Bei den Bibern ist ein Biber eingezogen

Experte betont: Tier muss extra ein Stück gelaufen sein, um an seinen neuen Wohnort zu kommen
Von Florian Lerchbacher
Neustadt.
Im Neustädter Stadtgebiet ist ein Biber eingezogen. Nun, zugegeben: Klingt nicht wirklich nach einer Neuigkeit, denn im Volksmund werden die Menschen aus Neustadt Sumpfbiber genannt und der Rathauschef auch schon mal als Königsbiber oder Bibermeister tituliert. Und dann hat mit dem 11.11. vor wenigen Tagen auch noch die närrische Zeit begonnen, in der jeder Büttenredner, der etwas auf sich hält, in der Junker-Hansen-Stadt die Bezeichnung „Biber“ mindestens einmal erwähnt.
Aber nein: Es ist kein Tusch zu hören. Sondern Bürger haben an einem kleinen Wasserlauf einen Biberbau entdeckt – beziehungsweise gleich mehrere Biberbauten. Und nochmal: Damit ist nicht das neue Kultur- und Bürgerzentrum gemeint, das regelmäßig als Biberbau bezeichnet wird. Und der Begriff „Biberbauten“ bezieht sich auch nicht auf die Perlenkette an Millionenprojekten, von der Bibermeister Thomas Groll so gerne redet, wenn er unter anderem vom renovierten Freibad, dem erwähnten Kubüz oder dem umgestalteten Bürgerpark und Schulhof spricht. „Ich habe mit den Bauwerken nichts zu tun. Dafür sind meine Zähne nicht gut genug“, sagt er auf Anfrage der OP und behauptet auch, dass es für die Bauwerke tatsächlich keine Fördermittel aus Wiesbaden oder Berlin gegeben habe. „Bei den Bibern ist ein Biber eingezogen“ weiterlesen

Gatzweiler führt Sozialdemokraten in den Wahlkampf

Liste der SPD Neustadt für Kommunalwahl im März steht
Von Florian Lerchbacher

Neustadt.
Nach dem Zusammenschluss der SPD-Ortsvereine Neustadt, Momberg, Speckswinkel und Mengsberg zur gemeinsamen „SPD Stadt Neustadt (Hessen)“ im November 2024 folgte nun, wie Vorsitzende Christina Hock berichtet, der nächste Schritt in Richtung Kommunalwahl 2026: die Aufstellung der Liste. „Jeder Einzelne von euch hat auf seine Art und Weise mit Mut, Respekt, Ausdauer und Erfahrung dazu beigetragen, dass die SPD in Neustadt heute das ist, was sie aktuell ist“, betonte sie.
Hans-Gerhard Gatzweiler, der zuvor einstimmig zum Versammlungsleiter gewählt worden war, gab einen kurzen Einblick in das Wahlprogramm und den Ablauf des bevorstehenden Wahlkampfes. „Wenn auch unsere Liste in diesem Jahr nicht ganz so lang ist wie die zur letzten Kommunalwahl, so sind wir doch stolz, dass jeder Ortsteil in der Liste vertreten ist und dass beide Geschlechter gleichermaßen vertreten sind“, sagte er und ergänzte: „Wir konnten neue Kandidaten gewinnen und müssen uns leider von erfahrenen Gesichtern verabschieden. Diese werden uns aber im Hintergrund noch weiterhin gerne zur Seite stehen“, fuhr er fort.

Er selber wird die Liste auch bei der nächsten Kommunalwahl anführen, steht also auf Platz eins. Ebenso einstimmig wurden die weiteren neun Kandidatinnen und Kandidaten ernannt: 2. Anke Stark, 3. Georg Jäckel, 4. Christina Hock, 5. Sebastian Sack, 6. Andrea Bauscher, 7. Thomas Horn, 8. Karl-Heinz Waschkowitz, 9. Susanna Wilhelm, 10. Jürgen Kaufmann. „Gatzweiler führt Sozialdemokraten in den Wahlkampf“ weiterlesen

