Wie geht es weiter nach den „fetten Jahren“?

Neustadts Kommunalpolitiker beziehen vor der Wahl Stellung zur finanziellen Zukunft

Von Florian Lerchbacher

Neustadt.

Eine Frage, knappe Antwort: Verschiedene Kandidatinnen und Kandidaten der drei in Neustadts Stadtverordnetenversammlung vertretenen Listen äußern sich zu kommunalpolitischen Themen. Ging es im ersten von drei Teilen der Wahl-Vorberichterstattung um Vorhaben, Ziele und Projekte, die die Fraktionen verfolgen möchten, so stehen im zweiten Teil der Befragung die Finanzen im Mittelpunkt.

Konkret lautet die Frage an die Vertreter von CDU, SPD und die FWG: Nach einigen „fetten Jahren“ prägen nun Defizite die Haushaltslage. Wie möchten Sie Neustadts Finanzen verbessern?

Hans-Gerhard Gatzweiler (SPD): Wir setzen auf den weiteren Ausbau regenerativer Energien, die langfristig stabile Erträge bringen. Mit durchdachten Konzepten wollen wir vielfältige Fördermittel einwerben, die kommunale Wärmeplanung ist ein Beispiel dafür. Gleichzeitig sorgen Aufgabenkritik, Digitalisierung und eine sparsame Verwaltung für eine nachhaltige Haushaltsstabilisierung. Notwendige Gebührenanpassungen gehören dazu.

Karsten Gehmlich (FWG): Hier ist Realismus nötig. Wir müssen zwischen „Wünschenswertem“ und „Notwendigem“ unterscheiden und setzen auf konsequente Haushaltsdisziplin und klare Prioritäten. Hessen ist gefordert, ländliche Kommunen zu unterstützen, Ansiedlung von Gewerbe und Ausbau der interkommunalen Zusammenarbeit sind nötig. Wichtig ist: Sparen mit Augenmaß, ohne Zukunft, soziale Angebote und Pflichtaufgaben zu gefährden.

„Wie geht es weiter nach den „fetten Jahren“?“ weiterlesen

Neustädter Mitteilungsblatt

8. Foto.Spectrum.Marburg

„Licht und Zufall“ – Lochkamerafotografie im Neustädter Rathaus

Die Stadt Neustadt (Hessen) beteiligt sich auch in diesem Jahr wieder an der Foto.Spectrum.Marburg und macht das Rathaus dafür erneut zu einer „Galerie auf Zeit“.
Zu Gast ist diesmal Waltraud Frese aus Schrecksbach, deren Foto­grafien von Architektur entstehen mit Lochkameras. Diese erzäh­len von Veränderungs- und Wandlungsprozessen durch das Licht. Mit der Lochkamera geht die freie Künstlerin, die nach dem Stu­dium als Kunstlehrerin arbeitet, auf die Anfänge der Fotografie zurück. Dieser einfache Kasten ohne Objektiv und Sucher ermög­lichtet es ihr dank längerer Belichtungszeiten, anstatt nur das Ab­bild eines Gebäudes festzuhalten, einen Ablauf in der Zeit aufzu­nehmen. Dieser Vorgang ist immer das Ergebnis von Zufall und Steuerung.
Durch mehrere Öffnungen oder Standortverschiebungen der Kamera ergibt sich mittels Überlagerung eine Veränderung des Ausgangsmotivs. In Verpackungsdosen verwendet Waltraud Frese Fotopapier als Negativmaterial, in Kameras Negativfilm.
Die Aufnahmen entstanden auf Reisen, vorwiegend in Spanien und Italien, in der Schwalm und in Neustadt.
Waltraud Frese hat bisher u.a. in Kassel, Zürich, Wien und Basel ausgestellt.
Die Vernissage findet am 10. März 2026 um 17.00 Uhr im Neu­städter Rathaus statt und ist vom 11.3. bis zum 29.5.2026 während der Öffnungszeiten der Stadtverwaltung zugänglich.
Im Hinblick auf die bevorstehende Osterzeit wird Waltraud Frese in den Vitrinen im Eingangsbereich neben verschiedenen von ihr verwendeten Kameras auch Exemplare ihrer Sammlung von Eier­bechern und Eiern ausstellen.

