Auswandererschicksal zum Greifen nah

Musical über Neustädter Bürger des 19. Jahrhunderts war ein großer Erfolg
Von Kunst- und Kulturverein Neustadt

Neustadt.
Schon zum zweiten Mal wurde in Neustadt im Kultur- und Bürgerzentrum ein Musical aus der Feder von Christiane Krapp aufgeführt: das Publikum erfuhr im Musical `Mr. Ruhl – Das Leben eines Neustädter Auswanderers´, wie es Theodor Ruhl mit rund 600 Neustädter Bürgern zwischen 1820 und 1920 in scheinbar auswegloser Situation nach Amerika zog, um dort das ersehnte Glück zu finden.
Über 60 Mitwirkende im Alter zwischen 6 und 84 Jahren brachten dieses Musical zur Aufführung und nahmen die Zuschauer stimmungsvoll mit in die damalige Zeit. Nicht nur die für die Neustädter Kirmes in Detroit einstudierten Tänze und die teils selbstgenähten Kostüme zeigten, mit wie viel Freude und Engagement sich jeder auf seine Weise zum Gelingen der Aufführungen einbrachte. Es gelang dem Ensemble auf eindrucksvolle Weise, sowohl die Stimmungen der Menschen in der Heimat Neustadt als auch der Auswanderer in Detroit für das Publikum unmittelbar spürbar zu machen, was insbesondere Besucher mit eigenen Migrationserfahrungen innerhalb ihrer Familien emotional oft stark berührte. Die Zuschauer an den verschiedenen Empfindungen, nämlich dem Abschied aus der Heimat, der Ankunft im Westen, der Sehnsucht nach der Heimat sowie der Rückkehr nach Neustadt teilhaben zu lassen, war der Verdienst der ausdrucksstarken Spielweise aller Mitwirkenden, allen voran jedoch der des Hauptdarstellers Tobias Sollorz als Theodor Ruhl. Ihm gelang es, all die Höhen und Tiefen eines bewegten Lebens mit großer Intensität auszuspielen und dabei alle Zuschauer in seinen Bann zu ziehen. Wer hatte keine Gänsehaut, als die von Christiane Krapp arrangierten Sologesänge von Jacqueline Witt als Theos Tochter Martha und Theo erklangen? Wer war nicht betroffen von Theos Not, als er nach seiner Rückkehr nach Neustadt durch Kriegsumstände bettelarm wurde? Auch die zum Mitsingen animierenden bekannten Lieder verstärkten diese Wirkung.

Dass die Not, sei sie auch noch so groß, durch Gemeinschaft, Zusammenhalt und Eigeninitiative gelindert werden kann, war letztendlich die Botschaft, mit der die dargebotene tragische, wahre Lebensgeschichte von Theodor Ruhl ein hoffnungsvolles Ende fand.

Sicherheitsprogramm bringt „kleine Erfolge“

Neustadt drängt weiter auf barrierefreien Umbau des Bahnhofsgebäudes
Von Michael Rinde

Neustadt.
Der Bahnhof in Neustadt ist zweifellos ein prägendes Gebäude in Neustadts Innenstadt und bereits von Weitem sichtbar. Doch leider ist es um ihn nicht bestellt angesichts seines Zustandes und der fehlenden Barrierefreiheit. Auch hinter der Sicherheit machen Zuggäste Fragezeichen, wie eine Befragung gezeigt hatte.
Im Jahr 2024 wurde Neustadt auch vor diesem Hintergrund eine von sechs Pilotkommunen in Hessen, die am damals neuen Programm „Kompass Bahnhof“ teilnahmen. Rein formal ist dieses Sicherheitsprogramm, das vom Innenministerium angestoßen wurde und getragen wird, für die Pilotkommunen jetzt abgeschlossen. Innenminister Professor Roman Poseck (CDU) überreichte den Teilnehmern beim Hessentag in Fulda eine Urkunde und ein Schild.

