Am Rand von Neustadt fließt jetzt ein kleiner Bach über einen Wanderweg / Kosten belaufen sich auf 90.000 Euro
Von Florian Lerchbacher
Neustadt.
Idyllisch plätschert etwas Wasser über die Gauklerrunde, die vom Junker-Hansen-Turm an der ehemaligen Grillhütte vorbei nach Gleimenhain und dann über „die Dick“ zurück nach Neustadt führt. Menschen, die auf dem beliebten Wanderweg unterwegs sind, müssen über einige in der Furt bereitgelegte Trittsteine laufen, möchten sie trockenen Fußes weiterlaufen. Doch der kleine Balanceakt wird belohnt durch das neue optische Highlight in dem Naherholungsgebiet, das vor allem Flora und Fauna zugutekommt – und ein Naturschutzprojekt ist, das eher zufällig aus einem Schaden an einem Brunnen entstand. Ort des Geschehens ist das sogenannte „Maculinea-Schutzgebiet“ am Rande der Stadt Neustadt und damit an der Grenze des Landkreises Marburg-Biedenkopf zum Vogelsberg.
Wurzeln wuchsen in alte Leitung
Namensgeber ist der Ameisenbläuling (Maculinea) – ein seltener Schmetterling, der dort vorkommt und eher klein und unscheinbar ist, wie Katrin Schneider vom Schutzgebietsmanagement der Oberen Naturschutzbehörde des Regierungspräsidiums Gießen erklärt: Erst, wenn er seine Flügel ausbreitet, sehe man die blaue Färbung auf der Oberseite. Am nahegelegenen Waldrand befinden sich fünf Brunnen der ehemaligen Neustädter Wasserversorgung, deren Quellsammelschächte eine Tiefe von neun Metern haben – und in die Wurzeln einwuchsen und offenbar seit Sommer 2022 für unkontrollierten Wasserverlust sorgten, wie Thomas Dickhaut, Leiter des Fachbereichs III der Stadt Neustadt, erläutert.
„Aus Rohrbruch entsteht ein Naturschutzprojekt“ weiterlesen
