Neustädter Mitteilungsblatt

Neustadt (Hessen) auf
Tour Zu Gast beim 28. Neustadt-Treffen in Europa

Vom 9. bis 11. Oktober 2026 machten sich insgesamt 25 Teilneh­mer der Freiwilligen Feuerwehr Neustadt (Hessen) auf den Weg in den Hochschwarzwald. Ihr Ziel war das 28. Treffen der Feuer­wehren Neustadt in Europa in Titisee-Neustadt.
Die rund 400 Kilometer lange Busfahrt verlief bei bester Stim­mung und stimmte alle Mitreisenden auf ein erlebnisreiches Wo­chenende ein.
Nach der Ankunft in Titisee-Neustadt meldete sich die Gruppe zunächst bei der örtlichen Feuerwehr an. Bei ersten Gesprächen wurden Informationen zum Ablauf und zur Organisation des Festwochenendes ausgetauscht. Anschließend bezogen die hes­sischen Teilnehmer ihre Zimmer im Hotel Brauhaus Bären in Neustadt.
Am Freitagabend fand im Feuerwehrgerätehaus ein geselliger Kameradschaftsabend statt, bei dem auch die Gastgeschenke überreicht wurden. Der Kommandant der gastgebenden Feuer­wehr begrüßte die angereisten Teilnehmer, die aus verschiedenen Teilen Deutschlands zusammengekommen waren.
Eine besondere Premiere gab es in diesem Jahr ebenfalls: Erst­mals nahmen auch Kameraden aus dem rund 1.300 Kilometer entfernten Neustadt in Rumänien an einem Neustadt-Treffen teil. Für die passende musikalische Unterhaltung sorgte im weiteren Verlauf des Abends eine Liveband. Eine reichhaltige Auswahl an Speisen und Getränken rundete den Abend ab und bot reichlich Gelegenheit, alte Bekanntschaften zu pflegen und neue Kontakte zu knüpfen.
Am verregneten Samstagmorgen machten sich 22 Teilnehmer aus Hessen nach dem Frühstück auf den Weg zur Skisprungschanze am Ortsrand von Neustadt. Dort erwartete sie eine rund 90-mi- nütige Führung, die vom ehrenamtlichen Schanzenteam durch­geführt wurde.
Entlang der Anlage erhielten die Teilnehmer interessante Ein­blicke in die Welt des Skispringens und erfuhren Wissenswertes über die Schanze. Besonders die beeindruckenden Höhen sorg­ten dabei für den einen oder anderen staunenden Blick. Ein herz­licher Dank gilt dem Tourguide für die informative und kurzwei­lige Führung. Zeitgleich fand die Wehrleitersitzung statt. Daran nahmen Wehrführer Rüdiger Wickel, Vereinsvorsitzener Uwe Bielert sowie Rebecca Wagner als Ansprechpartnerin für die Neustadt-Treffen teil.
Während der Sitzung wurden aktuelle Neuigkeiten aus dem Ar­beitskreis vorgestellt und mögliche Austragungsorte für zukünf­tige Neustadt-Treffen besprochen. Darüber hinaus wurden die
Termine für die kommenden Jugendfeuerwehrtreffen bekannt­gegeben.
Nach der Schanzenführung und der Wehrleitersitzung ging es für die hessische Gruppe weiter nach Freiburg im Breisgau. Trotz des regnerischen Wetters ließen sich die Teilnehmer die gute Laune nicht verderben und nutzten die Gelegenheit, die se­henswerte Innenstadt zu erkunden.
Natürlich durfte dabei auch eine ordentliche Stärkung nicht feh­len, bevor es anschließend zurück nach Titisee-Neustadt ging.
Am Samstagabend lud die Feuerwehr Titisee-Neustadt zu einem bayerischen Abend ein. Die Veranstaltung entwickelte sich zu einem gelungenen Abschluss des gemeinsamen Festprogramms. Bei guter Stimmung wurde viel gelacht, gefeiert und miteinander gesprochen. Besonders der Austausch mit den Kameradinnen und Kameraden aus den anderen Neustädten machte den Abend zu einem schönen Erlebnis. Dabei wurden bestehende Freund­schaften gepflegt und neue Kontakte geknüpft – ganz im Sinne der Neustadt-Treffen in Europa.
