Neustädter Mitteilungsblatt

Liter(N)ATUR 21! – wir lesen in der Natur. Wasserproben, Märchen & Eis an der Speckswinkler Grillhütte

Mit Liter(N)ATUR 21! möchte die Stadt Neustadt (Hessen) interessierten aller Altersklassen verschiedene Literaturformen nahebringen und dies immer wieder mit Naturerlebnissen verbinden. Gefördert wird die kulturelle Veranstaltungsreihe von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien.

Am 18. September 2021 waren 30 Mädchen und Jungen mit Eltern und Großeltern der Einladung der Kommune an die Speckswinkler Grillhütte gefolgt.

Bürgermeister Thomas Groll konnte Dr. Astrid Wetzel aus Amöneburg und die Märchenerzählerin Monika Mosburger aus Marburg/L. begrüßen, die das Programm des Nachmittags gestalteten.

Die promovierte Biologin Astrid Wetzel nahm Wasserproben aus dem kleinen Teich, gab den Kindern und Erwachsenen fachkundige Erläuterungen und lud ein, die mitgebrachten Mikroskope zu nutzen. Neben Libellenlarven und jeder Menge Wasserkäfer war sogar ein Molchbaby zu entdecken.

Monika Mosburger, eine ehemalige Lehrerin, erzählt seit 40 Jahren Märchen. Für Speckswinkel hatte sie das weniger bekannte Märchen „Die Nixe am Teich“ der Brüder Grimm ausgewählt und trug es gekonnt an einem Spinnrad sitzend vor. Ortsvorsteher Martin Naumann hatte den Eiswagen organisiert und Bürgermeister Groll den kleinen Besuchern spontan eine Kugel spendiert.

Bei schönem Wetter und guter Stimmung war es ein gelungener Nachmittag, den Sonja Stark vorbereitet hatte. „Neustädter Mitteilungsblatt“ weiterlesen

Erst die Resolution, dann die Revolution?

Dreck und Lärm durch A-49-Baustellenverkehr nervt die Neustädter / Groll hat Ideen
Von Florian Lerchbacher
Neustadt. „Die Autos sind dreckig, die Fassaden sind dreckig und es kommt immer wieder zu Staus.“ Bürgermeister Thomas Groll sprach während der Stadtverordnetenversammlung ein Thema an, das seit Beginn der Erdaushubarbeiten auf den A-49-Baustellen für Verärgerung sorgt bei den Anwohnern der betroffenen Straßen, aber auch bei allen Bürgern, die durch Neustadt und die Umgebung fahren (die OP berichtete Ende August). Täglich sind mehr als 200 Lastzüge unter anderem in Lehmkaute und Marburger Straße unterwegs. „Wir haben mit Deges und Strabag Gespräche geführt. Aber das ist nicht immer einfach. Der eine spielte dem anderen das Bällchen zu – und umgekehrt“, monierte der Bürgermeister. Immerhin habe die Stadt erreicht, dass die Straßen öfter gereinigt würden und einmal die Woche eine Kehrmaschine die Gehwege reinigt – doch das reiche noch lange nicht, wie sich zeige. Und da davon auszugehen sei, dass die Lastwagen rund um Neustadt noch bis März oder April unterwegs seien müssten, gelte es, den Verkehr im Stadtgebiet zu minimieren. Der Vorschlag aus Neustadt lautet, den Verkehr über Wirtschaftswege im Feld quasi an der Stadt vorbeizuführen.

Gegenwärtige Belastung „nicht hinnehmbar“

Aus diesem Grund haben die drei Fraktionen und der Magistrat eine Resolution entwickelt, die mehrere Punkte umfasst: Zunächst erinnern sie daran, dass sich Stadtverordnetenversammlung und Magistrat für den Weiterbau der Autobahn 49 ausgesprochen hatten und die Straße als wichtig für den Wirtschaftsstandort Ostkreis und als gute Entlastung für die Kernstadt und die Stadtteile ansehen. Aber: „Auch wenn Lehmkaute und Marburger Straße im Planfeststellungsbeschluss (…) für die Aufnahme des Baustellenverkehrs vorgesehen sind, halten wir die gegenwärtige Belastung von über 200 Lkw-Fahrten am Tag für nicht hinnehmbar. Dreck und Staub auf beiden Straßen und auf den Gehwegen sowie teilweise auf den Hausfassaden stellen eine große Belastung für die Anwohner dar. Hier bedarf es dringend der Abhilfe.“ „Erst die Resolution, dann die Revolution?“ weiterlesen

Wo einst eine Linde im Weg stand

Bischof Gerber feiert zum Momberger Kirchenjubiläum
„150 plus 1“ ein Pontifikalamt
Von Florian Lerchbacher
Momberg. Sie ist weder mittelalterlich noch barock oder modern – aber: Sie ist das Wahrzeichen Mombergs, schon aus der Entfernung deutlich zu erkennen und inzwischen 151 Jahre alt. Und damit stammt sie aus einer Zeit, „in der man die alten Formen der Romantik und vor allem der Gotik erneuern wollte, aber noch keine eigenen, neuen Formen geschaffen hatte“. So beschrieb der Momberger Werner Schmitt vor 26 Jahren anlässlich des 125-jährigen Bestehens in einer Chronik die Pfarrkirche St. Johannes der Täufer und sprach schließlich von Neugotik.

