Neustädter Mitteilungsblatt

„Neustadt Live“: Stadt lädt zum Beteiligungstag für die Zukunft des Quartiers entlang der Main-Weser-Bahn ein

Wie soll sich das Quartier entlang der Main-Weser-Bahn in den kommenden Jahren entwickeln? Welche Orte haben Potenzial, wo besteht Handlungsbedarf und welche Ideen haben die Menschen, die dort leben, arbeiten oder ihre Freizeit verbringen?
Mit diesen Fragen startet die Stadt Neustadt (Hessen) gemeinsam mit dem Planungsbüro bjp | bläser jansen partner aus Dortmund den öffentlichen Beteiligungsprozess für die Zukunft des Förder­gebiets entlang der Main-Weser-Bahn. Mit dem Format „Neustadt Live“ wird das Quartier selbst zum Ort der Beteiligung: Stadtent­wicklung wird gemeinsam vor Ort erlebt, diskutiert und gestaltet. Alle Bürgerinnen und Bürger sind herzlich eingeladen, sich am Freitag, 14. August 2026, aktiv einzubringen und die Entwicklung ihres Quartiers mitzugestalten.
Städtebauförderung als Chance für das Quartier
Das Fördergebiet entlang der Main-Weser-Bahn wurde vom Land Hessen Ende 2025 in das Bund-Länder-Programm „Wachstum und nachhaltige Erneuerung“ aufgenommen. Damit erhält die Stadt Neustadt (Hessen) die Möglichkeit, diesen zentralen Bereich der Stadt mit Unterstützung von Bund und Land langfristig wei­terzuentwickeln. Ziel ist es, das Quartier als attraktiven Wohn-, Arbeits- und Lebensraum zu stärken und zukunftsfähig aufzu­stellen.
Grundlage hierfür ist die Erarbeitung eines Integrierten Städte­baulichen Entwicklungskonzeptes (ISEK). Dieses Konzept legt gemeinsam mit den Bürgerinnen und Bürgern die Ziele, Maßnah­men und Projekte für die zukünftige Entwicklung des Quartiers fest. Die Beteiligung der Öffentlichkeit ist dabei ein wichtiger Be­standteil des gesamten Planungsprozesses.
Beteiligungstag am 14. August
Das Format „Neustadt Live“ verbindet Stadtspaziergang, Bürger­forum und Online-Beteiligung zu einem gemeinsamen Dialog
über die Zukunft des Quartiers. Den Auftakt bildet um 16 Uhr ein öffentlicher Stadtspaziergang durch das Fördergebiet. Treff­punkt ist am Rathaus in Neustadt. Von dort führt der Rundgang durch das Quartier bis zum Kultur- und Bürgerzentrum. Unter­wegs werden Themen wie Mobilität, öffentliche Räume, Wohnen, Grünflächen sowie die Nachnutzung von Gebäuden und Flächen direkt vor Ort diskutiert.
Im Anschluss an den Stadtspaziergang findet um 19 Uhr ein öf­fentliches Bürgerschaftsforum im Kultur- und Bürgerzentrum statt (Dauer ca. 2 Stunden). Dort werden die Eindrücke des Rund­gangs aufgegriffen und gemeinsam weiterentwickelt. In moderier­ten Arbeitsgruppen können Anregungen eingebracht, Herausfor­derungen diskutiert und Zukunftsperspektiven für das Quartier entwickelt werden. Auch Bürgerinnen und Bürger, die nicht am Stadtspaziergang teilnehmen können, sind herzlich eingeladen, direkt zum Bürgerforum dazuzukommen.
Die Beteiligung endet nicht mit dem Bürgerforum. Vom 14. Au­gust bis einschließlich 6. September 2026 besteht zusätzlich die Möglichkeit, sich online am Planungsprozess zu beteiligen. Über die digitale Beteiligungsplattform können Hinweise, Ideen und Kommentare orts- und zeitunabhängig eingebracht werden. Den Link zur Plattform veröffentlicht die Kommune rechtzeitig auf ihrer Internetseite. So erhalten auch diejenigen die Möglichkeit zur Mitwirkung, die am Beteiligungstag verhindert sind oder ihre Anregungen nachträglich ergänzen möchten.
Alle Beiträge aus dem Stadtspaziergang, dem Bürgerforum und der Online-Beteiligung werden dokumentiert, ausgewertet und fließen in die Erarbeitung des Integrierten Städtebaulichen Ent­wicklungskonzeptes ein. Die Stadt Neustadt (Hessen) freut sich auf eine rege Beteiligung und lädt alle Interessierten herzlich ein, ihre Perspektiven einzubringen und die Zukunft des Quartiers entlang der Main-Weser-Bahn aktiv mitzugestalten.

