Neustädter Mitteilungsblatt

„Vielfalt“ – Rimma Elistratow stellt im Rathaus aus

Über 40 Interessierte konnte Bür­germeister Thomas Groll am 26. Oktober 2026 im Neustädter Rat­haus zur Eröffnung der Ausstel­lung „Vielfalt“ mit Werken der Neustädterin Rimma Elistratow begrüßen.
Die Hobby-Künstlerin kam 1992 aus den Nachfolgestaaten der ehemaligen Sowjetunion nach Deutschland und wurde in der
Junker-Hansen-Stadt hei­misch. Nachdem sie ihre Tätigkeit in einem Stadt­allendorfer Kinderhort beendet hatte, begann sie intensiv zu malen.
Ihr Spektrum ist breit und reicht von Stillleben über Portraits von Menschen und Tieren bis hin zu Ko­pien berühmter Maler.
Bürgermeister Thomas Groll betonte, dass die Kommune ihr Rathaus immer wieder gerne als „Galerie auf Zeit“ zur Verfügung stelle.
Im Anschluss an die Dankesworte von Rim­ma Elistratow besich­tigten die Besucher die Ausstellung und disku­tierten eifrig über die Werke und gratulierten der Malerin zu ihrem Schaffen.
Groll nutzte die Vernis­sage auch, um sich bei Brunhilde Bauer-Buben­
heim und Ihrer Tochter Jutta dafür zu bedanken, dass sie der Kommune ein Bild ihres Vaters und Großvaters Robert Wald­helm geschenkt hatten.
Der Bürgermeister erin­nerte an den Hobbyma­ler aus dem Neustädter Kiefernweg, dessen Bil­der auch heute noch in vielen Neustädter Haus­halten hängen.
„Sein“ Junker-Hansen- Turm wird einen wür­digen Platz im Rathaus finden.
Die Kunstausstellung ist noch bis zum 20. No­vember 2026 während der Öffnungszeiten der Stadtverwaltung zu besichtigen.

80 Jahre Hessen
Rupert von Plottnitz spricht in Neustadt

In der jüngeren Ge­schichte Hessens nimmt der 1. De­zember 1946 eine besonders Stellung ein.
An diesem Tag fan­den die ersten Land­tagswahlen nach dem II. Weltkrieg statt. Die Demokra­tie kehrte zurück. Zugleich wurde die zuvor erarbeitete
hessische Verfassung in einer Volksabstimmung angenommen.
Aus diesem Grunde feiert Hessen in diesen Tagen mit mehre­ren Veranstaltungen seinen 80. Geburtstag.
Die Stadt Neustadt (Hessen) würdigt dieses herausragende Er­eignis im Rahmen ihrer zeitgeschichtlichen Veranstaltungsrei­he am 3. Dezember 2026 um 16 Uhr im Kultur- und Bürger­zentrum, Querallee.
Als Ehrengast konnte Bürgermeister Thomas Groll mit Staats­minister a. D. Rupert von Plottnitz erneut einen bekannten ehe­maligen Politiker gewinnen.
Von Plottnitz ist Mitglied der Grünen und war über mehrere Legislaturperioden Mitglied des hessischen Landtages. 1994/95 war er in der Nachfolge Joschka Fischers Umweltminister, 1995- 1999 Justizminister und stellvertretender Ministerpräsident.
Der Jurist war der erste Grüne, der in Deutschland ein soge­nanntes klassisches Ministerium übernahm.
Nach seinem Ausscheiden aus der aktiven Politik gehörte Ru­pert von Plottnitz noch über ein Jahrzehnt dem hessischen Staatsgerichtshof an.
Er wirkte damit sowohl in der Legislative und Exekutive sowie in der Judikative. In seinem Vortrag wird er auf Vergangenheit und Gegenwart eingehen.
Aus organisatorischen Gründen wird um Anmeldung unter Tel. 06692/89-11 oder wettlaufer@neustadt-hessen.de bis zum 30. November 2026 gebeten.

