Nun ist der Vertrag besiegelt

 

Bürgermeister und Pfarrer unterzeichnen Vereinbarungen zum Kita-Zusammenschluss

Pfarrer Andreas Rhiel und Bürgermeister Thomas Groll Unterzeichneten gestern die Vereinbarung zur Neustrukturierung der Trägerschaft und den Betriebsvertrag für die gemeinsame Kindertagesstätte.

von Florian Lerchbacher

Momberg. Der Verwaltungsrat der katholischen Kirchengemeinde St. Johannes der Täufer Momberg und die Stadtverordnetenversammlung hatten im Februar bereits einstimmig ihr Okay gegeben. Nun besiegelten Pfarrer Andreas Rhiel und Bürgermeister Thomas Groll die Zusammenlegung der Kindertagesstätten Mengsberg (bisher städtisch) und Momberg (bisher kirchlich) mit Unterzeichnung der entsprechenden Verträge. Ab dem Sommer gibt es nur eine Kindertagesstätte. Standort ist das derzeitige Schulgebäude – gleichzeitig beschränkt sich die Grundschule Mengsberg-Momberg nur noch auf den Standort im Golddorf.

Träger der neuen Kita ist die katholische Kirchengemeinde. Die pädagogische Ausrichtung soll allerdings ökumenisch sein. Die Kommune trägt 85 Prozent der Kosten – rechnet allerdings mit jährlichen Ersparnissen von 40 000 bis 50 000 Euro, da sie bisher die Einrichtung in Mengsberg komplett und die in Momberg zu 80 Prozent finanzieren musste. Für die Kirche bleiben die Kosten unverändert.

Die Initiative zur Zusammenlegung war vom Pfarrer gekommen, nachdem die Grundschule ob der zurückgehenden Kinderzahlen angedacht hatte, sich nur noch auf einen Standort zu konzentrieren. „Pfarrer Rhiel kam auf uns zu und sagte, man dürfe die Angelegenheit nicht vor sich hin tröpfeln lassen, sondern müsse reagieren und Entscheidungen treffen“, erinnerte sich Groll gestern. Und das taten die Kommune, die Stadtverordneten, die Kirchengemeinde und der Verwaltungsrat dann auch. Dreimal kamen sie zusammen. Am Ende standen die entsprechenden Verträge, die dann auch einvernehmlich von den entsprechenden Gremien abgesegnet wurden.

Er habe Verständnis für die Kritik der Eltern, kommentierte Groll. Die Entscheidung sichere jedoch langfristig die Existenz des Kindergartens. Noch dazu würden die meisten Mengsberger Eltern derzeit ihre Kinder mit dem Auto in die dortige Einrichtung bringen – der Weg nach Momberg sei auch nicht viel länger, warf Ortsvorsteher Karlheinz Kurz ein. Und der nach Neustadt wäre noch weiter. Wenn Stadt und Kirche abgewartet hätten anstatt zu handeln, wäre auch eine Schließung beider Kindergärten nicht auszuschließen gewesen – und dann hätten die Eltern bis nach Neustadt fahren müssen, erklärte Groll.

Weitere Vorteile seien, dass die Räumlichkeiten des neuen Gebäudes viel besser seien als die bisherigen – und auch bei den Öffnungszeiten dürften zumindest die Mengsberger Eltern Verbesserungen erwarten, da sie ab dem neuen Kindergartenjahr auch eine Nachmittagsbetreuung bis 16.30 Uhr in Anspruch nehmen können: „Vielleicht öffnen wir statt um 7.30 Uhr schon um 7 Uhr – das ist noch nicht entschieden“, betonte der Bürgermeister.

Er freute sich über die konstruktiven Gespräche mit Kirche und Verwaltungsrat und hob dessen Mitglied Rafael Diele hervor. Pfarrer Rhiel stimmte dem zu und freute sich über das große Engagement der vom Verwaltungsrat bestellten Kuratorin Tanja Lepper: „Ohne sie hätte das alles nicht geklappt.“ Mombergs Ortsvorsteher Jörg Grasse kommentierte: „Wir haben etwas Zukunftsweisendes auf den Weg gebracht.“

Das Kita-Team sei bereit und offen, fasste Rhiel zusammen – ebenso wie die Kirche, die sich den Anforderungen der Zeit stelle. Das Momberger Erzieher-Team wird auch in der neuen Einrichtung tätig sein. Zwei Erzieherinnen kommen aus Mengsberg – eine der dortigen Kräfte wechselt nach Neustadt, zudem läuft ein Vertrag aus.

Die neue Kita hat drei Gruppen, in denen jeweils für 25 Kinder Platz ist. Nach jetzigem Stand werden rund zehn U-3 -Kinder dabei sein, wodurch sich die Zahl der Gesamtplätze wohl auf 65 bis 68 reduziert – entsprechend des Kinderförderungsgesetzes eben.

Die Eröffnung ist für den 7. September geplant. Allerdings hat die Stadt nach Ende des aktuellen Schuljahres nur rund sieben Wochen für Umbau- arbeiten Zeit. Aktuell sind die Erzieherinnen damit beschäftigt, ein gemeinsames Konzept zu entwerfen, das die Stadt den Elternbeiräten Ende März vorstellen will. Nach den Osterferien sollen dann Elternabende stattfinden.

 

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