Wo aus leeren Flaschen Boote werden

Städtische Jugendpflege bot 18 Acht- bis Zwölfjährigen fünf Tage lang ein buntes Programm
Einen Tag lang bastelten Neustädter Kinder während der Ferienspiele an solarbetriebenen Bötchen. Höhepunkt war ein kleines Wettrennen – bei dem der Spaß im Vordergrund stand.
von Florian Lerchbacher
Neustadt. Hannah, Leah und Lea haben sich entschieden: Sie schicken ihr „Sportboot“ ins Rennen. Jedes der drei Mädels hatte während der Ferienspiele aus leeren Tetrapacks, Flaschen, Styroporresten oder anderen Dingen des täglichen Lebens ein solarbetriebenes Schiff gebaut. Am Ende kamen die acht- bis zwölfjährigen Teilnehmer der Veranstaltung der städtischen, vom bsj organisierten Jugendpflege in Teams zusammen und mussten sich für ein Bötchen entscheiden, das sie beim Wettrennen gut dastehen lässt. Klar, dass die Wahl auf das „Sportboot“ – hauptsächlich bestehend aus Leergut – fällt. Blöd nur, dass es scheinbar seinen eigenen Willen hat und kurz vor der Ziellinie einfach abdrehte. Vielleicht wäre die kurz vor dem Rennen abmontierte, überdimensionale und eigentlich zu jedem Schiff gehörige Flagge eben doch für das Kurs-Halten wichtig gewesen… Die drei Mädels nahmen es jedenfalls mit Humor – und das ist auch gut so, schließlich sollte der Spaß im Vordergrund stehen. Wobei während des Rests der Ferienspiele auch einiges Wissen vermittelt wurde.

Für fünf Tage hatten Lars Kietz und Martina Trogrlic für 18 Kinder ein buntes Programm zusammengestellt. Als erstes ging es zur Umwelt- und Naturschutzgruppe nach Momberg, um zunächst die Wasserbüffel in ihrem Lebensraum zu bewundern und dann mit Becherlupe und anderen Hilfsmitteln das Leben im Wasser zu erkundschaften.
Am zweiten Tag hatten die Kinder den Waldpädagogen Florian Zilm vom Kirchhainer Forstamt zu Gast, der mit ihnen über das Thema „Mensch und Wald“ sprach und dabei unter anderem erklärte, welche Energie der Mensch aus dem Wald gewinnen kann – aber auch, was der Mensch für den Wald tun kann. Zudem kochte Zilm in einem ausschließlich von Solarenergie betriebenen „Sonnenofen“ mit den Kindern einen Suppe.
Für den dritten Tag hatten die Jugendpfleger eine Radtour auf den Krückeberg organisiert, wo Michael Rudewig sie über Windräder informierte und ihnen einen Einblick in die Anlagen gewährte.
Zum Ende der Ferienspiele machten sich die Jungen und Mädchen dann an den Bau ihrer solarbetriebenen Boote. Das Projekt habe der beim Landkreis für die Umweltbildung zuständige Erich Weber vorgestellt und ihn sofort begeistert, erinnerte sich Kietz zurück und freute sich, dass dieses Projekt auch bei den Neustädter Kindern gut ankam.

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