Am Sonntag, dem 11. Oktober, trafen sich die Neustädter aus dem Marburger Land nach dem Frühstück zum Frühschoppen im Feuerwehrgerätehaus in Titisee-Neustadt. Gegen 13 Uhr hieß es schließlich Abschied nehmen und die Heimreise antreten.
Damit ging ein abwechslungsreiches und rundum gelungenes Wochenende zu Ende. Die Teilnehmer kehrten mit vielen schö­nen Eindrücken, zahlreichen neuen Bekanntschaften und ge­stärkten kameradschaftlichen Verbindungen nach Neustadt (Hessen) zurück.
Ein besonderer Dank gilt unserem Busfahrer Marco, der die ge­samte Gruppe sicher zum Ziel und wieder zurück in die Heimat brachte.
Ebenso bedanken wir uns herzlich bei der Firma Felo und der Schnapsbrennerei Brennpunkt 19 in Neustadt (Hessen) für die Bereitstellung der Gastgeschenke, über die sich die Gastgeber sehr gefreut haben.
Unser abschließender Dank gilt der ausrichtenden Feuerwehr Titisee-Neustadt für die hervorragende Planung, Organisation und Durchführung des 28. Treffens der Feuerwehren Neustadt in Europa.
Wir freuen uns schon auf das nächste Wiedersehen und viele weitere gemeinsame Erlebnisse mit unseren Freunden aus den anderen Neustädten!

Fachausschuss I
Diskussionen über die Feuerwehrsatzung

Am 22. Oktober 2026 fand auch eine Sitzung des für Grundsatz­fragen, Finanzen und Soziales zuständigen Fachausschusses I der Stadtverordnetenversammlung statt.
Einstimmig wurde die Neufassung der im Entwurf vorgelegten Satzung für die Freiwillige Feuerwehr der Stadt Neustadt (Hes­sen) beschlossen. Zuvor wurde es allerdings – erstmals seit Jahren – etwas unruhig im Saal.
Die Satzung wurde, so Bürgermeister Thomas Groll, an das ak­tuelle Muster des Hessischen Städte- und Gemeindebundes ange­passt und mit der Führung der örtlichen Feuerwehren abgestimmt. Neben einigen redaktionellen Änderungen sind im Wesentlichen die Pflichten für Feuerwehrangehörige konkretisiert und auch diesbezügliche Sanktionsmöglichkeiten angepasst und erweitert‘ worden. Daneben wurden Möglichkeiten zur Nutzung von E-Mail für -zum Beispiel- Einladungen zu Sitzungen geschaffen.
Die alte Satzung enthielt außerdem für Ämter und Funktionen bei der Feuerwehr sowohl die weibliche als auch die männliche Fassung. Die neue Mustersatzung des Hessischen Städte- und Ge­meindebundes sieht hingegen nur noch kein Geschlecht vor, mit dem Hinweise, dass andere Geschlechter mitumfasst seien. Nach Rücksprache mit dem Wehrführerausschuss hatte sich die Verwal­tung der Stadt Neustadt für die männliche Fassung entschieden.
Hans Gerhard Gatzweiler, Vorsitzender der SPD-Fraktion, er­griff das Wort und verwies darauf, dass man die weibliche Fas­sung wünsche. Dies rief den FWG-Fraktionsvorsitzenden Karsten Gehmlich auf den Plan, der anfragte, ob man denn keine anderen Probleme habe und von „Schwachsinn“ sprach. Eine Ausdrucks­weise, die der Ausschussvorsitzende Joachim Rausch (CDU-Frak­tion) zukünftig nicht mehr hören möchte. Jakob Gnau, Fraktions­vorsitzender der CDU, nutzte gesetztere Worte als Gehmlich brachte aber auch sein Unverständnis zum Ausdruck.
„Ich wollte lediglich provozieren, um auf die Thematik aufmerk­sam zu machen. Das ist ja gelungen“, so Hans-Gerhard Gatzwei­ler. Er bedauerte dass der Städte- und Gemeindebund, dem auch Sozialdemokraten in führenden Positionen angehörten, empfehle, nur noch ein Geschlecht zu verwenden. Dies möge vielleicht bei der Feuerwehr noch gehen, wo in der Mehrzahl Männer aktiv sei­en, aber für andere Bereiche stimme ihn das Vorgehen sorgenvoll. Letztlich erklärten aber auch die Sozialdemokraten ihre Zustim­mung zur neuen Feuerwehrsatzung.
