„Vielfalt“ – Rimma Elistratow stellt im Rathaus aus
Über 40 Interessierte konnte Bürgermeister Thomas Groll am 26. Oktober 2026 im Neustädter Rathaus zur Eröffnung der Ausstellung „Vielfalt“ mit Werken der Neustädterin Rimma Elistratow begrüßen.
Die Hobby-Künstlerin kam 1992 aus den Nachfolgestaaten der ehemaligen Sowjetunion nach Deutschland und wurde in der
Junker-Hansen-Stadt heimisch. Nachdem sie ihre Tätigkeit in einem Stadtallendorfer Kinderhort beendet hatte, begann sie intensiv zu malen.
Ihr Spektrum ist breit und reicht von Stillleben über Portraits von Menschen und Tieren bis hin zu Kopien berühmter Maler.
Bürgermeister Thomas Groll betonte, dass die Kommune ihr Rathaus immer wieder gerne als „Galerie auf Zeit“ zur Verfügung stelle.
Im Anschluss an die Dankesworte von Rimma Elistratow besichtigten die Besucher die Ausstellung und diskutierten eifrig über die Werke und gratulierten der Malerin zu ihrem Schaffen.
Groll nutzte die Vernissage auch, um sich bei Brunhilde Bauer-Buben
heim und Ihrer Tochter Jutta dafür zu bedanken, dass sie der Kommune ein Bild ihres Vaters und Großvaters Robert Waldhelm geschenkt hatten.
Der Bürgermeister erinnerte an den Hobbymaler aus dem Neustädter Kiefernweg, dessen Bilder auch heute noch in vielen Neustädter Haushalten hängen.
„Sein“ Junker-Hansen- Turm wird einen würdigen Platz im Rathaus finden.
Die Kunstausstellung ist noch bis zum 20. November 2026 während der Öffnungszeiten der Stadtverwaltung zu besichtigen.
80 Jahre Hessen
Rupert von Plottnitz spricht in Neustadt
In der jüngeren Geschichte Hessens nimmt der 1. Dezember 1946 eine besonders Stellung ein.
An diesem Tag fanden die ersten Landtagswahlen nach dem II. Weltkrieg statt. Die Demokratie kehrte zurück. Zugleich wurde die zuvor erarbeitete
hessische Verfassung in einer Volksabstimmung angenommen.
Aus diesem Grunde feiert Hessen in diesen Tagen mit mehreren Veranstaltungen seinen 80. Geburtstag.
Die Stadt Neustadt (Hessen) würdigt dieses herausragende Ereignis im Rahmen ihrer zeitgeschichtlichen Veranstaltungsreihe am 3. Dezember 2026 um 16 Uhr im Kultur- und Bürgerzentrum, Querallee.
Als Ehrengast konnte Bürgermeister Thomas Groll mit Staatsminister a. D. Rupert von Plottnitz erneut einen bekannten ehemaligen Politiker gewinnen.
Von Plottnitz ist Mitglied der Grünen und war über mehrere Legislaturperioden Mitglied des hessischen Landtages. 1994/95 war er in der Nachfolge Joschka Fischers Umweltminister, 1995- 1999 Justizminister und stellvertretender Ministerpräsident.
Der Jurist war der erste Grüne, der in Deutschland ein sogenanntes klassisches Ministerium übernahm.
Nach seinem Ausscheiden aus der aktiven Politik gehörte Rupert von Plottnitz noch über ein Jahrzehnt dem hessischen Staatsgerichtshof an.
Er wirkte damit sowohl in der Legislative und Exekutive sowie in der Judikative. In seinem Vortrag wird er auf Vergangenheit und Gegenwart eingehen.
Aus organisatorischen Gründen wird um Anmeldung unter Tel. 06692/89-11 oder wettlaufer@neustadt-hessen.de bis zum 30. November 2026 gebeten.
Empfang der türkischen Generalkonsulin
Am 29. Oktober 1923 rief Mustafa Kemal Atatürk die Republik Türkei aus. Ende Oktober hatte die neue Generalkonsulin Cigdem Gökce Duatepe Belentepe aus Anlass des 103. Republikgeburtstages nach Kassel-Lohfelden eingeladen.
