Neustädter Mitteilungsblatt

Zukunft Innenstadt
Stadt Neustadt (Hessen) erhält bis zu 170.000 Eura vom Land Hessen

Neustadts Bürgermeister Thomas Groll war Mitte Dezember 2025 nach Frankfurt a.M. gereist, um einen Förderbescheid über bis zu 170.000 Euro von Kaweh Mansoori, dem hessischen Minister für Wirtschaft, Energie, Verkehr, Wohnen und ländlichen Raum ent­gegenzunehmen.
Das Geld entstammt dem Förderprogramm „Zukunft Innen­stadt“ 2026-2028. Die Kommune, so der Bürgermeister, habe hier Projekte für insgesamt rund 190.000 Euro angemeldet und erhalte nun eine Unterstützung von 90 % durch das Land. Dies sei aber­mals eine erfreuliche Nachricht aus Wiesbaden und unterstütze die vielfältigen Aktivitäten Neustadts.
Folgende Vorhaben können gefördert werden:
• Begleitung des Coworking-Space im Historischen Rathaus
Hier geht es darum, die Einrichtung bekannter zu machen und die Nutzerquote zu erhöhen.
• Aufwertung des Bürgergardeplatzes
Ziel ist es, die Veranstaltungsfläche, die u.a. vom Kunst-Cafe und der Historischen Bürgerwehr genutzt wird attraktiver zu gestalten und die Sitzgelegenheiten entlang der Mauer zu er­neuern.
• Equipment für die Durchführung von Veranstaltungen im In­nenstadtbereich
Es ist vorgesehen eine mobile Bühne nebst Licht- und Ton­technik für kulturelle Veranstaltungen auf dem Rathaus- und Marktplatz oder im weiteren Innenstadtbereich anzuschaffen. Weiterhin sollen Bauzäune, Absicherungen für Veranstaltun­gen und Planen mit Neustadt-Motiven erworben werden.
• Ausstattung für das Jugendheim *
In den kommenden Jahren soll der untere Bereich des Jugend­heimes zu einem Tagungs- und Veranstaltungsbereich umge­baut werden. Sowohl für Innen als auch Außen ist die Anschaf­fung von Mobiliar u. ä. geplant.
„Als finanzschwache Kommune könnten wir solche Vorhaben ohne hohe Fördermittel nicht angehen. Daher ist für uns vor Ort ein aktives Fördermittelmanagement zwingend notwendig. Schön, wenn unsere Anträge in Wiesbaden positiv bewertet werden“, be­tont Thomas Groll, der auch den Mitarbeitenden der Verwaltung und dem Büro für Stadt- und Regionalentwicklung akp aus Kassel für die abermals erfolgreiche Zusammenarbeit dankt.
Gemeinsam mit Vertretern aus Kirchhain und Stadtallendorf, die ebenfalls Förderbescheide erhielten, nahm Bürgermeister Tho­mas Groll die Zuwendung für Neustadt von Wirtschaftsminister Kaweh Mansoori entgegen.

Wirtschaftsförderung tagte im Coworking-Space

Das Team der Wirtschaftsförderungsgesellschaft Marburg-Bie­denkopf kam kürzlich im Coworking-Space im Historischen Rat­haus zu seiner jährlichen Klausurtagung zusammen.
Geschäftsführer Tobias Kurka und seine Mitarbeitenden waren nach Neustadt gekommen, um das Jahr 2025 Revue passieren zu lassen und die Planungen für das kommende Jahr abzustimmen. Bürgermeister Thomas Groll schaute bei der Besprechung kurz vorbei und zeigte sich erfreut darüber, dass die Wirtschaftsförde­rungs-GmbH des Kreises das örtliche Coworking-Space für die Zusammenkunft nutzte. Tobias Kurka hob lobend hervor, dass die Kommune das Förderprogramm „Zukunft Innenstadt“ zur Ein­richtung eines Coworking-Spaces genutzt habe und hob die gute Ausstattung der Räumlichkeiten hervor.
Gemeinsam mit dem Bürgermeister äußerte er aber auch den Wunsch, dass diese Einrichtung eine stärkere Nutzung erfährt. Tobias Kurka und seine Mitarbeitenden beendeten den Tag mit
einer informativen Führung im Junker-Hansen-Turm.

