Rechnung wurde auch mit Bier beglichen

Das Wahrzeichen Neustadts ist der größte erhaltene Fachwerkrundbau der Welt / Arbeiter wurden nicht nur mit Geld bezahlt
Von Laura Lansche

Neustadt.
Viele Mythen ranken sich um den Junker-Hansen-Turm in Neustadt. So zum Beispiel, dass sein Namensgeber Junker Hans öfter mit einem Ziegenbock um den Turm herumritt. Hans von Dörnberg, auch Junker Hans genannt, war „unermesslich reich“, sagt Holger Michel, der den Fachbereich Bürgerservice der Stadt Neustadt leitet und Führungen durch den Turm organisiert. Da fragten sich die Menschen natürlich, woher er das viele Geld hatte, und dachten, er habe etwas mit dem Teufel zu tun.
Der Junker-Hansen-Turm ist das Wahrzeichen von Neustadt und steht mitten in der Stadt neben dem Rathaus. Er ist der größte erhaltene Fachwerkrundbau der Welt und hat sogar einen Eintrag im Guinness-Buch der Rekorde, steht auf der Website der Staatlichen Schlösser und Gärten Hessen.

Der Baumeister des Turms heißt Hans Jakob von Ettlingen. Michel erzählt, dass der Bau auf den Streit zweier Brüder zurückgeht. Der oberhessische Landgraf Heinrich III. war damaliger Eigentümer von Neustadt und stand im Konflikt mit seinem Bruder aus Kassel, dem Landgrafen Ludwig II. Nun wollte Heinrich III. sein Territorium und dessen Grenzen befestigen. Sein Hofmeister, Hans von Dörnberg, gab den Bau des Turms in Auftrag.

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Ermittlungen nach Messerattacke

In Hessens Erstaufnahmeeinrichtungen kam es in zwölf Monaten zu vier Angriffen auf Leib und Leben
Von Florian Lerchbacher

Neustadt.
„In der Bewohnerschaft der Erstaufnahmeeinrichtungen in Hessen kommt es zu gelegentlichen Konflikten und hin und wieder auch körperlichen Auseinandersetzungen“, teilt Thorsten Haas, der stellvertretende Pressesprecher des Regierungspräsidiums in Gießen, auf Anfrage der Oberhessischen Presse mit. Zu Attacken auf Leib und Leben komme es jedoch sehr selten: „In den vergangenen 12 Monaten kam es zusammen in den Standorten der EAEH bei regelmäßig über 4.000 Bewohnern zu vier Fällen, die als schwerwiegende Attacke auf Leib und Leben gewertet werden können. Diese Attacken fanden ausschließlich zwischen Bewohnern der EAEH statt.“
Die Staatsanwaltschaft Marburg und das Polizeipräsidium Mittelhessen hatten am Donnerstag, 9. April, mitgeteilt, dass es ein Ermittlungsverfahren gegen einen 18 Jahre alten Bewohner der Erstaufnahmeeinrichtung in Neustadt wegen des Verdachts auf versuchten Mord gebe. Der junge Mann sei „dringend verdächtig“, am frühen Mittwochabend, 1. April 2026, gegen 17.50 Uhr im Bereich der Erstaufnahmeeinrichtung einen 30 Jahre alten Mann mit einem Messer angegriffen zu haben, um diesen zu töten.

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Auf Schatzsuche in Neustadt

„Neustadt Guides“ haben neues Angebot für Kinder entwickelt

Neustadt.
Die „Neustadt Guides“ haben ein neues Angebot: Sie bieten für Kinder eine Schatzsuche an, die nicht nur Spaß macht, sondern allen Beteiligten auch die Möglichkeit bieten soll, auf spielerische Weise Wissenswertes über die Geschichte Neustadts und seine Bauwerke zu erfahren.
Jüngst begaben sich Marburger Kinder im Alter von sieben bis neun Jahren auf eben diese spannende Schatzsuche – mit Erfolg: Nach intensiver Suche und dem Lösen zahlreicher kniffliger Aufgaben entdeckten sie schließlich den Schatz des Junker Hans.