Der Ausschuss empfahl auch die Vorlage zur Besetzung der ge­bildeten Integrationskommission zur Annahme durch die Stadt­verordnetenversammlung. Der Kommission sollen in der Legis­laturperiode 2026-2031 Bürgermeister Thomas Groll, Erster Stadtrat Wolfram Ellenberg, die Stadtverordneten Katharina No- ell (CDU), Georg Jäckel (SPD) und Corina Krüger (FWG) und die sachkundigen Einwohnerinnen und Einwohner Nuray Sen, Ahmed Sibak, Kyryl Domin, Said Karaci und Tesfa Abera Sium angehören. Einige der Genannten gehörten auch bereits der alten Kommission an.
Gemäß § 89 der Hessischen Gemeindeordnung hat die Gemeinde­vertretung eine Integrationskommission gebildet, da die Wahl zum Ausländerbeirat nicht zustande kam. Die Integrationskommission berät die Gemeindeorgane in Angelegenheiten, die die Interessen der ausländischen Einwohnerinnen und Einwohner betreffen.
Weiterhin soll die Stadtverordnetenversammlung die Einführung eines Tax Compliance-Management-Systems (Innerbetriebliches Kontroll- und Steuerungssystem, das Unternehmen dabei unter­stützt, steuerliche Pflichten vollständig, richtig und fristgerecht zu erfüllen), beschließen. Im Anschluss wird die Verwaltung beauftragt, die notwendigen organisatorischen Strukturen zu schaffen und eine Risikoanalyse durchzuführen. Der Ausschuss sprach sich einstimmig hierfür aus. Die öffentliche Hand ist wie jeder Steuerpflichtige gesetzlich verpflichtet, vollständige und richtige Steuererklärungen abzugeben. Aufgrund der Komplexi­tät im Steuerrecht kann es trotz größter Sorgfalt bei der Abgabe von Steuererklärungen zu Fehlern kommen. Die Kommune muss Erklärungen zu Lohnsteuer, Umsatzsteuer, Körperschafts- und Gewerbesteuer und Einkommensteuer abgeben. Hierauf muss sie sich organisatorisch vorbereiten und Vorkehrungen für etwaige Fehler schaffen. Sogenannte Tax Compliance Management-Sys­teme wurden bereits in etlichen anderen Kommunen beschlossen. Nunmehr geschieht dies auch in der Stadt Neustadt (Hessen).
2025 hatte die Stadtverordnetenversammlung auf Vorschlag der SPD eine Erhebung zur Kinder- und Jugendbeteiligung in der Kommune beschlossen. Ziel war es, die Wünsche und Bedarfe von Kindern und Jugendlichen zu erfassen und gleichzeitig herauszu­finden, wie sie sich zukünftig an kommunalen Entscheidungspro­zessen beteiligen möchten.
Beauftragt wurde der Verein für Junge Entwicklung Fördern e.V. aus Cölbe. Federführend für das Projekt war Jannis Gerling, der nun im Fachausschuss vortragen sollte. Allerdings kam es hierzu nicht, da der Referent unentschuldigt fehlte. Hierüber herrschte allgemeines Unverständnis.

Fachausschuss II
Satzung über die Benutzung der Feld- und Waldwege kommt

Am 22. Oktober 2026 tagte unter dem Vorsitz von Anke Stark (SPD-Fraktion) der für Stadtentwicklung, Umwelt und Klima­schutz zuständige Fachausschuss II im Sitzungssaal des Rathau­ses, um die Sitzung der Stadtverordnetenversammlung am 26. Ok­tober 2026 vorzubereiten.
Leider musste der Vortrag zum Thema „Zukunft Innenstadt – Umgang mit Leerständen“ entfallen. Die Referentin, Katrin Hit­ziggrad vom Büro „Die Zukunftsoptimisten“ aus Jena, musste nämlich krankheitsbedingt kurzfristig absagen. Der Vortrag soll nun zu einem späteren Zeitpunkt nachgeholt werden.
„Die Zukunftsoptimisten“ sind weit einigen Jahren in Homberg/ Efze erfolgreich tätig und konnten dort dazu beitragen, Leer­stände zumindest vorübergehend anderweitig zu nutzen. Katrin Hitziggrad hat für die Stadt Neustadt (Hessen) auch den dies­jährigen Antrag für das Landesprogramm „Zukunft Innenstadt“ entwickelt. Von ihr erhofft man sich einen „Blick von außen“ auf die Kommune und möglichst neue Ideen, um vielleicht doch etwas mehr Leben in die Bahnhof- und Marktstraße zu bringen.
