Neustädter Mitteilungsblatt

Volkstrauertag 2020 – ein Nachtrag

Bekanntermaßen fielen am diesjährigen Volkstrauertag die traditionellen Gedenkveranstaltungen Corona-bedingt in der Kernstadt und in den Stadtteilen Mengsberg, Momberg und Speckswinkel aus. Gleichwohl gedachten Vertreter der Kommune an den Ehrenmalen der Toten. Bürgermeister Thomas Groll, Erster Stadtrat Wolfram Ellenberg und die Ortsvorsteher Karlheinz Kurz, Jörg Grasse und Karl Stehl legten dort stellvertretend für die Bürgerschaft Blumengebinde nieder.
Alljährlich nimmt in der Kernstadt eine Abordnung der Patenkompanie der Stadt Neustadt (Hessen), der 4. Kompanie des 7. Versorgungsbataillons aus Stadtallendorf, an der Gedenkveranstaltung teil. Auch die Soldaten sahen es als selbstverständlich an, zu Wochenbeginn noch einen Kranz zum Gedenken an die Opfer der Kriege und Gewaltherrschaft niederzulegen. Dabei wurde der „Spieß“ der Kompanie, Oberstabsfeldwebel Kai Hartung, von Bürgermeister Thomas Groll und Ersten Stadtrat Wolfram Ellenberg begleitet. Gemeinsam äußerte man dabei die Hoffnung, dass im kommenden Jahr der Volkstrauertag wieder in gewohnter Form stattfinden könne.

Informationen zum Weiterbau der A49

Mitte November fand eine gemeinsame Sitzung des Magistrates der Stadt Neustadt (Hessen) mit den Fraktionsvorsitzenden von CDU, SPD und FWG sowie den Ortsvorstehern im Momberger Dorfgemeinschaftshaus statt.
Als Gäste konnte Bürgermeister Thomas Groll Dipl.-Ing. Jürgen Driebe, den Geschäftsführer der A49-Autobahn AG und die Oberbauleiter Dipl.-Ing. Bernhard Diesmann und Andreas Reuß (beide Firma STRABAG) begrüßen.
Diese berichteten ausführlich über den Weiterbau der Bundesautobahn A49. Die STRABAG ist zukünftig für eine Gesamtlänge von
61,8 km im Rahmen eines PPP-Modells (Private-Public-Partnership) verantwortlich. Hierbei handelt es sich zum einen um den Streckenabschnitt Fritzlar bis zum derzeitigen Autobahnende in Neuental, welcher von dem Unternehmen betreut und unterhalten wird sowie zum anderen um den Neubau bis nach Mücke zum künftigen „Ohm- tal-Dreieck“ (Anschlussstelle A5). „Neustädter Mitteilungsblatt“ weiterlesen