Neustädter Mitteilungsblatt

Würdevolles Gedenken an die Pogromnacht in Neustadt vor 87 Jahren

Am Samstag, dem 8. November versammelten sich am späten Nachmittag fast 50 Menschen in der Marburger Straße vor dem Haus Nummer 11, um gemeinsam einer Gedenkveranstaltung bei­zuwohnen.
Der Ort dieser Zusammenkunft war bewusst gewählt: Bis Anfang 1939 stand auf diesem Grundstück die Synagoge der Jüdischen Gemeinde Neustadts, die ein bedeutendes Symbol für das jüdische Leben und die Geschichte der Stadt darstellte.
Stadtarchivarin Andrea Freisberg informierte zunächst über die Geschichte der 1887 errichteten Synagoge, die bereits 1888 Ziel eines antisemitischen Anschlags wurde. Sie beschrieb aber auch, wie die jüdische Gemeinde über lange Phasen in Neustadt ausge­sprochen angesehen war und wertgeschätzt wurde. Dies war nicht zuletzt an der Jubiläumsfeier zum 25. Bestehen im Jahr 1912 ab­zulesen. Eine Zeitung berichtete damals begeistert, dass die ganze Stadt festlich geschmückt war und alle gemeinsam im Deutschen Haus feierten.
Auch 1932, nach Abschluss einer grundlegenden Renovierung des baufällig gewordenen Gotteshauses, nahmen viele namhafte Ver­treter der Stadt und des Kreises an der Weihezeremonie teil. Die Neustädter Zeitung schloss ihren Artikel über dieses bedeutende Ereignis mit den Worten: „Sämtlichen mitwirkenden Meistern ge­reicht das vollendete herrliche Werk zur größten Ehre.“ „Neustädter Mitteilungsblatt“ weiterlesen

Massiver Ärger mit dem Glasfaser-Ausbau

Aufgerissene und geschotterte Straßen und Gehwege: In Neustadt und Niederweimar stocken die Bauarbeiten
Von Florian Lerchbacher und Johanna Zobel

Neustadt/Niederweimar.
„Telekommunikation, Post und Bahn – das sind Bereiche, die nicht in die Hand von Wirtschaftsunternehmen gehören, sondern in staatliche Hand“, sagt Neustadts Bürgermeister Thomas Groll und kritisiert: „Die Privatisierung und Freigabe war ein großer Fehler.“
Der Grund für seinen Ärger: Mit dem Ausbau der Glasfaser-Infrastruktur in seiner Heimatstadt läuft es nicht so wie einst erhofft. Und das gleich in vielerlei Hinsicht. Immer wieder herrsche Stillstand auf den Baustellen, eine systematische Projektsteuerung fehle eigentlich komplett: „Mal wieder an der einen Ecke der Stadt etwas angefangen, dann an der anderen. Aber so gut wie nichts wird fertiggemacht.“ Zum Beispiel seien auf 2.700 Metern Gehweg und auf 1.700 Metern Straße die ausgehobenen Gräben lediglich mit Schotter aufgefüllt worden. Die Asphaltschicht fehle komplett. Hinzu kämen weitere 600 Meter, auf denen zwar eine grobe Trag-, aber keine Deckschicht aufgebracht wurde. „Massiver Ärger mit dem Glasfaser-Ausbau“ weiterlesen

Neustadt hält Erinnerung an Pogromnacht lebendig

Erstmals Gedenken an Zerstörung der Synagoge im November 1938
Von Michael Rinde

Neustadt.
Es ist ein besonderes Gedenken am Nachmittag des 8. November 2025 in der Marburger Straße in Neustadt. Etwa 30 Neustädterinnen und Neustädter stehen vor dem Standort der früheren Synagoge. Am 8. November 1938 war Nordhessen eine der ersten Regionen in Nazi-Deutschland, in denen es zu gut organisierten Pogromen gegen jüdische Mitbürger kam. Hass und Antisemitismus brachen durch. Stadtarchivarin Andrea Freisberg sprach von der „Blaupause“ für die einen Tag später geschehenden Ereignisse der Reichspogromnacht.
In der Kleinstadt Neustadt zogen etwa 250 bis 300 Menschen durch die Straßen zur Synagoge, angeführt von Sturmabteilung (SA) und Hitlerjugend (HJ). Sie zerstörten die Synagoge, Bänke flogen auf die Straße, es wurden Feuer angezündet, Thorarollen geschändet.

