Straßenmaler interpretieren das Thema Vielfalt ganz weit

Festival in Neustadt litt unter verregnetem Samstag / Gute Resonanz am zweiten Tag
Von Florian Lerchbacher

Neustadt.
Mensch und Tier, Fuchs und junge Frau, verbindet der Blick aus den Augen. Kimberly Hillebrandt ist eine der zehn Profimalerinnen und Profimaler beim Straßenmalerfestival in Neustadt. Wie ihre Mutter kommt sie seit mehreren Jahren zum Festival. „Es gefällt mir hier sehr“, sagt sie.
Das wird der Arbeitskreis Straßenmalerfestival gern hören. Er weiß um die enge Bindung, die viele auswärtige Künstler zum hessischen Neustadt inzwischen haben. Bei der 17. Auflage des Straßenmalerfestivals in der Marktstraße hat nur das Wetter nicht so mitgespielt. Der Samstag war teils verregnet. „Darum sind sicherlich viele weggeblieben und kommen auch heute nicht mehr“, sagt Roswithe Trümpert traurig. Doch der Andrang nimmt am Mittag des zweiten Festivaltages noch zu. Am Ende werden es deutlich mehr als 60 Straßenmalerinnen und Straßenmaler sein, die dabei sind. Und dennoch, es hätte noch einige Plätze für Kunstwerke gegeben an diesem Tag.

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Kleine und große Kunst

Neustädter Straßenmalerfestival findet an diesem Wochenende statt / Fotoausstellung im Rathaus
Von Florian Lerchbacher

Neustadt.
Ein Raster ist des Rätsels Lösung, sagt Marion Ruthardt. Dann sei es gar nicht so schwierig, Straßenmalerei umzusetzen und große Bilder auf den Asphalt zu bringen. Die Duisburgerin gehört seit der Erstauflage des Neustädter Straßenmalerfestivals vor bald 20 Jahren zur Riege der Profis, die an der Veranstaltung teilnehmen. Am Donnerstag gab sie einem guten Dutzend Kindern zwischen 9 und 11 Jahren einen Einblick in ihr Können und erklärte ihnen, wie man ein Bild aus dem Kleinen ins Große überträgt.
Das Wichtigste sei, dem Bild ein Raster zu verpassen und dann Kästchen für Kästchen zu übertragen. „Das kann jeder“, betonte sie und animierte dazu, einfach mutig zu sein und sich an den großen Kunstwerken zu versuchen: „Übung macht den Meister.“ Als Motiv für den Workshop – den der Arbeitskreis Straßenmalerfestival und die Stadtjugendpflege mit finanzieller Unterstützung aus dem Förderprogramm des Landes „LandKulturPerlen – Kulturelle Bildung in ländlichen Räumen“ initiiert hatten – hatte sie eine Mangafigur ausgewählt. Diese sollten die Kinder auf Spanplatten übertragen und mit einem eigenen Hintergrund versehen.

Das Thema lautet „Vielfalt – Menschen, Tiere und Natur“

Die entstandenen Werke sollen dann am Sonntag, 23. August, an dem zwischen 14 und 17 Uhr geöffneten Junker-Hansen-Turm ausgestellt werden. „Und vielleicht noch zu anderen Möglichkeiten, damit wir für unsere Veranstaltung werben können“, sagt Roswitha Trümpert, die Vorsitzende des Arbeitskreises.

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Üben für ein selbstständiges Leben

Diakoniezentrum Hephata hat in Neustadt eine neue Wohnform eingerichtet

Neustadt.
Das Diakoniezentrum Hephata erweitert sein Angebot in Neustadt um eine neue Wohnform: In einem ehemaligen Haus der Jugendhilfe können seit Juli sechs Menschen den Schritt in ein selbstständigeres Leben wagen – „mit so viel Freiheit wie möglich und so viel Unter- stützung wie nötig“, wie Johannes Fuhr, der Leiter der Öffentlichkeitsarbeit, mitteilt. Vier Plätze sind bereits belegt, zwei noch frei.
Gedacht ist das Haus für Menschen, die selbstständiger wohnen möchten, für die der Sprung aus Elternhaus oder Wohngruppe in eine ganz eigene Wohnung aber noch zu groß wäre. Sandra Uhrig kennt diese Lücke gut. Die Quartiersmanagerin erzählt von jungen Menschen, die aus der Jugendhilfe kommen und plötzlich im Erwachsenenbereich landen. Dort wohnen mitunter Menschen, die Jahrzehnte älter sind. „Da ist das Gefälle groß, die Interessen sind unterschiedlich“, sagt sie.