„Es darf aber nicht sein, dass es mit einem Schild, das wir aufhängen, jetzt vorbei ist“, sagt Neustadts Bürgermeister Thomas Groll (CDU) auf Nachfrage der OP. Groll hatte Schild und Urkunde in Fulda selbst entgegengenommen.

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Neustädter Mitteilungsblatt

Bürgermeister Groll: „Einsatz für das demokra­tische Gemeinwesen ist wichtiger denn je.“ Stadt Neustadt sagt „Dankeschön“ für jahre­langes Mitwirken in der Kommunalpolitik

„Es gibt keine größere Schuld als jene, Dank zu sagen“, mit diesen Worten von Marcus Tullius Cicero (106 v. Chr. – 43 v. Chr.), dem berühmtesten Redner des antiken Roms, eröffnete Bürgermeister Thomas Groll die Feierstunde zur Verabschiedung langjähriger Kommunalpolitikerinnen und -politiker im Histori­schen Rathaus, an der u.a. auch Stadtverordnetenvor­steher Hans-Dieter Georgi, Erster Stadtrat Wolfram Ellenberg und die Fraktionsvorsitzenden Jakob Gnau (CDU), Hans-Gerhard Gatzweiler (SPD) und Karsten Gehmlich (FWG) teilnahmen.
Der Bürgermeister, die Amtskette tragend, betonte in seiner Ansprache, dass unser demokratisch verfasstes Gemeinwesen entscheidend davon lebe, dass es immer wieder Frauen und Männer gebe, die bereit seien, sich für die Allgemeinheit zu engagieren. Dieser Einsatz wer­de leider nicht mehr von allen anerkannt, sondern auch immer wieder kritisiert. Aus eigener, über drei Jahrzehn­te währender kommunalpolitischer Tätigkeit in Neustadt könne er aber mit Fug und Recht feststellen, dass vor Ort stets die Sache im Mittelpunkt stehe. Gerade im letzten Jahrzehnt habe sich in der Kommune ein Miteinander entwickelt, das beispielhaft in der Region sei. „Wir dis­kutieren die Themen und suchen nach gemeinsamen We­gen, in unseren Beschlüssen finden sich alle wieder und diese dienen dem Vorwärtskommen von Neustadt und seinen Stadtteilen“, so Thomas Groll.
„Bei uns sieht man, was erfolgreiche Kommunalpolitik schafft: Kultur- und Bürgerzentrum, Freibad, Haus für Alle oder Wald­stadion sind hierfür ebenso Belege wie unsere Aktivitäten im sozialen und kulturellen Bereich. Dazu haben jene, die wir heute verabschieden, durch ihre Tätigkeit in Magistrat und Stadtver­ordnetenversammlung einen wichtigen Beitrag geleistet“, hob der Bürgermeister hervor. Alle, die sich in der Kommunalpolitik en­gagiert haben, verdienten hierfür den Dank der Stadtgesellschaft. Sie seien dem bekannten Wort des Propheten Jeremia „Suchet der Stadt Bestes“ gefolgt.
„Seit 2001 kann man bei Kommunalwahlen kumulieren und pana- schieren. Sie alle sind also nicht lediglich über die Liste einer Par­tei oder Wählergemeinschaft in die Stadtverordnetenversamm­lung eingezogen, sondern durch die direkte Wahl der Bürgerinnen und Bürger. Dies war ein besonderer Vertrauensbeweis für ihre Person“, stellte Thomas Groll fest.
Von 2021-2026 arbeiteten Susanne Wilhelm, Eugen Dammer, Jürgen Kaufmann und Leon Kubitschko in der Stadtverordneten­versammlung mit. Wilhelm, Kubitschko (beide Mengsberg) und Kaufmann (Momberg) sind weiterhin in den Ortsbeiräten ihres Heimatortes aktiv. Andreas Merten gehörte der Stadtverordne­tenversammlung von 2016-2026 an. Ihnen allen dankten Bürger­meister Thomas Groll und Stadtverordnetenvorsteher Hans-Dieter Georgi für ihren Einsatz. „Sie haben Freizeit geopfert und Ideen entwickelt, das verdient den Respekt der Bürgerschaft“, so Groll.
Stephani Schmitt war in den letzten zehn Jahren Mitglied des Ma­gistrats und habe sich hier stets konstruktiv in den Meinungsbil­dungsprozess eingebracht, betonte das Stadtoberhaupt.
Über mehrere Legislaturperioden hinweg gehörte Jan von Holten fast zwei Jahrzehnte der Stadtverordnetenversammlung an. Wie viele andere der Geehrten auch bringe er sich zudem in das Ver­einsleben der Kommune ein, sagte der Bürgermeister.
Für Karl-Heinz Waschkowitz, Bernd Malkus, Karl Eugen Ramb und Franz-W. Michels hatte die Stadtverordnetenversammlung im Mai 2026 die Verleihung von Ehrenbezeichnungen beschlossen, da sie sich über 20 Jahre in Stadtverordnetenversammlung oder Magistrat engagierten. Für alle vier fand Bürgermeister Thomas Groll persönliche Worte, denn mit jedem der Geehrten verband
ihn ein langjähriges und vertrauensvolles Miteinander.
Bernd Malkus war von 1989 bis März 2026 Stadtverordneter und darf sich nun wie auch Karl-Heinz Waschkowitz (2006-2026) Stadt­ältester nennen, ein Titel den zuvor Eduard Faber, Werner Gatzwei­ler, Wilfried Kritzler und Manfred Schmitz zuerkannt bekamen.
Karl-Eugen Ramb war von 2006 bis 2026 Stadtrat und zuvor von 1985 mit zwei Unterbrechungen Stadtverordneter. Er erhielt wie vor ihm Ludwig Dippel und Otto Baier die Ehrenbezeichnung Eh­renstadtrat.
Franz-W. Michels wurde erstmals 1997 in die Stadtverordneten­versammlung gewählt und gehörte ihr 29 Jahre ununterbrochen an. Von 2016-2026 amtierte er als Stadtverordnetenvorsteher. Mi­chels darf sich nun Ehrenstadtverordnetenvorsteher nennen.
Die vier besonders Geehrten erhielten ebenfalls eine Urkunde und ein Präsent, für ihre sie begleitenden Ehefrauen gab es einen Blumenstrauß.
„Fast 200 Jahre kommunalpolitische Erfahrung haben uns zum Ende der Legislaturperiode verlassen. Erfreulicherweise sind aber jüngere Frauen und Männer an die Stelle der Ausgeschiedenen getreten. Der Staffelstab wurde also übernommen und das ist gut so, denn unsere Demokratie lebt vom Mitmachen und nicht vom Miesmachen. Alle Geehrten haben sich um unsere Heimatstadt verdient gemacht“, hob Bürgermeister Thomas Groll zum Ende der Feierstunde hervor.

