Einst anerkannt, heute torpediert

Verfassungsrichter spannte den Bogen von NS-Kriegsverbrecherprozessen in die heutige Zeit
Rund 140 Menschen wohnten der jüngsten Veranstaltung der zeitgeschichtlichen Reihe in Neustadt bei, als Strafrechtler Professor Dr. Henning Radtke, 2018 vom Bundesrat zum Richter des Bundesverfassungsgerichts gewählt, über die Kriegsverbrecherprozesse nach dem Zweiten Weltkrieg sprach. Ausgangspunkt der Veranstaltung, die Nina Köhler am Klavier untermalte, war das Ende des Nürnberger Hauptkriegsverbrecherprozesses im Herbst 1946.
Seinerzeit waren 22 Hauptkriegsverbrecher angeklagt, die führenden politischen, wirtschaftlichen und militärischen Vertreter des NS-Staates. Die Richter aus den USA, Großbritannien, der Sowjetunion und Frankreich verhängten damals zwölf Todesurteile, drei lebenslange und drei weitere Freiheitsstrafen sowie drei Freisprüche.

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