Team soll „Brüche“ abfedern

Für manche passe das schlicht nicht. Die Alternative wäre das klassische betreute Wohnen – eine eigene Wohnung irgendwo im Ort, dazu stundenweise Unterstützung.

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Sechsstelliger Betrag fließt in Wasserversorgung

Stadt Neustadt erneuert die Quellsammelbehälter in Momberg
Von Florian Lerchbacher

Neustadt-Momberg.
Ein Blick in die Quellsammelschächte der Momberger Wasserversorgung unterstreicht eine Aussage von Bürgermeister Thomas Groll: „Es gab Handlungsbedarf.“ In den beiden Kammern des Gebäudes befinden sich Korrosionsschäden an verschiedenen Armaturen und auch an Wänden. Zudem ist die mineralische Beschichtung der Wände über die Jahre weich geworden und hat sich teilweise abgelöst.
Für den Laien ein erschreckender Anblick – aber kein Grund zur Besorgnis, wie Thomas Dickhaut, der Leiter des Fachbereichs Bauen, Planen und Umwelt der Stadt Neustadt, sofort betont: In den Kammern werde schließlich nur das aus der Quelle gewonnene „Rohwasser“ gelagert. Bevor es als Trinkwasser in die Haushalte komme, werde es noch gereinigt. Im Hochbehälter, in den es gepumpt wird, fließt es über eine spezielle UV-Anlage, die Bakterien, Viren und Keime zerstört.

„Das in den Kammern verwendete Material hat eine Trinkwasser-Zulassung. Und in Deutschland wird nichts so genau kontrolliert, wie die Qualität von Trinkwasser“, fügt Groll hinzu. Aber Zeit zu handeln sei eben nun gewesen – und da kommt die Stadt ins Spiel, denn sie ist in den Stadtteilen Momberg, Mengsberg und Speckswinkel Träger der Wasserversorgung. Momberg bezieht sein komplettes Trinkwasser aus der Quelle, die in der Nähe des Reitplatzes liegt. Das dazugehörige Gebäude ist derzeit eine große Baustelle – wodurch die Wasserversorgung des Dorfes aber nicht beeinträchtigt wird, so Groll.

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Erzbischof Schick meistert „Pfaffenzapfen“

Hunderte Menschen kamen am Wochenende zur 800-Jahr-Feier nach Momberg
Von Niko Dziehel

Neustadt-Momberg.
Der Samstagabend liegt noch in der Luft an diesem Sonntagvormittag in Momberg. Der illuminierte Teich, die tolle Stimmung und die feierliche Atmosphäre sind Gesprächsthema Nummer eins bei den zahlreichen Gästen. Sie alle haben sich, gut erholt vom Vorabend, zur zweiten Runde des Teich- und Weinfestes getroffen. Schließlich wird das Heimatdorf nur einmal 800 Jahre alt. „Brechend voll wie gewünscht“ sei es gewesen, verrät Jörg Sack beim entspannten Gespräch, frische Bratwurst und Apfelschorle inklusive. Die „tolle Stimmung gestern Abend“ erwähnt er nicht als einziger.
Das Highlight des Tages ist das sogenannte „Pfaffenzapfen“. Ein oder mehrere Geistliche, in Momberg waren dies der Erzbischof von Bamberg Ludwig Schick und der Seelsorger der Bundespolizei Christian Schmitt, stehen bereit zum Fassanstich und schenken die ersten Runden noch selbst aus. Es riecht nach Herzhaftem, eifrige Ehrenamtliche tragen Kuchen zum dazugehörigen Stand, während die Gäste gespannt dem Anstich beiwohnen. Ein umtriebiges Fest nimmt Tempo auf, während die Band auf der Bühne im Hintergrund Stimmung macht. Das Pfaffenzapfen, Teil des Teich- und Weinfestes, reiht sich nahtlos in den Veranstaltungskalender zum 800-jährigen Bestehen Mombergs ein. Für Schick ist die Veranstaltung auch eine Rückkehr. Er stammt aus Marburg, Mardorf genauer gesagt, und kommt „immer wieder gerne zurück, wenn ich eingeladen werde“. Hier trifft er alte Bekannte wieder, sagt er, „das ist immer schön“. Auch Teile seiner Familie leben noch in der Umgebung. Nach dem erfolgreichen Pfaffenzapfen sitzt auch er nun als Gast am Tisch mit den Mombergern.

