Schulpreis geht an vier Geschwister

Die Martin-von-Tours-Schule hat junge Menschen für ihr Engagement in der Veranstaltungstechnik gewürdigt
Von Laura Lansche

Neustadt.
Grundschülerinnen und -schüler singen, begleitet von Gitarre und untermalt von Bewegungen, das Lied „Hand in Hand“. Auch Lehrerinnen und Lehrer machen in der Cafeteria der Martin-von-Tours-Schule Musik, singen und spielen in einer Band.
Der Höhepunkt des Neujahrsempfangs war die Verleihung des Schulpreises. Der Preis würdigt ehrenamtliches Engagement für die Schule. Den Preis haben vier Geschwister erhalten, die sich schon jahrelang um die Technik an der Schule kümmern – obwohl sie teils nicht einmal mehr zur Schule gehen.

Der Lehrer und pädagogische Leiter der Schule, Steffen Wanke, hielt ihnen zu Ehren eine Laudatio. „Die Preisträger halten sich bescheiden im Hintergrund, sind aber nicht zu ersetzen“, sagte er. Der diesjährige Schulpreis geht an vier junge Menschen, davon zwei aktuelle Schülerinnen und zwei Ehemalige. Die Geschwister heißen Markus (20 Jahre), Linda (18), Diana (16) und Sarah (14) Sohl. Sie kümmern sich bei den großen Veranstaltungen der Schule um die Technik. Dazu gehören die Tage der offenen Tür, Neujahrsempfänge oder Einschulungen.

Geschwister kümmern sich seit zehn Jahren um Technik

Die vier Preisträgerinnen und -träger tragen die Verantwortung dafür, dass dabei Reden und Musik hörbar sind, und kümmern sich um die Planung. „Mit diesem Engagement tragen sie Verantwortung für die Schule und beweisen Verlässlichkeit“, sagte der Lehrer.

Steffen Wanke hat zehn Jahre lang mit den Geschwistern zusammengearbeitet und war auch ihr Klassenlehrer. Genauso lange sind die Geschwister schon für die Technik an der Schule verantwortlich. „Sie haben sich den Preis auf besondere Weise verdient“, sagte er.

Die Geschwister kümmern sich „mit großem Einsatz“ um den Auf- und Abbau der Technik, die Bedienung und lösen spontan Probleme. „Dabei unterstützen sie sich gegenseitig und geben ihr Wissen auch weiter“, sagte Wanke. Mit ihrem Engagement tragen sie zudem dazu bei, die Schule nach außen zu präsentieren. Besonders in diesem Jahr ist, dass auch aktive Schülerinnen den Schulpreis erhalten.

„Ich war nie darauf aus, einen Preis zu bekommen“, sagte Markus Sohl. Er berichtet, wie alles anfing: „Ein Kollege hat gefragt, ob ich mitmache“, sagte der Älteste der Geschwister aus Neustadt-Momberg. „Dann habe ich einfach angefangen“, ergänzte er. Wie alles funktioniert, habe er sich selbst erarbeitet. Es gab auch keinen begleitenden Lehrer. Schließlich sei seine Schwester Linda zur Technik-Gruppe hinzugekommen, später auch die jüngeren Schwestern. „Wenn jemand Neues auf die Schule kam, gingen sie direkt mit ans Mischpult“, berichtete Linda Sohl.

Fünf bis sechs Veranstaltungen im Jahr begleiten die Geschwister an der Schule. „Wir sind fast jedes Mal dabei, wenn die Tontechnik aufgegeben werden muss“, sagte Markus Sohl. Technische Probleme nerven ihn natürlich. Am entspanntesten sei dagegen der eigentliche Aufbau der Technik. Während einer Veranstaltung stehen die Team-Mitglieder dann meist am Mischpult.

Warum der 20-Jährige sich überhaupt noch an der Schule engagiert, obwohl er gar kein Schüler mehr ist? Zu Hause habe er auch ein Mischpult. Bei den Veranstaltungen der Schule könne er sich weiterbilden. „Man lernt immer dazu. Außerdem helfe ich meinen Geschwistern und es macht Spaß“, sagte Markus Sohl.

Was ihm auch wichtig ist: „Dass andere das gelernte Wissen mitbekommen und nicht das Wissen der Vorgänger komplett verloren geht“, sagte er.