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Momberger feiern mit Party, Familienfest und Festzug

Neustädter Stadtteil gestaltet 800-Jahr-Feier mit Festwochenende

Neustadt-Momberg.
Mombergs großes Festwochenende steht bevor. Das Dorf feiert sein Jubiläum ganz groß. Momberg besteht seit 800 Jahren. Das Festwochenende beginnt mit Mallorca-Stars: Am Freitag, 19. Juni, ab 21 Uhr wird DJ Balineiro bei der XXL-Malle-Party alles geben. Dann präsentieren im Laufe des Abends die Ballermann-Sänger „Tommy Fieber“ und „Marry“ die aktuellsten Hits vom Ballermann.
Der Höhepunkt für alle Kinder findet am Samstag, 20. Juni, ab 14 Uhr beim großen Familiennachmittag statt. In den Straßen rund um den Festplatz und des Dorfgemeinschaftshauses wird es ein großes Angebot für Kinder und die ganze Familie geben. Auf der Aktionsbühne vor dem Dorfzentrum werden am Nachmittag verschiedene Tanzgruppen ihre Tänze präsentieren.

Für die Kleinen wird es Hüpfburgen, Fußball-Dart, Riesen-Legosteine, Bobby-Car-Rennen, Kinderschminken, Glitzertattoos und viele Mitmachaktionen geben.