Zum Einzugsbereich des Kasseler Generalkonsulates gehören Teile von Hessen, Nordrhein-Westfalen und Niedersachen.
Zu den geladenen deutschen Gästen gehörte auch Neustadts Bürgermeister Thomas Groll.
Gemeinsam mit Oguz Yilmaz dem stellvertretenden Vorsitzenden der örtlichen türkisch-islamischen Gemeinde suchte er das Gespräch mit der Generalkonsulin.
Beide berichten über das Zusammenleben von Deutschen und Türken und luden die Diplomatin nach Neustadt ein. Die Generalkonsulin sagte dankend zu und kündigte für 2027 ihr Kommen an.
Bürgerbeteiligung am Tag der Möglichkeiten: Sie haben mitgeredet!
Beim Tag der Möglichkeiten am 15.08.2026 im Kultur- und Bürgerzentrum konnten die Bewohnerinnen und Bewohner Neustadts ihre Meinung äußern, Wünsche und Anregungen einbringen, mit Bürgermeister Thomas Groll, dem 1. Stadtrat Wolfram Ellenberg, mit Hauptamtlichen der
Stadtverwaltung und sozialer Einrichtungen Neustadts ins Gespräch kommen.
Ein besonderer Bestandteil war die Zufriedenheitsabfrage mit der Zielscheibe. In verschiedenen Kategorien konnten die Bewohnerinnen und Bewohner markieren, wie zufrieden sie mit ihrer Stadt sind. Die Mitarbeiterinnen des Familienzentrums und unsere „Integrationsguide“ haben die Zeit nach der Veranstaltung genutzt, um die Anregungen genauer anzuschauen und haben Gespräche mit Bürgermeister Thomas Groll und anderen verantwortlichen Personen geführt. Dabei ging es um diese Fragen: Was kann umgesetzt werden? Wo gibt es bereits Planungen? Welche Probleme bestehen? Und wer ist für die jeweiligen Themen zuständig?
Dabei hat sich an vielen Stellen gezeigt: Stadtpolitik und Stadtverwaltung sind bereits an etlichen angesprochenen Themen dran und suchen nach Lösungswegen.
Im Mitteilungsblatt letzter Woche informierten wir, das Gesundheitsnetzwerk Neustadt und die Integrationsguide, über den Umgang mit den Anregungen der Teilnehmenden zu den Bereichen „Sicherheit, Ordnung und Sauberkeit im öffentlichen Raum“ und „öffentlicher Nahverkehr“.
Diese Woche möchten wir Ihnen darlegen, was aus den Anregungen der Teilnehmenden für die Bereiche „Schulen und Kinderbetreuung“ und „Freizeit- und Kulturangebote“ geworden ist.
Wie geht es weiter – Auswertung der Befragung zum Tag der Möglichkeiten Teil II
Ergebnisse „Schulen und Kinderbetreuung“
Das Ergebnis der Zufriedenheitsabfrage zeigt, dass die Befragten eher zufrieden mit den Schulen und der Kindebetreuung sind. Konkrete Anregungen waren:
Es wurde der Wunsch nach einem interessanten und lebensweltnahen Sprachförderangebot für Jugendliche, außerhalb/zusätzlich zur Schule, geäußert. Ebenso wurde der Bedarf an einem Nachhilfeangebot genannt.
Diese Anregung hat unsere Integrationsguide, Anna-Maria Kurz, aufgenommen. Über das Förderprogramm KISI „Kommunale Integrationsguides zur Förderung der kommunalen Integrationserfolge“ ist ein kostenfreies Nachhilfeangebot im Familienzentrum in Planung. Ehrenamtlich Engagierte werden eine Aufwandsentschädigung erhalten und unterstützen Schülerinnen und Schüler, insbesondere aus Familien mit Migrationshintergrund, in den Fächern Mathematik, Deutsch und Englisch. Finanziert wird das Programm von der Europäischen Union und dem Hessischen Ministerium für Arbeit, Integration, Jugend und Soziales.