Neustädter Mitteilungsblatt

Wichtige Themen – Initiative ging von der SPD aus

Liebe Wählerinnen und Wähler,
heute möchten wir unsere kleine Serie über wesentliche Initiativen der SPD fortsetzen.
Vor der letzten Kommunalwahl hatte die SPD zum Thema „Wiederkehrende Straßenbeiträge – eine Alternative für Neustadt?“
eingeladen.
Die Erneuerung von Straßen kostete viel Geld, davon trugen die jeweiligen Anlieger den größten Teil, meist rund 2/3 der Kosten. Je nach Grundstücksgröße und Anzahl der Geschosse kamen dabei leicht Beträge von über 10.000 Euro zu Stande, aber auch 30.000 Euro oder mehr waren im Bereich des Möglichen. Nur wenigen Hausbesitzern fällt es leicht, solche Beträge aufzubringen, viele haben große Schwierigkeiten, dies zu bezahlen. Meist sind davon Altere betroffen, in jungen Jahren haben sie für die Erschließung der Straße bezahlt im Alter muss die Straße saniert werden.
Seit 2013 gab es auch in Hessen die Möglichkeit, wiederkehrende Straßenbeiträge zu erheben und so die Kosten auf viele Schultern zu verteilen. In 2015 fragten wir uns deshalb:
• Ist dies auch für Neustadt ein gangbarer Weg?
• Wie werden die Kosten berechnet, was muss ich bezahlen und welche Vorteile habe ich davon?
• Ich habe vor einigen Jahren schon einen großen Betrag für meine Straße bezahlt, stimmt es, dass ich nun 25 Jahre befreit bin?
• Zahle ich als Gewerbetreibender dieselben Beträge wie ein anderer Hausbesitzer?
• Kommt da nicht unwahrscheinlich viel Arbeit auf die Kommune zu, lohnt sich dies denn dann?
Wird luden damals den Landtagsabgeordneten Torsten Warnecke ein, dieser erläuterte die Vor- und Nachteile dieser neuen rechtlichen Möglichkeit.
Die CDU und der Bürgermeister verfolgten unsere Idee anfangs mit großer Skepsis.
Doch wir hatten erreicht, dass man sich näher mit dem Thema beschäftigte. Hier kam uns der Neustädter Politikstil in den Ausschüssen und dem Parlament zugute, denn wir vereinbarten einvernehmlich, dass wir weitere Experten einladen, die uns Input zu dieser Themenstellung geben können. Von Veranstaltung zu Veranstaltung wurde auch den anderen Fraktionen deutlich, dass die Wiederkehrenden Straßenbeiträge mehr Vorteile als Nachteile haben.
Anfang 2019 wurden dann die Wiederkehrenden Straßenbeiträge im Stadtparlament beschlossen. Die CDU-Fraktion und der Bürgermeister stellten sich hinter die SPD-Idee. Nicht so eindeutig war das Verhalten der FWG.
„Wir hätten gerne auf die Straßenbeiträge verzichtet und haben immer wieder gehofft, dass das Land einen Ausgleich für die Beitragsausfälle beschließt, wie auf Landesebene von der SPD gefordert. Die CDU und Grünen lehnten dies aber ab“, hob der Fraktionsvorsitzende Hans-Gerhard Gatzweiler hervor.
Würde man in Neustadt auf die Straßenbeiträge verzichten, fehlten bis 2030 im städtischen Haushalt ca. 3,5 Millionen Euro.
Der SPD war bei den Diskussionen immer bewusst, dass es keine Lösung ohne Nachteile gibt. Die jährlichen Belastungen für die Grundstücksbesitzer sind jetzt aber überschaubar und für jeden tragbar.
Es ist ein sehr solidarisches System.
Die Initiative für die Wiederkehrenden Straßenbeiträge ging eindeutig von der SPD aus.

Ziel des CDU-Stadtverbands: Kommunalpolitik für alle

Neustadts Christdemokraten stellen Kandidatenliste für die Wahl im März 2021 auf
Neustadt. Trotz der anhaltenden Corona-Pandemie gilt es, die Vorbereitungen für die Kommunalwahl am 14. März 2021 Schritt für Schritt voranzutreiben. Kürzlich trafen sich daher Mitglieder des CDU-Stadtverbandes Neustadt unter Einhaltung eines Hygiene-Konzeptes im Speckswinkeler „Zollhof“, um die Kandidatenliste für den Urnengang im kommenden Jahr zu verabschieden.
Auf dem Wahlvorschlag sind neben Mitgliedern der Christdemokraten auch zahlreiche parteiunabhängige Bewerberinnen und Bewerber aufgeführt. Gemeinsam haben sie das Ziel, Neustadt, Mengsberg, Momberg und Speckswinkel gemeinsam mit Bürgermeister Thomas Groll weiter voranzubringen. „Für uns spielt das Parteibuch bei der Politik vor Ort keine Rolle, sondern Kompetenz und Engagement. Daher sprechen wir diesmal auch bewusst von CDU und parteiunabhängigen Bürgerinnen und Bürgern“, so Stadtverbandsvorsitzender Franz-W. Michels bei der Versammlung.
Bewerber sollen frischen Wind bringen
Neben erfahrenen Bewerbern, die sich zum Teil seit Jahrzehnten kommunalpolitisch für ihre Heimatstadt engagieren, konnten zahlreiche neue Kandidatinnen und Kandidaten für eine aktive Mitarbeit in der Kommunalpolitik gewonnen werden. Erfreulich sei, dass drei Frauen und drei Bewerber „bis 30 Jahren“ auf der Liste vertreten sind. Es kandidieren zahlreiche Mütter und Väter mit Kindern in Kindergarten und Schule. Diese würden zukünftig in besonderer Weise die Interessen der Familien und der jüngeren Generation in der Stadtverordnetenversammlung einbringen. „Ziel des CDU-Stadtverbands: Kommunalpolitik für alle“ weiterlesen

