Wehren bilden rechtzeitig Führungskräfte aus

Neustadts Stadtbrandinspektor informierte Parlamentarier über Situation
Von Michael Rinde

Neustadt.
Einmal pro Jahr gibt in Neustadt der Stadtbrandinspektor im Parlament einen Überblick über die Situation der Feuerwehren. Da es sein erster Vortrag nach der Kommunalwahl war, stellte sich Frank Bielert den Parlamentariern kurz vor. Seit 30 Jahren ist der Familienvater aus Neustadt bei der Wehr aktiv und besitzt entsprechend Erfahrung und Qualifikation.
Modern ausgerüstet

Eines vorweg: Es gibt keine dramatischen Probleme bei den Neustädter Wehren, wohl aber einige Herausforderungen, die auch in anderen Kommunen bestehen. Die Wehren aus Neustadt, Momberg, Mengsberg und Speckswinkel verfügen alle über genügend Einsatzkräfte. „Unsere Ausrüstung ist modern und aktuell“, sagte Bielert vor den Parlamentariern. Aber das gelingt natürlich nur mit stetigen Investitionen der Stadt in ihre Feuerwehren. Jüngstes Fahrzeug ist aktuell das Tragkraftspritzen-Fahrzeug in Speckswinkel.

In diesem Herbst bekommt die Kernstadt-Feuerwehr ihr neues Hilfeleistungslöschfahrzeug, danach steht gleich die nächste Beschaffungsaktion im Raum. Sechs Fahrzeuge haben Neustadts Feuerwehren, drei davon in der Kernstadt.

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Neustadts neues Nachwuchskonzept

Kinder- und Jugendarbeit ist seit Beginn des Jahres in städtischer Hand und läuft gut an / Eröffnungsfeier diesen Freitag
Von Florian Lerchbacher

Neustadt.
„Die offene Arbeit mit Kindern und Jugendlichen macht großen Spaß“, sagt Isabelle Korn, die seit Anfang des Jahres nicht nur mit 15 Stunden Wochenstunden im Familienzentrum tätig ist, sondern weitere 15 Stunden als Jugendpflegerin wirkt. Mit 39 Wochenstunden ist Tizian Nau als Jugendpfleger tätig. Die beiden sind die zentralen Personen der neu aufgestellten Kinder- und Jugendarbeit. Ihnen zur Seite steht noch Streetworker Lukas Brauschke. War bis Ende des vergangenen Jahres der Marburger Verein bsj für die Jugendarbeit in Neustadt zuständig, so kümmert sich die Stadt seit Beginn 2026 um die Angebote und hat sie auf Kinder ausgeweitet. „Wir haben uns für die Neuausrichtung entschieden, da es uns wichtig war, verstärkt Angebote für Jungen und Mädchen bis 12 oder 13 Jahren zu machen“, erklärt Bürgermeister Thomas Groll.
Angedockt hat die Stadt die Kinder- und Jugendarbeit, die auch ein neues Logo bekam, ans Familienzentrum um Leiterin Nicole Zinkowski – die sich über zahlreiche Synergien freut. Vor allem aber sei es sehr wichtig, dass nun für alle Altersgruppen Angebote gemacht werden: Immer wieder seien Eltern auf sie zugekommen und hätten bedauert, dass es nach dem Kindergartenalter ein Loch in der Sozialen Arbeit Neustadts gebe. Das sei durch die Neuausrichtung nun gestopft. Und dadurch, dass die Eltern bereits Kontakte ins Familienzentrum hatten, sei auch gleich Vertrauen in die neue Kinder- und Jugendarbeit dagewesen: „So brauchten wir sehr wenig Anlaufzeit, und es kamen direkt viele Kinder zu unseren ersten Angeboten. Eigentlich ist es ein Selbstläufer.“ Ein erstes Fazit, das auch der Rathauschef bestätigt: „Ich nehme es als sehr positiv wahr und erhalte auch solche Rückmeldungen.“

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Neustädter Mitteilungsblatt

Örtliche Übergabe eines Zuschusses für Anlagen zur Brandfrüherkennung Zuschuss zur Absicherung von Feuerwehrhäusern durch die SV Sparkassenversicherung