Suchen, rätseln, entdecken

Sie hatten sich zunächst am Spielplatz im Bürgerpark getroffen. Dort hieß Gästeführerin Miranda Faber die Kinder willkommen und führte sie in die Geschichte rund um Junker Hans von Dörnberg und das Mittelalter ein. Ausgestattet mit ersten Hinweisen begann das Abenteuer. An verschiedenen Stationen – darunter die Stadtmauer, die Kirche, das Haus der Vereine und der Schlossplatz – galt es, versteckte Briefe zu finden. Diese enthielten spannende Geschichten sowie Aufgaben, die gelöst werden mussten, um den nächsten Hinweis zu erhalten. Spielerisch tauchten die Kinder so immer tiefer in die Vergangenheit Neustadts ein.

Besonders knifflig wurde es bei der letzten Etappe: Eine geheimnisvolle Botschaft in Geheimschrift musste zunächst entschlüsselt werden. Anschließend galt es, eine Schatzkarte richtig zusammenzusetzen, um zum Ziel zu gelangen. Mit den richtigen Lösungen der zuvor gemeisterten Aufgaben gelang es den Kindern, das Schloss der Schatzkiste zu öffnen. Zur großen Freude aller befand sich in der Schatzkiste eine Belohnung, und jedes Kind durfte ein Andenken mit nach Hause nehmen. Eine versiegelte Urkunde rundete dieses ganz besondere Abenteuer ab.

Neustädter Mitteilungsblatt

Schatz der Junker Hans gefunden

Am 31. März begaben sich Marburger Kinder im Alter von sie­ben bis neun Jahren in Neustadt auf eine spannende Schatz­suche – mit Erfolg: Nach zahlreichen kniffligen Aufgaben und intensiver Suche konnten sie schließlich den Schatz des Junker
Treffpunkt war um 11 Uhr der Spielplatz im Bürgerpark. Dort wurden die Kinder von der Gästeführerin Miranda Faber be­
grüßt, die sie in die Geschichte rund um Junker Hans von Dörnberg und das Mittelalter einführte. Ausgestattet mit ers­ten Hinweisen begann das Abenteuer. An verschiedenen Stati­onen – darunter die Stadtmauer, die Kirche, das Haus der Ver­eine und der Schlossplatz – galt es, versteckte Briefe zu finden. Diese enthielten spannende Geschichten sowie Aufgaben, die gelöst werden mussten, um den nächsten Hinweis zu erhalten. Spielerisch tauchten die Kinder so immer tiefer in die Vergan­genheit Neustadts ein.
Besonders knifflig wurde es bei der letzten Etappe: Eine ge­heimnisvolle Botschaft in Geheimschrift musste zunächst entschlüsselt werden. Anschließend musste eine Schatzkarte
richtig zusammengesetzt werden, um zum Ziel zu gelangen. Mit den richtigen Lösungen der zuvor gemeisterten Aufgaben gelang es den Kindern, das Schloss der Schatzkiste zu öffnen.
Zur großen Freude aller befand sich in der Schatzkiste eine Be­lohnung und jedes Kind durfte ein Andenken mit nach Hause nehmen. Eine versiegelte Urkunde rundete dieses ganz beson­dere Abenteuer ab.
Die Schatzsuche bereitete allen Beteiligten große Freude und vermittelte zugleich auf spielerische Weise Wissenswertes über die Geschichte Neustadts und seine Bauwerke.
Die Schatzsuche für Kinder, ein neues Angebot der NeuSTADT Guides, kann nach Terminab­sprache für Gruppen ab acht Kindern zum Preis von 5,00 Euro pro Person gebucht werden. Wei­tere Informationen gibt es unter www.neustadtguides.de.

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Graffiti-Projekt lässt Ärger vergessen

Schülerinnen und Schüler verzieren auf eigene Initiative ihre Sporthalle in Neustadt
Von Florian Lerchbacher

Neustadt.
Lieber doch in Pink statt in Gelb: Esther Kuty und ihre Mitschülerin greifen noch einmal zu den Spraydosen und verpassen der Umrandung des „Neustadt“-Schriftzuges an der Turnhalle der Martin-von-Tours-Schule (MvTS) eine andere Farbe. Die beiden Mädchen gehören der Graffiti-AG an und verpassen mit weiteren 20 Schülerinnen und Schülern der Halle einen neuen Look – und das freiwillig und in den Ferien.
Er wolle Künstler werden, zeichne gerne und: „Graffiti macht mir sehr viel Spaß“, erklärt der 13-jährige Deniz Demir, warum er an dem Projekt während der ersten Osterferienwoche teilnimmt. Als Motiv hat er sich Satoru Gojō aus der Anime-Serie „Jujutsu Kaisen“ ausgesucht und an eine der Wände gesprüht – und zwar an die, die in Richtung Schule zeigt. Zur Straße hin zieren unter anderem ein Neustadt- und ein MvTS-Schriftzug sowie der Junker-Hansen-Turm die Hallenwand, Richtung Klassenräume sind vornehmlich Cartoons und Comicfiguren abgebildet. „Mit der Front wollen die Schülerinnen und Schüler zeigen, dass die Schule zu Neustadt gehört. Die Motive Richtung Schulhof sollen vor allem Spaß machen“, erläutert Hannes Becker von der Lebensweltbezogenen Schulsozialarbeit (bsj Marburg).