Bischof Dr. Michael Gerber kommt am Sonntag

Im vergangenen Jahr hätte das nächste Jubiläum angestanden. Doch Corona machte die Feierlichkeiten unmöglich – und so trafen die Momberger die Entscheidung, das Jubiläum zu verschieben und in diesem Jahr sozusagen 150 plus 1 zu feiern. Aus diesem Grund kommt am Sonntag Bischof Dr. Michael Gerber in den Neustädter Stadtteil und feiert ab 10 Uhr anlässlich des Kirchenjubiläums ein Pontifikalamt. Da die Pandemie aber immer noch wütet, findet der Gottesdienst auf dem Kirchplatz nach den derzeit geltenden Coronaregeln statt, aber wenigstens mit gutem Blick auf das Gotteshaus und ganz in der Nähe des sakralen Raums mit seinem beeindruckenden Netzgewölbe aus rotem Sandstein und den spektakulären Fenstern von Baumeister Carl Schäfer.

Zuvor hatte an Ort und Stelle eine Wehrkirche gestanden, die 1867 abgerissen wurde – und deren Grundstein noch heute im hinteren Ende der Johanneskirche zu sehen ist. Eigentlich war die alte Kirche schon viele Jahre früher zu klein geworden, doch neben ihr stand eine Linde, die niemand anrühren wollte. Ein Architekt hatte sich 1830 den Unmut der Bürger des damaligen „Muminberg ad tiliam“ (Momberg bei der Linde) zugezogen, als er den Vorschlag machte, den Baum zu fällen. „Wo einst eine Linde im Weg stand“ weiterlesen

Neustädter Mitteilungsblatt

Kultur- und Bürgerzentrum eingeweiht „Wir investieren in Steine und damit für die Menschen dieser Kommune.“

In kleinem Rahmen – etwa 90 geladene Gäste bestehend aus Kommunalpolitikerinnen und -politikern, Mitarbeitenden der Verwaltung, Planern und Vertretern der bauausführenden Firmen sowie Kooperationspartnern und künftigen Nutzern – fand am 10. September 2021 die offizielle Einweihung des neuerbauten Kultur- und Bürgerzentrums in der Querallee statt.
Natürlich habe man „im Normalfall“ vorgehabt, dieses größte Bauprojekt in der Geschichte der Kommune mit 435 Besuchern, Tanzgarden und viel Musik einzuweihen, aber seit März 2020 sei aufgrund der Corona-Pandemie eben nichts mehr „normal“, so Bürgermeister Thomas Groll im Vorfeld der Veranstaltung. Dennoch habe der Magistrat sich dafür ausgesprochen eine Eröffnungsveranstaltung durchzuführen. Diese gehöre „einfach dazu“ und solle eine Art „Startschuss“ für einen neuen Abschnitt sein.
Die musikalische Umrahmung des Abends oblag der Marburger Sängerin Ulla Keller. Diese präsentierte unter dem Motto „Petticoat und Platzpatronen“ gekonnt deutsche Schlager aus den 1960er Jahren. So konnte man an diesem Abend u. a. „Ich will keine Schokolade“, „Schuld war nur der Bossa Nova“ oder „Ohne Krimi geht die Mimi nie ins Bett“ hören.
War die alte Bühne knapp über 60 qm groß, so stehen nun 90 qm zur Verfügung. So war es möglich, diese quasi zweizuteilen. Links standen Rednerpult, der Spaten vom ersten Spatenstich und ein überdimensionaler Schlüssel, rechts dann das „Wohnzimmer“ von Ulla Keller mit Sesseln und Tisch. Die Vorbereitung hierfür hatte Sonja Stark von der Stadtverwaltung mit den Hausmeistern übernommen.
Pfarrer Andreas Rhiel musste an diesem Abend noch einen Gottesdienst in Amöneburg halten und so wurden Gebet, Fürbitten und Segen für Gebäude, Nutzer und Verantwortliche der Kommune am Anfang der Eröffnung vollzogen. Der katholische Geistliche vertrat auch Pfarrerin Kerstin Kandziora, die im Urlaub ist.
Zur Überraschung aller trat dann als erste Rednerin“ Leonie Groll auf die Bühne. Die junge Dame erklärte, dass sie „im Normalfall“ mit ihrer Tanzgruppe am Eröffnungsabend aufgetreten wäre, dies aber aus bekannten Gründen leider nicht gehe, deshalb wolle sie alle Gäste willkommen heißen und ihnen einen schönen Abend wünschen. „Wenn die Veranstaltung drei Wochen später gewesen wäre, hätte vielleicht auch Frau Merkel Zeit gehabt…“, stellte sie mit einem Lächeln fest. Den Ball griff der Bürgermeister später auf und erklärte, die Kanzlerin einmal zu einer historischen Veranstaltung einzuladen.
Thomas Groll begrüßte anschließend nochmals offiziell die Anwesenden und hieß besonders den Vertreter der Landesregierung, Staatssekretär Dr. Stefan Heck, Landrätin Kirsten Fründt, den Landtagsabgeordneten Dirk Bamberger und die Kreisbeigeordnete Sigrid Waldheim willkommen. Ein besonderer Gruß galt Erstem Stadtrat Wolfram Ellenberg, der Geburtstag hatte. Unterstützt von Ulla Keller brachten ihm die Anwesenden ein Ständchen dar. „Neustädter Mitteilungsblatt“ weiterlesen

