Neustädter Circus-Festival 2026
Silea – ein Variete-Star aus Berlin kommt zum „Goldenen Biber“ Silea ist das personifizierte Variete: Anmutige Seiltänzerin, poetische waghalsige Flaschenläuferin und freche Entertainerin, das alles vereint diese virtuose Ausnahmekünstlerin in einer Person. Ob im nostalgischen Stil der Goldenen 20er oder rockig modern – mit bezauberndem Charme, verblüffendem Können und hinreißender Bühnenpräsenz nimmt Silea ihr Publikum mit auf eine unvergessliche Reise in ihre schillernde Welt. Silea ist einfach magisch!
Ihre Aktivitäten im Leistungssport stellten die Weichen für ihren Einstieg in die Artistik Welt, so absolvierte sie die Staatliche Ballettschule und die Schule für Artistik in ihrer Heimatstadt Berlin und steht heute als international gefragte Artistin auf den Bühnen der Welt.
Silea tanzt heute mit Weltklasseniveau auf dem Seil und mit amüsanter Sympathie balanciert sie auf Flaschen.
Sie dürfte beim diesjährigen „Goldenen Biber“ ohne Zweifel die Zuschauerinnen und Zuschauer begeistern.
Karten für die beiden Vorstellungen – Samstag, 10.10., 18.30 und Sonntag, 11.10., 14.30 Uhr – gibt es im Vorverkauf im NeuSTADTLADEN. Die Tribüne mit Schalensitzen kostet 20 Euro für Erwachsene und 17 Euro für Kinder bis 14 Jahre. Ggf. sind noch Restkarten für die Loge erhältlich.
Städtebauförderung
Programm „Wachstum und nachhaltige Erneuerung“
Aktuell wird vom Büro bjp (Bläser Jansen Partner GbR) aus Dortmund das Integrierte Städtebauliche Entwicklungskonzept (ISEK) für das Städtebauförderungsprogramm „Wachstum und nachhaltige Erneuerung“ erstellt.
Unter dem Motto „Neustadt live“ fand kürzlich nicht nur ein Ortsrundgang, sondern auch ein Workshop im Kultur- und Bürgerzentrum statt.
Dabei wurden die Themenblöcke Mobilität und Verkehr, Stadtbild und Städtebau, Nutzungen und Funktionen sowie Grün- und Freiraum näher behandelt.
Leider war auch hier die Beteiligung recht schwach, dennoch saßen die wenigen Anwesenden fast zwei Stunden zusammen und diskutierten eifrig nacheinander an den vier verschiedenen Thementischen.
Beim Thema Mobilität und Verkehr lauteten die Kernfragen: „Welche Mobilitätsangebote fehlen in Neustadt?“ und „Wie wollen wir uns in Zukunft fortbewegen?“ Dabei ging es dann u.a. um den Bürgerbus, Car-Sharing, Fahrradwege, Geschwindigkeitsbeschränkungen oder auch die Frage wie man Verkehrsräume mit „Grün“ kombinieren könne.
Bei Stadtbild und Städtebau wurden vom Büro folgende Kernaussagen formuliert:
„Für mich sollte …. schöner gestaltet werden.“ und „Wie empfinden sie ihr Wohnumfeld?“
Hier ging es beispielsweise um den Festplatz, die Marktstraße als „Erlebnisraum“, die Bahnhofstraße oder den Bahnhof, aber auch die Leipziger Straße und die Förderung alternativer Wohnformen wurde angesprochen.
Beim Bereich Nutzungen und Funktionen wurden ebenfalls zahlreiche Stichworte für die Erstellung des ISEKs genannt. Hier lauteten die Fragen: „Welche Nutzung brauchen wir in Neustadt?“ und „Wie wollen wir in Zukunft wohnen?“ Der Themenkreis erstreckte sich von der künftigen Nutzung der Sparkasse in der Marktstraße nach Bezug des Neubaus über die Frage wie nach 2031 das derzeitige Feuerwehrhaus genutzt werden könnte, da auch hier ein Neubau ansteht, das „Will-Areal“ oder die Idee eines Ärztehauses im Neustädter Bahnhof. Weiterhin wurden Themen wie die Lebensmittelversorgung oder das Fehlen einer Drogerie angesprochen.