Empfang der türkischen Generalkonsulin

Am 29. Oktober 1923 rief Mustafa Kemal Atatürk die Republik Türkei aus. Ende Oktober hatte die neue Generalkonsulin Cigdem Gökce Duatepe Belentepe aus Anlass des 103. Republikge­burtstages nach Kassel-Lohfelden eingeladen.
Zum Einzugsbereich des Kasseler Generalkonsulates gehören Teile von Hessen, Nordrhein-Westfalen und Niedersachen.
Zu den geladenen deutschen Gästen gehörte auch Neustadts Bür­germeister Thomas Groll.
Gemeinsam mit Oguz Yilmaz dem stellvertretenden Vorsitzenden der örtlichen türkisch-islamischen Gemeinde suchte er das Ge­spräch mit der Generalkonsulin.
Beide berichten über das Zusammenleben von Deutschen und Türken und luden die Diplomatin nach Neustadt ein. Die General­konsulin sagte dankend zu und kündigte für 2027 ihr Kommen an.

Bürgerbeteiligung am Tag der Möglichkeiten: Sie haben mitgeredet!

Beim Tag der Möglich­keiten am 15.08.2026 im Kultur- und Bürger­zentrum konnten die Bewohnerinnen und Bewohner Neustadts ihre Meinung äußern, Wünsche und Anre­gungen einbringen, mit Bürgermeister Thomas Groll, dem 1. Stadtrat Wolfram Ellenberg, mit Hauptamtlichen der
Stadtverwaltung und sozialer Einrichtungen Neustadts ins Gespräch kommen.
Ein besonderer Bestand­teil war die Zufrieden­heitsabfrage mit der Zielscheibe. In verschie­denen Kategorien konn­ten die Bewohnerinnen und Bewohner markieren, wie zufrieden sie mit ihrer Stadt sind. Die Mitarbeiterinnen des Familienzent­rums und unsere „Integrationsguide“ haben die Zeit nach der Ver­anstaltung genutzt, um die Anregungen genauer anzuschauen und haben Gespräche mit Bürgermeister Thomas Groll und anderen verantwortlichen Personen geführt. Dabei ging es um diese Fra­gen: Was kann umgesetzt werden? Wo gibt es bereits Planungen? Welche Probleme bestehen? Und wer ist für die jeweiligen The­men zuständig?
Dabei hat sich an vielen Stellen gezeigt: Stadtpolitik und Stadt­verwaltung sind bereits an etlichen angesprochenen Themen dran und suchen nach Lösungswegen.
Im Mitteilungsblatt letzter Woche informierten wir, das Gesund­heitsnetzwerk Neustadt und die Integrationsguide, über den Um­gang mit den Anregungen der Teilnehmenden zu den Bereichen „Sicherheit, Ordnung und Sauberkeit im öffentlichen Raum“ und „öffentlicher Nahverkehr“.
Diese Woche möchten wir Ihnen darlegen, was aus den Anregun­gen der Teilnehmenden für die Bereiche „Schulen und Kinderbe­treuung“ und „Freizeit- und Kulturangebote“ geworden ist.

Wie geht es weiter – Auswertung der Befragung zum Tag der Möglichkeiten Teil II
Ergebnisse „Schulen und Kinderbetreuung“