Vom Netzbetreiber zur Modellkommune

Neustädter stimmen nun doch dem Verkauf der Strom-Netzgesellschaft zu
Von Florian Lerchbacher
Die Stadt Neustadt hat ihre kommunalen Anteile an der Netzgesellschaft Herrenwald an die EAM verkauft.Symbolfoto: Hauke-Christian Dittrich/dpa
Neustadt. Begeisterung herrschte nicht gerade in den Reihen der Neustädter Kommunalpolitiker, dennoch entschieden sie sich am Montag, dem Weg der Stadtallendorfer zu folgen und dem Verkauf der kommunalen Anteile an der Netzgesellschaft Herrenwald an die EAM zuzustimmen. Allerdings erst, nachdem der Energiekonzern der Stadt in Aussicht gestellt hatte, sie als Modellkommune zu behandeln und bei der Energiewende zu begleiten.

Im Jahr 2011 hatten die beiden Städte vom Energiekonzern Eon einen Anteil von 49 Prozent am Stromnetz in beiden Kommunen erworben – 71 Prozent gehören Stadtallendorf, 29 Prozent Neustadt. 51 Prozent verblieben beim Versorger. Die Städte gründeten daraufhin die Netzgesellschaft Herrenwald, die das Netz unterhält und alle Entscheidungen trifft. Seitdem nutzten die Städte ihre Anteile am Netzentgelt, um Zins und Tilgung zu leisten und den kommunalen Anteil an den jährlichen Investitionen in das Stromnetz zu finanzieren.

Inzwischen jedoch hat die Regulierungsbehörde, unter anderem aufgrund von Änderungen am Kapitalmarkt, die zu erzielenden Erlöse nach unten geändert. Noch dazu endet mit Ablauf dieses Jahres die Zinsbindung. Die Folge: Das erwirtschaftete Geld reicht nicht wie geplant – beide Städte müssten für die Finanzierung oben genannter Punkte eigenes Geld in die Hand nehmen. Laut Prognosen wären das für das Jahr 2021 insgesamt 80 000 Euro – und bis 2042 insgesamt 1,7 Millionen Euro. Vor diesem Hintergrund bot die EAM an, den Netzanteil der Kommunen zurückzukaufen und den Schuldendienst für 2021 zu übernehmen. „Vom Netzbetreiber zur Modellkommune“ weiterlesen

Großes Lob für das Millionenprojekt

Einweihung des neuen Kultur- und Bürgerzentrums Neustadt
Von Florian Lerchbacher
Neustadt. „Das ist eine wunderbare Bühne, das Licht ist fantastisch, die Technik ist toll.“ Größer hätte das Lob von Ulla Keller während der Einweihung des Kultur- und Bürgerzentrums Neustadt kaum ausfallen können. Die Sängerin war quasi Moderatorin des Abends – dabei hatte Bürgermeister Thomas Groll sie ursprünglich nur für ein Lied verpflichten wollen, um die Geschichte des Millionenprojektes zu untermalen: „Wunder gibt es immer wieder“ von Katja Ebstein sollte sie singen. Doch für ein einziges Lied komme sie doch nicht nach Neustadt, erklärte sie während der Veranstaltung, der sie letztendlich mit einer Auswahl aus ihrem Repertoire „Petticoat und Platzpatronen“ einen unterhaltsamen Rahmen gab.