Beim Marsch des Schreckens wurden in Neustadt jüdische Wohnungen gezielt mit Steinen beworfen. Ein jüdischer Mitbürger, mutmaßlich Karl Stern, wurde von zwei Schlägern krankenhausreif geschlagen. So hat er es 1947 eidesstattlich zu Protokoll gegeben. Stern überlebte den Holocaust. An ihn erinnert ein Stolperstein. „Neustadt hält Erinnerung an Pogromnacht lebendig“ weiterlesen

Sondervermögen eröffnet Neustadt Chance auf Baustart

Millionenbetrag könnte in Kita-Neubau fließen und Stadtsäckel schonen
Von Michael Rinde

Neustadt.
Hessens Kommunen bekommen vom Land rund 4,7 Milliarden Euro aus dem Infrastruktur-Sondervermögen. Das hat die hessische Landesregierung vor wenigen Tagen bekannt gegeben. Wie viel Geld jeder einzelnen Stadt oder Gemeinde oder jedem Landkreis dabei zukommt, soll in den nächsten Wochen öffentlich werden.
In Neustadt ist aber schon klar, wofür das Geld am ehesten gebraucht wird und was damit endlich auf den Weg gebracht wird: der Bau der neuen Kindertagesstätte auf früheren Bundeswehrflächen. Das sagte Neustadts Bürgermeister Thomas Groll (CDU) der OP auf Anfrage. Schon lange ist klar, dass Neustadt Bedarf für eine dritte Kindertagesstätte in der Kernstadt hat, sie soll viergruppig ausfallen. In der Kita Allee gibt es eine Gruppe zu viel für die räumlichen Möglichkeiten, es gibt steigende Nachfrage bei der Betreuung der „U3“-Kinder, also von Kindern unter drei Jahren.

Seit Jahr und Tag hatte sich die Stadt händeringend um einen Zuschuss zu dem Bauprojekt bemüht. Das Land hatte in der Vergangenheit Kita-Neubauten gefördert. Nach der früheren Förderrichtlinie hätte Neustadt etwa eine Million Euro Zuschuss bekommen. Doch das Land hatte die Kita-Förderung nicht wieder aufgenommen. Sehr zum Ärger und Verdruss von Thomas Groll (die OP berichtete). „Sondervermögen eröffnet Neustadt Chance auf Baustart“ weiterlesen

Neustädter Mitteilungsblatt

Erfolgreiche dritte Nachtöffnung des Junker-Hansen-Turmes in Neustadt

Am 25. Oktober hieß es wieder: Der Turm öffnet in den Abend­stunden seine Türen! Trotz ungemütlichem Herbstwetter mit Käl­te, Regen und Sturm fanden rund 80 Besucherinnen und Besucher den Weg zum Turm – und wurden mit einem stimmungsvollen Abend belohnt.
Bereits am Nachmittag liefen die Vorbereitungen auf Hochtouren: In der ersten Etage wurden die Stühle, die sonst für Trauungen genutzt werden, beiseite geräumt, um Platz für den beliebten Foto­point mit Junker Hans und seinen Burgfräulein zu schaffen. Auch der Stand für Glühwein und Kinderpunsch wurde aufgebaut, da­mit sich die Gäste aufwärmen konnten.
Ein besonderes Highlight war die Premiere der Nachtwächter­führung mit Michael Launer, die ihren Abschluss am Turm fand. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer waren begeistert von seiner unterhaltsamen Führung durch Neustadts Gassen – und nahmen den wärmenden Glühwein am Ende des Rundgangs gerne an.
Natürlich durfte auch der Eigentümer des Turms, Junker Hans, nicht fehlen. Gemeinsam mit seinen Burgfräulein stand er für Fotos mit den Gästen bereit, die auf Wunsch sogar in historische Kostüme schlüpfen konnten. „Neustädter Mitteilungsblatt“ weiterlesen

Nachtwächter führt launig durch Neustadt

Abendliche Öffnung des Junker-Hansen-Turms interessierte zahlreiche Neustädter

Neustadt.
Wieder einmal hieß es in Neustadt „Der Turm öffnet in den Abendstunden seine Türen!“ Rund 80 Besucherinnen und Besucher nutzten die Gelegenheit. Bereits am Nachmittag liefen die Vorbereitungen auf Hochtouren: In der ersten Etage wurden die Stühle, die sonst für Trauungen genutzt werden, beiseitegeräumt, um Platz für den beliebten Fotopoint mit Junker Hans und seinen Burgfräulein zu schaffen. Auch der Stand für Glühwein und Kinderpunsch wurde aufgebaut, damit sich die Gäste aufwärmen konnten.
Ein Gefangener verschwindet