Infizierte bleiben streng isoliert

Behörden sehen durch Corona-Ausbruch in Erstaufnahme kein höheres Risiko für Neustädter
Von Michael Rinde
Neustadt. Aktuell sind, Stand Freitag, 174 Bewohner und Mitarbeiter der Erstaufnahmeeinrichtung in Neustadt mit dem Coronavirus infiziert (die OP berichtete). Noch immer stehen Ergebnisse der ersten Reihentestung aus. Nach Angaben des Regierungspräsidiums (RP) Gießen warten aktuell noch 150 Bewohner auf ihr Testergebnis. Alle Infizierten sind isoliert, alle Kontaktpersonen befinden sich in Quarantäne, betonen Regierungspräsidium und Gesundheitsbehörde gegenüber der OP.
Doch in Neustadt gibt es zumindest vereinzelt Sorgen, wie die OP auch von Anrufern gestern erfuhr. „Muss ich Angst davor haben, in die Stadt zu gehen?“, fragt ein Neustädter. Die Antwort von Kreissprecher Stephan Schienbein fällt klar aus: „Nein! Die Gefahr, sich bei einer heimlichen Feier im Keller des Nachbarn zu infizieren, ist ungleich größer als beim Einkaufen in Neustadt, immer vorausgesetzt, man hält alle Regeln ein.“
Auch Bürgermeister Thomas Groll sieht aktuell keinen Anlass zu großer Sorge. Er steht im Kontakt mit der Leiterin des Gesundheitsamts und auch mit Regierungspräsident Christoph Ullrich. Der Hotspot sei lokalisiert, es gebe keine Gefahr für die Kommune und ihre Bewohner. Nach wie vor sind alle Infizierten isoliert. Sie zeigten keine bis leichte Symptome, erläutert Thorsten Haas, stellvertretender Sprecher des Regierungspräsidiums. Nach wie vor gelten strenge Regeln. Auf Anordnung des Gesundheitsamtes dürfen nur noch Personen das Gelände der Erstaufnahme verlassen, die „nachweislich eine Corona-Infektion überstanden haben – die also bereits aus der Absonderung entlassen wurden und nicht mehr infektiös sind“, so das Regierungspräsidium. Auch Personen, die in den vergangenen 14 Tagen nachweislich keinen engen Kontakt zu einem Infizierten oder einer Person hatten, deren Testergebnis noch aussteht, dürften die Einrichtung nur verlassen, wenn ein eigenes negatives Testergebnis vorliege, erklärt der RP-Sprecher.
Auch die Essensausgabe wurde verändert. Die Bewohner essen allesamt auf ihren jeweiligen Zimmern, die Mahlzeiten werden einzeln ausgegeben. „Infizierte bleiben streng isoliert“ weiterlesen