Neue Brücke zum EDEKA-Markt

Vom Bürgerpark zum EDEKA-Markt führt nun eine neue Brü­cke. Mit dem Bau des Marktes wurde 2003 eine Holzbrücke über die Wiera errichtet.
Da die Auflagerbalken von erheblicher Fäulnis betroffen waren, musste ein Abbruch durch den städtischen Bauhof erfolgen.
Die neue Brücke ist aus glasfaserverstärktem Kunststoff und ist frost- und tausalzbeständig sowie wartungsarm.
Die Baukosten der neuen Brücke betragen 58.429,- €. Damit wur­de der Haushaltsansatz um rund 6.000 Euro unterschritten.

Energiewendebeirat besprach aktuelle Themen

Unter dem Vorsitz von Bürgermeister Thomas Groll tagte kürzlich der Energiewendebeirat der Stadt Neustadt (Hessen). Bei der Zu­sammenkunft befassten sich die Anwesenden aus Verwaltung, Kom­munalpolitik, dem Klimaschutzmanagement und der EAM mit aktu­ellen Fragestellungen vor dem Hintergrund der Energiewende.
Bürgermeister Thomas Groll berichtete zunächst über den Be­schluss der Neustädter Stadtverordnetenversammlung zur Grün­dung einer Energie Neustadt GmbH zwischen der Kommune und der Energiegenossenschaft Vogelsberg. Er skizzierte das Vorha­ben näher. Hierbei informierte er u.a. darüber, dass auch weitere Kommunen eine solche Gesellschaft anstrebten. Ziel sei es, Vor­haben zur Energiewende vor Ort unter Einfluss der Kommune umsetzen zu können und Beteiligungsmöglichkeiten für Bürgerin­nen und Bürger zu eröffnen.
Weiterhin wurde mitgeteilt, dass nun endlich der Förderantrag für den Austausch von rund 320 weiteren Lampen der Straßen­beleuchtung bewilligt worden sei. Auch diese sollen nun auf LED- Technik umgestellt werden. Das Investitionsvolumen beläuft sich hier auf rund 160.000 Euro, die Förderung für die Kommune be­trägt 40.000 Euro. Man rechnet mit jährlichen Einsparungen im fünfstelligen Bereich.
Mittlerweile wurden die auf kommunalen Dächern – Kindergar­ten Momberg, Feuerwehrhaus Momberg, Kindergarten „Sonnen­schein“ und Zollhof – installierten PV-Anlagen in Betrieb ge­nommen. Teilweise wird die hier gewonnene Energie auch für die Gebäude selbst genutzt.
Gegenüber dem „Haus für Alle“ in Mengsberg wird im kommen­den Frühjahr eine E-Ladesäule installiert werden.
Der Bürgermeister informierte zudem über die Informationsver­anstaltung zur kommunalen Wärmeplanung in der Stadt Neustadt (Hessen) in der Kernstadt, Momberg und Speckswinkel.
Es gelte nun, die Erkenntnisse hieraus zu bewerten und zu ent­scheiden, ob und wann Nahwärmevorhaben in Angriff genommen werden können.
Mit dem Tag der Nachhaltigkeit Ende Oktober 2025 zeigten sich alle Anwesenden, die zum Teil selbst beteiligt waren, sehr zu­frieden. Der Bürgermeister dankte nochmals Marieke Knabe vom Klimaschutzmanagement Ostkreis für die Vorbereitung der Veranstaltung gemeinsam mit ihrer Kollegin Juliane Liebelt. Es wird nun überlegt, ob die Veranstaltung jährlich oder zweijährlich durchgeführt werden wird.