Auch für die Erwachsenen gibt es viel zu sehen: Feuerwehr, das Deutsche Rote Kreuz, DLRG und Polizei werden ihre Ausrüstung zeigen. Hessen Forst und die Momberger Jäger demonstrieren den Hochsitzbau und vieles Wissenswertes um den Wald und die Natur.

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Neustädter Mitteilungsblatt

Zeitreise durch Neustadts Geschichte begeisterte zahlreiche Besucher

Zeitreise durch Neustadts Geschichte begeisterte zahlreiche Besucher

Am 30. Mai 2026 um 14 Uhr erlebten die Teilnehmer der diesjäh­rigen Kostümstadtführung der NeuSTADT Guides eine rundum gelungene Reise durch die Geschichte Neustadts. Bei bestem Wet­ter begaben sie sich gemeinsam mit den Erzählern Hans-Werner und Andrea Sollorz auf einen abwechslungsreichen Spaziergang durch mehrere Jahrhunderte Stadtgeschichte.
Die Teilnehmer wurden auf eine Zeitreise mitgenommen, die sie von den Anfängen Neustadts über die Zeit des Junker Hans von Dörnberg bis hin zur Gründung einer Bürgergarde führte. Auf dem Weg durch den Bürgerpark erhielten sie bereits interessan­te Einblicke über die Wüstungen rund um Neustadt. Die erste Begegnung mit den Stationen, die die NeuSTADT Guides vor­bereitet hatten, fand mit zwei Marktfrauen (Sonja und Marlene Stark) aus dem frühen 19. Jahrhundert statt, die mit viel Witz und Charme aus ihrem Alltag berichteten. Anschließend traf die Gruppe auf einen Unter­leutnant (Sebastian Hen­kel) und einen Gardisten (Andreas Schönberg) der Neustädter Bürgergarde um 1840, die Einblicke in ihre Pflichten und das damalige Bürgerleben gaben. Am historischen Ern-Tennen-Haus, erfuhren die Teilnehmer Wissenswertes über die Wohn- und Lebensverhältnisse vergangener Jahrhunderte. Besonders für Heiterkeit sorgte dabei die anschließende Szene zum Thema Hygiene im Mittelalter. Als eine Hausbewohne­rin (Miranda Faber) kurzerhand ihren Nachttopf aus dem Fenster auf die Straße entleerte, waren viele Gäste zunächst überrascht, bevor herzliches Gelächter auf­kam. Die humorvolle Darstellung machte eindrucksvoll deutlich, unter welchen Bedingungen die Menschen damals lebten. In der Scheune des Ern-Tennen-Hauses zeigte der Erzähler (Hans-Werner Sollorz) Bilder aus vergangenen Zeiten und wusste so einiges zu berichten.
Vor der Pfarrkirche führte die Reise weiter in die Zeit der Reformation um 1530. Ein katholischer Pfarrer (Jakob Krapp) schilderte eindrucksvoll die Unsicherheit und den Wandel jener Jahre, als die neue Lehre Martin Luthers auch in Neustadt Einzug hielt und alte Gewohnheiten ins Wanken gerieten.
Auf dem Marktplatz begegneten die Besucher anschließend zwei Marktfrauen (Marion Hill, Miranda Faber) des 16. Jahrhunderts, die über Hexen glauben, Gerüchte und vermeintliche Hexerei tuschelten. Mit viel Spielfreude machten sie deutlich, wie schnell Verdächtigungen damals entstehen konnten und welche Folgen dies für die Betroffenen hatte.

