Neustadt rechnet wieder mit Minus

Das geschrumpfte Defizit ist für den Bürgermeister kaum ein Grund zur Freude
Von Florian Lerchbacher

Neustadt.
Rund 100.000 Euro beträgt das Defizit des Haushaltsplan-Entwurfs für das laufende Jahr, den Bürgermeister Thomas Groll am Montagabend in Neustadts Stadtverordnetenversammlung einbrachte. Im Vergleich zum Jahr 2025 habe sich damit das Minus um etwas mehr als 200.000 Euro verringert, und die Stadt müsse auch keine Kredite aufnehmen, betonte er. Dies sei aber vornehmlich eine Folge der Zuteilung aus dem Sondervermögen vom Bund – und künftig werde es auch nicht mehr ohne Kreditaufnahmen gehen: „Als finanzschwache Kommune stehen wir noch gut da. Aber Platz für Wünsch-dir-was ist nicht.“
Wichtige Themen der nahen Zukunft seien Digitalisierung, Mobilität, Infrastruktur und Soziales, so der Kämmerer: „Wir werden sie aber nicht jedes Jahr gleichbehandeln können.“ Es gelte, Prioritäten zu setzen und Stück für Stück Investitionen zu tätigen – mit Realitätssinn und der Unterstützung durch Fördermittel. „Ich bin froh, dass bei der Kommunalwahl keine Populisten antreten, sondern Menschen, die sich für Themen der Stadt einsetzen – und nicht Phrasen dreschen, über deren Wahrheitsgehalt wir noch diskutieren müssten“, sagte Groll im Gespräch mit dieser Zeitung.

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10.000 Euro fließen in das Rotkäppchenbad

Förderverein Hallenbad Neustadt hat wieder Geld investiert
Von OP Redaktion

Neustadt-Mengsberg.
Der Förderverein Hallenbad Neustadt hat auch im vergangenen Jahr wieder kräftig in das Rotkäppchenbad in Mengsberg investiert und zieht, wie Vorsitzender Christian Kaiser mitteilt, für das Jahr 2025 eine durchweg positive Bilanz. Nach der farbenfrohen Verschönerung der Hallenbadwände durch Graffiti-Kunst im Jahr 2024 – ein gemeinsames Projekt mit der damaligen Kommunalen Jugendarbeit Neustadt des Vereins bsj Marburg – standen auch 2025 zahlreiche Investitionen im Mittelpunkt, um die Attraktivität der Einrichtung für Besucherinnen und Besucher zu erhöhen.
So wurde ein neues Regal mit Ablagen für Rucksäcke und Handtücher installiert, die Startblöcke wurden erneuert und das Bistro mit stabilen, modernen Stühlen ausgestattet. Insgesamt investierte der Förderverein mehr als 10.000 Euro in das Bad.

Candlelight-Schwimmen steht an

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Früher war mehr Feuer drin

Bernd Malkus beendet nach 37 Jahren sein kommunalpolitisches Engagement
Von Florian Lerchbacher

Neustadt-Mengsberg.
„Ich bin schon so lange dabei, es reicht jetzt mal“, sagt Bernd Malkus – der zwar mit 66 Jahren eigentlich im besten Alter für einen Kommunalpolitiker ist, aber sich eben schon seit dem Jahr 1989 politisch in Neustadt für die CDU engagiert. Und in dieser Zeit so einiges erlebt hat. „Früher wurden sich in der Stadtverordnetenversammlung wenigstens noch richtige Kämpfe geliefert“, erinnert er sich an heiße Diskussionen. Das hat sich durchaus geändert. Inzwischen ist Neustadt eher dafür bekannt, dass viele Initiativen aus dem Magistrat kommen und bei Anträgen schon im Vorfeld Für und Wider in Ruhe diskutiert wird und auch Anregungen aus anderen Fraktionen eingepflegt werden. „Ein bisschen mehr Feuer dürfte schon drin sein“, meint Malkus.
Das Mengsberger Urgestein hätte sein kommunalpolitisches Engagement fast schon 1984 begonnen, als der damalige Ortsvorsteher Heinrich Hasenpflug ihn ansprach und anregte, sich auf die Listen für Ortsbeirat und Stadtverordnetenversammlung setzen zu lassen.