Radweg „Frauenrod“ asphaltiert

Neustadt und Schwalmstadt erhalten 250.000 Euro Bundesförderung
Die Mittellandroute D4 führt vom östlichsten Punkt Deutsch­lands zum westlichsten, dabei liegt ein Teil der Route auf einer Radwegeverbindung zwischen den Städten Schwalmstadt (Stadt­teil Wiera) und Neustadt (Hessen).
Diese Verbindung war für den alltäglichen und den Freizeitrad­verkehr zwischen den beiden Städten und Landkreisen von hoher Bedeutung und wurde seit ihrem Bau gut frequentiert.
Durch den Ausbau der Autobahn A49 musste diese Radwegever­bindung aber vor einigen Jahren umgelegt werden und führte seit­dem über Wirtschaftswege, welche durch die hohe landwirtschaft­liche Nutzung teilweise in keinem, für den Radverkehr gerechten, Zustand waren.
Aufgrund dessen wurde diese Strecke (im Jahr 2022) auf eine In­itiative der Städte Neustadt und Schwalmstadt hin für eine besse­re Befahrbarkeit geschottert. Durch das Befahren der Wege von landwirtschaftlichen Fahrzeugen wurde der Schotter verdrängt und gelockert und bot keinen rutschfesten Untergrund für Rad­fahrende. Das Befahren wurde so durchaus zu einem Sicherheits­risiko und die Kontrolle und Ausbesserung des geschotterten Weges war mit erheblichem zeitlichen und finanziellem Aufwand verbunden.
Auch wenn die Mittellandroute nun wieder über die ursprüngli­che Strecke führt, setzten sich die Bürgermeister Thomas Groll und Tobias Kreuter bereits 2022 für eine Asphaltierung des 1,7
km langen Ersatzradweges durch das „Frauenrod“ ein, denn auch diese Verbindung wird trotz des bisher unzureichenden Ausbaues gut angenommen.
Die beiden Bürgermeister konnten die Landräte Jens Womelsdorf und Winfried Becker als Mitstreiter für das Vorhaben gewinnen.
Die beiden Städte Neustadt (Hessen) und Schwalmstadt sowie die Landkreise Marburg-Biedenkopf und Schwalm-Eder zeich­nen sich regelmäßig durch eine gute Zusammenarbeit aus und die Förderung des Radverkehrs hat für alle Beteiligten einen hohen Stellenwert. Daher sollte gemeinsam eine nachhaltige und sichere Radwegeverbindung hergestellt werden, was durch eine Asphaltie­rung der Strecke erreicht werden soll.
Die Maßnahme entspricht dem beschlossenen Radverkehrskon­zept der beiden Kommunen. Nun gibt es übrigens einen schönen Rundkurs zwischen Momberg, Wiera und Neustadt.
Um das gemeinsame Ziel des Radwegeausbaues realisieren zu können, wurde eine Bundesförderung beantragt. Begründet wur­de diese mit folgenden Vorteilen durch die Radwegeverbindung Neustadt-Wiera: \
Förderung der umweltfreundlichen Mobilität: Eine gut ausgebaute Radwegeverbindung zwischen den beiden Städten fördert die Nut­zung des Fahrrads als umweltfreundliches Verkehrsmittel. Dies trägt dazu bei, den CO2-Ausstoß zu reduzieren und somit einen Beitrag zum Klimaschutz leisten.
Verbesserung der Verkehrssicherheit: Durch den Ausbau einer Rad­wegeverbindung können Radfahrende sicher und ungestört fah­ren, was die Verkehrssicherheit deutlich erhöht.
Förderung des Tourismus: Eine gut ausgebaute Radwegeverbin­dung ermöglicht es Touristen, die Sehenswürdigkeiten und At­traktionen beider Städte bequem mit dem Fahrrad zu erkunden. Dies fördert den Tourismus in der Region und somit auch die Wirtschaftskreisläufe.
Gesundheitsförderung: Der Ausbau der Radwegeverbindung zwi­schen Neustadt und Schwalmstadt (Hessen) fördert die Nutzung des Fahrrads als gesunde und aktive Fortbewegungsmöglichkeit. Durch regelmäßige Bewegung auf dem Fahrrad können die Bür­gerinnen und Bürger ihre Gesundheit verbessern und somit auch das Gesundheitssystem entlasten. Durch eine bessere Befahrbar­keit der Radwegeverbindung ist ein Anstieg der Radfahrenden sehr wahrscheinlich.
Für den Bau des Radweges fielen Gesamtkosten von 334.000 Euro an. Hierin enthalten sind Kompensationskosten für den Eingriff in Natur und Landschaft von 34.000 Euro. Der Bund gewährte den beiden Kommunen eine Förderung von 75 %, 250.000 Euro.
Entsprechend der Radwegelänge in den beiden Kommunen ent­fallen auf Neustadt 65 % der verbleibenden Kosten (54.000 Euro) und auf Schwalmstadt 35 % (29.000 Euro).
Der Landkreis Marburg-Biedenkopf hat zugesagt sich mit rund 35.000 Euro an den Kosten der Kommune zu beteiligen, der Schwalm-Eder-Kreis mit 22.000 Euro.
Mitte Juli wurde der Radweg von Bürgermeister Thomas Groll, Landrat Jens Womelsdorf und Schwalmstadts Erstem Stadtrat Lo­thar Ditter im Beisein von Neustadts Erstem Stadtrat Wolfram El­lenberg und Hannes Diehl vom Schwalmstädter Bauamt offiziell seiner Bestimmung übergeben. 4
Bürgermeister Thomas Groll dankte dabei seinem Schwalmstäd­ter Amtskollegen für das gute Miteinander und hob die sehr gute Arbeit von Alexander Inden und Hannes Diehl vom Bauamt der Stadt Schwalmstadt bei Antragsstellung und Umsetzung hervor.
Ein Dank gilt auch den beiden Landräten für die Unterstützung und finanzielle Förderung des Projektes.
Lothar Ditter begrüßte die zu­sätzliche Radwegeverbindung zwischen den beiden Kommunen ebenso wie Landrat Jens Womels­dorf.