Vom Eiffelturm und der Kirmes

Zahlreiche Gemeinsamkeiten kamen beim Auftakt der Neustädter Festtage ans Licht
Edgar Müller (Licher-Brauerei) scheint Klaus Groll beim Fassanstich anzufeuern.
Mit zwei Schlägen erledigte Klaus Groll den Fassanstich – doch der Hahn hielt nicht und das meiste Bier landete auf dem Fußboden. Dennoch feierten die Neustädter einen gelungenen Kirmes-Auftakt.
von Florian Lerchbacher
Neustadt. Die Trinitatis-Kirmes hat begonnen und das Geheimnis, wer ein Jahr lang Neustadt als Junker Hans repräsentieren darf, ist gelüftet: Daniel Stumpf ist Nachfolger von Michel Gnau als Junker Hans. Ihm zur Seite stehen Sophie Reiche und Theresa Schmid – also zwei Töchter von Ärzten.
Und so gab es während der Kirmes-Eröffnung zahlreiche Verknüpfungen unter den Protagonisten. Zum erneuten Mal, denn im vergangenen Jahr trat in Michel Gnau der Sohn des Hauptmanns der Bürgerwehr als Junker Hans auf die Bühne, die ebenfalls stets den Auftakt der Festtage begleitet. Dieses Mal prägte die Familie Schmid die Festveranstaltung, denn Theresas Vater Thomas moderiert alljährlich gemeinsam mit Karla Schulze den Neubürgertrunk. Vier „Zugezogene“ stellte er vor, die auch gleich zwei Gemeinsamkeiten haben: Claudia Helbig, Daniella Csertöi-Schenk, Albert Schwabauer und Christoph Schneider sind allesamt Kinder der 1980er-Jahre und noch dazu alle an Wochenenden geboren. Der erste von fünf Kirmestagenden die Stadt in weiser Vorausahnung aufgrund der schlechten Wetterprognosen vom Bürgerpark ins Festzelt verlegt hatte – begann mit einem ökumenischen Gottesdienst. Pfarrerin Kerstin Kandziora und Pfarrer Andreas Rhiel stellten in einem wunderbaren Zwiegespräch heraus, wie schnelllebig die Welt ist und wie sehr sich die Menschen von Konsumgütern, Wünschen und Bedürfnissen durchs Leben jagen lassen. Sie erinnerten daran, dass der siebte Tag der Woche zum Ausruhen gedacht ist. Zwar dauert die Kirmes insgesamt fünf Tage, doch sie waren sich einig, dass „beten und feiern“ Motto der Festtage sein solle.

Bürgermeister Thomas Groll erklärte, dass die Kirmes zu Neustadt wie das Brandenburger Tor zu Berlin und der Eiffelturm zu Paris gehörten. Danach war Namensvetter Klaus an der Reihe, um das Bier zum Fließen zu bringen.
Höhepunkt war aber natürlich die Amtseinführung des neuen Junker Hans und seiner Burgfräulein: Daniel Stumpf ist 23 Jahre alt, Fachinformatiker und
interessiert sich für Fahrradfahren, Schwimmen, Technik und Autos. Sophie Reiche ist 20 Jahre alt, macht eine Ausbildung zur zahnmedizinischen Angestellten und spielt gerne Tennis – sie ist das dritte Burgfräulein aus Mengsberg und noch dazu Tochter einer ehemalig Miss Neustadt. Theresa Schmid ist 20 Jahre alt, macht eine Ausbildung zu medizinischen Fachangestellten im Dialysezentrum Kirchhain und tanzt in der Prinzengarde des VfL.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.