffnung, dass 2015 wieder mehr Stände in der Innenstadt platziert sein werden. Auch soll es wieder ein Kinderkarussell geben.

Im Zentrum des Geschehens sollen am 6. Dezember 2015 der Marktplatz und das Historische Rathaus stehen, aber auch Teile der Ritter- und Marktstraße sowie das katholische Pfarrheim sollen einbezogen werden. „Ziel ist es, einen Rundweg entstehen zu lassen“, so Thomas Groll.

Auf Anregung aus dem Ortsbeirat ist zudem vorgesehen, die Marktstraße in der Adventszeit wieder einmal in eine Krippenstraße zu verwandeln. 2008 war dies bereits einmal der Fall und fast 100 Krippen wurden seinerzeit ausgestellt.

Spielanlage „Pinocchio“ an Familienzentrum „Regenbogen“ übergeben

Förderverein und Elternbeirat unterstützen erneut Kindertagesstätte in der Allee

Im Rahmen eines Pressetermins wurde die neu angeschaffte Spielanlage „Pinocchio“ für Kinder unter drei Jahren vom Vorsitzenden des Fördervereines für die Kindertagesstätte „Regenbogen“, Michael Ringleb, und dessen Stellvertreterin Elke Metz, im Beisein von Bürgermeister Thomas Groll an die Leiterin der Einrichtung, Claudia Orth, übergeben.

Das „Multifunktionsgerät“ hat einen Wert von rund 4.400,- Euro. Möglich wurde die Anschaffung durch eine Spende der Zahnarztpraxis Dr. Nothvogel, eine kleine Zuwendung der Stadt Neustadt (Hessen), dem Erlös des letztjährigen Sommerfestes sowie der Unterstützung von Förderverein und Elternbeirat.

Bürgermeister Thomas Groll nutzte die Gelegenheit, dem Förderverein auch dafür zu danken, dass er jeder der vier Gruppen 2015 einen Betrag von 500,- Euro für besondere Anschaffungen zur Verfügung gestellt habe.

Darüber hinaus finanziert man „mobiles Theater“ für das diesjährige Sommerfest. Dieses findet am 11. Juli ab 11.00 Uhr in der Allee statt. Hierzu, so Claudia Orth, sind alle herzlich eingeladen. Bürgermeister Thomas Groll hob das erfolgreiche Wirken des Fördervereines hervor. Seit 2010 habe der Verein zahlreiche über das notwendige Maß hinausgehende Anschaffungen finanzieren können und so dazu beigetragen, dass die Kindertagesstätte „Regen- bogen“ eine erfolgreiche Arbeit leiste.

Fußball fair-bindet Jugendliche

Im Rahmen der Bewegungsangebote der Jugendpflege des bsj e.V. in Neustadt findet jeden Freitag von 21.00 bis 24.00 Uhr ein Fußballtreff in der Sporthalle an der Martin-von-Tours-Schule statt. Dieser erfreut sich reger Beliebtheit und wird regelmäßig von 20 bis 30 Jugendlichen aufgesucht. Hier finden sich vereinzelt auch immer wieder Gäste aus Stadtallendorf ein. In diesem Kontext wurde der Wunsch nach einem Turnier unter den Teilnehmern geäußert.

Am 22. Mai 2015 fand das ersehnte Turnier besonderer „Art“ statt. Bei der Zusammenstellung der Teams und der Spielregelung kam es zu kleinen Abänderungen in Bezug auf die gewohnten Vereins- oder Hobbyturniere, wodurch nicht nur der Fußball, sondern auch das soziale Miteinander zur Herausforderung für die Teilnehmer wurde. Dieses Turnier sollte allen Jugendlichen im Alter von 12 bis 18 Jahren die Möglichkeit der Teilnahme bieten.

Es mussten keine Teams im Vorfeld angemeldet werden, vielmehr sollte sich ein Jeder als Einzelperson in der Halle einfinden. So kam es letztendlich dazu, dass 17 Jugendliche aus Stadtallendorf und 18 aus Neustadt in der Halle eintrafen.

Die Gruppe der Stadtallendorfer Jugendlichen wurde von einem alten Bekannten (Sebastian Habura) begleitet. So konnte auch in diesem Rahmen die Kooperation zwischen dem Streetworkprojekt Stadtallendorf und der Jugendpflege Neustadt fortgesetzt werden.