Durch die Anregung entstand im Familienzentrum eine weitere Idee: Als Sprachförderkraft weiß Nicole Zinkowski, dass eine gut entwickelte Erstsprache Kindern hilft, Wörter, Satzstrukturen und sprachliche Zusammenhänge zu verstehen. Diese Fähigkeiten können ihnen dann beim Lernen einer weiteren Sprache helfen. Das Familienzentrum würde daher für ein Angebot, das die jeweiligen Erstsprachen von Kindern in Neustadt fördert, seine Räumlichkeiten zur Verfügung stellen. Die Integrationsguide kann bei der Koordination unterstützen. Gesucht sind also Ehrenamtliche, die das Angebot durchführen könnten.
Es wurde gelobt, dass die Krabbelgruppe für Kinder von 0-1 Jahre integrativ sei.
Im Gespräch zu dieser Anmerkung wurde klar, dass mit der Krabbelgruppe das Angebot „DROP INKLUSIVE“ gemeint ist – dienstags von 09:30 bis 11:30 Uhr im Familienzentrum. Hier treffen sich Eltern mit ihren Kleinkindern (bis 3 Jahre) zum Frühstück. Während die Kinder spielen oder essen, können sich die Eltern austauschen. Es ergeben sich immer wieder schöne Momente zwischen den Kindern und Erwachsenen.
Der Wunsch nach einem Bauernhofkindergarten wurde geäußert.
In Neustadt gibt es 4 Kindertagesstätten, davon sind 3 Kindergärten städtisch und ein Kindergarten ist unter kirchlicher Trägerschaft. Eine weitere städtische Kita befindet sich aktuell im Bau. Mit dem Waldkindergarten haben wir in Neustadt bereits einen Kindergarten mit einem besonderen naturpädagogischen Angebot. Die Kinder verbringen ihren Alltag überwiegend draußen, erleben die Jahreszeiten unmittelbar und können ihren Bewegungs- und Entdeckungsdrang in der Natur ausleben.
Es wurde angemerkt, dass der respektvolle Umgang von Lehrkräften verbesserungswürdig sei und das Konzept der Schule toll, die Organisation sei aber chaotisch. Außerdem wurde der Wunsch geäußert, dass mehr gegen Mobbing in der Schule unternommen werden sollte.
Die angesprochenen Themen, der respektvolle Umgang, die schulischen Abläufe und der Umgang mit Mobbing, sind wichtige Anliegen. Vom Familienzentrum ist geplant das Thema im Gespräch mit der Schulleitung aufzugreifen. Bei schweren Fällen können sich Eltern und Schülerinnen und Schüler auch an den Schutzmann vor Ort, Gunter Weber, 06692 8936, wenden.
Auch die städtische Kinder- und Jugendarbeit beschäftigt sich mit dem Thema Mobbing und der Frage, wie Kinder und Jugendliche bestmöglich unterstützt und geschützt werden können. Isabelle Korn und Tizian Nau sind dazu mit den Kindern im Gespräch.
Ergebnisse „Freizeit- und Kulturangebote“
Insgesamt äußerten sich viele Teilnehmende sehr positiv und drückten ihre Dankbarkeit für die städtischen Angebote im Freizeit- und Kulturbereich aus. Benannt wurden zum Beispiel die städtischen Bänke und die Angebote für Seniorinnen und Senioren.
Der Wunsch für die Innenstadt nach mehr Gastronomie und mehr Geschäften wurde mehrfach geäußert. Explizit benannt wurde der Wunsch nach einem Drogeriemarkt, einer Eisdiele und einem Café.
Eine attraktive Innenstadt ist ein wichtiger Treffpunkt und trägt auch zur Lebensqualität in einer Stadt bei. Kleinere Kommunen im ländlichen Raum, wie Neustadt, stehen bei der Ansiedlung und dem
Erhalt von Geschäften und Gastronomiebetrieben vor besonderen Herausforderungen. Die Kundschaft verteilt sich auf ein größeres Einzugsgebiet, die Nachfrage ist begrenzt und viele Menschen erledigen ihre Einkäufe zunehmend online oder nutzen die Angebote größerer Städte. Diese veränderten Konsum- und Freizeitgewohnheiten machen es dem örtlichen Einzelhandel und der Gastronomie nicht leicht, wirtschaftlich zu bestehen. Mit dem NeuSTADTLADEN hat die Stadt bereits eine innovative Idee umgesetzt, die dazu beiträgt, die Innenstadt lebendig zu halten. Auch ein Blick auf andere kleinere Kommunen kann inspirieren und zeigen, welche Konzepte sich andernorts bewährt haben und sich möglicherweise auf Neustadt übertragen lassen. Die Stadtverwaltung, das Familienzentrum und die Stadtpolitik sind offen für neue kreative Projekte – Menschen mit Ideen und Lust sich zu engagieren, können sich gerne melden.