Abschließend wurde noch das Thema Grün- und Freiraum besprochen. Hier lauteten die Fragen: „Wie viel Grün brauchen wir in der Stadt?“ und „Welche Angebote brauchen insbesondere Kinder und Jugendliche?“ Es wurden die Entsieglungsmaßnahmen im Rahmen des Förderprogramms „Grüner Kilometer“ (Parkplatz Kultur- und Bürgerzentrum, Schulhof Waldschule und Parkplatz Friedhof) besprochen. Weiterhin ging es um die Frage von Regenwassernutzung oder die Begrünung von Straßenzügen. Auch die vorgesehenen Baum- und Strauchpflanzungen auf dem Friedhof wurden angesprochen.
„Waren wir auch wenige, so wurde doch intensiv und zielgerichtet diskutiert. Zunächst geht es darum Ideen zu finden. Diese müssen dann auf die Realisierbarkeit und die anfallenden Kosten bzw. Fördermöglichkeiten geprüft werden“, so Bürgermeister Thomas Groll.
Fachausschuss I
Kommune erhält Darlehen über 2,5 Mio. Euro aus dem Hessischen Investitionsfonds
„Sonderprogramm 2026 Kindertagesstätten“
Am 25. August 2026 tagte auch der Fachausschuss I – Grundsatzfragen, Finanzen und Soziales – unter dem Vorsitz von Joachim Rausch (CDU-Fraktion) im Sitzungssaal des Neustädter Rathauses. Nach knapp 20 Minuten war die Zusammenkunft bereits beendet.
Die Revision des Landkreises Marburg-Biedenkopf hat zwischenzeitlich die Jahresabschlüsse für die Haushaltsjahre 2017 bis 2020 der Stadt Neustadt (Hessen) geprüft und keine Beanstandungen festgestellt. Bürgermeister Thomas Groll wies darauf hin, dass die Kommune zeitgerecht geliefert habe, es allerdings bei der Revision einen „Bearbeitungsstau“ gebe. Die Beschlussempfehlung für die Magistratsvorlage Nr. 11 fiel einstimmig aus. Dem Magistrat soll Entlastung für die Jahre 2017 bis 2020 erteilt werden.
Bezüglich des PV-Freiflächenparks „Lotterberg“ hatte die Kommune aufgrund ihres Grundsatzbeschlusses aus dem Jahr 2019 gegenüber der Enerparc als Investor deutlich gemacht, dass eine Baurechtsschaffung nur dann möglich sei, wenn eine Bürgerbeteiligung gewährleistet werde. Hierzu fanden im Vorfeld zahlreiche Gespräche zwischen der Kommune, der Energiegenossenschaft Vogelsberg und der Enerparc statt. Im Laufe der Zeit ist Enerparc immer mehr von den getroffenen Vereinbarungen abgerückt und hat bis heute eine solche Bürgerbeteiligung mit der Energiegenossenschaft Vogelsberg nicht umgesetzt, obwohl es entsprechende schriftliche Willensäußerungen des Vorstandes gibt. Energiegenossenschaft und Kommune haben daher vereinbart, eine rechtliche Beratung einzuholen und sich gegenüber Enerparc anwaltlich vertreten zu lassen. Für die Erstellung eines entsprechenden Gutachtens und Gespräche mit Enerparc fallen außerplanmäßige Aufwendungen in Höhe von 14.000 Euro an. Diese sollen von Kommune und Energiegenossenschaft getragen werden. Bürgermeister Thomas Groll und Hans-Gerhard Gatzweiler (SPD- Fraktionsvorsitzender) gehören beide auch dem Aufsichtsrat der Energiegenossenschaft Vogelsberg an. Sie erläuterten die Vorlage näher. Die Beschlussempfehlung fiel dann einstimmig aus
Im Junker-Hansen-Turm soll anlässlich des 600. Geburtstages von Hans von Dörnberg 2027 eine neue Dauerausstellung entstehen. Diese wird von einer renommierten Ausstellungsmacherin, die unter anderem im Weltkulturerbe Kloster Lorch tätig war, in Zusammenarbeit mit Stadtarchivarin Andrea Freisberg und der Staatlichen Verwaltung für Schlösser und Gärten des Landes Hessen erstellt werden. Die Kosten hierfür belaufen sich auf rund
75.000 Euro. 60 Prozent hiervon erhält die Kommune über Fördermittel der Europäischen Union. Die Ausstellung soll im Herbst 2027 eröffnet werden und die seitherige zur Stadtgeschichte ersetzen, die 2001 aufgestellt wurde. Bürgermeister Thomas Groll teilte mit, dass die Staatliche Verwaltung für Schlösser und Gärten als Eigentümerin des Turmes außerdem dessen Beleuchtung verbessern und ein über ein Meter großes Turmmodell erstellen lassen werde. Für die Förderung ist es notwendig, dass die
Kommune die Folgekosten – Stromkosten, Versicherungen und anderes – übernimmt. Hier war die Beschlussempfehlung ebenfalls einstimmig.
