Neustädter Mitteilungsblatt

Zeitreise durch Neustadts Geschichte begeisterte zahlreiche Besucher

Zeitreise durch Neustadts Geschichte begeisterte zahlreiche Besucher

Am 30. Mai 2026 um 14 Uhr erlebten die Teilnehmer der diesjäh­rigen Kostümstadtführung der NeuSTADT Guides eine rundum gelungene Reise durch die Geschichte Neustadts. Bei bestem Wet­ter begaben sie sich gemeinsam mit den Erzählern Hans-Werner und Andrea Sollorz auf einen abwechslungsreichen Spaziergang durch mehrere Jahrhunderte Stadtgeschichte.
Die Teilnehmer wurden auf eine Zeitreise mitgenommen, die sie von den Anfängen Neustadts über die Zeit des Junker Hans von Dörnberg bis hin zur Gründung einer Bürgergarde führte. Auf dem Weg durch den Bürgerpark erhielten sie bereits interessan­te Einblicke über die Wüstungen rund um Neustadt. Die erste Begegnung mit den Stationen, die die NeuSTADT Guides vor­bereitet hatten, fand mit zwei Marktfrauen (Sonja und Marlene Stark) aus dem frühen 19. Jahrhundert statt, die mit viel Witz und Charme aus ihrem Alltag berichteten. Anschließend traf die Gruppe auf einen Unter­leutnant (Sebastian Hen­kel) und einen Gardisten (Andreas Schönberg) der Neustädter Bürgergarde um 1840, die Einblicke in ihre Pflichten und das damalige Bürgerleben gaben. Am historischen Ern-Tennen-Haus, erfuhren die Teilnehmer Wissenswertes über die Wohn- und Lebensverhältnisse vergangener Jahrhunderte. Besonders für Heiterkeit sorgte dabei die anschließende Szene zum Thema Hygiene im Mittelalter. Als eine Hausbewohne­rin (Miranda Faber) kurzerhand ihren Nachttopf aus dem Fenster auf die Straße entleerte, waren viele Gäste zunächst überrascht, bevor herzliches Gelächter auf­kam. Die humorvolle Darstellung machte eindrucksvoll deutlich, unter welchen Bedingungen die Menschen damals lebten. In der Scheune des Ern-Tennen-Hauses zeigte der Erzähler (Hans-Werner Sollorz) Bilder aus vergangenen Zeiten und wusste so einiges zu berichten.
Vor der Pfarrkirche führte die Reise weiter in die Zeit der Reformation um 1530. Ein katholischer Pfarrer (Jakob Krapp) schilderte eindrucksvoll die Unsicherheit und den Wandel jener Jahre, als die neue Lehre Martin Luthers auch in Neustadt Einzug hielt und alte Gewohnheiten ins Wanken gerieten.
Auf dem Marktplatz begegneten die Besucher anschließend zwei Marktfrauen (Marion Hill, Miranda Faber) des 16. Jahrhunderts, die über Hexen glauben, Gerüchte und vermeintliche Hexerei tuschelten. Mit viel Spielfreude machten sie deutlich, wie schnell Verdächtigungen damals entstehen konnten und welche Folgen dies für die Betroffenen hatte.