Vor dem Rathaus trat schließlich der Bür­germeister (Holger Michel) der Stadt auf.
. Er berichtete vom verheerenden Stadtbrand des Jahres 1556, vom Wiederaufbau Neustadts und von den Heraus­forderungen jener Zeit. Dabei spannte er den Bogen von den reli­giösen Um­brüchen bis hin zu den Hexenverfolgun­gen und der Entwicklung der Stadt nach der Reformation.
Den Höhepunkt der Führung bildete die Station am Junker- Hansen-Turm. Dort begegne­ten die Gäste dem mächtigen Hans von Dörnberg (Matthias Mix), seinem Baumeister Hans Jakob von Ettlingen (Markus Mix) und schließlich sogar dem Teufel (Tobias Sollorz) persönlich. Die humorvolle und zugleich spannende In­szenierung rund um den Bau des Turmes und die bekannten Neustädter Sagen sorgten für viele Schmunzler und begeis­terte Reaktionen. Auch im Inneren des Turmes wartete der Teufel mehrfach auf die Besucher und berichtete auf amüsante Weise von seinen angeblichen Diensten für den ehrgeizigen Junker.
Die Resonanz der Gäste fiel durchweg positiv aus. Beson­ders erfreulich war, dass Be­sucher nicht nur aus Neustadt und der Region, sondern sogar aus der Gegend von Braunschweig angereist waren. Diese zeigten sich begeistert von der Veranstaltung und betonten, dass es in Deutschland viele schöne Regionen und interessante Angebote gebe. Gerade Gästeführungen seien eine wunderbare Möglich­keit, immer wieder Neues zu entdecken und Geschichte lebendig zu erleben.
Auch die Darstellerinnen und Darsteller der NeuSTADT Guides hatten sichtlich Freude an ihren Rollen und begeisterten das Pub­likum mit großem Engagement und viel Liebe zum Detail.
Zum Abschluss luden die Gästeführer alle Teilnehmer zu Kaffee und Kuchen in das historische Rathaus ein. In gemütlicher At­mosphäre konnten sie die Eindrücke der vergangenen Stunden noch einmal Revue passieren lassen. So endete die Reise durch die Geschichte Neustadts nicht nur informativ und unterhaltsam, sondern auch mit vielen netten Gesprächen und einem geselligen Beisammensein.
Die NeuSTADT Guides bedanken sich bei allen Mitwirkenden, Helferinnen und Helfern sowie bei den zahlreichen Gästen und freuen sich bereits auf kommende Veranstaltungen.

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Karlheinz Kurz startet seine fünfte Amtszeit

Festplatz-Ausbau wird nächstes großes Projekt für den Ortsbeirat Mengsberg

Neustadt-Mengsberg.
Mit großer Stimmenmehrheit bei der Kommunalwahl im März und einstimmig bei der konstituierenden Sitzung des Ortsbeirats Mengsberg wurde der alte und neue Ortsvorsteher Karlheinz Kurz im Amt bestätigt. Kurz geht somit in seine fünfte Amtszeit als Ortsvorsteher in Mengsberg. Wiedergewählt wurde auch die bisherige stellvertretende Ortsvorsteherin Susanne Wilhelm, die zudem das Amt der stellvertretenden Schriftführerin übernahm. Die weiteren Mitglieder sind Wilfried Rang, Georg Jäckel und Leon Kubitschko. Als Schriftführer wurde Daniel Baron als externer Mitarbeiter berufen.
Die Wiederwahl zum Ortsvorsteher sei für ihn eine große Ehre, so Kurz, und zugleich Verpflichtung, sich gemeinsam mit dem Ortsbeirat engagiert für das Dorf und seine Bürger einzusetzen. Er bedankte sich ausdrücklich bei Bürgermeister Thomas Groll sowie den Fachbereichen für die gute Zusammenarbeit und die Unterstützung in den vergangenen Jahren. Der Ortsvorsteher dankte auch besonders den ausgeschiedenen Mitgliedern Jan von Holten, Dominik von Holten, Dierk Spannknebel und Markus Staufenberg sowie dem externen Schriftführer Sebastian Lotz. Kurz erinnerte an die konstituierende Sitzung von vor fünf Jahren, bei der der Wunsch nach einem Gemeinschaftshaus im Vordergrund stand. „Und nun sitzen wir hier nach fünf Jahren und sind stolz auf die gelungene Umsetzung“, sagte er.

Als nächstes großes Projekt steht der Ausbau des Festplatzes an. Das Projekt wird erst dann begonnen, wenn die Festlichkeiten der Vereine wie das Pfingstturnier, die Festwoche zum 100-jährigen TSV-Jubiläum und die Kirmes stattgefunden haben. Anfang August soll es voraussichtlich losgehen.