Vor einigen Monaten hatte sich die Kommune auf Vorschlag von Bürgermeister Thomas Groll um die Aufnahme eines Darlehens aus dem Hessischen Investitionsfonds „Sonderprogramm 2026 zur Förderung von Investitionen zum Ausbau und zur Erhaltung eines bedarfsgerechten Kinderbetreuungsangebotes“ in Höhe von 2,5 Millionen Euro für den Neubau des Kindergartens in der Niederkleiner Straße beworben. Der Betrag von 2,5 Millionen Euro ist die höchstmögliche Förderung. Das Land hat zugesagt, dass Kommunen, die ein solches Darlehen zugeteilt bekommen, hierfür einen um rund 50 Prozent reduzierten Zinssatz zahlen. Bei einer Laufzeit von 30 Jahren sind dies nach einer Berechnung der Verwaltung über 500.000 Euro Ersparnis für die Stadt Neustadt (Hessen). Der Bürgermeister verwies darauf, dass man ein solches Angebot des Landes unbedingt annehmen müsse. Die Mittel sollen für den Neubau des Kindergartens
.in der Niederkleiner Straße Verwendung finden. Dr. Manfred Stern (CDU-Fraktion) erkundigte sich in diesem Zusammenhang nach der finanziellen Situation der Kommune. Der Bürgermeister führte aus, dass seit 2017 keine Kredite mehr aufgenommen werden mussten. Dies aber in Zukunft anders sein werde, da die eigenen finanziellen Möglichkeiten und Fördergelder stark zurückgingen. Auch rechnet
er für die kommenden Jahre mit unausgeglichenen Haushalten. Man werde dies über einen kurzfristigen Zeitraum mit der vorhandenen Rücklage stemmen können. Allerdings sieht er für 2027 die Notwendigkeit, die Grundsteuer sowie sämtliche kommunalen Gebühren zu überprüfen und höchstwahrscheinlich anpassen zu müssen. Hans-Gerhard Gatzweiler erkundigte sich danach, wie gegenwärtig die Belegung der Kindergärten aussähe und ob mit einem weiteren Rückgang zu rechnen sei. Der Bürgermeister führte hierzu aus, dass eine Gruppe in der Kita „Regenbogen“ in der Allee zu Beginn des neuen Kindergartenjahres aufgrund zu geringer Belegung geschlossen werden musste. Aufgrund der vorhandenen Anmeldungen bis zum Jahresende 2026 seien die sechs Gruppen der Kita „Regenbogen“ sowie die sechs Gruppen der Kita „Sonnenschein“ voll belegt. Die Erfahrung zeige, dass nicht immer alle Kinder kommen. Sollten Integrationsmaßnahmen hinzukommen, was man nie planen könne, werde es „eng“, denn hier müsse die Anzahl der Kinder in einer Gruppe reduziert werden. Bei der in der Diskussion stehenden Sanierung bzw. den Neubau der Kita „Sonnenschein“ in der Eichsfelder Straße werde man voraussichtlich ebenfalls eine Gruppe weniger planen. Der Kindergarten in der Niederkleiner Straße werde über vier Gruppen verfügen. Eine sei als Schutzraum des Waldkindergartens vorgesehen. Es werde zudem eine Krippengruppe entstehen. Denn hier gebe es eine erhebliche Diskrepanz zwischen den Kindern unter drei Jahren die gegenwärtig den Kindergarten besuchen (34) und denen, die hierzu berechtigt seien (rund 130). Hier rechnet er zukünftig mit verstärkter Nachfrage. Zudem solle eine Gruppe aus der bisherigen Kita „Sonnenschein“ mit umziehen. Sodass man zukünftig insgesamt über 15 Gruppen verfüge. Der Bürgermeister sieht derzeit keinen drastischen Geburtenrückgang für Neustadt, sodass diese Anzahl von Gruppen auch notwendig sei. Eine Reserve habe sich über die Jahre immer wieder als sinnvoll erwiesen. Er hofft darauf, dass im Oktober eine Beschlussfassung über das weitere Vorgehen bei der Kita „Sonnenschein“ ansteht und will dann auch zu dieser Überlegungsthematik ausführlicher informieren.