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Neustädter Mitteilungsblatt

Renaturierung des Gewässers „Die Wiera“ im Bereich des Bürgerparks (II. Bauabschnitt) im Stadtgebiet von Neustadt (Hessen)

Die Stadt Neustadt (Hessen) hat im Jahre 2025 die Genehmigung erhalten, weitere Renaturierungsmaßnahmen zur strukturellen Aufwertung des Gewässers „Die Wiera“ (III. Ordnung) im An­schluss an die bereits im Jahr 2021 fertiggestellten Arbeiten im Bereich des Bürgerparks im Stadtgebiet der Stadt Neustadt (Hes­sen) fortzuführen.
Dabei soll das Gewässerprofil auf einem ca. 140 m langen Ab­schnitt partiell abgeflacht und aufgeweitet werden. Zur Förderung der eigendynamischen Entwicklung ist das Einbringen von Stör­steinen und Totholz geplant.
Auch ist die Anlage eines sogenannten Himmelsteiches vorgese­hen, welcher durch das Gewässer „Die Wiera“ bei höheren Abflüs­sen / kleineren Hochwasserereignissen gespeist werden soll. Durch die Schaffung dieses zusätzlichen Rückhalteraumes und durch die Anlage einer Grabentasche wird die Maßnahme zur Verringerung des Gewässerabflusses für die Wiera beitragen können.
Insgesamt soll die Maßnahme zu einer Verbesserung der Gewäs­serstruktur des renaturierten Gewässerabschnittes führen, um damit den Zielen zur Umsetzung der Wasserrahmenrichtlinie (Richtlinie 2000/60/EG) zu entsprechen.
Nach jetzigem Kenntnisstand betragen die reinen Baukosten etwa 60.000 €, wobei die zuwendungsfähigen Leistungen mit einer Quo­te von 95 % gefördert werden.
Die Kommune kann sich über diese fortführende Gewässerbau­maßnahme freuen, denn nicht nur die ökologische Wertigkeit des Gewässerabschnittes als Lebensraum für Tier- und Pflanzenarten, sondern auch die Aufwertung des daraus resultierenden Land­schaftsbildes und des Erholungsgebietes „Bürgerpark“ kann da­mit erhöht werden.
Zudem dient insbesondere der Himmelsteich dem Hochwasser­schutz.

Aufruf über den Verbleib der Zunftfahnen

In der Geschichte Neustadts spielen die Zünfte eine wichtige Rol­le. Sie reglementierten die Gewerbe der Handwerker seit Jahr­hunderten. Das kurfürstliche Oberzunftamt hatte in Neustadt bis 1867 seinen Sitz.
Mitte des 19. Jahrhunderts gab es in Neustadt acht Zünfte. Bei kirchlichen Prozes­sionen wurden ihre Fahnen vorangetra­gen.
Vor kurzem fanden wir eine Zunftfahne von 1859 wieder. Aber wo sind die üb­rigen Zunftfahnen? Sind sie zerstört? Wer weiß etwas über den Verbleib der Zunftfahnen?

Maler widmen sich der Vielfalt

17. Auflage des Straßenmalerfestivals findet am 22. und 23. August in Neustadt statt
Von Florian Lerchbacher

Neustadt.
„Vielfalt – Menschen, Tiere und Natur“, so lautet das Thema des 17. Straßenmalerfestivals in Neustadt, das in diesem Jahr am 22. und 23. August in der Marktstraße stattfindet. Und wie immer ist es ein Thema mit Tiefgang, das der Arbeitskreis für seine überregional beliebte Veranstaltung auserkoren hat. „Man muss die Dinge ansprechen und nicht totschweigen“, sagt Vorsitzende Roswitha Trümpert und erinnert an Themen wie Krieg und Frieden, Menschen- oder Kinderrechte, die teilweise auch zu kontroversen Diskussionen auf der Straße führten. Daher sei es allen Kunstschaffenden offengelassen, ob sie mit ihren Bildern auch politisch Stellung beziehen wollen.
Mit dem diesjährigen Thema will der Arbeitskreis ausdrücken, „dass alles Leben auf der Erde zusammengehört, jedes Lebewesen seinen eigenen Wert hat und es wichtig ist, diese Vielfalt zu schützen, damit die Welt gesund bleibt“. Zudem, so stellt Trümpert heraus, baue Kunst Brücken und bringe die Menschen zusammen, wie sich gerade beim Straßenmalerfestival immer wieder zeige, wenn Menschen unterschiedlichster Herkunft und verschiedenster Altersgruppen zusammenkommen und gemeinsam mit ihren Werken die Stadt verschönern. „Genauso, wie verschiedene Pflanzen und Tiere ein Ökosystem widerstandsfähig machen, bereichern unterschiedliche Menschen unsere Gesellschaft“, stellen die Arbeitskreis-Mitglieder heraus.