Eine Anlaufstelle mitten in Momberg

Förderbescheid für geplantes „Multifunktionales Zentrum“ im ehemaligen Kindergarten
Von Stefan Dietrich
Momberg. Es soll eine Begegnungsstätte in der Dorfmitte werden, eine Anlaufstelle für alle, die sie nutzen wollen: Das geplante „Multifunktionale Zentrum“ im alten Kindergarten Momberg. Für den Umbau des Gebäudes, das mit dem angrenzenden Dorfgemeinschaftshaus eine Einheit bilden soll, rechnet die Stadt Neustadt mit Kosten von 620 000 Euro. Einen großen Teil davon bekommt sie nun aus Fördermitteln des hessischen Dorfentwicklungsprogramms. Landrätin Kirsten Fründt übergab am Mittwoch einen Förderbescheid in Höhe von 454 269 Euro. „Das ist auch eine Wertschätzung eurer Arbeit“, lobte die Landrätin die Momberger. „Das ist ein nachhaltiges, gutes Projekt, weil es die Bedarfe aus der Bürgerschaft abbildet.“

„Im alten Kindergarten-Gebäude wollen wir zum Beispiel die Rentenberatung unterbringen, einen Raum für Physiotherapie, aber auch Möglichkeiten für Nachhilfe und Musikunterricht“, beschrieb Ortsvorsteher Jörg Grasse das Projekt, das er in einer Steuerungsgruppe gemeinsam mit Stephani Schmitt, Anke Stark und Timo Stark vorangebracht hatte. Auch ein Dorf-Café und ein Repair-Café, die bereits 2019 erfolgreich stattfanden, sollen künftig Bürgerinnen und Bürger in dem Multifunktionalen Zentrum zusammenbringen. „Eine Anlaufstelle mitten in Momberg“ weiterlesen

Neustädter Mitteilungsblatt

Gemeinsame Pressemitteilung des Landkreises Marburg-Biedenkopf und der Stadt Neustadt (Hessen)
Betroffene Bewohner sind isoliert untergebracht

In der Neustädter Einrichtung gelten strenge Ausgangsregeln / Gut die Hälfte der Testergebnisse liegt vor / Gemeinsames Ziel: Infektionsgeschehen unterbrechen und beschränken Marburg-Biedenkopf/Neustadt. Nach der Reihentestung der Bewohnerinnen und Bewohner der Hessischen Erstaufnahmeeinrichtung (HEAE) in Neustadt liegt bereits rund die Hälfte der Testergebnisse vor: Demnach wurde bis jetzt bei 116 Bewohnern der Einrichtung das Corona-Virus nachgewiesen. 159 Testergebnisse waren negativ. 32 Bewohner gelten als genesen. Mit strengen Quarantänemaßnahmen und Ausgangsregelungen kontrollieren Gesundheitsamt und Regierungspräsidium (RP) das Ausbruchsgeschehen in der Einrichtung.
Nachdem in der vergangenen Woche mehrere Bewohnerinnen und Bewohner der HEAE positiv auf den COVID-19-Erreger getestet worden waren, erfolgte in enger Abstimmung zwischen dem Gesundheitsamt des Landkreises Marburg-Biedenkopf und dem RP Gießen eine Reihentestung. Am Donnerstag und Freitag haben sich alle 600 Bewohnerinnen und Bewohner den Tests unterzogen. „Unser gemeinsames Ziel ist es, das Ausbruchsgeschehen innerhalb der Einrichtung zu unterbrechen und auf die Einrichtung beschränken“, betonen Landrätin Kirsten Fründt und Neustadts Bürgermeister Thomas Groll.
„Wir nehmen die Situation in Neustadt sehr ernst und stehen in engem Austausch mit den Verantwortlichen des RP und auch mit der Stadt Neustadt. Die Zusammenarbeit mit dem medizinischen Dienst in der Einrichtung verläuft ebenfalls sehr gut“, unterstrich Dr. Birgit Wollenberg, die Leiterin des Gesundheitsamtes. Derzeit gebe es zudem keine Hinweise darauf, dass es in Neustadt außerhalb der HEAE zu einem signifikanten Anstieg der Infektionszahlen gekommen sei. „Dort, wo die einschlägigen Abstands- und Hygieneregeln eingehalten werden, ist das Ansteckungsrisiko gering“, sagte die Amtsärztin.
Alle von einem positiven Test Betroffenen und alle Kontaktpersonen sind in zwei Gebäuden isoliert untergebracht. Außenkontakte der Bewohnerinnen und Bewohner unterliegen strengen Auflagen. Für die Einhaltung der Quarantäneanordnungen und die Erfüllung der weiteren Auflagen sorgt das RP Gießen. Das Gesundheitsamt überwacht die Einhaltung der Auflagen. „Neustädter Mitteilungsblatt“ weiterlesen