Das Ergebnis der Zufriedenheitsabfrage zeigt, dass die Befragten eher zufrieden mit den Schulen und der Kindebetreuung sind. Kon­krete Anregungen waren:
Es wurde der Wunsch nach einem interessanten und lebenswelt­nahen Sprachförderangebot für Jugendliche, außerhalb/zusätzlich zur Schule, geäußert. Ebenso wurde der Bedarf an einem Nachhilfeangebot genannt.
Diese Anregung hat unsere Integrationsguide, Anna-Maria Kurz, auf­genommen. Über das Förderprogramm KISI „Kommunale Integra­tionsguides zur Förderung der kommunalen Integrationserfolge“ ist ein kostenfreies Nachhilfeangebot im Familienzentrum in Planung. Ehrenamtlich Engagierte werden eine Aufwandsentschädigung er­halten und unterstützen Schülerinnen und Schüler, insbesondere aus Familien mit Migrationshintergrund, in den Fächern Mathematik, Deutsch und Englisch. Finanziert wird das Programm von der Europäi­schen Union und dem Hessischen Ministerium für Arbeit, Integration, Jugend und Soziales.
Durch die Anregung entstand im Familienzentrum eine weitere Idee: Als Sprachförderkraft weiß Nicole Zinkowski, dass eine gut entwickel­te Erstsprache Kindern hilft, Wörter, Satzstrukturen und sprachliche Zusammenhänge zu verstehen. Diese Fähigkeiten können ihnen dann beim Lernen einer weiteren Sprache helfen. Das Familienzentrum würde daher für ein Angebot, das die jeweiligen Erstsprachen von Kindern in Neustadt fördert, seine Räumlichkeiten zur Verfügung stellen. Die Integrationsguide kann bei der Koordination unterstüt­zen. Gesucht sind also Ehrenamtliche, die das Angebot durchführen könnten.
Es wurde gelobt, dass die Krabbelgruppe für Kinder von 0-1 Jahre integrativ sei.
Im Gespräch zu dieser Anmerkung wurde klar, dass mit der Krabbel­gruppe das Angebot „DROP INKLUSIVE“ gemeint ist – dienstags von 09:30 bis 11:30 Uhr im Familienzentrum. Hier treffen sich Eltern mit ihren Kleinkindern (bis 3 Jahre) zum Frühstück. Während die Kinder spielen oder essen, können sich die Eltern austauschen. Es ergeben sich immer wieder schöne Momente zwischen den Kindern und Er­wachsenen.
Der Wunsch nach einem Bauernhofkindergarten wurde geäußert.
In Neustadt gibt es 4 Kindertagesstätten, davon sind 3 Kindergärten städtisch und ein Kindergarten ist unter kirchlicher Trägerschaft. Eine weitere städtische Kita befindet sich aktuell im Bau. Mit dem Wald­kindergarten haben wir in Neustadt bereits einen Kindergarten mit einem besonderen naturpädagogischen Angebot. Die Kinder ver­bringen ihren Alltag überwiegend draußen, erleben die Jahreszeiten unmittelbar und können ihren Bewegungs- und Entdeckungsdrang in der Natur ausleben.
Es wurde angemerkt, dass der respektvolle Umgang von Lehr­kräften verbesserungswürdig sei und das Konzept der Schule toll, die Organisation sei aber chaotisch. Außerdem wurde der Wunsch geäußert, dass mehr gegen Mobbing in der Schule unternommen werden sollte.
Die angesprochenen Themen, der respektvolle Umgang, die schuli­schen Abläufe und der Umgang mit Mobbing, sind wichtige Anliegen. Vom Familienzentrum ist geplant das Thema im Gespräch mit der Schulleitung aufzugreifen. Bei schweren Fällen können sich Eltern und Schülerinnen und Schüler auch an den Schutzmann vor Ort, Gun­ter Weber, 06692 8936, wenden.
Auch die städtische Kinder- und Jugendarbeit beschäftigt sich mit dem Thema Mobbing und der Frage, wie Kinder und Jugendliche best­möglich unterstützt und geschützt werden können. Isabelle Korn und Tizian Nau sind dazu mit den Kindern im Gespräch.