Ein besonderer Schwerpunkt wird in den nächsten Jahren wohl der Straßenbau sein. Nach Fertigstellung der Straßen „Zum Engelhain“ und „An den Schuleichen“ stehen die „Treysaer Straße“, die „Hochlandstraße“ sowie „Am Roten Berg“ auf der Agenda.

Bürgermeister Groll gratulierte dem neu gewählten Ortsbeirat und ließ die vergangenen fünf Jahre Revue passieren. Dabei stellte er heraus, dass ihn mit Ortsvorsteher Karlheinz Kurz die längste gemeinsame Zeit verbindet: Seit 20 Jahren würden beide bereits in den Gremien zusammenarbeiten.

Neustädter Mitteilungsblatt

522. Trinitatis-Kirmes

Welches Wetter ist denn nun zur Neustädter Kirmes ideal? Der eine wünscht sich Sonnenschein, ein anderer ist hingegen schon zufrieden, wenn es nicht regnet und ein Dritter hofft auf ein kühlendes Lüftchen beim Festzug. So unterschiedlich sind also die Erwartungen. Letztlich muss man es aber so nehmen, wie es kommt… auch 2026, wo von allem etwas dabei war. Viele dürften sich in diesem Zu­sammenhang noch an einen Ausspruch des langjährigen Festausschussvorsitzenden Ludwig Dippel erinnern, der mehr als einmal gesagt hat, dass der Wettergott, wenn es darauf ankomme, doch ein Neustädter sei. Auch dies hat sich in diesem Jahr bewahrheitet.

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Neustadt feiert sich die Sonne herbei

Tausende beim Höhepunkt der 522. Trinitatis-Kirmes: Bunter Festzug schlängelt sich durch Straßen / Kritik am Ende
Von Nadine Weigel

Neustadt.
Da waren sie aber alle ganz schön erleichtert: Nachdem es am Morgen wie aus Eimern geschüttet hatte, verzog sich die Regenfront entgegen aller Prognosen pünktlich zum Festzug.
Kein Wunder, Neustadt feiert sich traditionell die Sonne herbei – und das seit mehr als einem halben Jahrtausend. Dementsprechend fand auch der Festzug der 522. Trinitatis-Kirmes am Sonntag bei bestem Wetter statt. Mehr als 40 Gruppen, Vereine und Initiativen zeigten mit prächtig geschmückten Wagen, fantasievollen Kostümen oder einfach nur gut gelaunt, wie bunt und vielfältig Neustadt ist.

„Immer wieder schön“, urteilten die Besucher am Straßenrand. Lediglich die Tatsache, dass bereits unmittelbar nach der letzten Zugnummer der Verkehr wieder fließen konnte, sorgte für Unmut bei vielen. Denn während bereits die ersten – zum Teil ungeduldigen – Autofahrer durch die Marktstraße drängten, war diese noch mit hunderten Menschen bevölkert. „Das ist doch gefährlich mit den Kindern, die Straße hätte man ruhig noch 20 Minuten gesperrt lassen können“, so eine Anwohnerin.

Bürgergarde sitzt auf dem Trocknen

Kirmes-Eröffnung in Neustadt: Louis Henkel ist der neue Junker Hans
Von Florian Lerchbacher