Weihnachtsmarkt kommt hinter Glas

Stadt Neustadt gibt heimischen Künstlern die Möglichkeit, ihre Werke im Rathaus-Foyer zu zeigen
Von Florian Lerchbacher
Neustadt. Weihnachtsmärkte und Adventsbasare fallen, wie so viele Veranstaltungen auch, der Corona-Pandemie zum Opfer. Das gilt auch für die Junker-Hansen-Stadt. „Der Neustädter Advent: abgesagt. Der traditionelle Basar von St. Maria: abgesagt. Doch eins ist klar: Die besinnliche Zeit steht vor der Tür und Weihnachten wird kommen – daran kann auch Corona nichts ändern.“ Für Neustadts Bürgermeister Thomas Groll ist klar: Die Menschen, die angehalten sind, zuhause zu bleiben, werden sich ihr HEeim trotzdem weihnachtlich gestalten wollen – vielleicht sogar mehr als in den vergangenen Jahren. Dazu gehört neben der passenden Stimmung auch eine angemessene Dekoration, die es sonst eben auf den lokalen Märkten und Basaren gibt. Ebenso wie hübsche handgemachte Geschenke.

Große Vitrine im Foyer

Daher machten sich Bürgermeister Thomas Groll und Rathaus-Mitarbeiterin Sonja Stark Gedanken darüber, wie sie ihren Mitbürgern aushelfen können. Grundlage ihrer Überlegung: Genügend Künstler, die mit ihren Handarbeiten die Menschen erfreuen, gibt es im Stadtgebiet. Stellte sich nur noch die Frage, wie sie den Neustädtern die Möglichkeit geben, sich über die Produkte zu informieren. So entstand die Idee, die große Vitrine im Foyer des Rathauses umzugestalten. Normalerweise dürfen dort die kleinen Künstler aus den heimischen Kindertagesstätten ihre Bilder und Basteleien der Öffentlichkeit präsentieren. Nun sind eben die großen Künstler des Stadtgebietes an der Reihe. „Weihnachtsmarkt kommt hinter Glas“ weiterlesen

116 Corona-Fälle in Erstaufnahme

Infizierte Bewohner in Neustadt sind isoliert / Rund 300 Testergebnisse stehen noch aus
Neustadt. Nach der Reihentestung der Bewohner der Hessischen Erstaufnahmeeinrichtung (HEAE) in Neustadt liegt mittlerweile rund die Hälfte der Testergebnisse vor: Demnach wurden bei 116 Bewohnern der Einrichtung das Corona-Virus nachgewiesen, wie der Landkreis Marburg-Biedenkopf und die Stadt Neustadt in einer gemeinsamen Presseerklärung mitteilen. 159 Testergebnisse waren negativ. 32 Bewohner gelten als genesen. Mit strengen Quarantänemaßnahmen und Ausgangsregelungen kontrollieren Gesundheitsamt und Regierungspräsidium (RP) das Ausbruchsgeschehen in der Einrichtung, heißt es.