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Neustädter Mitteilungsblatt

Das Tagebuch der Anne Frank
Eine szenische Lesung mit dem Hessischen Landestheater Marburg

„Amsterdam, 1944. Ein 15-jähriges Mädchen blickt durch ein Dachbodenfenster. Mit dabei ihr Tagebuch, in dem sie ihr Leben akribisch festhält. Etwas unterscheidet sie von Teenagern heute: Sie ist Jüdin und lebt mit sieben anderen versteckt im Hinterhaus der Prinsengracht 263. Ihr Name ist Anne Frank. Sie wird den Ho­locaust nicht überleben. Nur ihr Tagebuch bleibt, das uns Zeugen einer Zeit werden lässt, die sich niemals wiederholen darf…“
Am 21. April 2026, 19.30 Uhr, Einlass 18.45 Uhr, lädt die Stadt Neustadt (Hessen) alle Interessierten ab 12 Jahren zu einer szeni­schen Lesung des Hessischen Landestheaters aus dem „Tagebuch der Anne Frank“, einem Stück der Weltliteratur, in das Kultur- und Bürgerzentrum (Achtung: anderer Veranstaltungsort) ein.

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Noch viele Fragen offen bei Neustadts teuerstem Projekt

Bau des Feuerwehrhauses wird weit mehr als sechs Millionen Euro kosten / Standort noch unklar
Von Florian Lerchbacher

Neustadt.
6,3 Millionen Euro wird der Neubau des Neustädter Feuerwehrhauses kosten – zumindest nach dem jetzigen Stand der Planungen und einer derzeitigen Kostenschätzung. „Aber seien wir ehrlich: Das wird noch teurer“, sagt Bürgermeister Thomas Groll. Denn zunächst einmal müsse die Stadt den (noch nicht einmal begonnenen) Bau eines weiteren Kindergartens für die Kernstadt abschließen, ehe sie ein weiteres Großprojekt beginnen könne.
Im Sommer 2028 solle die neue Einrichtung für Neustadts Nachwuchs fertiggebaut sein, womit der Neubau des Feuerwehrhauses voraussichtlich im Jahr 2029 beginnen könne: „Und bis dahin steigen die Preise bestimmt noch einmal“, stöhnt der Rathaus- und somit auch Feuerwehrchef: „Dabei handelt es sich schon jetzt um das größte Bauvorhaben, das die Stadt in ihrer Geschichte stemmen muss.“

Das bisherige Feuerwehrhaus, das seit 1982 in der Lehmkaute 17 steht, entspreche nicht mehr den Anforderungen der Zeit. Der Platz für Fahrzeuge und Geräte, aber auch für das Personal sei zu gering, erklärt Groll: „Es gibt zu wenig Parkplätze, keine Schwarz-Weiß-Trennung, keine Absauganlage in der Fahrzeughalle, außerdem können Männer und Frauen nicht so getrennt werden, wie man es heute macht.“

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Schwerarbeit im Wald bei Speckswinkel

Kran wuchtet die drei zentralen Bestandteile des neuen Hochbehälters an ihren Standort
Von Florian Lerchbacher