Ergebnisse „Freizeit- und Kulturangebote“

Insgesamt äußerten sich viele Teilnehmende sehr positiv und drückten ihre Dankbarkeit für die städtischen Angebote im Frei­zeit- und Kulturbereich aus. Benannt wurden zum Beispiel die städ­tischen Bänke und die Angebote für Seniorinnen und Senioren.
Der Wunsch für die Innenstadt nach mehr Gastronomie und mehr Geschäften wurde mehrfach geäußert. Explizit benannt wurde der Wunsch nach einem Drogeriemarkt, einer Eisdiele und einem Café.
Eine attraktive Innenstadt ist ein wichtiger Treffpunkt und trägt auch zur Lebensqualität in einer Stadt bei. Kleinere Kommunen im ländlichen Raum, wie Neustadt, stehen bei der Ansiedlung und dem
Erhalt von Geschäften und Gastronomiebetrieben vor besonderen Herausforderungen. Die Kundschaft verteilt sich auf ein größeres Ein­zugsgebiet, die Nachfrage ist begrenzt und viele Menschen erledigen ihre Einkäufe zunehmend online oder nutzen die Angebote größerer Städte. Diese veränderten Konsum- und Freizeitgewohnheiten ma­chen es dem örtlichen Einzelhandel und der Gastronomie nicht leicht, wirtschaftlich zu bestehen. Mit dem NeuSTADTLADEN hat die Stadt bereits eine innovative Idee umgesetzt, die dazu beiträgt, die Innen­stadt lebendig zu halten. Auch ein Blick auf andere kleinere Kommu­nen kann inspirieren und zeigen, welche Konzepte sich andernorts bewährt haben und sich möglicherweise auf Neustadt übertragen lassen. Die Stadtverwaltung, das Familienzentrum und die Stadtpoli­tik sind offen für neue kreative Projekte – Menschen mit Ideen und Lust sich zu engagieren, können sich gerne melden.
Es wurde angeregt, dass die Kirchengemeinden und die Stadt Neu­stadt mit ihren Angeboten mehr miteinander kooperieren könn­ten.
Zwischen der Kommune und den Kirchengemeinden findet ein regel­mäßiger Austausch statt. Beim Tag der Möglichkeiten haben Mitglie­der der Neustädter Moscheegemeinde sich ehrenamtlich mit einem Essensstand beteiligt. Das Gesundheitsnetzwerk ist offen für weitere Anregungen und gemeinsame Aktivitäten.
Die Webpräsenz von Vereinen und der Überblick über die Angebo­te sei zu verbessern.
Die Öffentlichkeitsarbeit und die Präsentation ihrer Angebote liegen grundsätzlich in der Verantwortung der Vereine selbst. Wir nehmen die Rückmeldung zum Anlass, die Vereine nochmal auf die Neustadt- App und den dort integrierten Veranstaltungskalender aufmerksam zu machen. Hier können sowohl regelmäßige als auch einmalige Ver­anstaltungen eingetragen und einer breiten Öffentlichkeit zugäng­lich gemacht werden.
Je mehr Bürgerinnen und Bürger die App nutzen, desto attraktiver wird sie auch für Veranstalter und Vereine. Deshalb an dieser Stelle auch die herzliche Einladung an alle: Nutzen Sie die Neustadt-App, in­formieren Sie sich über die Angebote vor Ort und tragen Sie dazu bei, die vielfältigen Aktivitäten in unserer Stadt sichtbarer zu machen!
Vereine senden Ihre Veran­staltungsinformationen zur Veröffentlichung im Veran­staltungskalender der APP bitte an Frau Schlick:
schlick@neustadt-hessen.de
Es wurde der Wunsch geäußert, dass Schwimmbad früher zu öff­nen und darum gebeten, den Übergang zwischen der Schließung des Freibads und der Öffnung des Hallenbads nahtlos zu organi­sieren.
Wir verstehen beide Anliegen gut. Leider können diese Wünsche der­zeit aufgrund begrenzter personeller und finanzieller Mittel nicht umgesetzt werden.
Im Park sollte eine Ruhe Oase belassen werden.
Der Bürgerpark bietet durch seine Größe und die weitläufigen, unbe­bauten Grünflächen bereits verschiedene Möglichkeiten zur Erholung und Ruhe. Auch die Spielplätze und die Boule-Bahn sind gut über das Gelände verteilt. Möglicherweise haben wir den Hinweis noch nicht ganz richtig verstanden. Das Anliegen darf gerne noch konkretisiert werden, damit wir besser nachvollziehen können, was Ihnen beson­ders wichtig ist.
Der Sportkurs von Mittwoch sollte im großen Raum des KuBüZ stattfinden, der Raum des Familienzentrums ist zu klein.
Grundsätzlich könnte der Sportkurs im KuBüZ stattfinden. Allerdings müsste der Kurs dann gelegentlich ausfallen, da der Raum bei Bedarf für größere Veranstaltungen zur Verfügung stehen muss.
Es wurde der Wunsch nach Rundwegen zum Spazierengehen, insbesondere für Ältere und nach kinderwagentauglichen Rund­wegen geäußert. Außerdem wurde beschrieben, dass Rundwege nicht einfach irgendwo aufhören sollten.
Zu den Wanderwegen rund um die Stadt liegen im Einwohnermelde­amt Broschüren aus. Ein Rundweg, der einfach irgendwo aufhört ist uns nicht bekannt. Der Wanderverein Neustadt e.V. hat sich leider aufgelöst. Mängel können gerne beim Fachbereich Bauen, Planen und Umwelt der Stadtverwaltung gemeldet werden.
Der Wunsch nach einem Pflegestützpunkt wurde genannt.
Pflegestützpunktesind eine Anlauf stelle für Pflegebedürftige und de­ren Angehörige. Das Beratungsangebot wird vom Hessischen Ministe­rium für Familie, Senioren, Sport, Gesundheit und Pflege koordiniert und besteht in jedem Landkreis. Im Landkreis Marburg-Biedenkopf wird an drei Standorten Beratung geboten. Für Neustädterinnen und Neustädter am nächsten ist der Pflegestützpunkt in Stadtallendorf, Marktstraße 6. Mittwochs wird zwischen 10 und 12 Uhr eine offene Sprechstunde angeboten. Außerdem können Termine auch als Haus­besuche erfolgen.