Es wurde angeregt, dass die Kirchengemeinden und die Stadt Neustadt mit ihren Angeboten mehr miteinander kooperieren könnten.
Zwischen der Kommune und den Kirchengemeinden findet ein regelmäßiger Austausch statt. Beim Tag der Möglichkeiten haben Mitglieder der Neustädter Moscheegemeinde sich ehrenamtlich mit einem Essensstand beteiligt. Das Gesundheitsnetzwerk ist offen für weitere Anregungen und gemeinsame Aktivitäten.
Die Webpräsenz von Vereinen und der Überblick über die Angebote sei zu verbessern.
Die Öffentlichkeitsarbeit und die Präsentation ihrer Angebote liegen grundsätzlich in der Verantwortung der Vereine selbst. Wir nehmen die Rückmeldung zum Anlass, die Vereine nochmal auf die Neustadt- App und den dort integrierten Veranstaltungskalender aufmerksam zu machen. Hier können sowohl regelmäßige als auch einmalige Veranstaltungen eingetragen und einer breiten Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden.
Je mehr Bürgerinnen und Bürger die App nutzen, desto attraktiver wird sie auch für Veranstalter und Vereine. Deshalb an dieser Stelle auch die herzliche Einladung an alle: Nutzen Sie die Neustadt-App, informieren Sie sich über die Angebote vor Ort und tragen Sie dazu bei, die vielfältigen Aktivitäten in unserer Stadt sichtbarer zu machen!
Vereine senden Ihre Veranstaltungsinformationen zur Veröffentlichung im Veranstaltungskalender der APP bitte an Frau Schlick:
schlick@neustadt-hessen.de
Es wurde der Wunsch geäußert, dass Schwimmbad früher zu öffnen und darum gebeten, den Übergang zwischen der Schließung des Freibads und der Öffnung des Hallenbads nahtlos zu organisieren.
Wir verstehen beide Anliegen gut. Leider können diese Wünsche derzeit aufgrund begrenzter personeller und finanzieller Mittel nicht umgesetzt werden.
Im Park sollte eine Ruhe Oase belassen werden.
Der Bürgerpark bietet durch seine Größe und die weitläufigen, unbebauten Grünflächen bereits verschiedene Möglichkeiten zur Erholung und Ruhe. Auch die Spielplätze und die Boule-Bahn sind gut über das Gelände verteilt. Möglicherweise haben wir den Hinweis noch nicht ganz richtig verstanden. Das Anliegen darf gerne noch konkretisiert werden, damit wir besser nachvollziehen können, was Ihnen besonders wichtig ist.
Der Sportkurs von Mittwoch sollte im großen Raum des KuBüZ stattfinden, der Raum des Familienzentrums ist zu klein.
Grundsätzlich könnte der Sportkurs im KuBüZ stattfinden. Allerdings müsste der Kurs dann gelegentlich ausfallen, da der Raum bei Bedarf für größere Veranstaltungen zur Verfügung stehen muss.
Es wurde der Wunsch nach Rundwegen zum Spazierengehen, insbesondere für Ältere und nach kinderwagentauglichen Rundwegen geäußert. Außerdem wurde beschrieben, dass Rundwege nicht einfach irgendwo aufhören sollten.
Zu den Wanderwegen rund um die Stadt liegen im Einwohnermeldeamt Broschüren aus. Ein Rundweg, der einfach irgendwo aufhört ist uns nicht bekannt. Der Wanderverein Neustadt e.V. hat sich leider aufgelöst. Mängel können gerne beim Fachbereich Bauen, Planen und Umwelt der Stadtverwaltung gemeldet werden.
Der Wunsch nach einem Pflegestützpunkt wurde genannt.