„Neustädter Mitteilungsblatt“ weiterlesen

Von Mutter Beimer bis Sigmar Gabriel

Stadt Neustadt plant Veranstaltungen

Neustadt.

Im Jahr 2026 wird „Neustadt kulturell“ fortgeführt. Die Stadt werde, wie Bürgermeister Thomas Groll mitteilt, sich auch in diesem Jahr wieder für Kultur im ländlichen Raum stark machen und eigene Akzente setzen .

Im Kultur- und Bürgerzentrum gibt es am 24. Februar ein Auftritt der Egerländer-Besetzung des Heeresmusikkorps Kassel.

Landestheater zeigt „Der zerbrochene Krug“

Die Zusammenarbeit mit dem Hessischen Landestheater Marburg wird fortgesetzt: Am 12. März wird das Lustspiel „Der zerbrochene Krug“ von Heinrich von Kleist aufgeführt. Für den März ist zudem eine Ausstellung im Rahmen der „Photo.Spectrum.Marburg“ im Neustädter Rathaus vorgesehen.

Nach der gelungenen Lesung im Herbst 2025 kommt der Spiegel-Journalist Norbert F. Pötzl am 21. Mai wieder nach Neustadt, um aus seiner Honecker-Biografie zu lesen. Am 10. September ist dann „Mutter Beimer“ – Marie-Luise Marjan – in der Junker-Hansen-Stadt, um ebenfalls im Kultur- und Bürgerzentrum Krimis vorzulesen. Am 10. und 11. Oktober findet dann wieder das Zirkusfestival „Goldener Biber“ vor dem Junker-Hansen-Turm statt. „In gewohnter Weise wird die Kommune das Straßenmalerfestival, welches für August geplant ist, und einen Grenzgang zum Dreiherrenstein begleiten“, berichtet Groll und ergänzt, dass „natürlich“ auch die erfolgreiche zeitgeschichtliche Veranstaltungsreihe fortgeführt werde.

„“ weiterlesen

Neustädter Mitteilungsblatt

Ehrung für das Ehrenamt
Landrat Womelsdorf überreicht Landesehrenbriefe

Landrat Jens Womelsdorf hat im Marburger Landratsamt wieder Frauen und Männer für ihr ehrenamtliches Engagement ausge­zeichnet. Darunter waren auch Jan von Holten aus Mengsberg und Eckhard Sommer aus Speckswinkel. Auch Bürgermeister Thomas Groll und die Ortsvorsteher Karlheinz Kurz und Martin Nau­mann als Anreger der Ehrung freuten sich mit den beiden.
„Ehrenamtliches Engagement ist das Fundament unseres gesell­schaftlichen Zusammenhalts“, betonte Landrat Jens Womelsdorf. „Die Geehrten übernehmen seit vielen Jahren Verantwortung für ihre Mitmenschen. Mit ihrem Einsatz zeigen sie, wie wichtig Ver­lässlichkeit, Gemeinsinn und persönliches Engagement für eine lebendige Demokratie und ein starkes Miteinander im Landkreis sind“, ergänzte er.
Ehrenamtlich im Sport unterwegs ist Eckhard Sommer: Seit 1975 engagiert er sich beim TSV Speckswinkel 1920 e.V. Dabei war er in unterschiedlichen Funktionen tätig, unter anderem als Schriftfüh­rer sowie als Vorsitzender. Seit 2014 ist er Kassierer. Neben dem ehrenamtlichen Einsatz beim TSV Speckswinkel 1920 war er von 1995-2025 Ortsgerichtsschöffe beim Ortsgericht Neustadt.
Jan von Holten ist seit 2001 mit Unterbrechungen Stadtverordne­ter der Stadt Neustadt, wobei er von 2001 bis 2016 Mitglied im Jugend- und Sozialausschuss war. Seit 2016 ist er Mitglied im Orts­beirat Mengsberg. Neben seinem Einsatz in der Kommunalpolitik ist er auch beim Reit- und Fahrverein Mengsberg 1948 e.V. seit 1990 aktiv. Seit 1998 ist er dort Zweiter Vorsitzender. Er hat sich für den Bau der vereinseigenen Reithalle stark gemacht, sich bei zahlreichen Veranstaltungen engagiert und sich federführend bei der Reitplatzerweiterung im Jahr 2021 eingesetzt.
Bürgermeister Thomas Groll dankte Jan von Holten und Eckhard Sommer bei der Feierstunde im Landratsamt namens der Kommu­ne und lobte ihren vorbildlichen Einsatz für Vereine und Kommune.