Fachausschuss II
Verkehrssituation in der Marktstraße war Thema
Unter dem Vorsitz von Anke Stark (SPD-Fraktion) tagte am 25. August 2026 der Fachausschuss II – Stadtentwicklung, Umwelt und Klimaschutz – der Neustädter Stadtverordnetenversammlung im Sitzungssaal des Rathauses.
Zunächst ging es um vom Magistrat erarbeitete Leitlinien zum Umgang mit den Paragraphen 31 Abs. 3, 34 Abs. 3 b, 36 a und 246 e des Baugesetzbuches, dem sogenannten „Bauturbo“ für die Stadt Neustadt (Hessen), den die Bundesregierung auf den Weg gebracht hatte.
Der Bund hat mit dem Gesetz zur Beschleunigung des Wohnungsbaues und zur Wohnraumsicherung eine vorerst bis auf den 31.12.2030 befristete Möglichkeit zur Beschleunigung des Bauens geschaffen.
Ziel ist es, kommunale Verfahren zu entlasten, Planung zu beschleunigen und Wohnraum schneller verfügbar zu machen. Städte und Gemeinden können entscheiden, ob und in welchem Umfang sie diese Möglichkeit nutzen möchten.
Mit der Thematik hatte sich der Magistrat intensiv befasst und Stadtrat Thomas Horn, ehemals Bauamtsleiter des Schwalm- Eder-Kreises, hat auf Bitten des Bürgermeisters einen Vorschlag für eine entsprechende kommunale Richtlinie erarbeitet, damit es eine klare Richtschnur für die Bewertung potentieller Vorhaben in Neustadt und den Stadtteilen gibt. Die Beschlussempfehlung hierzu fiel durch den Ausschuss einstimmig aus. Hans-Gerhard Gatzweiler von der SPD-Fraktion bat darum herauszustellen, dass das Ziel des „Bauturbos“ die Schaffung zusätzlichen Wohnraumes sei und er empfahl allen Interessierten im Vorfeld ein Gespräch mit dem kommunalen Fachbereich Bauen, Planen, Umwelt. Seit 2021 gibt es das Landesprogramm „Zukunft Innenstadt“. Die Stadt Neustadt (Hessen) hatte sich in 2021, 2023 und 2025 jeweils erfolgreich beworben.
Das Land hat auch für 2026 eine Förderung aufgelegt, die in den Jahren 2027 bis 2029 ausgezahlt werden soll.
Die Förderquote beträgt für Neustadt 90 Prozent. Der Antrag der Kommune beläuft sich auf 230.000 Euro, so dass der Eigenanteil lediglich 23.000 Euro wären. Der Antrag ist diesmal überschrieben mit „Marktstraße im Wandel – Neustadt er-leben!“ Hierbei gibt es drei einzelne Projekte:
1. Zwischennutzung Leerstand „Ahrens, Buch und Papier“ und Prozess-Begleitung, Koordination und Akteurs Vernetzung Hierbei ist angedacht, das Ladengeschäft – bei Zustimmung der Eigentümer – für einen begrenzten Zeitraum als Pop up-Store für Gewerbetreibende und für kulturelle Zwecke zu nutzen.
2. Marktstraße als Erlebnisstraße – Aktionstage auf der Marktstraße
Hier geht es um den Frühlingsmarkt des Gewerbevereins, das Straßenmalerfestival und zumindest eine weitere kulturelle musische Veranstaltung. Hierbei soll u.a. Öffentlichkeitsarbeit und Marketing betrieben, weitere Straßensperren angeschafft und auch in Logistik investiert werden.