Zunächst wurde sich in mehreren Kleingruppen der Ball zugespielt und warm geschossen. Diese waren noch strikt nach Freundeskreisen und dem Wohnort getrennt. Hier sollte sich im Verlauf des Abends und durch die Struktur des Turniers jedoch schnell eine Veränderung abzeichnen. Denn bevor das Turnier begann, durften alle Jugendlichen ein Los ziehen. Auf diese Weise entstanden Teams, die sich von alleine in dieser Konstellation wahrscheinlich nicht ergeben hätten. Nach der Auslosung überlegten sich die einzelnen Teams einen Namen, bevor sie in zwei Gruppen eingeteilt wurden und das Turnier begann. Bezüglich der Namen kam es zu einer kreativen Vielfalt aus der Übernahme von Vereinsnamen aus dem Internationalen Fussball wie „Fenerbahce“ oder „Barca“ bis hin zu „Die Schlümpfe“, „Eisenbahn“, „The Fizzles“ oder „Joga Bonitio“.

Per Losverfahren kam es zu einer bunten Mischung aller Altersgruppen und Heimatorten. Diese Vorgehensweise ermöglichte es einerseits, dass auch Jugendliche teilnahmen, die nicht von vornherein in einem Team integriert waren. Andererseits kam es in dieser Konstellation nicht auf die Ansammlung möglichst guter Einzelspieler an, sondern auf die Fähigkeit, sich auf andere Mitspieler einzulassen und in einem relativ kurzen Zeitraum zu einer Gruppe – einem Team – zusammenzuwachsen und dies über die einzelnen Ortsgrenzen hinaus.

Hier mussten auch Grenzen in den Köpfen überwunden werden. Durch gemeinsame Aktivitäten und Intergruppenkontakte kommt es zum Abbau von Vorurteilen sowie der Erweiterung des eigenen Horizonts. Die Fähigkeit, sich auf bisher Unbekannte(s) einzulassen und die Toleranz gegenüber anderen Lebenskonzepten wird durch das Aufeinandertreffen und ein gemeinsames Ziel innerhalb der Teams gestärkt.

Eine weitere Besonderheit stellte die Fairplay-Reglung dar. Die Spieler übernahmen die Spielleitung selbst. Alle Spielsituationen wurden von den aktiven Teams selbständig geregelt. Tatsächlich mussten die Spiele lediglich an- und abgepfiffen werden. In allen anderen Situationen blieb die Pfeife stumm. Auf diese Wiese kam es zu einer erhöhten Verantwortungsübernahme auf Seiten der Jugendlichen für ein „gelingendes“ Miteinander und den Ablauf des Turniers. Hier stand die gemeinsame Regelung von Konfliktsituationen im Vordergrund. Auf diese Weise wurden verhältnismäßig wenige Fouls und gröbere Vergehen gar nicht begangen.

Im Zentrum standen stets fair ausgetragene Fußballspiele. Alle Spielsituationen wurden ohne Konflikte und Meinungsverschiedenheiten untereinander geregelt. Hier gilt es allen Teilnehmenden einen großen Respekt auszusprechen!

Aus den insgesamt 35 Jugendlichen ergaben sich per Losverfahren sieben Teams ä fünf Spieler. Gespielt wurde von 21.30 bis ca. 00.30 Uhr. Da sich auch einige Zuschauer in der Halle einfanden waren an diesem Abend nahezu 50 Jugendliche am oder auf dem Spielfeld aktiv.

Zunächst galt es, sich innerhalb einer von zwei Gruppen für die Halbfinalspiele zu qualifizieren. Im Anschluss an die Gruppenphase wurden im KO-Verfahren alle weiteren Plätze ausgespielt. So konnten letzten Endes als verdienter Sieger „Die Schlümpfe“ mit neuen Trainingsshirts vom Platz gehen. Auf Platz zwei und drei folgten „Fener- bahce“ und „The Fizzles“.

Die ersten drei Plätze konnten im Anschluss an das Turnier ihre wohlverdienten Preise in Empfang nehmen und ein komplett gelungenes Fußballturnier konnte gegen 00.30 Uhr beendet werden.

Alle Teilnehmer kamen auf dem Feld auf ihre Kosten und erwarten bereits mit Spannung das nächste Turnier. Erste Ideen, ein Turnier dieser Art demnächst auch in Stadtallendorf stattfinden zu lassen liegen bereits vor.

Abschließend bleibt nur nochmals ein Lob an alle Teilnehmenden auszusprechen, sich auf diese Variante eines Turniers eingelassen zu haben und alle Spielsituationen in vorbildlicher Weise selbst geklärt zu haben.

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