Vor dem Rathaus trat schließlich der Bür­germeister (Holger Michel) der Stadt auf.
. Er berichtete vom verheerenden Stadtbrand des Jahres 1556, vom Wiederaufbau Neustadts und von den Heraus­forderungen jener Zeit. Dabei spannte er den Bogen von den reli­giösen Um­brüchen bis hin zu den Hexenverfolgun­gen und der Entwicklung der Stadt nach der Reformation.
Den Höhepunkt der Führung bildete die Station am Junker- Hansen-Turm. Dort begegne­ten die Gäste dem mächtigen Hans von Dörnberg (Matthias Mix), seinem Baumeister Hans Jakob von Ettlingen (Markus Mix) und schließlich sogar dem Teufel (Tobias Sollorz) persönlich. Die humorvolle und zugleich spannende In­szenierung rund um den Bau des Turmes und die bekannten Neustädter Sagen sorgten für viele Schmunzler und begeis­terte Reaktionen. Auch im Inneren des Turmes wartete der Teufel mehrfach auf die Besucher und berichtete auf amüsante Weise von seinen angeblichen Diensten für den ehrgeizigen Junker.
Die Resonanz der Gäste fiel durchweg positiv aus. Beson­ders erfreulich war, dass Be­sucher nicht nur aus Neustadt und der Region, sondern sogar aus der Gegend von Braunschweig angereist waren. Diese zeigten sich begeistert von der Veranstaltung und betonten, dass es in Deutschland viele schöne Regionen und interessante Angebote gebe. Gerade Gästeführungen seien eine wunderbare Möglich­keit, immer wieder Neues zu entdecken und Geschichte lebendig zu erleben.
Auch die Darstellerinnen und Darsteller der NeuSTADT Guides hatten sichtlich Freude an ihren Rollen und begeisterten das Pub­likum mit großem Engagement und viel Liebe zum Detail.
Zum Abschluss luden die Gästeführer alle Teilnehmer zu Kaffee und Kuchen in das historische Rathaus ein. In gemütlicher At­mosphäre konnten sie die Eindrücke der vergangenen Stunden noch einmal Revue passieren lassen. So endete die Reise durch die Geschichte Neustadts nicht nur informativ und unterhaltsam, sondern auch mit vielen netten Gesprächen und einem geselligen Beisammensein.
Die NeuSTADT Guides bedanken sich bei allen Mitwirkenden, Helferinnen und Helfern sowie bei den zahlreichen Gästen und freuen sich bereits auf kommende Veranstaltungen.

Ausstellung „Schreibmaschinen-Geschichten“ im Rathaus

Am 2. Juni wurde die Ausstellung „Schreib­maschinen-Geschichten“ der aus Köln stammenden und heute in Fritzlar lebenden Künstlerin Michaela T. Spellerberg im Foyer des Neustädter Rathauses eröffnet. Die Idee zu dieser Wanderausstellung entstand im Zu­sammenhang mit dem 100-jährigen Jubiläum des Stenografenvereins 1925 Treysa e.V. Gerne kam Bürgermeister Thomas Groll der Bitte nach, elf historische Schreibmaschinen und die von der Künstlerin auf diesen ver­fasste Texte auch in Neustadt präsentieren zu dürfen.
Groll konnte zur Eröffnung zahlreiche Inte­ressierte, darunter Stadtverordnetenvorste­her Hans-Dieter Georgi und Ersten Stadtrat Wolfram Ellenberg, begrüßen.
Der Bürgermeister berichtete von seinen Er­lebnissen mit Schreibmaschinen. Auf einer orangen Olympia ohne Korrekturband habe er als junger Stadtverordneter Ende 1991 ers­te Anfragen verfasst und sei froh gewesen, als Werner Gatzweiler kurze Zeit später eine elektrische Schreibmaschine mit Korrektur­band für die Fraktion erworben habe.
Interessant, dass fast jeder der Anwesenden „seine“ Geschichte mit einer oder mehreren Schreibmaschinen erzählen konnte.
Siegfried Groß, gemeinsam mit Klaus Bock, Vorsitzender des Ste­nografenvereins stellte diesen näher vor und gab Einblick in das Entstehen der Ausstellung.
Zum Abschluss sprach die Künstlerin über ihr Wirken und las ei­nige der getippten Texte vor.
Die Wanderausstellung kann noch bis zum 26. Juni zu den Öff­nungszeiten des Rathauses besucht werden.