CDU auf Krammarkt präsent

Die Kandidatinnen und Kandidaten der CDU Neustadt für die‘ Wahl zur Stadtverordnetenversammlung und dem Kreistag zeigten auf dem Krammarkt am 27. Dezember 2025 am Vor- und Nach­mittag Präsenz.
Angeführt von den jeweiligen Spitzenkandidaten Wolfram Ellen­berg und Thomas Groll verteilten sie dabei beide Male die belieb­ten Taschenkalender.
Während der Preis für Niederschlagswas­ser konstant bei 0,66 Euro je Kubikme­ter bleibt, steigen die Gebühren beim Schmutzwasser von 4,12 Euro auf 4,90 Euro an.
Manche(r) holte direkt den Kalender zur Bürgermeisterwahl im Januar 2025 aus dem Geldbeutel und tauschte ihn gegen jenen für die Kommunalwahl am 15. März diesen Jahres.
Bei ihrem Rundgang machten die Kandidatinnen und Kandida­ten der Christdemokraten natürlich Halt an den Getränkeständer und suchten das Gespräch mit den Anwesenden. Wie es sich für einen Krammarkt gehört war die Themenpalette hierbei breit und natürlich kam auch die Kommunalpolitik immer wieder einmal zur Sprache.

Stadtverordnetenversammlung
Bürgermeister Groll stimmt auf herausfordernde Zeiten ein

