Stadt Neustadt erneuert die Quellsammelbehälter in Momberg
Von Florian Lerchbacher
Neustadt-Momberg.
Ein Blick in die Quellsammelschächte der Momberger Wasserversorgung unterstreicht eine Aussage von Bürgermeister Thomas Groll: „Es gab Handlungsbedarf.“ In den beiden Kammern des Gebäudes befinden sich Korrosionsschäden an verschiedenen Armaturen und auch an Wänden. Zudem ist die mineralische Beschichtung der Wände über die Jahre weich geworden und hat sich teilweise abgelöst.
Für den Laien ein erschreckender Anblick – aber kein Grund zur Besorgnis, wie Thomas Dickhaut, der Leiter des Fachbereichs Bauen, Planen und Umwelt der Stadt Neustadt, sofort betont: In den Kammern werde schließlich nur das aus der Quelle gewonnene „Rohwasser“ gelagert. Bevor es als Trinkwasser in die Haushalte komme, werde es noch gereinigt. Im Hochbehälter, in den es gepumpt wird, fließt es über eine spezielle UV-Anlage, die Bakterien, Viren und Keime zerstört.
„Das in den Kammern verwendete Material hat eine Trinkwasser-Zulassung. Und in Deutschland wird nichts so genau kontrolliert, wie die Qualität von Trinkwasser“, fügt Groll hinzu. Aber Zeit zu handeln sei eben nun gewesen – und da kommt die Stadt ins Spiel, denn sie ist in den Stadtteilen Momberg, Mengsberg und Speckswinkel Träger der Wasserversorgung. Momberg bezieht sein komplettes Trinkwasser aus der Quelle, die in der Nähe des Reitplatzes liegt. Das dazugehörige Gebäude ist derzeit eine große Baustelle – wodurch die Wasserversorgung des Dorfes aber nicht beeinträchtigt wird, so Groll.
Fünf Wochen lang dauern die Arbeiten. In den Quellkammern, die sozusagen im Keller des Gebäudes liegen, wird das Rohwasser gespeichert, bevor es im oberen Bereich aufbereitet wird und in den Hochbehälter kommt. Sie fassen jeweils rund 28 Kubikmeter Wasser (also 28.000 Liter) und sind nebeneinander angeordnet.
40 Millionen Liter Fördermenge
Zunächst wurde die eine leergepumpt und jetzt saniert. Im Laufe des Projektes folgt die zweite. So lässt sich die Versorgung des Dorfes aufrechterhalten, betont Dickhaut. Außerdem wurde der Bereich vor dem Gebäude aufgegraben: Dort ließ die Stadt eine neue Einspeiseleitung von der Quelle in die Kammern verlegen. Zum einen sei es an der Zeit gewesen, die alten Metallleitungen auszutauschen, berichtet Groll. Zum anderen verbessere dies den Betrieb.
Im Gegensatz zu vielen Tiefbrunnen, die es in umliegenden Ortschaften gibt, erfolgt die Wassergewinnung in Momberg oberflächennah. Die geförderte Menge beläuft sich auf rund 40.000 Kubikmeter (also 40 Millionen Liter). In Mengsberg sind es rund 54.000, in Speckswinkel rund 21.000 Kubikmeter.
Diese Werte entsprechen aber nicht der Abnahmemenge durch die Kundinnen und Kunden. Abgezogen werden müssen unter anderem der Verbrauch für Feuerwehrarbeiten, die Spülungen des Netzes und insbesondere die Verluste, die sich kaum verhindern ließen, wie Dickhaut erklärt.
Die Kosten für das Sanierungsprojekt belaufen sich auf rund 140.000 Euro netto. Hinzu kommen noch die Kosten für die Ingenieursleistungen, so Groll: „Das Projekt wird seitens der Stadt mit Mitteln der Hessenkasse realisiert. Das heißt, dass wir rund 90 Prozent aus Fördermitteln investieren können.“