Pflegestützpunktesind eine Anlauf stelle für Pflegebedürftige und deren Angehörige. Das Beratungsangebot wird vom Hessischen Ministerium für Familie, Senioren, Sport, Gesundheit und Pflege koordiniert und besteht in jedem Landkreis. Im Landkreis Marburg-Biedenkopf wird an drei Standorten Beratung geboten. Für Neustädterinnen und Neustädter am nächsten ist der Pflegestützpunkt in Stadtallendorf, Marktstraße 6. Mittwochs wird zwischen 10 und 12 Uhr eine offene Sprechstunde angeboten. Außerdem können Termine auch als Hausbesuche erfolgen.
Mit der kommunalen Leitstelle Älter werden und der Koordinatorin der Bürgerhilfe (WIR für UNS!) haben wir in Neustadt zwei ergänzende lokale Angebote, an die sich Pflegebedürftige, Angehörige und Interessierte gerne wenden können.
Leitstelle „Älter werden“:
• Ansprechpartnerin: Eva Hartmann
• Adresse: Querallee 13, 35279 Neustadt (Hessen)
• Telefon: 0160 / 4204247 bzw. 0172 / 4008139
• E-Mail: leitstelle-aelterwerden@neustadt-hessen.de
WIR für UNS! Bürgerverein Neustadt (Hessen) e.V.:
• Ansprechpartnerin: Christine Thomas, Dipl. Pflegewirtin
• Adresse: Querallee 13, 35279 Neustadt (Hessen)
• Telefon: 0152 0788 1714
• E-Mail: Koordinatorin@wir-fuer-uns-neustadt.de
Stadtverordnetenversammlung
Bericht über Möglichkeiten der Kinder- und Jugendbeteiligung vorgestellt
Am 26. Oktober 2026 fand unter der Leitung von Hans-Dieter Georgi (CDU-Fraktion) die fünfte Sitzung der Stadtverordnetenversammlung der Stadt Neustadt (Hessen) in der Legislaturperiode 2026-2031 im Kultur- und Bürgerzentrum statt.
Zu Beginn der Sitzung nahmen die Damen und Herren der Stadtverordnetenversammlung die Aufstellung des Jahresabschlusses 2025 durch die Finanzabteilung zur Kenntnis. Erstmals zeichnete hierfür Katharina Wacker verantwortlich.
Erfreulicherweise schloss der kommunale Ergebnishaushalt nicht, wie bei der Einbringung vor rund 12 Monaten prognostiziert, mit einem Defizit von 300.000 Euro ab, sondern wies vielmehr sogar einen Überschuss von 213.000 Euro auf.
Ein erfreuliches Ergebnis, welches Bürgermeister Thomas Groll auf eine sparsame Haushaltsführung, Verbesserungen bei der Gewerbesteuer und „sicher auch glückliche Zufälle“ zurückführt. Der Überschuss kommt der Rücklage zugute und wird dazu beitragen, ein erwartetes Minus für 2026 abzumildern.
Anke Stark (SPD-Fraktion) gehört für die Kommune neben Michael Dippel (CDU-Fraktion) der Vertreterversammlung des Müllabfuhrzweckverbandes Biedenkopf an. Sie berichtete über die konstituierende Sitzung. Michael Dippel wurde hier zum stellvertretenden Vorsitzenden der Verbandsversammlung gewählt. Stark wies auch darauf hin, dass der MZV ab sofort und bis auf weiteres Altkleider auf Aufforderung abhole, da der Markt zusammengebrochen sei.
Hans-Gerhard Gatzweiler, der Fraktionsvorsitzende der SPD, erkundigte sich, ob der Durchgang durch die Bahnbrücke Gleimenhainer Straße aufgrund der Bauarbeiten der Deutschen Bahn nun für Fußgänger doch nicht mehr nutzbar sei. Bürgermeister Thomas Groll erkundigte sich hier am folgenden Tag und bekam von der DB mitgeteilt, dass ab sofort auch für Fußgänger Umleitungsstrecken gelten würden. Die Bahn habe inzwischen die Möglichkeiten illegal über die Gleise zu gehen mit Bauzäunen eingeschränkt und außerdem wünsche die bauausführende Firma auch aus Sicherheitsgründen keine Fußgänger im Baufeld.