3. Investorenkampagne
Ziel ist es, auf einer soliden Datenbasis ein Leerstands-Management zu betreiben. Marketingevents und Rundgänge durchzuführen und Investoren für den Bereich zu gewinnen. Die Beschlussempfehlung hierzu erfolgte einstimmig.
Ausführlich befasste sich der Fachausschuss auch mit der Verkehrssituation in der Marktstraße. Nach einer repräsentativen Verkehrszählung, welche die Kommune im Herbst 2025 beauftragt
hatte, wird dieser Straßenzug seit der Freigabe der A 49 von rund 1.000 Autos am Tag weniger befahren als vorher. Insgesamt sind es aber immer noch rund 3.500. Bereits 2023 hatte ein Büro für Verkehrsplanung insgesamt sechs Varianten für Verkehrsversuche zur weiteren Verkehrsberuhigung erarbeitet. Diese sehen zum Teil eine Unterbrechung der Durchfahrbarkeit der Marktstraße vor. Bei einer der Varianten soll es unmöglich gemacht werden, in die Marburger Straße einzubiegen. Holger Michel, Leiter des Fachbereiches II der Stadtverwaltung, erläuterte die Vorschläge näher.
Ausschussvorsitzende Anke Stark sprach davon, dass man ein Zusammenspiel des Programmes „Zukunft Innenstadt“ und einer Verkehrsberuhigung in der Marktstraße sehen müsse. Michael
Dippel von der CDU wies darauf hin, dass verkehrsregulierende Maßnahmen nicht dazu führen dürften, dass die Stadtpfarrkirche erschwert anzufahren sei. Hans-Gerhard Gatzweiler warb dafür, dass die Erreichbarkeit aller Geschäfte notwendig sei. In den letzten Jahren hat sich nach seinen Worten in der Marktstraße nichts Positives getan. Deshalb müsse man über eine Verkehrsreduzierung nachdenken. Auch solle man überlegen, möglicherweise den Marktplatz optisch auf die Marktstraße auszuweiten, um eine Verkehrsberuhigung zu erreichen. Volker Zinser (CDU)
warf ein, dass die Imbissbetriebe und die Pizzeria am Marktplatz
darauf angewiesen seien, dass man sie gut anfahren könne. Marc Lecher (ebenfalls CDU) erinnerte daran, dass in der Marktstraße auch ein Hausarzt ansässig sei und dessen Patienten oft in der Beweglichkeit eingeschränkt seien. Merve Hamel von der FWG hielt es für vertretbar, „einige Meter“ zum Ziel laufen zu müssen. Sie wünschte sich auch eine Stärkung des Radverkehrs in der Marktstraße. Tom Streichert (CDU) sah weniger Probleme mit der Zahl der Fahrzeuge als mit der manchmal gefahrenen Geschwindigkeit. Bürgermeister Thomas Groll sieht unter den aktuellen Gegebenheiten eine Durchfahrbarkeit der Marktstraße als wichtig an. Wenn man den Status Quo verändern wolle, müsse es damit einhergehend auch Verbesserungen rechts und links der Marktstraße geben. „Einfach nur den Verkehr herauszunehmen bedeutet ihn auf andere Straßen zu verteilen. Dies ist in meinen Augen nur dann verantwortbar, wenn sich in der Marktstraße etwas zum Positiven verändert. Wir brauchen Investoren. Deshalb halte auch ich ein Zusammenspiel von „Zukunft Innenstadt“ und der Verkehrssituation für wichtig“. Hans-Gerhard Gatzweiler warb dafür, offen für Veränderungen zu sein. Gegebenenfalls müsse man in Vorleistung treten. Man sei sich doch einig, dass man wohl kaum zusätzliche Geschäfte gewinnen könne, die Marktstraße müsse zu einer attraktiven Wohnstraße werden. Bürgermeister Thomas Groll schlug abschließend vor, dass das Büro für Verkehrsplanung seine Vorschläge noch einmal mit den neuen Verkehrszahlen überprüfen solle. Darüber hinaus möchte er möglichst zur nächsten Sitzung die Verfasserin der Vorschläge für das Programm „Zukunft Innenstadt“, Katrin Hitziggrad von den „Zukunftsoptimisten“ aus Jena, einladen, damit sie aus ihrer Sicht zu den aufgeworfenen Fragen berichten könne. Hitziggrad war bereits in Städten wie Homberg/Efze erfolgreich tätig und ist „Stammgast“ auf Veranstaltungen des Landes zur Innenstadtentwicklung.