Mit der kommunalen Leitstelle Älter werden und der Koordinatorin der Bürgerhilfe (WIR für UNS!) haben wir in Neustadt zwei ergänzen­de lokale Angebote, an die sich Pflegebedürftige, Angehörige und In­teressierte gerne wenden können.

Leitstelle „Älter werden“:
• Ansprechpartnerin: Eva Hartmann
• Adresse: Querallee 13, 35279 Neustadt (Hessen)
• Telefon: 0160 / 4204247 bzw. 0172 / 4008139
• E-Mail: leitstelle-aelterwerden@neustadt-hessen.de

WIR für UNS! Bürgerverein Neustadt (Hessen) e.V.:
• Ansprechpartnerin: Christine Thomas, Dipl. Pflegewirtin
• Adresse: Querallee 13, 35279 Neustadt (Hessen)
• Telefon: 0152 0788 1714
• E-Mail: Koordinatorin@wir-fuer-uns-neustadt.de

Stadtverordnetenversammlung
Bericht über Möglichkeiten der Kinder- und Jugendbeteiligung vorgestellt

Am 26. Oktober 2026 fand unter der Leitung von Hans-Dieter Georgi (CDU-Fraktion) die fünfte Sitzung der Stadtverordneten­versammlung der Stadt Neustadt (Hessen) in der Legislaturperio­de 2026-2031 im Kultur- und Bürgerzentrum statt.
Zu Beginn der Sitzung nahmen die Damen und Herren der Stadt­verordnetenversammlung die Aufstellung des Jahresabschlusses 2025 durch die Finanzabteilung zur Kenntnis. Erstmals zeichnete hierfür Katharina Wacker verantwortlich.
Erfreulicherweise schloss der kommunale Ergebnishaushalt nicht, wie bei der Einbringung vor rund 12 Monaten prognostiziert, mit einem Defizit von 300.000 Euro ab, sondern wies vielmehr sogar einen Überschuss von 213.000 Euro auf.
Ein erfreuliches Ergebnis, welches Bürgermeister Thomas Groll auf eine sparsame Haushaltsführung, Verbesserungen bei der Gewerbesteuer und „sicher auch glückliche Zufälle“ zurückführt. Der Überschuss kommt der Rücklage zugute und wird dazu bei­tragen, ein erwartetes Minus für 2026 abzumildern.
Anke Stark (SPD-Fraktion) gehört für die Kommune neben Michael Dippel (CDU-Fraktion) der Ver­treterversammlung des Müllabfuhr­zweckverbandes Biedenkopf an. Sie berichtete über die konstituierende Sitzung. Michael Dippel wurde hier zum stellvertretenden Vorsitzenden der Verbandsversammlung gewählt. Stark wies auch darauf hin, dass der MZV ab sofort und bis auf weiteres Altkleider auf Aufforderung abhole, da der Markt zusammengebrochen sei.
Hans-Gerhard Gatzweiler, der Frak­tionsvorsitzende der SPD, erkundig­te sich, ob der Durchgang durch die Bahnbrücke Gleimenhainer Straße aufgrund der Bauarbeiten der Deutschen Bahn nun für Fußgänger doch nicht mehr nutzbar sei. Bürgermeister Thomas Groll erkundigte sich hier am folgenden Tag und bekam von der DB mitgeteilt, dass ab sofort auch für Fußgänger Umleitungsstre­cken gelten würden. Die Bahn habe inzwischen die Möglichkeiten illegal über die Gleise zu gehen mit Bauzäunen eingeschränkt und außerdem wünsche die bauausführende Firma auch aus Sicher­heitsgründen keine Fußgänger im Baufeld.
Gatzweiler erkundigte sich weiterhin danach, warum die Ampel­anlage in der Hindenburgstraße aufgebaut worden sei und was passiere, wenn die Autobahn wieder einmal aufgrund eines Un­falls gesperrt werde, sich deshalb der Verkehr durch die Neustäd­ter Innenstadt bewege und für Mega-Staus innerorts sorge. Bür­germeister Thomas Groll führte dazu aus, dass die Ampel von der Straßenverkehrsbehörde des Landkreises angeordnet worden sei. Diese sei für sämtliche Umleitungen/Sperrungen im Zusammen­hang mit den Bauarbeiten an der Eisenbahnbrücke zuständig. Die Ampel sei deshalb aufgestellt worden, damit Lkws und Busse ohne Schwierigkeiten von der Nellenburgstraße in die Hindenburg­straße bzw. umgekehrt einbiegen könnten und es dabei zu keinen Gefährdungen der Fußgänger komme. Im Hinblick auf mögliche Sperrungen der Autobahn werde er den Kontakt zu den überge­ordneten Straßenverkehrsbehörden suchen. Er teile die Besorgnis, dass bei einer längeren Sperrung der A 49 Neustadt ansonsten im Verkehr „ersticke“.
Anke Stark hatte für die SPD-Fraktion eine Große Anfrage zur Prüfung möglicher Flächenentsiegelungen zugunsten von mehr Grün-, Frei- und Wasserflächen eingereicht. Diese wurde vom Bürgermeister beantwortet.