Die Begrüßung übernahm Grolls Tochter Leonie, die eigentlich mit ihrer Garde getanzt hätte, erklärte der Rathauschef und ließ die Gäste kurz die Augen schließen, um sich vorzustellen, wie die Einweihung des Millionenprojektes ohne die Pandemie abgelaufen wäre: mit 435 statt der handverlesenen 90 Gäste, mit Tanz, noch mehr Musik und noch ausgelassener Stimmung. „Doch so standen wir heute mit dem Zollstock im Saal, um den Abstand zwischen den Stühlen zu messen“, bedauerte er und betonte: „Aber wir wollten es uns trotzdem nicht nehmen lassen, das größte Neustädter Bauvorhaben aller Zeiten offiziell einzuweihen.“ „Großes Lob für das Millionenprojekt“ weiterlesen

Pflegekonzept erstellen

Wie mäht der Bauhof unsere Grünflächen? Wie behandeln wir Feldraine, damit die Biodiversität gefördert wird? Diese Fragen sollen im Rahmen der Erstellung eines Pflegekonzeptes besprochen und geregelt werden.

Der SPD Antrag wurde mit leichten Veränderungen in einen gemeinsamen Antrag umgewandelt.

520 000 Euro für die Innenstädte

Neustadt, Stadtallendorf und Kirchhain profitieren vom Förderprogramm des Landes
Von Florian Lerchbacher
Ostkreis. Gute Nachrichten hatte das Land Hessen für Neustadt, Stadtallendorf und Kirchhain. Die drei größten Städte des Ostkreises kommen in den Genuss von Mitteln aus dem Förderprogramm „Innenstadt“. Das Land Hessen will mit den Geldern (insgesamt standen 27 Millionen Euro bereit) Kommunen dabei unterstützen, „zusammen mit den Akteuren vor Ort kreative und nachhaltige Lösungsansätze zu entwickeln, um ihre Innenstädte neu zu denken und zu gestalten“ – und die Innenstädte damit zu stärken. 110 Städte und Gemeinden erhalten Fördermittel: Neustadt bekommt die maximal mögliche Summe in Höhe von 250 000 Euro, Stadtallendorf erhält 170 000 Euro, Kirchhain 100 000 Euro. Die Kommunen müssen zwischen 10 und 20 Prozent der Summe beisteuern.

„Scheinbar hat unser Konzept die Jury voll überzeugt“, freut sich Neustadts Bürgermeister Thomas Groll, der gemeinsam mit den Quartiersmanagerinnen Heike Brandt (Büro für Stadt- und Regionalentwicklung Kassel) und Svetlana Nerenberg (bsj Marburg) sowie der für Kultur und Ehrenamt zuständigen Verwaltungsmitarbeiterin Sonja Stark den Förderantrag auf den Weg gebracht hatte. Die Mittel müssen bis Ende 2023 ausgegeben werden. „Dies ist eine große Chance, die es nun zu nutzen gilt. Dabei werden wir nicht überstürzt, sondern konzeptionell vorgehen“, so Groll.

Neustadt hat einen bunten Strauß an Ideen „520 000 Euro für die Innenstädte“ weiterlesen

Langsam kommt Leben in die Bude

Tag der offenen Tür im neuen Kultur- und Bürgerzentrum findet trotzdem vornehmlich unter freiem Himmel statt
Von Florian Lerchbacher
Neustadt. Viele Monate lang stand das Kultur- und Bürgerzentrum Neustadt quasi mit einem imaginären Schleifchen drumherum fertig in der Querallee, doch aufgrund des Lockdowns konnten in dem 6,6 Millionen Euro teuren Neubau keine Veranstaltungen stattfinden. Der Frust war groß, doch langsam aber sicher kommt Leben in die Bude und die Stadt um Bürgermeister Thomas Groll kann die Einweihung feiern. Diese findet am Freitag statt – aufgrund der Corona-Pandemie allerdings in weitaus kleinerem Rahmen als einst geplant und noch dazu ausschließlich mit explizit eingeladenen 90 Gästen.

Doch wer möchte, kann einen Tag später einen Einblick in das Gebäude bekommen: Führungen werden um 12, 12.30, 13, 13.30, 14.30 und 15 Uhr angeboten – andere ursprünglich angebotene Termine sind bereits ausgebucht. Das Interesse sei riesig, freut sich der Rathauschef und weist darauf hin, dass Treffpunkt für die Führungen jeweils der Haupteingang ist und die Teilnehmerzahl auf 15 Personen begrenzt ist (wer dabei sein will, muss getestet, geimpft oder genesen sein, den entsprechenden Nachweis erbringen und eine medizinische Maske tragen): „Noch müssen wir den Einlass steuern, aber wir hoffen auf bessere Zeiten, in denen die Menschen ihr Haus dann endlich in Besitz nehmen können.“ „Langsam kommt Leben in die Bude“ weiterlesen