„Neustädter Mitteilungsblatt“ weiterlesen

FWG will auch die unbequemen Fragen stellen

20 Männer und Frauen gehen für die FWG in Neustadt ins Wahlkampf-Rennen

Neustadt.
Unter dem Motto „Neustadt – neu denken. Unabhängig, nachhaltig, sozial.“ tritt die Freie Wählergemeinschaft Neustadt (FWG) bei der Kommunalwahl an. „Mit einer ausgewogenen Mischung aus erfahrenen Kommunalpolitikern und neuen engagierten Kandidatinnen und Kandidaten sieht sich die FWG gut gerüstet für die nächste Legislaturperiode“, sagt Fraktionsvorsitzender Karsten Gehmlich.
20 Kandidatinnen und Kandidaten stehen zur Wahl. „Neben bewährten Kräften kandidieren zahlreiche neue Gesichter, die frische Ideen einbringen und Neustadt konsequent als lebenswerte Mehrgenerationenstadt weiterentwickeln wollen“, erklärt Gehmlich und ergänzt: „Gleichzeitig sorgen erfahrene Mitglieder der FWG dafür, dass Kontinuität, Erfahrung und der Blick auf die Anliegen der älteren Generation erhalten bleiben.“

Alle Stadtteile sind vertreten

Alle Stadtteile sind vertreten. Angeführt wird die Liste vom amtierenden Fraktionsvorsitzenden Karsten Gehmlich – der politische Entscheidungen kritisch begleiten und etablierte Strukturen dort hinterfragen will, wo es erforderlich sei. Er berichtet: „Auf den Plätzen zwei und drei folgen die Stadtverordnete Merve Hamel, die sich bereits durch großes Engagement, Ideenreichtum und Durchsetzungsfähigkeit ausgezeichnet hat, sowie Dr. Björn Metzger, Unternehmer aus Speckswinkel, der für Modernisierung, Digitalisierung und nachhaltiges Wirtschaften steht.“ Und so hat jeder der 20 Kandidatinnen und Kandidaten ein spezielles Themengebiet für sich auserkoren.

Zu ihren Zielen gehören laut Gehmlich, sich aktiv einzubringen und nachzuhaken, sich für die Sorgen des Alltags zu interessieren, ihre Meinung zu sagen und auch unbequeme Fragen zu stellen und Neustadt neu zu denken. „Unsere politischen Schwerpunkte liegen in den Bereichen Stadtentwicklung und Attraktivität, Verkehr und Mobilität, Kultur, Soziales und Freizeit, Klima, Energie und Umwelt.“ Auch künftig werde die FWG darauf achten, dass in Neustadt in Menschen investiert wird. Nachhaltigkeit und Klimaschutz sollen ebenso im Mittelpunkt kommunalen Handelns stehen wie innovative, sozial ausgewogene Maßnahmen, die allen Generationen gerecht werden.

Neustadt rechnet wieder mit Minus

Das geschrumpfte Defizit ist für den Bürgermeister kaum ein Grund zur Freude
Von Florian Lerchbacher

Neustadt.
Rund 100.000 Euro beträgt das Defizit des Haushaltsplan-Entwurfs für das laufende Jahr, den Bürgermeister Thomas Groll am Montagabend in Neustadts Stadtverordnetenversammlung einbrachte. Im Vergleich zum Jahr 2025 habe sich damit das Minus um etwas mehr als 200.000 Euro verringert, und die Stadt müsse auch keine Kredite aufnehmen, betonte er. Dies sei aber vornehmlich eine Folge der Zuteilung aus dem Sondervermögen vom Bund – und künftig werde es auch nicht mehr ohne Kreditaufnahmen gehen: „Als finanzschwache Kommune stehen wir noch gut da. Aber Platz für Wünsch-dir-was ist nicht.“
Wichtige Themen der nahen Zukunft seien Digitalisierung, Mobilität, Infrastruktur und Soziales, so der Kämmerer: „Wir werden sie aber nicht jedes Jahr gleichbehandeln können.“ Es gelte, Prioritäten zu setzen und Stück für Stück Investitionen zu tätigen – mit Realitätssinn und der Unterstützung durch Fördermittel. „Ich bin froh, dass bei der Kommunalwahl keine Populisten antreten, sondern Menschen, die sich für Themen der Stadt einsetzen – und nicht Phrasen dreschen, über deren Wahrheitsgehalt wir noch diskutieren müssten“, sagte Groll im Gespräch mit dieser Zeitung.