Ein besonderes Highlight war die Premiere der Nachtwächterführung mit Michael Launer, die ihren Abschluss am Turm fand. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer waren begeistert von seiner unterhaltsamen Führung durch Neustadts Gassen – und nahmen den wärmenden Glühwein am Ende des Rundgangs gerne an. Natürlich durfte auch der Eigentümer des Turms, Junker Hans, nicht fehlen. Gemeinsam mit seinen Burgfräulein stand er für Fotos mit den Gästen bereit, die auf Wunsch sogar in historische Kostüme schlüpfen konnten. Für Aufregung sorgte kurzzeitig ein kleiner Zwischenfall: Der „Gefangene“, der sonst das ganze Jahr über im Verlies sitzt, war verschwunden. Nach einer kurzen Suche wurde er schließlich auf der obersten Etage in einem der Türmchen entdeckt – von aufmerksamen Besuchern, die ihn fotografierten und dies an die „NeuSTADT Guides“ meldeten. „Nachtwächter führt launig durch Neustadt“ weiterlesen

Erheblicher Wasserschaden

Sanierung des Neustädter Kindergartengebäudes „Sonnenschein“ dauert voraussichtlich bis zu sechs Monaten
Von Florian Lerchbacher

Neustadt.
„Zwangsläufig fühlte ich mich zwischenzeitlich ein paar Mal an die Allee erinnert“, sagt Bürgermeister Thomas Groll. Vor einigen Jahren hatte die Stadt Neustadt schließlich die dortige Kindertagesstätte „Regenbogen“ aufgrund massiver Wasserschäden neu bauen müssen. Dieses Mal war in der Kindertagesstätte „Sonnenschein“ in der Eichsfelder Straße zittern angesagt. Denn nach den Sommerferien war in den Räumlichkeiten der Enten-Gruppe ein modriger Geruch aufgetreten, der – wie sich im September rausstellte – Resultat eines Wasserschadens war.
Bürgermeister: Gesundheit der Kinder nicht gefährdet

Eine Warmwasserleitung sei gebrochen gewesen, berichtet der Rathauschef: „Wie groß der Wasserverlust genau war, lässt sich nicht mehr feststellen. Aber er war erheblich.“ Die Stadt ließ zunächst den von den auftretenden Durchfeuchtungen und auch Schimmelspuren betroffenen Bereich einhausen, nahm Kontakt zum Gesundheitsamt und dem Fachdienst Frühe Kindheit und Familie des Landkreises auf und brachte Untersuchungen auf den Weg. „Erheblicher Wasserschaden“ weiterlesen

Nicht jeder Wegewunsch ist am Ende auch machbar

Nicht jeder Wegewunsch ist am Ende auch machbar
Neustädter Zwischenbilanz zu Radwege- und Mobilitätskonzepten / Anfrage im Stadtparlament
Von Michael Rinde

Neustadt.
Was ist daraus geworden? Diese Frage dürfte der zentrale Ausgangspunkt einer „Großen Anfrage“ der Fraktion der Freien Wähler in Neustadt sein. Sie hatte Fragestellungen rund um die Entwicklung des Radverkehrs in der Stadt an den Magistrat gerichtet – und schon bei der schriftlichen Begründung eine kleinere „Spitze“ formuliert. Autorin war Merve Hamel, die stellvertretende Fraktionsvorsitzende der Freien Wähler.
Man gewinne den Eindruck, es sei ein Konzept nach dem anderen in Auftrag gegeben worden. „Aber konkret umgesetzt wurde nur wenig“, so die Aussage in der Begründung.

Neustadt stellt 150.000 Euro in Sachen Radwegebau bereit

Dem widersprach der Magistrat deutlich in seinen Antworten. Was die Konzeptionen angeht, so hat Neustadt unter anderem einen Nahverkehrs-Check (bezahlt vom Land), ein Verkehrskonzept Innenstadt (75 Prozent Förderung durch das Land) und letztlich ein Fuß- und Radverkehrskonzept (bezahlt von Land und Kreis) entwickelt. Bürgermeister Thomas Groll (CDU) beantwortete die Fragen schriftlich, es gab vor der Parlamentssitzung Ausschussberatungen. In seiner Antwort machte Groll deutlich, dass all diese Konzeptionen aufeinander aufgebaut hätten. Teils waren sie auch Voraussetzung für Förderanträge. „Nicht jeder Wegewunsch ist am Ende auch machbar“ weiterlesen