In 2027, so Thomas Groll, würden mit Hilfe des Bundesprogram­mes „Anpassung urbaner Räume an den Klimawandel“ beim Projekt „Grüner Kilometer“ die Neugestaltung/Entsiegelung der Parkplätze beim Kultur- und Bürgerzentrum und dem Friedhof in der Kernstadt sowie die Neugestaltung/Entsiegelung des Schul­hofes der „Waldschule“ umgesetzt. Weiter sind das Anpflanzen von Bäumen auf dem Friedhof in Neustadt und Nachpflanzungen in der „Allee“ vorgesehen. Die Kosten hierfür würden sich nach
Schätzungen des Planungsbüros auf rund 1,34 Millionen Euro be­laufen. Die Kommune erhalte eine Fördersumme von 1,14 Mil­lionen Euro und müsse „lediglich“ 200.00 Euro als Eigenanteil aufbringen.
Vor kurzem wurde – auch im Hinblick auf Entsiegelung – ein weiterer Teil der Wiera im Bürgerpark renaturiert und ein „Him­melsteich“ geschaffen. Dieser werde nun auf natürliche Weise mit Wasser gespeist und inzwischen gerne von den Enten im Park an­genommen. Der Himmelsteich sei auch ein zusätzlicher Beitrag zum Hochwasserschutz.
Die Maßnahmen des „Grünen Kilometers“ gehen dem Bürger­meister insgesamt zu langsam vorwärts. Er teilt diesbezüglich die Auffassung von Anke Stark. Dies liege allerdings nicht an der Kommune. Er verwies vielmehr darauf, dass umfangreiche Ab­stimmungsmaßnahmen mit dem Planungsbüro, dem Fördergeber und dem Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung im Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung, dem Projektträger Jülich und der Oberfinanzdirektion Frankfurt/Main notwendig seien. „Dieser Formalismus macht solche Programme zunehmend unattraktiver“, so Thomas Groll.
Anke Stark hatte ebenfalls nach zukünftigen Entsiegelungsmaßnahmen gefragt. Hier nannte der Bürgermeister als Mög­lichkeiten die Parkplätze am Waldstadion und beim Freibad. Er vertrat aber zugleich die Auffassung, dass beide Flächen noch in einem guten Zustand seien, sodass er gegenwärtig eine Entsiegelung nicht für zielgerichtet ansehe. „Dies wür­de man in der Öffentlichkeit nicht verstehen“, so Groll.
Hans-Gerhard Gatzweiler fragte im Verlauf nach, ob es denn nicht kleinere Flächen in der Kommune gebe, die entsiegelt werden könn­ten. Dem Bürgermeister fiel hier aktuell aber nichts ein. Er bat daher um Vorschläge.
Im Hinblick auf zukünftige kommunale Projekte sollen die gesetzlichen Vorgaben eingehalten und die Flächenversiegelung auf ein Minimum begrenzt werden. Gefragt wurde auch, ob die Ei­gentümer von Grundstücken dem Zweckverband Mittelhessische Abwasserwerke bauliche Veränderungen melden würden, die sich dann auf die Niederschlagsgebühren auswirken würden. Hier ant­wortete der ZMA, dass im Schnitt rund 180 Grundstückseigentü­mer jedes Jahr Veränderungen melden würden im Verbandsgebiet, das Neustadt, Gladenbach, Wetter, Rauschenberg, Münchhausen, Fronhausen und Lahntal umfasst. Hans-Gerhard Gatzweiler hielt diese Zahl für zu gering.
Die Stadtverordnetenversammlung beschloss weiterhin folgende Vorlagen einstimmig:
• Satzung über die Benutzung der Feld- und Waldwege der Stadt Neustadt (Hessen) / Feldwegesatzung
• Endgültige Einziehung eines Wirtschaftsweges in Momberg, Be­reich „Der Hinterberg“
• Endgültige Einziehung eines Weges im Bereich der Gemarkung Mengsberg
• Endgültige Einziehung eines Wirtschaftsweges in der Gemarkung Momberg „Im Momberger Feld“
• Die Neufassung der kommunalen Feuerwehrsatzung
• Die Besetzung der Integrationskommission
• Den Aufbau einer Steuerungsstruktur beim Städtebauförde­rungsprogramm „Wachstum und nachhaltige Erneuerung“
• Die Einführung eines Tax Compliance Managements Systems (Regeln für den Umgang mit von der Kommune abzuge­bender Steuererklärungen) Zum Ende der Sitzung erfolgte der Bericht von Jannis Gerling, Geschäfts­führer des Vereines Jun­ge Entwicklung Fördern (JEF) e.V. aus Cölbe, dieser hatte im Auftrag der Stadt Neustadt (Hessen) einen Be­richt zu einer etwaigen Kinder- und Jugendbeteiligung in der Kommune erarbeitet. Der Vortrag war im Fachausschuss aus­gefallen und wurde nun nachgeholt.

