Unternehmen will Wohnblocks aufwerten

Auf Renovierungsarbeiten sollen der Bau eines Blockheizkraftwerks und einer Ladenzeile folgen

Die AyCo Hyp Group AG hat die Wohnblocks in der Leipziger und der Königsberger Straße gekauft, renoviert diese für rund 700 000 Euro und kündigt an, sich intensiv um das Gebiet zu kümmern.

von Florian Lerchbacher

Neustadt. „Ich kenne mich mit solchen ehemaligen Siedlungsstrukturen gut aus“, sagt Sandra Seip vom Vorstand der AyCo Hyp, die beim neuen Eigentümer verantwortlich ist für die Wohnblocks in der Leipziger und der Königsberger Straße.

Das Unternehmen wolle das Wohngebiet aufwerten, ergänzt sie. Die Modernisierung von Fenstern und Fassaden ist bereits größtenteils geschehen, doch es gibt noch weitere Pläne: Vorgesehen ist zum Beispiel, das gesamte Gebiet über ein Blockheizkraftwerk mit Wärme zu versorgen. Entsprechend soll eine neue Heizungsanlage in die in den 1960er Jahren gebauten, ursprünglichen Offiziers- und Soldatenwohnungen kommen. Zudem will die AyCo Hyp in dem Viertel eine kleine Ladenzeile einrichten, in die unter anderem ein kleines Geschäft, eine Postfiliale und ein Bäcker kommen sollen – aber auch ein Verwaltungsbüro des Unternehmens, um den Mietern eine Ansprechstelle vor Ort anzubieten, falls Fragen oder Probleme auftreten. Die AyCo hat ihre Geschäftssitze in Leipzig und Frankfurt.

Ziel sei es, das Wohngebiet zukunftsfähig zu machen und den Mietern eine Perspektive zu geben, betont Seip. Entsprechend hege sie die Hoffnung, durch die Veränderungen das Gebiet attraktiver zu machen, sodass letztendlich „eine bunte Mischung an Menschen“ dort leben solle: „Wir wollen eine gute Wohnqualität anbieten.“

Die Wohnungen der Blocks bestehen zumeist aus drei oder vier und nur in vereinzelten Fällen aus zwei oder fünf Zimmern. Derzeit beläuft sich der Mietpreis auf 3,26 Euro pro Quadratmeter. Nach der Sanierung werde die Ayco die Mieten jedoch „teils anheben“, sagt Seip, betont jedoch, dass dies „sozial verträglich“ passieren werde. Die Wohnungen blieben also nicht nur bei der Größe sondern auch beim Preis für Sozialhilfeempfänger geeignet.

Bürgermeister Thomas Groll freut sich über das Engagement der AyCo Hyp um die Wohnblocks, die in den vergangenen Jahren mehrfach den Besitzer gewechselt hatten und als ein „Sorgenkind“ gelten. „Ich hatte den Eindruck, dass die vorherigen Eigentümer wenig Interesse hatten zu wissen, wo die Gebäude stehen, was mit ihnen ist und was mit ihnen passiert.“ Eine Theorie, der sich Seip anschließt: Investitionen habe es kaum noch gegeben. Das solle nun anders sein. „Ich glaube, dass sich nun um die Liegenschaften gekümmert wird -und sie nicht nur als Spekulationsobjekt gesehen werden“, sagt Groll und lobt das Unternehmen dafür, auf die Mieterzusammensetzung ein Auge haben zu wollen: „Aus meiner Sicht ist das zu begrüßen.“

„Kommunikation ist wichtig“, betont Seip – nur, wer vor Ort sei, könne Menschen und ihre Probleme einschätzen.

Was noch fehlt ist allerdings ein Betreiber für die Nahversorgung, zudem sind die Renovierungsarbeiten noch nicht abgeschlossen und es wurde auch noch nicht festgelegt, ob das geplante Blockheizkraftwerk auch Strom erzeugen soll. Seip ist jedoch optimistisch, diese offenen Fragen bald zu klären.

Die AyCo Hyp Group AG beschäftigt sich seit 2002 mit dem Erwerb, Handel und der Sanierung von Großprojekten in der gesamten Bundesrepublik. Der Schwerpunkt der Aktivitäten liegt nach eigenen Angaben im Ankauf von insolventen Unternehmen mit immobilem Sachwert oder von Objekten im gesamten Bundesgebiet. Kürzlich erwarb die Ayco gemeinsam mit „Claus Wisser Verwaltungs- und Beteiligungs-GmbH“ 80 Wohneinheiten in der Emil-Rössler-Straße und ist mit 217 Wohnungen, die eine Gesamtfläche von rund 20 000 Quadratmetern haben, nun Neustadts größter Vermieter.

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