„Das fand ich interessant. Ich war ja bereits in Feuerwehr und Sportverein aktiv und merkte, dass vieles mit Kommunalpolitik zu tun hat und es wichtig ist, dorthin einen guten Draht zu haben.“ Doch dann kam erstmal alles anders und das Leben änderte sich komplett: Am 11. November 1984 hatte Bernd Malkus einen schweren Verkehrsunfall. „Ich lag in Trümmern. Die Ärzte gaben mir keine Chance, bekamen mich aber dann doch wieder hin“, erinnert er sich.

Gelernt hatte er Modellschlosser, um dann jedoch eine Umschulung zum Maler und Lackierer zu machen und im heimischen Betrieb tätig zu werden. Nach dem Unfall konnte er diesen Beruf aber nicht mehr ausüben und war erwerbsunfähig.

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Schulpreis geht an vier Geschwister

Die Martin-von-Tours-Schule hat junge Menschen für ihr Engagement in der Veranstaltungstechnik gewürdigt
Von Laura Lansche

Neustadt.
Grundschülerinnen und -schüler singen, begleitet von Gitarre und untermalt von Bewegungen, das Lied „Hand in Hand“. Auch Lehrerinnen und Lehrer machen in der Cafeteria der Martin-von-Tours-Schule Musik, singen und spielen in einer Band.
Der Höhepunkt des Neujahrsempfangs war die Verleihung des Schulpreises. Der Preis würdigt ehrenamtliches Engagement für die Schule. Den Preis haben vier Geschwister erhalten, die sich schon jahrelang um die Technik an der Schule kümmern – obwohl sie teils nicht einmal mehr zur Schule gehen.

Der Lehrer und pädagogische Leiter der Schule, Steffen Wanke, hielt ihnen zu Ehren eine Laudatio. „Die Preisträger halten sich bescheiden im Hintergrund, sind aber nicht zu ersetzen“, sagte er. Der diesjährige Schulpreis geht an vier junge Menschen, davon zwei aktuelle Schülerinnen und zwei Ehemalige. Die Geschwister heißen Markus (20 Jahre), Linda (18), Diana (16) und Sarah (14) Sohl. Sie kümmern sich bei den großen Veranstaltungen der Schule um die Technik. Dazu gehören die Tage der offenen Tür, Neujahrsempfänge oder Einschulungen.

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Neustädter Mitteilungblatt

Hessisches Landestheater Marburg zeigt den „Zerbrochenen Krug“

Am Donnerstag, dem 12. März 2026,19.30 Uhr, kommt das Hes­sische Landestheater Marburg wieder zu einer Aufführung nach Neustadt in das Kultur- und Bürgerzentrum.
Gezeigt wird diesmal das 1808 in Weimar uraufgeführte Lustspiel von Heinrich von Kleist. Es rekonstruiert eine Tatnacht, in der ein Mensch einen Krug zerbrochen hat. Aber was für ein Krug! An­geklagter, Klägerin und Richter verlieren sich in immer abstruse­ren Verwicklungen und beschuldigen wild herum. Und die einzige wahre Zeugin beschließt zu schweigen…
In Huisum erscheint der Gerichtsrat Walter mit dem Auftrag, die Jus­tiz auf dem „flachen Land“ zu prüfen. Der Dorfrichter Adam jedoch ist verletzt und hat zudem seine Perücke verloren. Trotzdem beginnt die Verhandlung, unter dem Vorsitz des Gerichtsrats, in obengenann­ten Fall. Ein Musterbeispiel der Analyse entblättert sich im Pro und Kontra, im Hin und Her der stattgefundenen Realität. Dieser Ge­richtsverhandlung beizusitzen ist eine wahre Lust, eine diebische
Freude am ausgelassenen Argumentieren und den übertriebenen Ausreden und Beschuldigungen. In diesem Verfahren und in diesem Dorf hat jeder der Beteiligten seine eigenen Begehrlichkeiten. Die Mutter, Marthe Rull, beschuldigt den Verlobten, Ruprecht. Brigit­te, eine Nachbarin, wiederum beschuldigt den Teufel und Schreiber Licht, erhellt um weitere Widersprüchlichkeiten die Geschichte: um die verschwundene Perücke. Und der Richter Adam lässt obenauf ein Multiversum an möglichen Vergangenheiten entstehen …
Die Aufführung richtet sich an alle Menschen ab 14 Jahren, die Sorge tragen, dass Gerichte korrumpiert werden, dass der Egois­mus siegt und Menschen um ihr Recht betrogen werden.
Es handelt sich um eine moderne Inszenierung, die von der re­gionalen Presse positiv wahrgenommen wurde. Eintrittskarten zum Preis von 15 Euro können im NeuSTADTLADEN und bei REWE Richber erworben werden.