Auf Vorschlag der SPD-Fraktion hatte die Stadtverordnetenver­sammlung 2025 die Erstellung eines Berichts über Perspektiven für eine zukünftige Kinder- und Jugendbeteiligung in Neustadt beschlossen.

Hierzu wurde von JEF in den Jahren 2025/2026 eine Erhebung durchgeführt, die in den Bericht einfloss.

Es gab zunächst mehrere Gespräche mit den damaligen Jugend­pflegern des bsj. Weiterhin wurden Holztafeln in Neustadt und in den Stadtteilen an jugendrelevanten Orten aufgestellt, in der Hoffnung, dass Jugendliche hier Wünsche, Vorstellungen oder Kritik äußern würden.

Weiterhin fand ein Walk-/In-Workshop im Freibad statt. Hieran nahmen 14 Jugendliche teil. Zudem gab es eine Onlineumfrage mit 26 eingegangenen und 23 verwertbaren Antworten.

Im Herbst 2025 fand ein Bau-Workshop beim Jugendraum statt. 13 Jugendliche im Alter von 11 bis 21 Jahren errichteten dort eine Bank.

2026 gab es dann zunächst ein Treffen mit den neuen Stadtjugend­pflegern, die bei der Kommune beschäftigt und im Familienzent­rum angegliedert sind.

In Anbetracht der Tatsache, dass die Schule für Jugendliche in Neustadt einen besonderen Stellenwert einnimmt, gab es vertie­fende Gespräche mit der Schulsozialarbeit, der Schulleitung und der Vertretung der Schülerinnen und Schüler.

Im August 2026 fand die Durchführung einer quantitativen Be­fragung an der Martin-von-Tours-Schule mit 128 Teilnehmenden statt. Der Fragebogen wurde in einer Lehrerkonferenz vorgestellt und anschließend in den Klassenlehrerstunden ausgefüllt. Dazu gab es noch elf ergänzende Kurzinterviews mit Schülerinnen und Schülern der Klassen 5 bis 10.

