Weil Scherzmarkt verlegt wurde, war der Weihnachtsmarktes extrem klein
Von Florian Lerchbacher
Neustadt.
Eigentlich waren die Voraussetzungen für ein gutes Gelingen des Neustädter (Nach-)Weihnachtsmarktes perfekt: Klirrende Kälte, aber trockenes Wetter – und der 27. Dezember fiel als traditioneller Veranstaltungstag auch noch auf einen Samstag. Doch genau das war auch das Problem: Am 28. Dezember findet nur wenige Kilometer weiter der Treysaer Scherzmarkt statt. Doch da der 28. dieses Jahr aber ein Sonntag und dieser Wochentag dort kein Markttag ist, verlegte die Nachbargemeinde ihre Veranstaltung nach vorne.
Und so waren in Treysa um die 150 Stände, während sich nach Neustadt nur ein paar wenige Klamotten-Händler verirrten. Vom üblichen Geschrei und Anpreisen der Waren war also nichts zu hören im Herzen der Junker-Hansen-Stadt. Dennoch kamen einige Gäste und nutzen die Zeit, um sich wenigstens mit ihren Mitmenschen auszutauschen.
So wie Michael Launer und Ehefrau Sabine, die das mangelnde Angebot zwar extrem schade fanden: „Aber das ist unser Weihnachtsmarkt. Also besuchen wir ihn natürlich auch.“
Und wenigstens einige Vereine sorgten wieder für beliebte Anlaufstellen: Neben den Handballern des VfL und den Wasserratten der DLRG war natürlich die Feuerwehr am Start – auf deren Seite sich die Betreuerinnen der Löschbande, also der für Jungen und Mädchen im Alter von sechs bis zehn Jahren gedachten Kinderfeuerwehr, sich etwas besonderes ausgedacht hatten.
Sie verkauften Waffeln und Heißgetränke – und (obwohl Vereine eigentlich Geld auch immer selbst gut gebrauchen können) spenden einen Teil des Erlöses an die Elterninitiative leukämie- und tumorkranke Kinder in Marburg. Das sei ihnen eine Herzensangelegenheit, betonten die vier Betreuerinnen – die vor wenigen Monaten eine Feuerwehrkameradin viel zu früh an die Krankheit verloren hatten. Daher wollten sie etwas unternehmen, um den Kampf gegen Krebs mitzukämpfen und eine Initiative zu fördern, die sich ebenfalls um Kinder kümmert.
Zwei große Märkte im Ostkreis des Landkreises Marburg-Biedenkopf stehen nun noch bevor: Der Johannismarkt Stadtallendorf am Montag, 29. Dezember 2025, sowie der Neujahrsmarkt in Kirchhain einen Tag später – der in der Ohmstadt scherzhaft auch gerne als örtlicher Nationalfeiertag bezeichnet wird und neben zahlreichen Ständen mit einem bunten Programm aufwartet.