Ortsbeirat Speckswinkel
Der Brunnen macht Sorgen
Am 26. August fand die zweite Sitzung des Speckswinkeler Ortsbeirates nach der Kommunalwahl statt. Ortsvorsteher Martin Naumann konnte hierzu Bürgermeister Thomas Groll, Ersten Stadtrat Wolfram Ellenberg, Bauamtsleiter Thomas Dickhaut und drei interessierte Zuhörer begrüßen.
Der Bau des Hochbehälters ist inzwischen beendet. Laut Bauamtsleiter Thomas Dickhaut verlief das alles unkompliziert und im die Maßnahme verbleibt nach dem derzeitigen Stand auch im Kostenrahmen. Der Hochbehälter wird seit einigen Wochen bereits genutzt. Ortsvorsteher Martin Naumann plant für Oktober einen „Tag der offenen Tür“.
Nach 13 Jahren ließ die Kommune auch wieder den Brunnen befahren, um Gewissheit über dessen Zustand zu bekommen. Seinerzeit gab es keine Auffälligkeiten. Das war diesmal leider anders. Die Befahrung vom 13.8.2026 brachte kein gutes Ergebnis. Die OBO-Verrohrung – ein aus drei Teilen bestehendes Holzbauteil – ist in einem schlechten Zustand. Eine Regenerierung des 120 m tiefen Brunnes ist laut der beauftragten Fachfirma nicht erfolgsversprechend. Entweder müsse „überbohrt“, sprich saniert, oder ein neuer Brunnen gebohrt werden. Bei einer Sanierung müssten über etwa 10 Wochen täglich 60 Kubikmeter Wasser zur Sicherstellung der Versorgung transportiert werden. Nach den Worten von Thomas Dickhaut werden nun die beiden Alternativen intensiv geprüft.
„Wir sind erst am Anfang, wollten aber den Ortsbeirat frühzeitig informieren. Neben den technischen Fragen werden wir auch prüfen lassen, ob bei einem neuen Brunnen die Grundstückseigentümer erneut zu Beiträgen herangezogen werden müssen“, so der Bürgermeister. Dies sei keine schöne Nachricht, aber rechtlich geboten.
Thomas Groll sprach noch das geplante Re-Powering durch die Hessen-Energie an. Drei Windräder in der Gemarkung Speckswinkel sollen abgebaut und durch ein über 260 m hohes Windrad ersetzt werden. Aus Sicht des Bürgermeisters gibt es vor Erteilung des gemeindlichen Einvernehmens noch Gesprächsbedarf mit dem Unternehmen über die Möglichkeit, wie sich die Bürgerschaft im Genehmigungsprozess einbringen kann. 2021 waren sich
Kommune und Hessen-Energie über ein ggf. freiwilliges förmliches Beteiligungsverfahren einig. Da sich die Rechtslage geändert hat und Verfahren nun beschleunigt abgewickelt werden sollen, möchte die Hessen-Energie hierauf verzichten und der Kommune Alternativvorschläge darlegen. Sollten diese vorliegen, will sich Groll mit dem Ortsvorsteher abstimmen.
Martin Naumann berichtete davon, dass durch eine Gewässerverlegung mehrere Bauplätze im Bereich des Steinweges entstanden seien. Der Eigentümer plane wohl den Verkauf. Während seitens des Kreisbauamtes in der Vergangenheit eine Bebauung in diesem Bereich wegen einer „Kaltluftschneise“ negiert wurde, spielt diese nun keine Rolle mehr. Ein Sinneswandel, der möglicherweise auf den „Bauturbo“ zurückzuführen ist, der eine Wohnbebauung von Grundstücken vereinfachen soll.
Weiter sprach der Ortsvorsteher den „Frühlingsputz“ im Mai und den geplanten Projekttag am Dorfteich am 12. September an. Dort gibt es nach wie vor eine zu große Population von Nilgänsen mit allen unangenehmen Folgen. Naumann sprach auch über das gelungene Dorffest und die Unterstützung bei der 800-Jahrfeier in Momberg.