Am 22.12.2025 kam die Neustädter Stadtverordnetenversamm­lung letztmals in diesem Jahr unter dem Vorsitz von Franz-W. Mi­chels (CDU) im Kultur- und Bürgerzentrum zusammen.
Zu Beginn berichtete Bürgermeister Thomas Groll über die Ver­teilung des vom Bund aufgelegten Sondervermögens für Investi­tionen an die Kommunen. In Hessen stehen den kreisangehöriger Städten und Gemeinden rund 4,7 Milliarden Euro zur Verfügung Der Betrag soll den Kommunen in zwei Tranchen 2026 und 2027 zur Verfügung gestellt werden. Für das kommende Jahr hat das hessische Finanzministerium der Stadt Neustadt (Hessen) rund 3,7 Millionen Euro in Aussicht gestellt. Die zweite Auszahlung könnte bis zu 2 Millionen Euro betragen, hängt aber von der Höhe der Schlüsselzuweisungen 2027-2029 und der Entwicklung der Einwohnerzahl ab, so dass der Betrag auch geringer ausfal­len könnte. Die Mittel, so Groll, seien im Entwurf des Haushalts­planes 2026, den er Anfang Februar einbringen werde, für den Neubau eines Kindergartens auf dem Hartplatz der ehemaligen Kaserne vorgesehen.
Eingehend auf die Aufstellung des Haushaltsplanes 2026 berichte­te der Bürgermeister, dass auch für das kommende Jahr mit einem Defizit im ordentlichen Ergebnis zu rechnen sei. Dies dürfte abei
wohl geringer ausfallen als 2025, wo es rund 330.000 Euro betrug. Thomas Groll sprach mit Blick auf die bereits vorliegenden Haus­halte anderer Kommunen und die gesamtwirtschaftliche Entwick­lung in Deutschland von „herausfordernden Zeiten“ für die ge­samte kommunale Familie. Auch für Neustadt müsse man in den kommenden Jahren mit Defiziten, Kreditaufnahmen und einem deutlichen Rückgang der vorhandenen liquiden Mittel rechnen. Vor dieser Entwicklung dürfe man nicht die Augen verschließen und müsse darauf angemessen reagieren. Eine Priorisierung von Vorhaben, Einsparungen und auch die Anpassung der Einnah­menseite der Kommune stünden deshalb in den kommenden Jah­ren auf der Agenda.
Wolfram Ellenberg berichtete aus der Ver­bandsversammlung des Zweckverbandes Mittelhessischer Wasserwerke. In den kommenden Jahren stünden weitere Sa­nierungen an den Förderanlagen und Netzen an, was erhebliche finanzielle Mittel erfordern werde. Der Kubikme­ter-Preis für Frischwasser erhöht sich zum 1.1.2026 um 0,31 Euro, die monat­liche Zählermiete erhöht sich um rund 5 Euro.
Hans-Dieter Georgi informierte über die Beschlüsse der Verbandsversammlung des Zweckver­bandes Mittelhessischer Abwasserwerke.
Anke Stark musste sei­tens des Müllabfuhr­zweckverbandes keine Erhöhung für das kommende Jahr bei Rest- und Biomüll verkünden. Sie be­richtete darüber, dass seit Anfang 2025 die Abfuhr des Mülls in der Augenregie des Verbandes gut funktioniere.
Folgende Beschlüsse fasste die Stadtver­ordnetenversammlung jeweils einstimmig: Ulrike Naumann (Speckswinkel) wird Ortsge­richtschöffin.
Die Stadt Amöneburg tritt dem Ordnungs- und Verwaltungsbe­hördenbezirk Ostkreis bei.
Die Wassergebühren für die Stadtteile Momberg, Mengsberg und Speckswinkel steigen zum 1.1.2026 um 30 Cent, die monatliche Zählermiete um 5,35 Euro auf 12,73 Euro.
Bürgermeister Thomas Groll führte hierzu aus, dass sich gestie­gene Personal- und Sachkosten sowie die getätigten Investitionen im Wasserpreis und der Grundgebühr für die Zähler wiederfinden müssten.
Die Erhöhung brächte Mehreinnahmen von rund 71.000 Euro.
Auf Nachfrage von Hans-Gerhard Gatzweiler (SPD) bestätigte der Bürgermeister, dass die Preise nach wie vor nicht kostende­ckend seien, der Magistrat sich aber für die schrittweise Anpas­sung entschieden habe.
Eine Kalkulation habe zunächst Preise von über 6 Euro für Mom­berg und etwa 5,50 für Mengsberg und Speckswinkel in den Raum gestellt. Dabei sei man aber von einer geringeren Zählermiete
ausgegangen. Das Büro werde seine Berechnungen nun noch ein­mal überarbeiten, da es bei der Kalkulation durchaus Spielräume gebe. Dies würde der Stadtverordnetenversammlung dann ebenso zur Verfügung gestellt, wie eine Überprüfung der Gebührensi­tuation der Kommune durch den Landesrechnungshof, die 2026 anstünde. „Auch wenn wir zustimmen, so muss man sagen, dass die Kernstadt den Wasserpreis in den Stadtteilen subventioniert“, so Gatzweiler. Bürgermeister Groll sah für die kommenden Jahre weiteren Handlungsbedarf.
Die wiederkehrenden Straßenbeiträge wurden für Momberg mit 0,88 Euro pro Quadratmeter anschlussfähiger Fläche beschlossen. Hans-Gerhard Gatzweiler (SPD) gab zu Bedenken, dass Neue Straße, Querstraße und ein Teil der Waldstraße bei Verlegung von Nahwärmeleitungen zwei Jahre später wieder aufgerissen werden müssen und warb für die Verlegung von Leerrohren. Die KI habe ihm „gesagt“, dass das gehe.
Bürgermeister Thomas Groll sah aufgrund des Straßenzustandes Handlungsbedarf. Die Aufträge seien vergeben. Ein Stopp der Maßnahme sei nicht möglich. Man wisse gegenwärtig nicht, ob und wann eine Nahwärmeversorgung in Momberg gebaut werde. Die Verlegung von Lehrrohren sah er aufgrund der Dimension der Nahwärmerohre nach Gesprächen mit dem Fachbereich Bau­en, Planen und Umwelt und dem beauftragten Unternehmen als „wohl nicht zu realisieren“ an. Hans-Gerhard Gatzweiler beurteil­te dies anders und warb für eine deutschlandweite Recherche.
Die Grundsteuer B erhöht sich ab 20256 aufgrund der Vorgaben des Landes (Nivellierungssatz) von 310 auf 320 Punkte.