Zukunft wächst vor Ort – Erfolgreicher Infoabend rund um den naturnahen und klimaangepassten Garten

Wie kann Gärtnern auch unter den Bedingungen des Klimawan­dels gelingen? Welche Pflanzen sind zukunftsfähig und gleich­zeitig wertvoll für die heimische Artenvielfalt? Mit diesen Fragen beschäftigte sich die Veranstaltung „Zukunft wächst vor Ort – Kli­mafit gärtnern“, die am Mittwoch, dem 20. Mai 2026, zahlreiche interessierte Bürgerinnen und Bürger nach Amöneburg lockte.
Bereits zum Auftakt um 17:00 Uhr wurde deutlich, wie groß das Interesse an naturnahem und nachhaltigem gärtnern ist. Bei einem geführten Rundgang rund um den Marktplatz und Schlosspark in Amöneburg lernten die Teilnehmenden heimische Wildpflanzen kennen und erfuhren mehr über deren Bedeutung für Biodiversi­tät, Klimaschutz und ökologische Zusammenhänge im direkten Le­bensumfeld. Anschaulich wurde vermittelt, wie heimische Pflanzen den Insekten Lebensraum und Nahrung bieten und gleichzeitig bes­ser an die regionalen Klimabedingungen angepasst sind.
Im Anschluss wurde das Programm ab 18:00 Uhr im Pfarrheim St. Bonifatius fortgesetzt. Den ersten Vortrag des Abends hielt Dr. Astrid Wetzel unter dem Titel „Heimisch ohne hübsch?“. Sie zeigte auf, dass heimische Pflanzen keineswegs langweilig oder weniger attraktiv sein müssen als klassische Zierpflanzen wie Ge­ranien oder exotische Balkonblumen. Vielmehr stellte sie zahlrei­che Beispiele vor, wie naturnahe Gärten und bepflanzte Balkone sowohl ökologisch wertvoll als auch optisch ansprechend gestaltet werden können. Dabei wurde deutlich, dass die Auswahl stand­ortangepasster Pflanzen nicht nur der Artenvielfalt zugutekommt, sondern häufig auch pflegeleichter und widerstandsfähiger gegen­über Hitze und Trockenheit ist.
Im zweiten Teil des Abends sprach Kati Bohner über den Gemü­seanbau im Klimawandel. Sie erläuterte die zunehmenden Her­ausforderungen für Hobbygärtnerinnen und Hobbygärtner durch längere Trockenperioden, Starkregenereignisse und veränderte Wetterbedingungen. Gleichzeitig gab sie zahlreiche praktische Hinweise, wie Gärten klimaresilient gestaltet werden können – etwa durch eine verbesserte Bodenpflege, Mulchen, wassersparen­de Bewässerung oder die Auswahl robuster oder auch mehrjähri­ger Gemüsesorten. Die Teilnehmenden nutzten die Gelegenheit, Fragen zu stellen und eigene Erfahrungen einzubringen.

Dominic Preis als neuer Standesbeamter in Neustadt (Hessen) bestellt

Dominic Preis über­nimmt ab dem 1. Juni 2026 seine neuen Auf­gaben als Standesbe­amter für den Standes­amtsbezirk Neustadt (Hessen). Er ist bereits seit dem 1. Dezem­ber 2025 bei der Stadt Neustadt beschäftigt und betreut neben dem Standesamt unter anderem die Bereiche Einbürgerungen und Friedhofsverwaltung. In den ersten Wochen konnte ihn noch sein Vorgänger Stephan Henrich begleiten.
Dank der fachkundigen Unterstützung und Anleitung seiner Teamleiterin, Christina Tepfer, konnte sich Dominic Preis schon gut in das Tagesgeschäft des Standesamts einfügen.
Im formalen Akt nahm Bürgermeister Thomas Groll den Dienst­eid von Dominic Preis entgegen und übergab die Bestellungsur­kunde. Er wünschte dem neuen Standesbeamten ein erfolgreiches Wirken und freute sich auf das weitere Miteinander.
Fotos: Stadt Neustadt (Hessen)