Gatzweiler erkundigte sich weiterhin danach, warum die Ampelanlage in der Hindenburgstraße aufgebaut worden sei und was passiere, wenn die Autobahn wieder einmal aufgrund eines Unfalls gesperrt werde, sich deshalb der Verkehr durch die Neustädter Innenstadt bewege und für Mega-Staus innerorts sorge. Bürgermeister Thomas Groll führte dazu aus, dass die Ampel von der Straßenverkehrsbehörde des Landkreises angeordnet worden sei. Diese sei für sämtliche Umleitungen/Sperrungen im Zusammenhang mit den Bauarbeiten an der Eisenbahnbrücke zuständig. Die Ampel sei deshalb aufgestellt worden, damit Lkws und Busse ohne Schwierigkeiten von der Nellenburgstraße in die Hindenburgstraße bzw. umgekehrt einbiegen könnten und es dabei zu keinen Gefährdungen der Fußgänger komme. Im Hinblick auf mögliche Sperrungen der Autobahn werde er den Kontakt zu den übergeordneten Straßenverkehrsbehörden suchen. Er teile die Besorgnis, dass bei einer längeren Sperrung der A 49 Neustadt ansonsten im Verkehr „ersticke“.
Anke Stark hatte für die SPD-Fraktion eine Große Anfrage zur Prüfung möglicher Flächenentsiegelungen zugunsten von mehr Grün-, Frei- und Wasserflächen eingereicht. Diese wurde vom Bürgermeister beantwortet.
In 2027, so Thomas Groll, würden mit Hilfe des Bundesprogrammes „Anpassung urbaner Räume an den Klimawandel“ beim Projekt „Grüner Kilometer“ die Neugestaltung/Entsiegelung der Parkplätze beim Kultur- und Bürgerzentrum und dem Friedhof in der Kernstadt sowie die Neugestaltung/Entsiegelung des Schulhofes der „Waldschule“ umgesetzt. Weiter sind das Anpflanzen von Bäumen auf dem Friedhof in Neustadt und Nachpflanzungen in der „Allee“ vorgesehen. Die Kosten hierfür würden sich nach
Schätzungen des Planungsbüros auf rund 1,34 Millionen Euro belaufen. Die Kommune erhalte eine Fördersumme von 1,14 Millionen Euro und müsse „lediglich“ 200.00 Euro als Eigenanteil aufbringen.
Vor kurzem wurde – auch im Hinblick auf Entsiegelung – ein weiterer Teil der Wiera im Bürgerpark renaturiert und ein „Himmelsteich“ geschaffen. Dieser werde nun auf natürliche Weise mit Wasser gespeist und inzwischen gerne von den Enten im Park angenommen. Der Himmelsteich sei auch ein zusätzlicher Beitrag zum Hochwasserschutz.
Die Maßnahmen des „Grünen Kilometers“ gehen dem Bürgermeister insgesamt zu langsam vorwärts. Er teilt diesbezüglich die Auffassung von Anke Stark. Dies liege allerdings nicht an der Kommune. Er verwies vielmehr darauf, dass umfangreiche Abstimmungsmaßnahmen mit dem Planungsbüro, dem Fördergeber und dem Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung im Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung, dem Projektträger Jülich und der Oberfinanzdirektion Frankfurt/Main notwendig seien. „Dieser Formalismus macht solche Programme zunehmend unattraktiver“, so Thomas Groll.
Anke Stark hatte ebenfalls nach zukünftigen Entsiegelungsmaßnahmen gefragt. Hier nannte der Bürgermeister als Möglichkeiten die Parkplätze am Waldstadion und beim Freibad. Er vertrat aber zugleich die Auffassung, dass beide Flächen noch in einem guten Zustand seien, sodass er gegenwärtig eine Entsiegelung nicht für zielgerichtet ansehe. „Dies würde man in der Öffentlichkeit nicht verstehen“, so Groll.
Hans-Gerhard Gatzweiler fragte im Verlauf nach, ob es denn nicht kleinere Flächen in der Kommune gebe, die entsiegelt werden könnten. Dem Bürgermeister fiel hier aktuell aber nichts ein. Er bat daher um Vorschläge.