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Neustadt lädt zum Mitmachen ein

Bewohner können beim „Tag der Möglichkeiten“ ihre Stadt mitgestalten

Neustadt.
Das Gesundheitsnetzwerk Neustadt – ein Zusammenschluss zahlreicher Initiativen – lädt für Samstag, 15. August, von 12 bis 16 Uhr zum „Tag der Möglichkeiten“ ins Kultur- und Bürgerzentrum ein. Unter dem Motto „Deine Stadt. Deine Ideen. Deine Zukunft.“ erwartet die Besucherinnen und Besucher jeden Alters ein bunter Nachmittag voller Mitmachaktionen und Begegnung.
Von 14 bis 15 Uhr steht Groll zum Gespräch bereit

Das Veranstaltungsformat findet so erstmals in Neustadt statt. „Ob Jung oder Alt: Hier ist für jeden etwas dabei“, kündigt Haupt-Organisatorin Nicole Zinkowski an. Die Gäste können mit der Virtual-Reality-Brille in digitale neue Welten eintauchen, bei „Hip-Hop for All“ in Bewegung kommen, bei einer Pflanzaktion aktiv werden oder andere Angebote ausprobieren. So ist zum Beispiel die Jugendfeuerwehr Neustadt mit Lösch- und Gerätefahrzeugen und Wasserspielen vor Ort.

Ganz nebenbei, so Zinkowski, bietet sich den Gästen die Gelegenheit, ihre Heimatstadt mitzugestalten: Durch die Teilnahme an einer Umfrage können sie äußern, was ihnen für ein „gesundes Leben“ am Herzen liegt. Außerdem gibt es die Gelegenheit, verschiedene Dinge in Neustadt zu bewerten: vom Freizeit- und Kulturangebot bis hin zum öffentlichen Nahverkehr.

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512 Fische bekommen besseres Zuhause

Stadt Neustadt renaturiert ein weiteres Stück der Wiera im Kleinod Bürgerpark
Von Florian Lerchbacher

Neustadt.
Durch den Bürgerpark rollt ein Bagger und gräbt direkt an der Brücke zum lokalen Supermarkt die Wiera beziehungsweise den Uferbereich um. Es ist bereits das zweite Mal, dass das kleine Gewässer im Naherholungsgebiet im Herzen der Stadt eine Veränderung erfährt: Vor fünf Jahren hatte die Stadt im Zuge der grundlegenden Umgestaltung des Bürgerparks in unmittelbarer Nähe des Kultur- und Bürgerzentrums eine Fischaufstiegsanlage bauen lassen, damit die Fische das Wehr – ein damals, laut Wasserrechtsrahmenrichtlinie, „unpassierbares Wanderhindernis“ – überwinden können. Zudem wurde ein Stück der Wiera renaturiert. Nun ist ein weiterer Teil des kleinen Flusses an der Reihe, dieses Mal ganz in der Nähe des Junker-Hansen-Turms. Laut Stadt „soll das Gewässerprofil auf einem circa 140 Meter langen Abschnitt partiell abgeflacht und aufgeweitet werden“, zudem ist „das Einbringen von Störsteinen und Totholz zur Förderung der eigendynamischen Entwicklung“ vorgesehen.
„Himmelsteich“ als Hochwasser-Auffangbecken

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90.000 Euro für die Effizienz

Neustadt erwarb neuen Großflächenmäher

Neustadt.
Für 90.000 Euro hat die Stadt Neustadt einen neuen Großflächenmäher der Marke Amazone angeschafft. Das bisher genutzte Gerät gab die Kommune in Zahlung.
Kennzeichnend für das neue Fahrzeug seien, so Bürgermeister Thomas Groll, die gute Mähleistung und die Mähgeschwindigkeit. Beides sei bei der Vielzahl der kommunalen Rasenflächen in der Kernstadt und den Stadtteilen von Bedeutung. Die Stadt hebt außerdem die Veränderungen und Weiterentwicklungen hervor, die der Hersteller gegenüber dem Bestandsgerät vorgenommen habe, zum Beispiel die Abdichtung der Fahrzeugkabine, die Verbesserung des Fahrwerks sowie der Abgaswerte und die Vergrößerung des Grasfanggerätes. Außerdem gebe es eine vibrationsärmere Kabine, eine größere Arbeitsbreite, eine Hochkippentleerung sowie eine stufenlose Schnitthöhenverstellung.