„Neustadt rechnet wieder mit Minus“ weiterlesen

10.000 Euro fließen in das Rotkäppchenbad

Förderverein Hallenbad Neustadt hat wieder Geld investiert
Von OP Redaktion

Neustadt-Mengsberg.
Der Förderverein Hallenbad Neustadt hat auch im vergangenen Jahr wieder kräftig in das Rotkäppchenbad in Mengsberg investiert und zieht, wie Vorsitzender Christian Kaiser mitteilt, für das Jahr 2025 eine durchweg positive Bilanz. Nach der farbenfrohen Verschönerung der Hallenbadwände durch Graffiti-Kunst im Jahr 2024 – ein gemeinsames Projekt mit der damaligen Kommunalen Jugendarbeit Neustadt des Vereins bsj Marburg – standen auch 2025 zahlreiche Investitionen im Mittelpunkt, um die Attraktivität der Einrichtung für Besucherinnen und Besucher zu erhöhen.
So wurde ein neues Regal mit Ablagen für Rucksäcke und Handtücher installiert, die Startblöcke wurden erneuert und das Bistro mit stabilen, modernen Stühlen ausgestattet. Insgesamt investierte der Förderverein mehr als 10.000 Euro in das Bad.

Candlelight-Schwimmen steht an

„10.000 Euro fließen in das Rotkäppchenbad“ weiterlesen

Früher war mehr Feuer drin

Bernd Malkus beendet nach 37 Jahren sein kommunalpolitisches Engagement
Von Florian Lerchbacher

Neustadt-Mengsberg.
„Ich bin schon so lange dabei, es reicht jetzt mal“, sagt Bernd Malkus – der zwar mit 66 Jahren eigentlich im besten Alter für einen Kommunalpolitiker ist, aber sich eben schon seit dem Jahr 1989 politisch in Neustadt für die CDU engagiert. Und in dieser Zeit so einiges erlebt hat. „Früher wurden sich in der Stadtverordnetenversammlung wenigstens noch richtige Kämpfe geliefert“, erinnert er sich an heiße Diskussionen. Das hat sich durchaus geändert. Inzwischen ist Neustadt eher dafür bekannt, dass viele Initiativen aus dem Magistrat kommen und bei Anträgen schon im Vorfeld Für und Wider in Ruhe diskutiert wird und auch Anregungen aus anderen Fraktionen eingepflegt werden. „Ein bisschen mehr Feuer dürfte schon drin sein“, meint Malkus.
Das Mengsberger Urgestein hätte sein kommunalpolitisches Engagement fast schon 1984 begonnen, als der damalige Ortsvorsteher Heinrich Hasenpflug ihn ansprach und anregte, sich auf die Listen für Ortsbeirat und Stadtverordnetenversammlung setzen zu lassen.

„Das fand ich interessant. Ich war ja bereits in Feuerwehr und Sportverein aktiv und merkte, dass vieles mit Kommunalpolitik zu tun hat und es wichtig ist, dorthin einen guten Draht zu haben.“ Doch dann kam erstmal alles anders und das Leben änderte sich komplett: Am 11. November 1984 hatte Bernd Malkus einen schweren Verkehrsunfall. „Ich lag in Trümmern. Die Ärzte gaben mir keine Chance, bekamen mich aber dann doch wieder hin“, erinnert er sich.

Gelernt hatte er Modellschlosser, um dann jedoch eine Umschulung zum Maler und Lackierer zu machen und im heimischen Betrieb tätig zu werden. Nach dem Unfall konnte er diesen Beruf aber nicht mehr ausüben und war erwerbsunfähig.