Nachdem in der vergangenen Woche mehrere Bewohner der HEAE positiv auf das Corona-Virus getestet worden waren, wurden am Donnerstag und Freitag alle 600 Bewohner Tests unterzogen. „Unser gemeinsames Ziel ist es, das Ausbruchsgeschehen innerhalb der Einrichtung zu unterbrechen und auf die Einrichtung beschränken“, betonen Landrätin Kirsten Fründt und Neustadts Bürgermeister Thomas Groll. „116 Corona-Fälle in Erstaufnahme“ weiterlesen

Erstaufnahme: Alle Bewohner werden getestet

Neustadt. Nachdem mehrere Bewohnerinnen und Bewohner der Erstaufnahmeeinrichtung des Landes Hessen in Neustadt positiv auf das Coronavirus getestet wurden, soll in Abstimmung zwischen dem Gesundheitsamt des Landkreises Marburg-Biedenkopf und dem Regierungspräsidium Gießen eine erneute Reihentestung durchgeführt werden. Dies teilten beide Behörden in einer Pressemitteilung mit.

„Die bereits im August durchgeführte Reihentestung hat uns wichtige Erkenntnisse zum Infektionsgeschehen in der Einrichtung gebracht, sodass wir daraus geeignete Maßnahmen herleiten konnten, um weitere Infektionen zu vermeiden“, erläutert der für die Flüchtlingsunterbringung im Regierungspräsidium Gießen zuständige Abteilungsleiter Manfred Becker.

Corona: 18 der 600 Bewohner sind infiziert

Da mittlerweile 18 der 600 Bewohner an Covid-19 erkrankt seien, sollen durch die vom Gesundheitsamt initiierte Reihentestung mögliche Infektionsquellen lokalisiert werden.

Die bisher Betroffenen zeigen lediglich leichte Symptome. Diese sowie deren Kontaktpersonen wurden nach RP-Angaben umgehend isoliert untergebracht beziehungsweise befinden sich in Quarantäne.

Ab heute sollen alle Bewohner sowie die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Erstaufnahmeeinrichtung Neustadt auf eine Infektion mit dem Corona-Erreger getestet werden. Die Testergebnisse werden in etwa drei bis vier Tagen erwartet. Die Einrichtung bleibt bis auf Weiteres für Neuaufnahmen und Zuweisungen an die Kommunen gesperrt.

Neustädter Mitteilungsblatt

„Weihnachtsmarkt hinter Glas“ Rathausvitrine hält Geschenkideen bereit

Leider beeinflusst das Corona-Virus derzeit stark unser Leben. Basare und Märkte fallen aus. Bastler und Hobby-Handwerker haben keine Möglichkeit, ihre Erzeugnisse zu präsentieren. Für viele bot beispielsweise der „Neustädter Advent“ die willkommene Möglichkeit, ein kleines Präsent für Nikolaus oder Weihnachten zu erwerben. Die Stadt Neustadt (Hessen), so Bürgermeister Thomas Groll, möchte hier – natürlich unter Beachtung der Hygieneregeln – ein wenig für Abhilfe sorgen und stellt die Rathausvitrine für den „Weihnachtsmarkt hinter Glas“ zur Präsentation von Geschenkideen bereit.

Zunächst im Hinblick auf Weihnachten, aber auch gerne im kommenden Jahr für weitere Angebote.

Eliane Ripken, Eva-Maria Decher, Rolf-Dieter Reuscher, Andreas Dippel und Andreas Matz haben dort derzeit viele tolle Sachen ausgestellt. Schmuck, Holzkugelschreiber oder weihnachtliche Holzarbeiten sind dort zu finden und warten auf Käufer.

Kunden des Rathauses können darauf ebenso einen Blick werfen wie Interessierte. Da die Rathaustüre wegen der Pandemie aktuell verschlossen ist, empfiehlt sich ein Anruf bei Sonja Stark (89-22, von 8.30 – 12.30 Uhr) dann kann ein Termin vereinbart werden.

Die Ausstellung wird bis zum 8.1.2021 zur Verfügung stehen.

Wer ebenfalls Lust hat „Selbstgemachtes“ im Rathaus auszustellen, kann sich diesbezüglich auch an Frau Stark wenden.