Neustadt.
Das älteste Volksfest des Landkreises Marburg-Biedenkopf hat begonnen – und mit einer nicht ganz so alten Tradition gebrochen: Seit Jahren ist es üblich, dass die Bürgergarde nach dem feierlichen Anstich das erste Fass Bier verarzten darf. Ausnahmen bestätigen die Regel – wie im vergangenen Jahr, als die Feuerwehr die schäumende Leckerei erhielt. Und dieses Mal kam es auch wieder alles anders. Felicitas Trebes-Börner, seit mehr als 20 Jahren Sitzungspräsidentin der Sankta-Maria-Fastacht und noch an vielen anderen Stellen ehrenamtlich tätig, durfte unter Anleitung von Christian Dörnigmann von der Licher-Brauerei die ehrenvolle Aufgabe des Fassanstichs übernehmen.
Im Nu floss der Gerstensaft: Zunächst in die „offiziellen Kehlen“, danach in jene des Sankta-Maria-Komitees und der Biedermeierdamen, denen Trebes-Börner seit ihrer Gründung angehört – und die an die Bürgerwehr angedockt sind. Somit könnten die Gardisten unter Umständen Gnade walten lassen und Bürgermeister Thomas Groll im nächsten Karneval bei der Rathaus-Erstürmung gegen die Närrinnen und Narren unterstützen. Vielleicht. Denn der Bürgermeister vergaß auch noch, die Bürgerwehr ihren ersten Salutschuss abfeuern zu lassen. Doch Neustadt ist bereits in Feierlaune. Und so übte sich Hauptmann Andreas Gnau in Vergebung und Humor.

Eröffnung mit ökumenischen Gottesdienst

Apropos Humor: Die Eröffnung des Kirchweih-Festes begann, auch das ist seit einigen Jahren Tradition, mit einem ökumenischen Gottesdienst, den Pfarrerin Kerstin Kandziora und Pfarrer Andreas Rhiel hielten. Und die beiden Geistlichen waren dabei auch noch witzig: Kandzira suchte die Reihen der Gläubigen mit dem Fernglas ab und hielt auch noch nach „ihrer“ evangelischen Kirche Ausschau, während Rhiel gespielt auf dem Altar zusammensackte. Den musikalischen Rahmen gestalteten die Trinitatis-Bläser und der evangelische Kirchenchor – und im Anschluss, zwischen den anderen Programmpunkten, die „Coronas“.

Die Moderation des Abends hatte Bürgermeister Thomas Groll übernommen. Er erinnerte daran, dass Hans von Dörnberg (dessen 600. Geburtstag im kommenden Jahr gefeiert wird) von 1502 bis 1504 die katholische Stadtkirche Neustadts hatte bauen lassen.

Keine Fischbrötchen auf dem Festplatz

„Bei der Besinnung auf die Historie erkennt man, wie alt unser Heimatfest nun schon ist. Weder Kriege noch Pandemien ließen die Trinitatis-Kirmes untergehen. Es liegt an uns, ob wir den kommenden Generationen bloß Asche oder tatsächlich das Feuer weitergeben“, sagte Groll, der auch noch eine schlechte Nachricht hatte: Auf dem Festplatz gibt es in diesem Jahr keine Fischbrötchen.

Danach würdigte er Thomas Schmid, der alljährlich mit Unterstützung von Karla Schulze den Neubürgertrunk moderiert – vornehmlich aber 30 Jahre lang in Neustadt als Allgemeinmediziner wirkte und in wenigen Wochen in den Ruhestand geht. Schmid hieß anschließend zwei Neu-Neustädter willkommen. Zum einen Christine Kaufmann, die nach einer Ausbildung zur Groß- und Außenhandelskauffrau jetzt in einem KFZ-Meisterbetrieb in Stadtallendorf arbeitet, Eulen sammelt und gerne Möbel restauriert und im Garten arbeitet. Zum anderen Tobias Geißel, einen Logistikmanager der Sparkasse Schwalm-Eder, der mit Ehefrau Ricarda (geborene Hill) zwei Kinder hat, bei den „Gassejongen“ der Kolpingfamlie mitsingt und das Neustädter Blasorchester dirigiert. Als Höhepunkt lüftete die Stadt das Geheimnis der Nachfolger von Nick Streichert, Natalie Walz und Antonia Huber als Junker Hans und Burgfräulein: Das nächste Jahr lang verkörpert Louis Henkel (18) die Symbolfigur Neustadts. Unter anderem spielt er Fußball beim VfL und gehört zum Elferrat der Kolpingfamilie.