Neustadt-Speckswinkel.
Schweres Gerät war im Wald bei Speckswinkel im Einsatz, als die Bestandteile des neuen Hochbehälters angeliefert wurden. Nachts kamen die drei riesigen Röhren auf einem Lastwagen in dem Neustädter Stadtteil an und wurden dann mittels eines Krans an ihren Standort in der Nähe des Brunnens und des alten Hochbehälters gesetzt. Kurz nach der Anlieferung wurden die zwei Wasserkammern dann mit der sogenannten Schieberkammer, in der sich die technischen Anlagen befinden, verschweißt. „Ein bisschen ist es wie Fertigbau“, sagt Bürgermeister Thomas Groll.
Doch damit ist das von einer heimischen Firma umgesetzte Projekt noch lange abgeschlossen, wie Thomas Dickhaut, der Leiter des Fachbereichs Bauen, Planen und Umwelt der Stadt, erläutert. Die Bauzeit der Gesamtanlage, deren Fassungsvermögen sich auf 200 Kubikmeter Wasser beläuft, betrage rund vier Monate. Nach dem Verschweißen der drei Teile werde Flüssigboden unter den neuen Hochbehälter geschüttet, um eine „homogene Bettung“ zu ermöglichen.

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Neustadts CDU vollzieht den Umbruch

Jakob Gnau übernimmt Fraktionsvorsitz von Hans-Dieter Georgi , dieser wird Stadtverordnetenvorsteher

Neustadt.
Mit 57,92 Prozent fuhr die CDU in Neustadt das deutlichste Ergebnis bei der Wahl einer Stadtverordneten- oder Gemeindevertreterversammlung im Landkreis Marburg-Biedenkopf ein. Damit hat die Fraktion die absolute Mehrheit in der Stadtverordnetenversammlung. Die SPD landete bei 23,08 Prozent, die FWG bei 19 Prozent.
Schon im Vorfeld der Kommunalwahl hatten einige CDU-Mitglieder angekündigt, nicht mehr weitermachen zu wollen. Ziel sei es auch gewesen, einen Verjüngungsprozess einzuleiten. Entsprechend stehen einige Veränderungen in der Stadtverordnetenversammlung an. Und dafür hat die Fraktion nun ihre Personalentscheidungen für die Legislaturperiode 2026 bis 2031 festgezurrt.

Auf Vorschlag des stellvertretenden Stadtverbandsvorsitzenden Thomas Groll und des Spitzenkandidaten der Christdemokraten zur Kommunalwahl, Wolfram Ellenberg, wurde Jakob Gnau (29 Jahre) einstimmig zum neuen Fraktionsvorsitzenden gewählt. Der Bankbetriebswirt gehört der Stadtverordnetenversammlung seit 2021 an und ist fest im Vereinsleben seiner Heimatstadt verwurzelt, wo er bereits ebenfalls Verantwortung übernommen hat.

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Aus Rohrbruch entsteht ein Naturschutzprojekt

Am Rand von Neustadt fließt jetzt ein kleiner Bach über einen Wanderweg / Kosten belaufen sich auf 90.000 Euro
Von Florian Lerchbacher

Neustadt.
Idyllisch plätschert etwas Wasser über die Gauklerrunde, die vom Junker-Hansen-Turm an der ehemaligen Grillhütte vorbei nach Gleimenhain und dann über „die Dick“ zurück nach Neustadt führt. Menschen, die auf dem beliebten Wanderweg unterwegs sind, müssen über einige in der Furt bereitgelegte Trittsteine laufen, möchten sie trockenen Fußes weiterlaufen. Doch der kleine Balanceakt wird belohnt durch das neue optische Highlight in dem Naherholungsgebiet, das vor allem Flora und Fauna zugutekommt – und ein Naturschutzprojekt ist, das eher zufällig aus einem Schaden an einem Brunnen entstand. Ort des Geschehens ist das sogenannte „Maculinea-Schutzgebiet“ am Rande der Stadt Neustadt und damit an der Grenze des Landkreises Marburg-Biedenkopf zum Vogelsberg.
Wurzeln wuchsen in alte Leitung

Namensgeber ist der Ameisenbläuling (Maculinea) – ein seltener Schmetterling, der dort vorkommt und eher klein und unscheinbar ist, wie Katrin Schneider vom Schutzgebietsmanagement der Oberen Naturschutzbehörde des Regierungspräsidiums Gießen erklärt: Erst, wenn er seine Flügel ausbreitet, sehe man die blaue Färbung auf der Oberseite. Am nahegelegenen Waldrand befinden sich fünf Brunnen der ehemaligen Neustädter Wasserversorgung, deren Quellsammelschächte eine Tiefe von neun Metern haben – und in die Wurzeln einwuchsen und offenbar seit Sommer 2022 für unkontrollierten Wasserverlust sorgten, wie Thomas Dickhaut, Leiter des Fachbereichs III der Stadt Neustadt, erläutert.

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