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Neustadts Zukunft: Darum soll es gehen

Wo wollen die Kommunalpolitiker nach der Wahl ihre Akzente setzen?
Von Florian Lerchbacher

Neustadt.
Eine Frage, knappe Antwort: Verschiedene Kandidatinnen und Kandidaten der drei in Neustadts Stadtverordnetenversammlung vertretenen Listen äußern sich zu kommunalpolitischen Themen. Teil eins von drei: Vorhaben, Ziele und Projekte.
Was wollen die Parteien CDU und SPD und die Freie Wählergemeinschaft (FWG) in Neustadt bewegen? Die OP befragt die drei Neustädter Fraktionen nach Themen, die in der neuen Legislatur entscheidend sein dürften.

Zum Auftakt lautet die Frage: In Neustadt bringt der Bürgermeister viele Themen auf den Weg. Wo wollen Sie mit Ihrer Fraktion in den kommenden Jahren Akzente setzen?

Wolfram Ellenberg (CDU): Thomas Groll ist ein starker Bürgermeister, der viel für Neustadt erreicht hat. Aber er braucht verlässliche Mehrheiten für seine Arbeit. Dafür stehen wir als CDU bereit. Gemeinsam mit ihm diskutieren wir in der Fraktion über den besten Weg für Neustadt und gemeinsam haben wir unser Wahlprogramm erarbeitet. Wichtig sind uns Stadtentwicklung, Erhalt der Infrastruktur, Finanzen und Daseinsfürsorge.

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Dunkle Wolken überm „Sonnenschein“

Stadt Neustadt muss nach Wasserschaden gesamten Kita-Betrieb auslagern

Von Florian Lerchbacher

Neustadt.

Nun also doch: Die Kindertagesstätte „Sonnenschein“ muss eine Zeit lang geschlossen bleiben, und die mehr als 130 Kinder aus den sechs Gruppen müssen alle in andere Gebäude ausweichen. Ursprünglich hatte die Stadt Neustadt nach Entdecken des massiven Wasserschadens noch gehofft, parallel zu den Sanierungsarbeiten zumindest einen Teil des Betriebes im eigentlichen Haus in der Eichsfelder Straße aufrechterhalten zu können – doch dann gab es in der vergangenen Woche gleich zwei schlechte Nachrichten.

Eine Warmwasserleitung war im vergangenen Jahr gebrochen. Wie viel Wasser damals genau austrat, ließ sich nicht herausfinden. Doch die Auswirkungen waren erheblich – und nicht nur riech-, sondern auch sichtbar. Angesichts der Durchfeuchtungen und Schimmelspuren gab es zwischenzeitlich sogar die Befürchtung, dass ein Neubau unumgänglich sei.

Doch dann hieß es zunächst, dass eine Sanierung im laufenden Betrieb möglich ist und nur zwei Gruppen (die Pinguine und die Bienen) in den Pavillonbereich der Waldschule ausweichen müssen. Die Enten sollten im Mehrzweckraum Unterschlupf finden, während Rückbau-, Demontage-, Reinigungs-, Trocknungs- und später Wiederherstellungsarbeiten stattfinden.