Ihm zur Seite stehen die Burgfräulein Marie Pfab (19) und Melina Wesseler (18). Beide tanzen in der Roten Garde des Frauenvereins. Marie unterstützt ihren Vater und ihren Bruder (der 2023/2024 Junker Hans war) bei der Pflege des „Waldstadions“. Melina steht aktuell vor dem Abitur.

Die eigentliche Kirmes findet von Freitag, 29. Mai, bis Montag, 1. Juni, statt. Alljährlicher Höhepunkt ist der bunte Festumzug am Sonntag durch Neustadts Straßen (Beginn 14 Uhr).

Neustädter Mitteilungsblatt

Schäden in der KiTa „Sonnenschein“ besichtigt

Im Rahmen eines Vor-Ort-Termins machten sich der Magist­rat und die Fraktionsvorsitzenden von CDU, SPD und FWG ein Bild über das Schadensausmaß in der Kindertagestätte „Sonnen­schein“ in der Eichsfelder Straße.
Hier war Anfang September 2025 ein Wasserschaden – Bruch einer Warmwasserleitung in einem Bad – entdeckt worden, der zu
erheblichen Schäden in verschiedenen Räumen, einhergehend mit Schimmelbildung, geführt hatte.
Die Verwaltung stand bei der Bewertung des Schadens und den daraus zu ziehenden Folgerungen in engem und regelmäßigem Kontakt mit dem Fachdienst Frühe Kindheit und dem Gesund­heitsamt des Landkreises Marburg-Biedenkopf. Zunächst wur­den im November letzten Jahres drei Gruppen der KiTa in das Pavillongebäude der „Waldschule“ ausgelagert. Die restlichen drei Gruppen sind seit Ende Dezember in Räumen der Seniorenwohn­anlage „Arte Care“ untergebracht.
Zwischenzeitlich wurden der komplette Estrich und Teile der Ständerwände in der KiTa „Sonnenschein“ entfernt. Dabei hat sich ein bisher unentdeckter Wasserschaden in der Küche gezeigt. Zudem wurden weitere bauliche Mängel im Bodenbereich festge­stellt, die u.a. zu Ungeziefereintrag geführt haben.
Die Schadensaufnahme durch die Versicherung ist noch nicht ab­geschlossen und wird für Ende Juni 2026 erwartet.
Nach den Worten von Bürgermeister Thomas Groll muss in der Folge über das weitere Vorgehen entschieden werden. „Großflä­chige Sanierung oder Neubau lauten hier letztlich die Alternati­ven“, so Groll, der daran erinnert, dass man sich 2009 bei der KiTa „Regenbogen“ in der Allee bei Vorliegen eines geringeren Scha­densbildes für einen Neubau entschieden habe.
„In die Bewertung des Sachverhaltes müssen wir einbeziehen, dass das Dach etliche Schäden aufweist und auch die Deckenplatten er­neuert werden müssen. Wenn Fußboden und Wände offen sind, muss man auch über die Erneuerung von Elektrik und Heizung nachdenken, die nicht mehr zeitgemäß sind. Die Kosten hierfür, die aber zum größten Teil keinen Versicherungsfall darstellen, lassen wir nun ermitteln“, erläuterte der Bürgermeister weiter. Mittelfris­tig stehe dann auch der Austausch von Fenstern und Türen an.
Die KiTa „Sonnenschein“ wurde 1974 eingeweiht. Folgerichtig entspricht weder die energetische Situation noch die Raumauftei­lung heutigen Anforderungen.
„Für eine abschließende Beurteilung liegen wie aufgezeigt noch nicht alle Erkenntnisse vor. Wir arbeiten gegenwärtig daran. Nach Aussage des Gutachters würde aber selbst eine reine Sanierung einen Zeitraum von einem Jahr in Anspruch nehmen“, so Bürger­meister Groll.
„Ich werbe dafür, den Sachverhalt gründlich aufzuarbeiten, mit der Versicherung zu sprechen und Finanzierungsfragen zu klären. Ziel muss es sein, dass die Einrichtung zukunftsfähig ist und wir nicht nach 3, 4 Jahren schon wieder größere Arbeiten vergeben müssen“, stellt der Bürgermeister abschließend fest.

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