Zum Gedenken an die Pogromnacht in Roth am 8. November 1938 und die Zwangsumsiedlung der Neustädter Juden nach Roth und Fronhausen im Mai 1941

Am 8. November ist es bereits 82 Jahre her, dass das Innere der Synagoge in Roth der vollkommenen Zerstörung fanatischer Nationalsozialisten zum Opfer fiel. Nur ein Jahr ist es her, dass ein rechtsextremer Attentäter versuchte, ein Massaker in der Synagoge in Halle anzurichten, und erst wenige Wochen, dass ein jüdischer Student in Hamburg auf dem Weg zur Synagoge mit einem Spaten angegriffen und dabei schwer verletzt wurde. Dieses sind nur die Spitzen von Eisbergen, wir müssen nicht weit schauen, so finden wir antisemitische Handlungen und Verlautbarungen auch in unserer näheren Umgebung.

So hätten wir auch dieses Jahr allen Grund, uns in der Synagoge in Roth zu versammeln, um an die menschenverachtenden Taten zu erinnern, die mit Gebäudeschändungen und Diskriminierungen begannen und in den Konzentrationslagern endeten. Der Arbeitskreis Landsynagoge Roth plante vorsorglich, das Gedenken an der frischen Luft, mit Abstand zu veranstalten, doch haben wir aufgrund der in die Höhe schnellenden Infektionszahlen davon Abstand genommen.

Wie in jedem Jahr hatten wir auch dieses Mal ein schicksalhaftes Geschehen ausgewählt, um dieses exemplarisch in den Mittelpunkt des Gedenkens zu stellen. An dieser Stelle sei hieran erinnert. Mit der Stadt Neustadt und der Gemeinde Weimar, mit Schülerinnen und Schülern der Martin-von-Tours Schule in Neustadt und der Gesamtschule Niederwalgern wollten wir an die Zwangsumsiedlung der Neustädter Juden nach Roth und Fronhausen im Mai 1941 erinnern. Bislang wurde wenig beachtet, dass die gesamten Neustädter Juden, die dort noch verblieben waren, 31 an der Zahl, binnen zwei Tagen noch einige Sachen zusammenpacken durften und die Mehrzahl dann in Roth bei jüdischen Familien und eine kleinere Anzahl in Fronhausen bei dortigen Familien zwangseinquartiert wurden. Hab und Gut mussten sie in Neustadt zurücklassen, mit den Rother und Fronhäuser Juden, zu denen sie keinerlei verwandtschaftliche Bindung hatten, lebten sie zum Teil in drangvoller Enge zusammen. Alleine bei Höchsters in Roth zogen zehn Personen ein, um ein besonders drastisches Beispiel zu nennen. Der Überlebende Karl Stern, der mit seiner Familie von dieser Umsiedlung betroffen war, beschreibt die Situation in einem Brief vom 2. Januar 1946 an Erwin Höchster, der 1936 nach Südafrika emigriert war, folgendermaßen:

„Sehr geehrter Herr Höxter!

Ihr w[erter] Brief vom 17.12.45 in unserm Besitz, und will ich Ihnen denselben auch gleich beantworten.

Auf Ihre Anfrage betreffs Ihrer Eltern nebst Lieben will ich Ihnen alles mitteilen. Ich sowie alle Juden die in Neustadt wohnten, mussten innerhalb 2 Tage Neustadt verlassen durch Veranlassung der Gestapo Kassel. Ich musste nach Roth ziehen, und zwar wohnte ich bei Witwe Stern mit ihren 2 Söhne, andere zogen nach Bergensteins, und zu Ihren Eltern zogen 3 Familien, ein Teil zog nach Fronhausen, und so kamen wir alle unter aus Neustadt. Ich war bei Ihren Leuten sehr viel und spielten wir sehr oft Karten in Eurem Hause. Ihre Eltern sprachen sehr oft von Ihnen. Auch lernte ich Ihre Schwester Ilse kennen, die zu Besuch einmal dort war. “

Die Neustädter Juden lebten förmlich „auf Abruf“. Die meisten wurden mit Rother und Fronhäuser Juden schon im Dezember 1941 nach Riga deportiert, die übrigen 1942 nach Theresienstadt und dort oder in anderen Konzentrationslagern ermordet. Soweit bislang bekannt, überlebten aus Neustadt nur Karl Stern und die Geschwister Selma und Hugo Kanter die Shoa.