Fachausschuss I
Sechs Magistratsvorlagen einstimmig zur Annahme empfohlen

Am 16. Dezember 2025 tagte unter dem Vorsitz von Joachim Rausch (CDU) der für Finanzen und Grundsatzangelegenheiten zuständige Fachausschuss I der Neustädter Stadtverordnetenver­sammlung letztmals in diesem Jahr im Sitzungssaal des Rathau­ses. Getreu dem Motto „In der Kürze liegt die Würze“ dauerte die Sitzung gerade einmal 15 Minuten. Das Gremium befasste sich in dieser kurzen Zeit aber mit sechs Vorlagen des Magistrates für die Sitzung der Stadtverordnetenversammlung am 22. Dezember 2025.
Einstimmig wird die Wahl von Ulrike Naumann (Speckswinkel) zur Ortsgerichtsschöffin und Stellvertreterin des Ortsgerichtsvor­stehers empfohlen. Der bisherige Ortsgerichtsschöffe Eckhard Sommer hat nach über 25 Jahren Mitarbeit auf eine Wiederwahl verzichtet, daher musste seine Nachfolge geregelt werden.
Seitens der Stadt Neustadt (Hes­sen) bestehen keine Bedenken zum Beitritt der Stadt Amöneburg zum gemeinsamen Ordnungs- und Ver­waltungsbehördenbezirk „Ostkreis“, dem bereits Neustadt, Kirchhain, Rauschenberg und Wohratal ange­hören. Die vier Kommunen regeln bereits seit Jahren u.a. die Überwa­chung des ruhenden und fließenden Verkehrs gemeinsam.
Auch der II. Nachtrag zur Wasser­versorgungssatzung wurde einstim­mig beschlossen. Dieser sieht Erhöhungen von 30 Cent auf die Wassergebühren in den Stadtteilen Momberg, Mengsberg und Speckswinkel vor sowie eine Erhöhung der monatlichen Zählergebühr um 5,35 Euro. In den Stadtteilen ist die Kommune Wasserversorger, in der Kernstadt der Zweck­verband Mittelhessische Wasserwerke, dieser nimmt zum 1. Janu­ar 2026 diese Erhöhungen ebenfalls vor. Bürgermeister Thomas Groll nannte die Erhöhungen „alternativlos“, da gestiegene Kos­ten und getätigte Investitionen aufgefangen werden müssten. Der Fachausschuss schloss sich dieser Argumentation einstimmig an.
Weiterhin wurden die Wiederkehrenden Straßenbeiträge für den Stadtteil Momberg beschlossen. Diese sind ab 2026 zunächst für vier Jahre zu zahlen. Der Beitragssatz wurde auf 88 Cent pro qm anschlussfähiger Fläche festgelegt. Hiermit soll der Bau der Neu­en Straße, Querstraße und einem Teilstück der Waldstraße finan­ziert werden. Während in Mengsberg 71 Cent aktuell erhoben wer­den, werden es in Momberg 17 Cent mehr sein. Dies erläuterte der Bürgermeister näher. In Momberg sei die anschlussfähige Fläche um rund 140.000 qm geringer als im Nachbarort und es seien elf Straßen vom Beitrag befreit, was unter andrem mit den regen Bau­tätigkeiten des letzten Jahrzehnts zusammenhängt. In Mengsberg seien es hingegen nur vier Straßen.
Aufgrund des vom Land Hessen vorgegebenen Nivellierungssat­zes soll die Grundsteuer B ab 2026 in Neustadt um 10 Punkte auf 320 Punkte steigen. Kommunen, die mit ihren Steuern unter dem vom Land angenommenen fiktiven Mindestsatz liegen, erhalten weniger Schlüsselzuweisungen.