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Neustädter Mitteilungsblatt

Sternsinger-Aktion 2026
Nein zur Kinderarbeit

Dass Kinder zur Schule gehen, Hobbys haben und mit Freundin^ nen und Freunden spielen können, scheint für uns selbstverständ­lich. Und doch verbringen Millionen Mädchen und Jungen welt­weit ihre Tage in Fabriken und auf Feldern.
Sie müssen arbeiten, weil ihre Eltern arm sind, weil es keine So­zial- oder Krankenversicherungen gibt, weil sie als billige Arbeits­kräfte ausgebeutet werden.
Die Vereinten Nationen schätzen, dass gegenwärtig etwa 138 Mio. Kinder weltweit dieses Schicksal teilen. Daran möchte die Stern­singer-Aktion 2026 erinnern und um Spenden bitten, um Kindern eine bessere Zukunft zu geben.
Beispielland der diesjährigen Aktion ist das asiatische Land Bang­ladesch. Ein Land mit großer kultureller Vielfalt, einer beein­druckenden Natur und großer Gastfreundschaft, aber eben auch politischer Unsicherheit und wirtschaftlicher Not. 171 Mio. Men­schen leben dort, alleine 23 Mio. in der Hauptstadt Dhaka. Man vermutet, dass 1,8 Mio. Kinder arbeiten müssen, oft unter Zwang und gefährlichen Bedingungen.
Das Sternsingen um den Dreikönigstag am 6. Januar geht auf eine jahrhundertealte Tradition zurück. Seit Ende der 1950er Jahre gibt es in Deutschland, Österreich und Belgien zentral von katho­lischen Hilfswerken gesteuerte Sternsinger-Aktionen. Längst neh­men hieran auch Kinder anderer Konfessionen teil.
Unter Pfarrer Arnulf Hummel entstand auch in Neustadt der Brauch des Sternsingens, in Momberg gab es ihn schon viel länger. Am 9. Januar 2026 empfingen Bürgermeister Thomas Groll, Stadt­verordnetenvorsteher Franz-W. Michels und Erster Stadtrat Wolf­ram Ellenberg die kleinen Königinnen, Könige und Sternenträger mit ihren Betreuerinnen und Pfarrer Andreas Rhiel im Rathaus. Gemeinsam wurde gesungen und gebetet.
Der Bürgermeister dankte allen Beteiligten für ihren wichtigen Dienst zugunsten der Kinder in der Welt und überreichte eine Spende sowie Süßigkeiten.
Zum Abschluss wurde die traditionelle Formal „Christus segne dieses Haus“ über der Rathaustür angebracht. „Neustädter Mitteilungsblatt“ weiterlesen

Neustädter Mitteilungsblatt

Zukunft Innenstadt
Stadt Neustadt (Hessen) erhält bis zu 170.000 Eura vom Land Hessen

Neustadts Bürgermeister Thomas Groll war Mitte Dezember 2025 nach Frankfurt a.M. gereist, um einen Förderbescheid über bis zu 170.000 Euro von Kaweh Mansoori, dem hessischen Minister für Wirtschaft, Energie, Verkehr, Wohnen und ländlichen Raum ent­gegenzunehmen.
Das Geld entstammt dem Förderprogramm „Zukunft Innen­stadt“ 2026-2028. Die Kommune, so der Bürgermeister, habe hier Projekte für insgesamt rund 190.000 Euro angemeldet und erhalte nun eine Unterstützung von 90 % durch das Land. Dies sei aber­mals eine erfreuliche Nachricht aus Wiesbaden und unterstütze die vielfältigen Aktivitäten Neustadts.
Folgende Vorhaben können gefördert werden:
• Begleitung des Coworking-Space im Historischen Rathaus
Hier geht es darum, die Einrichtung bekannter zu machen und die Nutzerquote zu erhöhen.
• Aufwertung des Bürgergardeplatzes
Ziel ist es, die Veranstaltungsfläche, die u.a. vom Kunst-Cafe und der Historischen Bürgerwehr genutzt wird attraktiver zu gestalten und die Sitzgelegenheiten entlang der Mauer zu er­neuern. „Neustädter Mitteilungsblatt“ weiterlesen

Neustadt investiert in LED-Technik bei Straßenlampen

Stadt forciert Energiewende mit mehreren laufenden Projekten

Neustadt.

Unter dem Vorsitz von Bürgermeister Thomas Groll tagte kürzlich der Energiewendebeirat der Stadt Neustadt. Bei der Zusammenkunft befassten sich die Teilnehmer aus Verwaltung, Kommunalpolitik, dem Klimaschutzmanagement und der EAM mit aktuellen Fragestellungen vor dem Hintergrund der Energiewende.

Groll berichtete zunächst über den Beschluss der Neustädter Stadtverordnetenversammlung zur Gründung einer „Energie Neustadt GmbH“ zwischen der Kommune und der Energiegenossenschaft Vogelsberg.

Weiterhin wurde mitgeteilt, dass nun endlich der Förderantrag für den Austausch von rund 320 weiteren Lampen der Straßenbeleuchtung bewilligt worden sei. Auch diese sollen jetzt auf LED-Technik umgestellt werden. Das Investitionsvolumen beläuft sich hier auf rund 160.000 Euro, die Förderung für die Kommune beträgt 40.000 Euro. Die Stadt rechnet mit jährlichen Einsparungen im fünfstelligen Bereich.

Mittlerweile wurden die auf kommunalen Dächern – Kindergarten Momberg, Feuerwehrhaus Momberg, Kindergarten „Sonnenschein“ und Zollhof – installierten PV-Anlagen in Betrieb genommen.

Teilweise wird die dort gewonnene Energie auch für die Gebäude selbst genutzt. Gegenüber dem „Haus für alle“ in Mengsberg wird im Frühjahr eine E-Ladesäule installiert.

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