Wir hoffen, im nächsten Jahr zusammen mit den genannten Partnern in Roth der Neustädter Juden und ihres Schicksals gedenken zu können.

Wasserrechtsrahmenrichtlinie Stadt Neustadt (Hessen) erhält Zuwendung über 215.000 Euro

Bereits seit einigen Jahren plant die Stadt Neustadt (Hessen) die Renaturierung eines Teilstückes der Wiera im Bereich der Bahnlinie Marburg/L. – Kassel. Dieses befindet sich auf Höhe der Lichtsignalanlage vor der „Littermühle“.

Aus Mitteln des Landesprogrammes „Gewässerentwicklung und Hochwasserschutz“ wurde der Kommune jetzt eine Förderung von 215.000 Euro zugesagt.

Vorgesehen sind die Errichtung einer Rampe, die verbesserte Durchgängigkeit für Fische sowie Strukturverbesserungen.

Die Arbeiten sollen im Herbst 2021 beginnen und insgesamt 265.000 Euro kosten.

Bürgermeister Thomas Groll zeigte sich erfreut über den Bescheid aus Wiesbaden. Damit werde eines der Ziele aus dem SILEK (Integriertes ländliches Entwicklungskonzept mit räumlichem und thematischem Schwerpunkt) aus dem Jahre 2012 umgesetzt. Dies zeigt, dass wir damals nicht für die Schublade geplant haben, sondern die seinerzeitigen Ideen Schritt für Schritt angehen. Gewässerrenaturierung soll in den kommenden Jahren ein kommunaler Schwerpunkt im Bereich Umwelt- und Naturschutz sein. Gemeinsam mit den Nachbarkommunen Gilserberg und Schwalmstadt hat man das Hardtwasser für das Programm „100 Wilde Bäche Hessen“ angemeldet und im Bereich des Bürgerparks soll ein Stückchen der Wiera renaturiert und beim Wehr eine Fischaufstiegstreppe gebaut werden.

Oftmals sind es die Kleinigkeiten …

…ja, oftmals sind es die Kleinigkeiten, die in einer Kommune auffallen, über die man redet. Ein kaputtes Brett, das hohe Gras auf einer öffentlichen Fläche oder ein Loch im Asphalt bewegt manchen mehr, als ein Projekt für 100.000 Euro, wenn sie denn in seinem Umfeld vorzufinden sind. Eine Kommune muss also beidem gerecht werden – dem großen Bauvorhaben und der kleinen Unterhaltungsmaßnahme.

Da Arbeitszeit und Finanzen aber bekanntermaßen begrenzt sind, geht es hier aber leider nicht ohne Prioritätensetzung.

In den vergangenen Wochen stand eine Kleinigkeit im Mittelpunkt. Auf Anregung des Ersten Stadtrats Wolfram Ellenberg wurden die rund 170 Bänke in der Kernstadt erfasst. Eine unglaubliche große Zahl. In den Stadtteilen betreuen dankenswerterweise Vereine oder private Initiativen die Bänke.

52 (!) Bänke wurden anschließend „überholt“, d.h. gestrichen, kaputte Bretter ausgetauscht oder auch einmal der Standort verändert. Dabei wurden auch Anregungen aus der Bürgerschaft aufgegriffen.

Das Projekt soll 2021 im Rahmen des Möglichen eine Fortsetzung erfahren.

Bürgermeister Thomas Groll und Erster Stadtrat Wolfram Ellenberg würden es sehr begrüßen, wenn sich auch in der Kernstadt Einwohnerinnen und Einwohner oder auch Vereine bereitfänden, Patenschaften für Bänke usw. zu übernehmen. Interessierte können sich bei Susanne Wettlaufer melden.