„Früher war mehr Feuer drin“ weiterlesen

Schulpreis geht an vier Geschwister

Die Martin-von-Tours-Schule hat junge Menschen für ihr Engagement in der Veranstaltungstechnik gewürdigt
Von Laura Lansche

Neustadt.
Grundschülerinnen und -schüler singen, begleitet von Gitarre und untermalt von Bewegungen, das Lied „Hand in Hand“. Auch Lehrerinnen und Lehrer machen in der Cafeteria der Martin-von-Tours-Schule Musik, singen und spielen in einer Band.
Der Höhepunkt des Neujahrsempfangs war die Verleihung des Schulpreises. Der Preis würdigt ehrenamtliches Engagement für die Schule. Den Preis haben vier Geschwister erhalten, die sich schon jahrelang um die Technik an der Schule kümmern – obwohl sie teils nicht einmal mehr zur Schule gehen.

Der Lehrer und pädagogische Leiter der Schule, Steffen Wanke, hielt ihnen zu Ehren eine Laudatio. „Die Preisträger halten sich bescheiden im Hintergrund, sind aber nicht zu ersetzen“, sagte er. Der diesjährige Schulpreis geht an vier junge Menschen, davon zwei aktuelle Schülerinnen und zwei Ehemalige. Die Geschwister heißen Markus (20 Jahre), Linda (18), Diana (16) und Sarah (14) Sohl. Sie kümmern sich bei den großen Veranstaltungen der Schule um die Technik. Dazu gehören die Tage der offenen Tür, Neujahrsempfänge oder Einschulungen.

„Schulpreis geht an vier Geschwister“ weiterlesen

Neustädter Mitteilungblatt

Hessisches Landestheater Marburg zeigt den „Zerbrochenen Krug“

Am Donnerstag, dem 12. März 2026,19.30 Uhr, kommt das Hes­sische Landestheater Marburg wieder zu einer Aufführung nach Neustadt in das Kultur- und Bürgerzentrum.
Gezeigt wird diesmal das 1808 in Weimar uraufgeführte Lustspiel von Heinrich von Kleist. Es rekonstruiert eine Tatnacht, in der ein Mensch einen Krug zerbrochen hat. Aber was für ein Krug! An­geklagter, Klägerin und Richter verlieren sich in immer abstruse­ren Verwicklungen und beschuldigen wild herum. Und die einzige wahre Zeugin beschließt zu schweigen…
In Huisum erscheint der Gerichtsrat Walter mit dem Auftrag, die Jus­tiz auf dem „flachen Land“ zu prüfen. Der Dorfrichter Adam jedoch ist verletzt und hat zudem seine Perücke verloren. Trotzdem beginnt die Verhandlung, unter dem Vorsitz des Gerichtsrats, in obengenann­ten Fall. Ein Musterbeispiel der Analyse entblättert sich im Pro und Kontra, im Hin und Her der stattgefundenen Realität. Dieser Ge­richtsverhandlung beizusitzen ist eine wahre Lust, eine diebische
Freude am ausgelassenen Argumentieren und den übertriebenen Ausreden und Beschuldigungen. In diesem Verfahren und in diesem Dorf hat jeder der Beteiligten seine eigenen Begehrlichkeiten. Die Mutter, Marthe Rull, beschuldigt den Verlobten, Ruprecht. Brigit­te, eine Nachbarin, wiederum beschuldigt den Teufel und Schreiber Licht, erhellt um weitere Widersprüchlichkeiten die Geschichte: um die verschwundene Perücke. Und der Richter Adam lässt obenauf ein Multiversum an möglichen Vergangenheiten entstehen …
Die Aufführung richtet sich an alle Menschen ab 14 Jahren, die Sorge tragen, dass Gerichte korrumpiert werden, dass der Egois­mus siegt und Menschen um ihr Recht betrogen werden.
Es handelt sich um eine moderne Inszenierung, die von der re­gionalen Presse positiv wahrgenommen wurde. Eintrittskarten zum Preis von 15 Euro können im NeuSTADTLADEN und bei REWE Richber erworben werden.

„Neustädter Mitteilungblatt“ weiterlesen