Im Hinblick auf zukünftige kommunale Projekte sollen die gesetzlichen Vorgaben eingehalten und die Flächenversiegelung auf ein Minimum begrenzt werden. Gefragt wurde auch, ob die Eigentümer von Grundstücken dem Zweckverband Mittelhessische Abwasserwerke bauliche Veränderungen melden würden, die sich dann auf die Niederschlagsgebühren auswirken würden. Hier antwortete der ZMA, dass im Schnitt rund 180 Grundstückseigentümer jedes Jahr Veränderungen melden würden im Verbandsgebiet, das Neustadt, Gladenbach, Wetter, Rauschenberg, Münchhausen, Fronhausen und Lahntal umfasst. Hans-Gerhard Gatzweiler hielt diese Zahl für zu gering.
Die Stadtverordnetenversammlung beschloss weiterhin folgende Vorlagen einstimmig:
• Satzung über die Benutzung der Feld- und Waldwege der Stadt Neustadt (Hessen) / Feldwegesatzung
• Endgültige Einziehung eines Wirtschaftsweges in Momberg, Bereich „Der Hinterberg“
• Endgültige Einziehung eines Weges im Bereich der Gemarkung Mengsberg
• Endgültige Einziehung eines Wirtschaftsweges in der Gemarkung Momberg „Im Momberger Feld“
• Die Neufassung der kommunalen Feuerwehrsatzung
• Die Besetzung der Integrationskommission
• Den Aufbau einer Steuerungsstruktur beim Städtebauförderungsprogramm „Wachstum und nachhaltige Erneuerung“
• Die Einführung eines Tax Compliance Managements Systems (Regeln für den Umgang mit von der Kommune abzugebender Steuererklärungen) Zum Ende der Sitzung erfolgte der Bericht von Jannis Gerling, Geschäftsführer des Vereines Junge Entwicklung Fördern (JEF) e.V. aus Cölbe, dieser hatte im Auftrag der Stadt Neustadt (Hessen) einen Bericht zu einer etwaigen Kinder- und Jugendbeteiligung in der Kommune erarbeitet. Der Vortrag war im Fachausschuss ausgefallen und wurde nun nachgeholt.
Auf Vorschlag der SPD-Fraktion hatte die Stadtverordnetenversammlung 2025 die Erstellung eines Berichts über Perspektiven für eine zukünftige Kinder- und Jugendbeteiligung in Neustadt beschlossen.
Hierzu wurde von JEF in den Jahren 2025/2026 eine Erhebung durchgeführt, die in den Bericht einfloss.
Es gab zunächst mehrere Gespräche mit den damaligen Jugendpflegern des bsj. Weiterhin wurden Holztafeln in Neustadt und in den Stadtteilen an jugendrelevanten Orten aufgestellt, in der Hoffnung, dass Jugendliche hier Wünsche, Vorstellungen oder Kritik äußern würden.
Weiterhin fand ein Walk-/In-Workshop im Freibad statt. Hieran nahmen 14 Jugendliche teil. Zudem gab es eine Onlineumfrage mit 26 eingegangenen und 23 verwertbaren Antworten.
Im Herbst 2025 fand ein Bau-Workshop beim Jugendraum statt. 13 Jugendliche im Alter von 11 bis 21 Jahren errichteten dort eine Bank.
2026 gab es dann zunächst ein Treffen mit den neuen Stadtjugendpflegern, die bei der Kommune beschäftigt und im Familienzentrum angegliedert sind.
In Anbetracht der Tatsache, dass die Schule für Jugendliche in Neustadt einen besonderen Stellenwert einnimmt, gab es vertiefende Gespräche mit der Schulsozialarbeit, der Schulleitung und der Vertretung der Schülerinnen und Schüler.
Im August 2026 fand die Durchführung einer quantitativen Befragung an der Martin-von-Tours-Schule mit 128 Teilnehmenden statt. Der Fragebogen wurde in einer Lehrerkonferenz vorgestellt und anschließend in den Klassenlehrerstunden ausgefüllt. Dazu gab es noch elf ergänzende Kurzinterviews mit Schülerinnen und Schülern der Klassen 5 bis 10.
