Neustädter Mitteilungsblatt

Neustadt feiert sein Traditionelles Heimatfest


Im Jahre 1504 wurde die im Auftrag des Junker Hans von Dörn­berg erbaute Stadtpfarrkirche in Neustadt geweiht. Aus diesem bedeutsamen Ereignis entwickelte sich die Trinitatis-Kirmes, die in diesem Jahr zum 522. Mal gefeiert wird.
Vom 28. Mai bis 1. Juni 2026 feiern die Neustädter und ihre Gäste wieder dieses traditionsreiche Heimatfest, das für sich in Anspruch nehmen kann, das älteste Volksfest im Marburger Land zu sein.
Seit fast zwei Jahrzehnten beginnt die Tri­nitatis-Kirmes nun schon mit einem ökume­nischen Gottesdienst. Im Laufe der Zeit hat sich der Wallgraben-Pavillon als Veranstal­tungsort etabliert. Mit dieser gemeinsamen Feier beider christlichen Konfessionen wird versinnbildlicht, dass „alle“ zur Neustäd­ter Kirmes willkommen sind, die friedlich
feiern wollen. Hinzugekommen sind am Donnerstagabend später noch der Fassanstich, die Einführung des neuen Junker Hans und seiner Burgfräulein mit Verabschiedung der Vorgänger und der Neubürgertrunk, sodass am „Vorabend“ des eigentlichen Kirmeswochenendes die traditionellen Kirmesbestandteile zusammen stattfinden. Wenn das Wetter mitspielt, bietet der Wallgrabenpa­villon umrahmt von Stadtpfarrkirche, Rathaus und Junker-Han­sen-Turm hierfür eine prächtige Kulisse.
Bürgermeister Thomas Groll, Pfarrerin Kerstin Kandziora und Pfarrer Andreas Rhiel sowie Thomas Schmid von den Neubürgern würden sich über zahlreichen Besuch am 28. Mai, 18.30 Uhr, freu­en. Den ökumenischen Gottesdienst umrahmen wieder der evan­gelische Kirchenchor und die Trinitatisbläser. Im weiteren Verlauf spielen die „Coronas“ auf. Die Historische Bürgerwehr ist ebenfalls mit dabei und wird Salut für den neuen Junker Hans schießen.
Ab Freitag spielt sich die Kirmes, wie seit über 100 Jahren üblich, in der Lehmkaute ab. Dort werden Generalpächter Konrad Ruppert und die Festwirtsfamilie Ahlen­dorf wieder für den passenden Rahmen sorgen. Zahlreiche Karussells, eine Geis­terbahn, Imbissbuden und Ausspielungs­geschäfte stehen für Jung und Alt bereit.
Der Festplatz öffnet am 29. Mai am späten Nachmittag und gegen 21.00 Uhr beginnt die Discoparty im Festzelt mit DJ ASAP.
Am 30. Mai laden die Schausteller ab 15.00 Uhr zum Besuch ein. Bürgermeis­ter Thomas Groll verweist darauf, dass die deutsche UNESCO-Kommission die Schaustellerkultur auf Volksfesten in das Verzeichnis der immateriellen Kulturgüter aufgenommen hat. Das für Bildung und Kultur zuständige Gremium würdigt da­mit über 1.200 Jahre gelebte und gewach­sene Tradition auf über 9.000 (!) Volksfesten in Deutschland. „Es wäre schön, wenn die Angebote in der Lehmkaute angenommen werden, denn Schausteller kommen nur dann weiterhin nach Neu­stadt, wenn Karussells und Buden nachgefragt werden. Wir kön­nen dankbar sein, immer noch einen gut bestückten Festplatz zu haben“, so der Bürgermeister.


