Von „Unsinkable Sam“ und einem gehörigen Kater

Die Autorin Elke Pistor widmete sich in einer „Lesung“ ihrem Buch „111 Katzen, die man kennen muss“

„Ein Abend für die Katz“ lautete der Titel der Lesung, in der Elke Pistor von berühmten Katzen erzählte, Katzenmusik spielte und ein Katzenquiz veranstaltete.

von Klaus Böttcher

Neustadt. „Lesungen an ungewöhnlichen Orten“ ist das Motto des Literaturfrühlings des Landkreises, an dem sich auch die Stadt Neustadt beteiligte. „Eigentlich wollten wir den Junker- Hansen-Turm als Veranstaltungsort nehmen, aber der war zu kalt und zu klein“, berichtete Bürgermeister Thomas Groll. Das dann vorgesehene Trauzimmer im historischen Rathaus stellte sich ebenfalls als zu klein heraus – dies wurde deutlich, als die Zahl der Anmeldungen immer weiter stieg. Also fand die Lesung im Saal des gerade für knapp 300 000 Euro renovierten historischen Rathauses statt. „Kultur gehört in den ländlichen Raum und auch nach Neu- • Stadt“, betonte Groll, bevor die Buchautorin Elke Pistor ein Katzenfeuerwerk abbrannte.

Sie las nicht nur aus ihrem Buch „111 Katzen, die man kennen muss“, sondern erzählte auch einfach über die Geschichten aus ihrem Buch. Darin spielen 111 Katzen die Hauptrolle. Jeweils eine Seite umfasst die Geschichte der jeweiligen Katze, auf der anderen Seite ist sie abgebildet.

An einem „weinseeligen Abend“ mit ihrer Lektorin sei die Idee zu dem Buch entstanden, erzählte Pistor. Sie habe auch mal ein Buch aus der „Iller-Serie“ schreiben wollen. Zur Entwicklung des Themas ihres Buches erinnerte sich die Autorin und Katzenfreundin an eine Aussage des besagten Abends: „Wenn uns nichts einfällt, dann nehmen wir Katzen.“ Am nächsten Morgen sei der Kater gekommen – und das nicht nur wegen der zwei Flaschen Rotwein, sondern 111 Katzen, die man kennen muss: Das sei schon ein Anspruch.

Die Autorin hat lange und viel recherchiert, um die 111 berühmten Katzen zu finden. Dabei stellte es sich als sehr schwierig heraus, die Fotos der Tiere zu bekommen.

Unglücks-Katze wäre fast in Gibraltar gestrandet

Doch das Brot des Künstlers ist der Applaus. Und von dem bekam Pistor jede Menge: Die fast 80 Besucher im historischen Rathaus sprachen ihr am Ende der Veranstaltung mit langanhaltendem Beifall großes Lob für ihr Werk und ihr Engagement aus. Eigentlich war es keine Lesung, die sie hielt, da sie

Geschichten aus dem Buch erzählte und im Allgemeinen über Katzen plauderte und Fotos oder kurze Videos zeigte.

So verdeutlichte sie den Zuhörern, dass man Hunde dressieren könne, Katzen dagegen ließen sich nur überzeugen. So sei die Katze „Suki“ in einer Hundeschule groß geworden und habe beim Agility zugeschaut. Dabei handelt es sich um eine Hundesportart, bei der die Tiere – vom Mensch begleitet – Hindernisse zu durchlaufen haben. Im Video bewies Suki, dass Kätzen dies ohne Dressur und nur durch Abschauen schaffen. In einem anderen Video zeigte die Autorin, dass Katzenmusik nicht nur grausam klingen muss, sondern mit dem Text „Miau“ sang ein Pärchen ein gutes Duett. Beim nächsten Video spielte eine Katze Klavier.

Pistor lässt Zuhörer miauen und belohnt sie mit Mäusen

Viel erlebt hatte die Schiffskatze „Oscar“, die 1939 auf der Bismarck mitfuhr. Sie wurde von den Engländern gerettet, gehörte also zu den wenigen Überlebenden des Untergangs und erhielt den Namen „Unsinkable Sam“.

Als das Schiff „HMS Cossack“ 1941 sank, wurde die Katze wieder gerettet und kam auf das nächste Schiff, das drei Wochen später eine Havarie hatte, bei der allerdings kein Mensch zu Schaden kam. Der Hafenmeister von Gibraltar nahm „Unsinkable Sam“ daraufhin auf, aber kein Schiff wollte die Katze nach England mitnehmen, weil die Matrosen glaubten, dass sie Unglück bringen würde. Am Ende fand sich ein englisches Kreuzfahrtschiff, das Sam mit ins Mutterland nahm. Dort wurde die Katze schließlich 15 Jahre alt.

Beim Katzenquiz stellte Pistor Fragen zur Katze, zum Beispiel wie viele Muskeln ein Ohr der Tiere habe (richtige Antwort 32). Wer es wusste, musste laut miauen und bekam bei richtiger Antwort eine Weichgummimaus. Der Gesamtgewinner erhielt ein Candle-Light-Dinner, das aus einer Dose Katzenfutter mit einer elektrischen Kerze darauf bestand.

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