Fachausschuss II
Vorstellung der kommunalen Nahwärmeplanung

Am 16. Dezember 2025 tagte auch der Fachausschuss II der Neu­städter Stadtverordnetenversammlung – Stadtentwicklung, Kli­maschutz und Umwelt – unter dem Vorsitz von Anke Stark (SPD- Fraktion) letztmals im zu Ende gehenden Jahr.
Dr. Tobias Guth von der Energiegenossenschaft Vogelsberg (EGV) stellte auch hier noch einmal die federführend von ihm erstellte kommunale Nahwärmeplanung für die Stadt Neustadt (Hessen) vor. Diese war zuvor bereits in Versammlungen in der Kernstadt, Momberg und Speckswinkel näher erläutert worden. Zwischenzeitlich haben sich nach Dr. Guths Worten in der Kern­stadt rund 25 am Thema Nahwärmeversorgung Interessierte ge­meldet. In Momberg sind es erfreulicherweise über 40 und in Speckswinkel 15. Mit diesen würden weitere Gespräche und auch
Exkursionen durchgeführt. Ziel sei es Multiplikatoren zu gewin­nen, die ihre Mitbürgerinnen und Mitbürger in den nächsten Wochen über das Thema Nahwärmeversorgung informieren und möglichst Anschlussnehmer gewinnen können. Das Vorstandsmit­glied der EGV stellte heraus, dass die vor Ort bereits befindlichen oder noch zu bauenden Windräder ein großes Plus bei der Nah­wärmeversorgung seien in Neustadt, Momberg und Speckswin­kel seien. Dadurch liege die Energiequelle quasi vor der Haustür. Wünschenswert wäre es, so Dr. Tobias Guth, wenn in den Stadt­teilen die Gründung von örtlichen Genossenschaften wie etwa in Mengsberg oder Wasenberg gelänge. Unter Umständen kön­ne aber auch die Energie Neustadt GmbH Verantwortung über­nehmen. Mit einer Realisierung des Nahwärmenetzes vor 2029 rechnet der Referent allerdings aufgrund der vorher zu gehenden Schritte – Machbarkeitsstudie, Gewinnung von Anschlussneh­mern, Finanzierung, Bau – nicht.
Juliane Liebelt vom Klimaschutzmanagement „Ostkreis“ erläuter­te den weiteren Zeitplan für die kommunale Wärmeplanung nach der Ausschusssitzung. Im Februar/März 2026 wird die Einsicht­nahme in die Unterlagen für die Bevölkerung ermöglicht. Darüber hinaus werden die Träger öffentlicher Belange angeschrieben. Im April 2026 soll dann eine Sichtung der Eingaben und gegebenen­falls Einarbeitung der Vorschläge stattfinden und im Juni kom­menden Jahres soll die Stadtverordnetenversammlung die kom­munale Wärmeplanung für Neustadt (Hessen) beschließen. Diese sei dann allerdings kein verbindlicher Plan, der 1:1 umzusetzen sei, sondern es gehe nur darum, dass der Erstellungsprozess offi­ziell beendet werde.
Mit dem „Tag der Nachhaltigkeit“ am 26.10.2025 im KuBüZ zeig­ten sich der Bürgermeister und die Ausschussvorsitzende zufrie­den. Die Kombination mit dem Suppenfest sei gut gewesen. Dank galt allen Besuchern, Ausstellern und dem Klimaschutzmanage­ment für die Vorbereitung. Es soll nun überlegt werden, ob diese Veranstaltung im Wechsel in den Kommunen des „Klimahandelns im Ostkreis“ durchgeführt werden kann. Eine jährliche Veranstal­tung in Neustadt wurde eher kritisch gesehen, da dann das Inter­esse nachlassen könne.

