Neustädter Mitteilungsblatt

Ranzemänner-Dorf wird 800 Jahre alt


Teil des vielfältigen Vereinslebens in Momberg ist auch eine Gruppe eingeheirateter Männer
Von Laura Lansche

Neustadt-Momberg.
Die Menschen aus Momberg sind auch als Ranzemänner bekannt. Viele Momberger liefen früher mit Ranzen aus Leder auf dem Rücken zu ihren weit entfernten Arbeitsorten, steht in der Momberger Dorfchronik. Darin waren Werkzeuge und Essen. In Momberg waren viele in der Landwirtschaft und im Handwerk tätig. Die Momberger übten alle erdenklichen Handwerksberufe aus, weil ihre kleinen Höfe in der damaligen Zeit nicht mehr zum Leben reichten. Sie waren in der Umgebung für ihre gute Handwerksarbeit geschätzt.
In dem Dorf mit knapp 1.200 Einwohnerinnen und Einwohnern sind mehr als 20 Vereine aktiv. Besonders außergewöhnlich ist der „Club der Beigefreiten“. Mitglieder sind Männer, die nach der Heirat zu ihren Schwiegermüttern nach Hause zogen. „Dort hatten sie nichts zu sagen“, erklärt Sonja Stark, die sich in der Feuerwehr und im Festausschuss engagiert. Zudem bekamen sie angeblich kein gutes Essen, sondern nur Blutwurst. Daher schlossen sich die eingeheirateten Männer zusammen. Jeden September am Kirmesmontag organisieren sie ein Treffen, um zu feiern und rote Wurst zu essen.

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