Ab 21.00 Uhr gehört die Bühne „Dezibel“. Die sechsköpfige For­mation sorgte mit ihrer Bühnenshow beim Kreisfeuerwehrtag 2025 in Neustadt für eine Bombenstimmung und so stand für die Verantwortlichen der Kirmes rasch fest, die Band mit ihrem breit­gefächerten Angebot auch einmal zu verpflichten.
Gegen 22.30 Uhr wird das große Brillantfeuerwerk gezündet.
Sonntag, 31. Mai., steht zunächst um 10.30 Uhr der Festgottesdienst beim Wallgra­benpavillon auf dem Programm. Hieran wirken wieder die Trinitatisbläser mit.
Um 14.00 Uhr startet dann der große Festzug durch Neustadts Straßen. Zahl­reiche Motivwagen und Fußgruppen wer­den hieran wieder teilnehmen und für ein buntes Bild sorgen. Für den guten Ton sorgen der Musikverein Gla­denbach, das Blasorchester der Freiwilligen Feuerwehr Marburg, die Emsdorfer Blasmusik, die „Schwalmgranaten“, das Neustäd­ter Blasorchester, der Spielmannszug der Freiwilligen Feuerwehr Momberg, die Junker-Hansen-Musikanten und die Blaskapelle Momberg. Dazu kommen nach die Trachten- und Volkstanzgruppe Speckswinkel und die Schwälmer Trachtengruppe aus Rollshausen. Gegen 16.00 Uhr schließt sich eine Musikschau im Festzelt an. Hieran werden der Musikverein Gladenbach und das Neustädter Blasorchester mitwirken.
Der Tag klingt dann ab 18.00 Uhr mit dem „Partyband-Sunday“ aus, das bis 21.00 Uhr beliebte Hits spielen wird.
Am Kirmessonntag, 1. Juni, versammelt man sich zunächst um 10.00 Uhr zu einem Gottesdienst in der Laurentiuskapelle auf dem Friedhof, um der Toten zu ge­denken. Das Gotteshaus feiert in diesem Jahr sein 450. Weihejubiläum. Die Toten­ehrung durch den VfL 1864/87 Neustadt e.V. schließt sich um 11.00 Uhr an.
Der Frühschoppen der Trinitatis-Kirmes beginnt gegen 11.30 Uhr im Festzelt. Um 12.00 Uhr wird Bürger­meister Thomas Groll die Gäste begrüßen. Die Veranstaltung zieht sich wieder bis in den späteren Nachmittag hinein. „The Mu­sic Jokers“ spielen bis um 16.30 Uhr auf. Seit über 40 Jahren sorgt die erstklassige Live-Coverband für Stimmung und Unterhaltung. Auf dem Festplatz ist am letzten Tag der Kirmes wieder Familien­tag mit ermäßigten Fahrpreisen.
Familie Ahlendorf bietet zum Frühschoppen erstmals Käse­- oder Wurstplatten zum Preis von jeweils 18 Euro an. Zwei Per­sonen, so Toni Ahlendorf, werden hiervon gut satt. Die Platten können bei Rene Spatzier von der Stadtverwaltung (06692-8931, spatzier@neustadt-hessen.de) verbindlich vorbestellt werden. Er nimmt auch Reservierungswünsche von Vereinen, Firmen usw. für Tische am Kirmesmontag entgegen.
Die 522. Trinitatis-Kirmes endet gegen 20.00 Uhr.

48. Neustadt-Treffen in Bergneustadt

Vom 14.-17. Mai 2026 fand in Bergneustadt, etwa 50 km von Köln entfernt, das 48. Neustadt-Treffen statt. 27 Neustädte aus fünf europäischen Ländern waren mit etwa 600 Personen in die Kom­mune im bergischen Land gereist, die zugleich ihren 725-jährigen Stadtgeburtstag feierte.

Die Arbeitsgemeinschaft Neustadt-in-Europa wurde 1979 gegrün­det und ist die größte Städtefreundschaft des Kontinents. Aktuell versucht man Neustädte aus Frankreich für eine Mitgliedschaft zu gewinnen.

Am Donnerstagabend begrüßte Bürgermeister Matthias Thul als diesjähriger Gastgeber die Delegationen aus den Partnerstädten im Festzelt. Aus dem hessischen Neustadt waren Junker Hans Nick Streichert und Burgfräulein Natalie Walz, eine Abordnung der Bür­gerwehr, die Radfahrergruppe, Bürgermeister Thomas Groll und weitere interessierte Bürger angereist.

Ehrengast an diesem Abend war NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst, der am Himmelfahrtsmorgen noch an der Karls-Preis-Verleihung in Aachen teilgenommen hatte. „Europa lebt dann, wenn sich die Menschen dafür begeistern. Das tun sie in der Neustadt-Bewegung.

Wir brauchen in Europa keine trennenden Grenzen, wir brauchen das friedliche Miteinander

der Völker’, rief der Ministerpräsident aus.

Am Freitag und Samstag fand in Berg­neustadt ein Stadtfest u.a. mit Mittelalter­markt, Weinfest und Neustadt-Meile statt, das trotz dem mäßigen Wetter guten Zuspruch fand.

Samstagmorgen kamen zunächst die Bürgermeister zu ihrem tra­ditionellen Treffen zusammen. Dienstältester ist inzwischen auch hier Thomas Groll.

Bürgermeister Jos Hessels lud die Neustädter zum nächsten Neu­stadt-Treffen nach Nieuwstadt in den Niederlanden ein. Der Ort gehört zu Echt-Susteren. 2027 findet die Zusammenkunft vom J8. – 20. Juni an der schmälsten Stelle des Königreiches statt. Von Nie­uwstadt sind es weniger als 5 km nach Belgien bzw. Deutschland.

Neustädter Turmgeist – eine Spirituose aus dem EMA-Park

Im Neustädter EMA-Park – dem Technikteil der ehemaligen Ernst-Moritz-Arndt-Kaserne – ist seit kurzem die Brennpunkt 19 GbR beheimatet.