Jannis Gerling hob hervor, dass in vielen Gesprächen und in der Analyse des Sozialraumes immer wieder deutlich wurde, dass die Neustädter Schule eine besondere Funktion in der Lebenswelt der Kinder und Jugendlichen habe. Dies, so Gerling, möge selbstverständlich klingen, in Neustadt kämen jedoch Merkmale zusammen, die so nach seiner Auffassung in keiner anderen Kommune des Landkreises anzutreffen seien: Die Martin-von-Tours-Schule ist die einzige weiterführende Schule in der Kommune und bietet als integrierte Gesamtschule jedes Bildungsangebot bis zur Klasse 10 an. Das Schulgelände ist nicht umzäunt und dient ganztägig als Aufenthaltsort für Kinder und Jugendliche. Der Stadtteil Neustadt ist im Verhältnis zur Gesamtstadt sehr groß, anders als bei anderen Schulstandorten. Die Schule liegt inmitten der Kommune umgeben von jugendrelevanten Orten wie Getränkemarkt, Sporthalle, Fußballplatz, Freibad und Jugendraum.
Als Ergebnisse der Bedarfserhebung nannte er: zu wenig Freizeitangebote, zu wenig Veranstaltungen für Jugendliche, fehlende Treffpunkte, fehlende Sportmöglichkeiten, Verschmutzung und Zustand einzelner öffentlicher Orte, Unsicherheitsgefühl insbesondere am Abend und in der Nacht.
Von besonderer Bedeutung für die Zukunft sei die Bereitschaft der Kinder und Jugendlichen, sich zu beteiligen. Hier waren die Ergebnisse allerdings etwas ernüchternd und entsprechen denen der bundesweiten Shell-Studie. Rund 40 Prozent der Jugendlichen können sich grundsätzlich vorstellen, sich selbst für Kinder und Jugendliche in der Kommune einzusetzen. Eine dauerhafte Mitarbeit können sich allerdings deutlich weniger vorstellen. Daher, so der Rat des „Experten“, müsse eine Beteiligung zeitlich flexibel und verständlich sein. Er warb auch dafür, Beteiligung erst ein-
mal zu erlernen. Jannis Gerling hält es für erforderlich, dass dies professionell geschieht.
Er rät zunächst zu einem Workshop, damit Interessierten Fortbildungsangebote und Zugänge zu weiteren Beteiligungsmöglichkeiten dargestellt werden können. Denkbar sind im späteren Verlauf eine offene Beteiligung, projektbezogene Beteiligung, digitale Beteiligung oder eine feste Kinder- und Jugendvertretung. Von dieser riet er allerdings zugleich wieder ab. Für Erwachsene geschaffene verfasste Strukturen seien auf Kinder nicht so einfach übertragbar.
Wichtig ist für Gerling eine verlässliche erwachsene Ansprechperson mit einem ausreichenden Stundenumfang, um Beteiligung zu erreichen.
Über die Ausführungen des Referenten wurde eifrig diskutiert.
Karsten Gehmlich (FWG-Fraktion) beklagte, dass Jugendliche in den Vereinen oder Kinder und Jugendliche die auswärtige Schulen besuchten, nicht in die Erhebung einbezogen worden seien. Hier vertrat Bürgermeister Thomas Groll im weiteren Verlauf – unterstützt von Hans-Gerhard Gatzweiler – die Auffassung, dass dies sicher nicht zu einer signifikanten Veränderung in der Meinungsbildung geführt hätte. Gerade Kinder und Jugendliche die in Vereinen aktiv seien bzw. auswärts weiterführende Schulen besuchten, würden sicherlich kaum über freie Zeitkontingente für weitere Betätigungen verfügen.
Sebastian Sack der über jahrzehntelange Erfahrung in der Jugendarbeit, insbesondere der Feuerwehr verfügt, warb dafür Vereinsstrukturen verstärkt in die Betrachtung einzubeziehen.
Sicher wird die Studie jetzt in den Fraktionen bewertet werden. Auch die Stadtjugendpflege wird sich damit befassen. Hier sieht der Bürgermeister den weiteren Prozess verortet. Eine zusätzliche Stelle kann er sich nicht vorstellen.