Der Fachausschuss beschäftigte sich zudem mit mehreren Vorla­gen des Magistrats für die nächste Sitzung der Neustädter Stadt­verordnetenversammlung.
Der Ausschuss empfahl nach kurzer Diskussion die Annahme des Entwurfes der Satzung über die Benutzung der Feld- und Wald­wege im Bereich der Stadt Neustadt (Hessen).
In Folge der Freigabe der Autobahn A49 wurden insgesamt 5 km „Wendewege“ (Zuwegungen zur Autobahn) in die Pflegeverpflich­tung der Stadt Neustadt (Hessen) übergeben. Das Eigentum ver­bleibt allerdings bei der Bundesrepublik Deutschland. Die Kom­mune ist nun verpflichtet, diese Wege nutzbar zu halten, damit diese z.B. bei Arbeitseinsätzen an der Autobahn genutzt werden können. Zum Schutz der Wege sollen Regeln aufgestellt werden, die gleichermaßen auf alle übrigen im Eigentum der Stadt Neu­stadt (Hessen) stehenden Feld- und Waldwege übertragen werden können. Die Satzung erfasst alle Bereiche, die nicht durch das Hessische Straßengesetz erfasst werden. Die Situation mit den „Wendewegen“ ist natürlich auch in Nachbarkommunen einge­treten. Beispielsweise hat daher auch Stadtallendorf bereits eine gleichlautende Satzung über die Benutzung der Feld- und Wald­wege erlassen. ,
Volker Zinser, Marc Lecher (CDU) und Hans-Gerhard Gatzwei­ler (SPD) brachten sich mit Redebeiträgen ein. Die beiden Christ­demokraten stellten die Sinnhaftigkeit der „Wendewege“ in Frage, da sie teilweise im Nichts endeten. Landwirt Zinser vertrat die Auffassung, dass sich der größte Teil seiner Berufskollegen an die Regeln hielte, es aber überall „schwarze Schafe“ gebe. SPD-Frak­tionsvorsitzender Gatzweiler wollte wissen, ob es Abstandsregeln für das Heranackern an Wirtschaftswege gebe. Dies wurde vom Bürgermeister verneint.
Thomas Groll machte deutlich, dass dem Magistrat bewusst sei, dass eine solche Satzung natürlich mit Fragen von den Betroffenen aufgenommen werde. Daher habe man im Vorfeld die vier Orts­landwirte und die Jagdgenossenschaften sowie die Ortsvorsteher beteiligt. Ablehnung habe es keine gegeben und lediglich eine An­merkung.
Für die Kommune sei es wichtig, eine Sanktionsmöglichkeit zu haben, wenn insbesondere an den „Wendewegen“ Schäden ent­stünden. In den anderen Bereichen wolle man mit dem gebotenen Pragmatismus an die Sache herangehen. Schäden am neuen Rad­weg durch das „Frauenrodt“ würden allerdings auch unmittelbar geahndet. Groll appellierte an die Landwirte, die Grenzen der von ihnen bewirtschafteten Acker- und Wiesenflächen einzuhalten und nicht auch Feldwege umzuackern.
Der Ausschuss empfahl weiterhin die Einziehung dreier Wege. Hierbei handelt es sich zunächst einmal um zwei Wege im Stadtteil Momberg, einmal im Bereich des „Hinterberges“ sowie zum ande­ren im Bereich des „Momberger Feldes“. Für diese Wege besteht keine Notwendigkeit mehr, die angrenzenden Landwirte würden sie gerne bewirtschaften. Weiterhin wird in Mengsberg ein Weg entlang eines Gebäudes eingezogen, für den es ebenfalls keinen Bedarf mehr gibt.