Geschäftsführer Fabian Lapp stellte kürzlich Bürgermeister Tho­mas Groll den „Turmgeist“ vor, eine Spirituose aus Kirsche, Pflau­me und Ingwer mit 33 % Vol.. Den Schnaps gibt es in der 0,7 Liter Flasche und als „Klopfer“ mit 2 cl.

Bereits nach dem Öffnen des klei­nen Fläschchens zeigte sich der Bürgermeister angetan von der fruchtigen Note des Turmgeistes, auf dessen Etikett u.a. der Junker- Hansen-Turm zu sehen ist.

Das neueste Produkt aus dem EMA-Park, so Fabian Lapp, gibt es im örtlichen regionalen Einzel­handel und zukünftig auch dem NeuSTADTLADEN zu erwer­ben.

Thomas Groll begrüßte, dass man im kommenden Jahr auf den 600. Geburtstag des Junker Hans mit einem eigenen Neustädter Schnaps anstoßen kann.

Radfahrerverein fährt zum Neustadt-Treffen

Vom 14.-17. Mai 2026 fand in Bergneustadt (NRW) das diesjäh­rige „Neustadt-Treffen“ der Arbeitsgemeinschaft „Neustadt-in- Europa“ statt. Seit 1979 besteht die größte Städtefreundschaft des Kontinents, der inzwischen fast 40 Neustädte aus mehreren euro­päischen Ländern angehören.

Seit Jahrzehnten fährt eine Gruppe des Radfahrervereins „Über Berg und Tal“ aus dem hessischen Neustadt zu den Treffen. In die­sem Jahr traten Birgit und Jochen Ertl, Norbert Keller und Jörg Beck den 175 km langen Weg in das bergische Land an und wur­den am Mittwoch von Bürgermeister Thomas Groll bei herbstli­chem Wetter verabschiedet.

Groll dankte den Radfahrern, die in Bad Laasphe übernachteten, für ihr Engagement und die Begeisterung für die „Neustadt-Idee“.

Literaturfrühling 2026 – Hasnain Kazim liest aus „Grünkohl und Curry“

Es ist eine Geschichte von kulturellen Unterschieden und Gemeinsamkeiten, von Ausdauer, Liebe und Freundschaft Im Rahmen des Literaturfrühlings 2026 findet am 18. Juni 2026 eine Le­sung mit Hasnain Kazim im Histori­schen Rathaus, Marktplatz 1, 35279 Neustadt (Hessen) statt

Die Tickets kosten für Jugendliche 8 Euro und für Erwachsene 10 Euro

Kartenvorverkauf im NeuSTADT­LADEN, Marktstraße 9 und bei Rewe Richber, Kaufpark, 35279 Neustadt (Hessen)

„Auf dem Dachboden seiner Eltern fin­det Hasnain Kazim, Sohn indisch-pakistanischer Einwanderer, eine Kiste mit Papieren, die ein Tor zu seiner Vergangenheit öffnen: Doku­mente, die belegen, dass seine Familie in den 80er-Jahren mehrmals kurz davorstand, aus Deutschland ausgewiesen zu werden. Kazim geht dieser Familiengeschichte nach, erzählt, wie seine Eltern nach Deutschland kamen und warum sie ausgerechnet in einem Dorf bei Hamburg, das alles andere als ihr Traumziel war, ihre neue Bleibe fanden. Den Schikanen der Ausländerbehörden steht die Hilfsbereit­schaft der Dorfbewohner gegenüber. Was im täglichen Leben rasch gelingt – die Integration – wird erst nach 16 Jahren offiziell: Die Fa­milie erhält die deutsche Staatsbürgerschaft.“

Hasnain Kazim wurde 1974 in Olden­burg geboren und ist Sohn indisch-pa­kistanischer Einwanderer. Er wuchs in Hollern-Twielenfleth im Alten Land, vor den Toren Hamburgs, und in Karatschi in Pakistan auf, studierte Politikwissenschaften und schlug eine Laufbahn als Marineoffizier ein.

Er liebt Grünkohl und Curry, aber nicht zusammen. Seine Hobbys sind Lesen, Schreiben, Kochen und Fahr­radfahren.

Das journalistische Handwerk lernte er im Schwäbischen, bei der „Heilbronner Stimme“, schrieb unter anderem für das dpa-Südasienbüro in Delhi und von 2004 bis 2019 für den SPIEGEL und SPIEGEL ONLINE, die meiste Zeit davon als Auslandskorrespondent in Islamabad, Istanbul und Wien.

Für seine Arbeit wurde er mit diversen Preisen ausgezeichnet, da­runter dem „CNN Journalist Award“. Er lebt als freier Autor nach wie vor in der österreichischen Hauptstadt und schreibt unter an­derem für ZEIT ONLINE, DIE ZEIT, taz, Süddeutsche Zeitung und den Deutschlandfunk.