Wann und wie geht es mit dem Bahnhof weiter? – SPD Neustadt drängt auf frühere Sanierung

Im Rahmen des Kommunalwahlkampfs besuchte der parlamen­tarische Staatssekretär Sören Bartol gemeinsam mit Kandidatin­nen und Kandidaten der SPD Neustadt den Neustädter Bahnhof. Treffpunkt war das neue Gleis 1, das ab dem Fahrplanwechsel im Dezember als zusätzliches Gleis zur Verfügung steht und bereits entsprechend hergerichtet wurde.
Beim anschließenden Rundgang durch das Bahnhofsgebäude und die Unterführung zeigte sich jedoch erneut der erhebliche Sanierungsbe­darf. Der starke Uringeruch und der insgesamt heruntergekommene Zustand machten deutlich, wie dringend hier gehandelt werden muss.
Sanierung erst 2034 – oder doch früher?
Für das Jahr 2034 ist eine umfassende Modernisierung der Main- Weser-Bahn vorgesehen. Während der mehrmonatigen Strecken­sperrung könnten auch das Bahnhofsgebäude saniert, Barriere­freiheit geschaffen und die Parkplatzsituation verbessert werden. Doch allen Beteiligten war klar: 2034 ist weit entfernt.
Die SPD-Delegation war sich einig, dass geprüft werden müsse, ob eine Renovierung des Bahnhofs nicht deutlich früher möglich ist. Sören Bartol kündigte an, hierzu Gespräche mit der Deutschen Bahn aufzunehmen. Dabei soll insbesondere geklärt werden, ob die barrierefreie Erschließung durch das bestehende Gebäude oder über einen Neubau neben dem Bahnhof erfolgen soll – eine Entscheidung, die maßgeblich Einfluss auf mögliche Nutzungen und die Planungen hat.
Zudem will Bartol prüfen lassen, ob eine Sanierung bereits vor 2034 starten kann. Rückenwind erhält Neustadt dabei durch die Aufnahme in das neue Städtebauförderprogramm „Wachstum und nachhaltige Entwicklung“, das finanzielle Unterstützung und die Möglichkeit eines kommunalen Eigenanteils eröffnet.
Welche Nutzung ist sinnvoll?
Im kommenden Jahr soll intensiv über die künftige Nutzung des Bahnhofs beraten werden. Denkbar sind unter anderem:
• Räume für ärztliche oder therapeutische Praxen
• Verkaufsflächen, etwa für einen Bäcker
• Zimmer zur Vermietung
• Wohnnutzungen – wie das Beispiel des modernisierten Mar­burger Bahnhofs zeigt
Blick in die Innenstadt: Potenzial und Herausforderungen
Nach der Bahnhofbesichtigung führte der Weg durch die Marktstraße. Bartol zeigte sich beeindruckt vom Charme der Neustädter Innenstadt, stellte aber zugleich die vielen leerstehenden Geschäfte fest.
Bei der anschließenden Diskussion im Bistro MENetatis herrschte Einigkeit: Eine stärkere Verkehrsberuhigung könnte das Wohnen in der Marktstraße attraktiver machen. Neue Einzelhandelsgeschäfte seien zwar schwer anzusiedeln, doch für Gewerbe, kleine Praxen oder ähnliche Nutzungen biete die Straße durchaus Potenzial.
Auch der Marktplatz rückte in den Fokus. Sein Ambiente würde sich gut für Außengastronomie eignen – bislang fehlte jedoch das Interesse der Anlieger. Vor einer neuen Nutzung müsste zudem die Parkplatzsituation neu geordnet werden.
Ausblick
Der SPD-Fraktionsvorsitzende Hans-Gerhard Gatzweiler kündigte an, dass sich die neue Fraktion nach der Kommunalwahl intensiv mit der Verkehrsberuhigung und der zukünftigen Gestaltung der Marktstraße befassen werde. Der Bahnhof und die Innenstadtent­wicklung bleiben damit zentrale Zukunftsthemen für Neustadt.