Die Stadt Neustadt (Hessen) ist nun im Städtebauförderungspro­gramm „Wachstum und nachhaltige Erneuerung“ aufgenommen. Für den Prozess bedarf es zukünftig verbindlicher Strukturen. So wird eine Steuerungsgruppe in der Richtlinie des Landes Hessen zur Förderung der nachhaltigen Stadtentwicklung vorausgesetzt. Die örtliche Gruppe für Neustadt soll aus dem Bürgermeister, dem Ersten Stadtrat, je einem Vertreter der in der Stadtverordne­tenversammlung vertretenen Fraktionen, einem Mitarbeitenden der Kommune, welcher mit der Planung von Vorhaben im Bereich des Förderprogrammes befasst ist, einem Mitarbeitenden, wel­cher mit der finanziellen und organisatorischen Abwicklung der Projekte befasst ist, einem Mitarbeitenden des künftigen Quar­tiersmanagements sowie Vertretern von Schule, Familienzentrum, Gewerbeverein und der Gemeinwesenarbeit gebildet werden. Den Vorsitz wird Bürgermeister Thomas Groll übernehmen. Durch eine solche Gruppe erhoffen sich sowohl die Kommune als auch das Wirtschaftsministerium in Wiesbaden einen breiteren Ein­bezug der politischen und wirtschaftlichen Interessengruppen der Kommune sowie sozialer Initiativen und Einrichtungen, die im Fördergebiet liegen.
Unter dem Punkt „Verschiedenes“ berichtete der Bürgermeister darüber, dass es nun „Grünes Licht“ für den Neubau der Spar­kassenfiliale neben dem Kultur- und Bürgerzentrum gebe. Letz­te offene planungsrechtliche Fragen seien zwischen Kommune, Geldinstitut und Kreisbauamt gelöst worden. Thomas Groll rech­net im ersten Halbjahr 2027 mit dem Baubeginn. Die Sparkasse Marburg-Biedenkopf werde für das Vorhaben noch rund 450 qm von der Kommune erwerben. In dem Gebäude werden die Spar­kasse selbst, ein Bäcker mit Café sowie barrierefreie Wohnungen auf zwei Ebenen untergebracht.
Für den Neubau der Windräder am „Dreiherrenstein“ liegt inzwi­schen die Baugenehmigung vor. Allerdings sei die Ertragssitua­tion momentan dürftig. Die Investoren – Michael Rudewig und die Energiegenossenschaft Vogelsberg – rechnen daher frühestens im Herbst 2027 mit dem Beginn der Rodungen.
Bürgermeister Thomas Groll und Hans-Gerhard Gatzweiler be­richteten auf Nachfrage von Merve Hamel (FWG) über den Stand des Nahwärmeprojektes und die Möglichkeit, einen Förderantrag bei der EU zustellen. Die Energie Neustadt GmbH könne aus dem Programm ELENA rund 3,9 Millionen Euro – bei lediglich 10 Prozent Eigenbeteiligung – erhalten. Kommune und Energie­genossenschaft Vogelsberg sind je zu 50 Prozent an der GmbH beteiligt. Jeder der Partner müsste über drei Jahre 195.000 Euro aufbringen. Mit dem Geld würden Machbarkeitsstudien für die Kernstadt, Momberg und Speckswinkel finanziert. Auch das Per­sonal für Planung und Überwachung des Nahwärmebaues könne finanziert werden. ELENA biete zudem Fördermöglichkeiten für die geplante PV-Freiflächenanlage bei Mengsberg oder Speicher­technik. Groll und Gatzweiler waren sich über die Vorteile des Programmes einig.
FWG-Fraktionsvorsitzender Karsten Gehmlich sah dies wesent­lich kritischer und verwies darauf, dass es bisher keine kommuna­len Beschlüsse zur Nahwärme gebe. Der Bürgermeister erläuterte hierzu, dass bereits 35.000 Euro für eine Machbarkeitsstudie für die Kernstadt im Haushalt 2026 vorgesehen seien und man in der mittelfristigen Finanzplanung mit weiteren 65.000 Euro geplant habe, damals kannte man allerdings ELENA und die Vorteile des Programmes nicht.
Über Bau und Betrieb etwaiger Nahwärmenetze gebe es natürlich noch keine Beschlüsse. „Bei der Planung der Anlagen und Leitun­gen sehe ich uns als Kommune im Boot, aber nicht beim Betrieb“, fasste Groll seine Sichtweise zusammen.
Merve Hamel fragte an, ob das Gerücht stimme, dass das neue dritte Gleis beim Bahnhof zu kurz sei und es daher nicht genutzt werde. Auf Nachfrage durch Bürgermeister Thomas Groll bei der Deutschen Bahn erhielt er dort die Aussage, dass diese Vermu­tungen unzutreffend seien. Die Nutzung sei allerdings derzeit auf Abend- oder Nachtstunden beschränkt.