Jannis Gerling hob hervor, dass in vielen Gesprächen und in der Analyse des Sozialraumes immer wieder deutlich wurde, dass die Neustädter Schule eine besondere Funktion in der Lebenswelt der Kinder und Jugendlichen habe. Dies, so Gerling, möge selbstver­ständlich klingen, in Neustadt kämen jedoch Merkmale zusam­men, die so nach seiner Auffassung in keiner anderen Kommune des Landkreises anzutreffen seien: Die Martin-von-Tours-Schule ist die einzige weiterführende Schule in der Kommune und bietet als integrierte Gesamtschule jedes Bildungsangebot bis zur Klas­se 10 an. Das Schulgelände ist nicht umzäunt und dient ganztägig als Aufenthaltsort für Kinder und Jugendliche. Der Stadtteil Neu­stadt ist im Verhältnis zur Gesamtstadt sehr groß, anders als bei anderen Schulstandorten. Die Schule liegt inmitten der Kommune umgeben von jugendrelevanten Orten wie Getränkemarkt, Sport­halle, Fußballplatz, Freibad und Jugendraum.

Als Ergebnisse der Bedarfserhebung nannte er: zu wenig Frei­zeitangebote, zu wenig Veranstaltungen für Jugendliche, fehlende Treffpunkte, fehlende Sportmöglichkeiten, Verschmutzung und Zustand einzelner öffentlicher Orte, Unsicherheitsgefühl insbe­sondere am Abend und in der Nacht.

Von besonderer Bedeutung für die Zukunft sei die Bereitschaft der Kinder und Jugendlichen, sich zu beteiligen. Hier waren die Ergebnisse allerdings etwas ernüchternd und entsprechen denen der bundesweiten Shell-Studie. Rund 40 Prozent der Jugendlichen können sich grundsätzlich vorstellen, sich selbst für Kinder und Jugendliche in der Kommune einzusetzen. Eine dauerhafte Mit­arbeit können sich allerdings deutlich weniger vorstellen. Daher, so der Rat des „Experten“, müsse eine Beteiligung zeitlich flexibel und verständlich sein. Er warb auch dafür, Beteiligung erst ein-

mal zu erlernen. Jannis Gerling hält es für erforderlich, dass dies professionell geschieht.

Er rät zunächst zu einem Workshop, damit Interessierten Fortbil­dungsangebote und Zugänge zu weiteren Beteiligungsmöglichkei­ten dargestellt werden können. Denkbar sind im späteren Verlauf eine offene Beteiligung, projektbezogene Beteiligung, digitale Beteiligung oder eine feste Kinder- und Jugendvertretung. Von dieser riet er allerdings zugleich wieder ab. Für Erwachsene ge­schaffene verfasste Strukturen seien auf Kinder nicht so einfach übertragbar.

Wichtig ist für Gerling eine verlässliche erwachsene Ansprechper­son mit einem ausreichenden Stundenumfang, um Beteiligung zu erreichen.

Über die Ausführungen des Refe­renten wurde eifrig diskutiert.

Karsten Gehmlich (FWG-Fraktion) beklagte, dass Jugendliche in den Vereinen oder Kinder und Ju­gendliche die auswärtige Schulen besuchten, nicht in die Erhebung einbezogen worden seien. Hier ver­trat Bürgermeister Thomas Groll im weiteren Verlauf – unterstützt von Hans-Gerhard Gatzweiler – die Auffassung, dass dies sicher nicht zu einer signifikanten Veränderung in der Meinungsbildung geführt hätte. Gerade Kinder und Jugend­liche die in Vereinen aktiv seien bzw. auswärts weiterführende Schulen besuchten, würden sicherlich kaum über freie Zeitkontingente für weitere Betätigungen verfügen.

Sebastian Sack der über jahr­zehntelange Erfahrung in der Jugendarbeit, insbesondere der Feuerwehr verfügt, warb dafür Vereinsstrukturen ver­stärkt in die Betrachtung ein­zubeziehen.

Sicher wird die Studie jetzt in den Fraktionen bewertet wer­den. Auch die Stadtjugendpfle­ge wird sich damit befassen. Hier sieht der Bürgermeister den wei­teren Prozess verortet. Eine zusätz­liche Stelle kann er sich nicht vorstellen.