Bürgermeister Thomas Groll kündigte den Erlass einer Feldwegesatzung an, um unter anderem Beschädigungen der nun in der Baulast der Kommune stehenden Wendewege entlang der A 49 ahnden zu können. Harald Geißel bat um den Einbezug der Ortslandwirte und Jagdgenossenschaften. Der Bürgermeister sagte ein Anhörungsverfahren zu.
Auch das Thema „Haushalt 2027“ stand auf der Tagesordnung. Martin Naumann und Thomas Groll verwiesen auf die zu erwartende angespannte Haushaltslage der kommenden Jahre. Daher fallen die Vorschläge des Ortsbeirates auch übersichtlich aus. Die Beleuchtung im Zollhof soll verbessert und eine Kühltruhe für die Grillhütte angeschafft werden. Im Bereich der gut angenommenen Grillhütte sind weitere kleine Maßnahmen geplant. Auch soll weiter an einem zukünftigen Jugendraum gearbeitet und in der Unterhaltung der Straßen investiert werden. Hartmut Baum regte noch an, über Verbesserungen im Hochwasserschutz nachzudenken.
Für eine Versorgung mit Nahwärme gibt es gegenwärtig 86 Interessenten. Ein örtliches Netz scheint daher wirtschaftlich tragbar zu sein. Unklar ist, in welcher Form man sich organisieren kann und ob es eine Genossenschaft wie in Mengsberg gibt. Nächster großer Schritt wäre in 2027 die Erstellung einer von der Kommune mitfinanzierten Machbarkeitsstudie.
Der Ortsbeirat denkt nach wie vor darüber nach, wie ein Jugendraum für Speckswinkel realisiert werden kann. Der bisherige Raum fiel durch den Ausbau des Zollhofes für die Umkleide der Feuerwehr weg. Aktuell steht den Jugendlichen ein Bauwagen zur Verfügung. Man besichtigte dass aus Containern bestehende Sportheim in Wasenberg und möchte sich nun mit örtlichen Handwerkern und Eltern sowie einem Architekten treffen, um über den Umbau des Gebäudes am Festplatz nachzudenken. Hier wäre viel Eigenleistung mit Unterstützung der Kommune wünschenswert.
CDU-Fraktion
Rückblick, Ausblick & Dankeschön
Mitte August kam die CDU-Stadtverordnetenfraktion zusammen, um einmal in lockerer Runde beieinander zu sitzen, dabei nochmals auf den Ausgang der Kommunalwahl vom 15. März 2026 zurückzublicken, zugleich ein wenig in die Zukunft zu schauen und den ausgeschiedenen Amts- und Mandatsträgern „Dankeschön“ zu sagen.
Fraktionsvorsitzender Jakob Gnau verwies in einer kurzen Ansprache darauf, dass der Ausgang der Kommunalwahl für die Neustädter Christdemokraten ein großer Erfolg gewesen sei. Ein Ergebnis von 57,9 % sei kreisweit einmalig. Er dankte allen, die dazu beigetragen haben.
Ein besonderer Dank galt Franz-W. Michels, Karl-Eugen Ramb, Bernd Malkus, Jan von Holten, Andreas Merten, Eugen Dammer und Leon Kubitschko, die nach der Kommunalwahl aus Stadtverordnetenversammlung oder Magistrat ausgeschieden sind.
Sie hätten sich zum Teil über Jahrzehnte ehrenamtlich für ihre Mitbürgerinnen und Mitbürger engagiert und Neustadts Kommunalpolitik mitgeprägt.
Jakob Gnau überreichte den vier Anwesenden ein Präsent und wünschte alles Gute für die Zukunft.
Als stellvertretender Stadtverbandsvorsitzender der CDU sprach Thomas Groll, der sich den Dankesworten anschloss und für die Ausgeschiedenen, mit denen wir z.T. seit 1989 zusammengearbeitet hatten, persönliche Worte fand.
Groll ging auch auf wichtige investive Vorhaben der kommenden Jahre und die finanzielle Situation der Kommune ein. Er zeigte sich überzeugt davon, dass man im Miteinander von Stadtverordnetenversammlung, Magistrat und Ortsbeiräten auch diese Herausforderungen meistern werde.