Die SV Sparkassenversicherung und SV Kommunal engagieren sich seit vielen Jahren aktiv für die Feuerwehren. Dabei stehen der Schutz und die Rettung von Menschenleben ebenso im Fokus wie die Sicherung der Gebäude und die Vermeidung von Schäden. Zu den Fördermaßnahmen zählen Jubiläumsprämien, Zuschüsse für Brandschutzkoffer sowie vor allem die Ausstattung mit moderner und innovativer Feuerwehrausrüstung.
Ein Brand im Feuerwehrhaus verursacht nicht nur erhebliche Sachschäden, sondern beeinträchtigt auch maßgeblich die Ein­satzbereitschaft der Feuerwehr. Aus diesem Grund haben sich die SV Sparkassenversicherung und SV Kommunal dazu entschlos­sen, Kommunen, die bei der SV Sparkassenversicherung über den Versicherungsschutz KRISTALL versichert sind, mit einem Zu­schuss von bis zu 3.000 Euro für die Installation einer Rauch- und Brandwarnanlage mit Direktweiterleitung in kommunalen Feuer­wehrgerätehäusern zu unterstützen. Ziel ist es, die Einsatzfähig­keit der Feuerwehren zu stärken und gleichzeitig die kommunalen Haushalte zu entlasten.
Der Generalvertreter der SV Sparkassen Versicherung Matthias Schmidt übergab nun symbolisch einen Zuschuss in Höhe von 1.000 Euro an Bürgermeister Thomas Groll der Stadt Neustadt (Hessen) zur Anschaffung einer Brandfrüherkennungsanlage.
Matthias Schmidt von der SV Sparkassenversicherung / SV Kom­munal erläuterte dazu:
„Leider kam es in der Vergangenheit immer wieder zu Bränden in Feuerwehrhäusern, die die Einsatzbereitschaft erheblich be­einträchtigten. Als Marktführer in der Gebäudeversicherung in unserem Geschäftsgebiet möchten wir einen Beitrag zum besseren Schutz der Feuerwehrhäuser leisten. Mitglieder mit dem KRIS- TALL-Versicherungsschutz können diesen Zuschuss für die In­stallation von Brandfrüherkennungsanlagen beantragen. So kön­nen Brände frühzei­tig erkannt, Schäden minimiert und die Einsatzbereitschaft der Feuerwehr dau­erhaft gewährleistet werden – zum Vor­teil der gesamten Kommune.“
Bis 2029 plant die SV Sparkassen Versicherung, bei über 800 versicherten Kom­munen den Einbau von Brandfrüherken­nungsanlagen zu för­dern und investiert dafür insgesamt fast eine Million Euro – ein weiterer wichtiger Beitrag zur langfris­tigen Förderung und Sicherheit der Feuerwehren.
Bürgermeister Thomas Groll dankte Matthias Schmidt herzlich da­für, dass er immer wieder die örtlichen Feuerwehren unterstützt.
Zudem unterstützte Matthias Schmidt anlässlich der 800-Jahrfeier Momberg die dortige Freiwillige Feuerwehr und sponserte einen Betrag von 750 Euro zur Anschaffung einer Staustufe „Bi­ber“, damit ist es möglich, in Bächen Wasser aufzustauen, um es zu Löschzwecken zu verwenden.

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A49 führt zu weniger Lastwagen in Neustadt

Stadt finanzierte Verkehrszählung / Umleitungsstrecke ist problematisch
Von Michael Rinde

Neustadt.
In Neustadt gibt es erstmals seit der Freigabe der Autobahn 49 belastbare Zahlen zur Verkehrsentwicklung. Was viele bereits gefühlt so wahrgenommen hatten, hat sich bestätigt: Die Autobahnanbindung hat zu einer Entlastung geführt, vor allem bei der Zahl der Neustadt durchfahrenden Lastwagen.
Zweimal hat die Stadt zählen lassen, laut einer Mitteilung: am 14. November 2024 und am 21. Oktober 2025 an mehreren Stellen in der Innenstadt. Die Autobahn ist seit März 2025 für den Verkehr freigegeben.

Auszüge aus den Ergebnissen: An der oberen Marburger Straße vor der Querallee ergibt sich eine Verringerung von 2.263 Pkw und 225 Lastwagen. Bei den Autos bedeutet das nach Angaben der Stadt ein Minus von 18 Prozent, bei Lastwagen ein Minus von sogar 62 Prozent. Dort fuhren im Oktober 2025 gezählte 10.873 Pkw und 284 Lastwagen.

Im Bereich der Querallee ergibt sich eine Verringerung von 653 Pkw und 337 Lkw. Das steht für ein Minus von 9 Prozent bei den Pkw und 61 Prozent bei Lastwagen. Dort fuhren im Oktober 2025 gezählte 6.758 Pkw und 214 Lastwagen.

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Festzug lässt Mombergs Geschichte aufleben

27 Gruppen zogen durch die Straßen des Ortes
Von Laura Lansche

Momberg.
Trotz des heißen und sonnigen Sommertags säumten zahlreiche Menschen die Straßenränder, um dem historischen Festzug zu sehen. Manche hielten sich im Schatten auf, andere hatten Sonnenschirme dabei. Der Weg des Festzugs war mit bunten Wimpeln geschmückt. Von weitem waren schon die ersten hohen Töne auf der Flöte und Paukenschläge zu hören.
Zu Beginn des Festzugs liefen zwei Personen, die eine „800“ aus grünen Zweigen trugen. Später kämpften zwei Frauen in mittelalterlicher Kleidung mit Schwertern und Schildern gegeneinander. Sie waren vom Verein Reenactment Combat Fighting Marburg. Der Sportverein Momberg veranschaulichte die Pest, die im 14. Jahrhundert in Momberg wütete. Manche lagen vermeintlich krank auf einem Wagen. Dahinter liefen ein Pestarzt mit einer Schnabelmaske und Mönche in braunen Kutten. Der Momberger Kindergarten spielte Räuberbanden nach, die sich im 18. Jahrhundert in der Hardtmühle versteckt hielten und ihr Diebesgut vergruben. Die Freiwillige Feuerwehr Momberg präsentierte ihre alten Wasserspritzpumpen.

Die erste Pumpe in Momberg stammt aus dem Jahr 1885, berichtet Arno Sack von der Feuerwehr. Eigentlich wurde sie von Pferden gezogen, beim Festzug war es stattdessen aber ein Traktor. „In Momberg sind heute alle auf den Beinen. Mehr sind beteiligt, als zuschauen können“, sagte der 63-Jährige.

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Auswandererschicksal zum Greifen nah

Musical über Neustädter Bürger des 19. Jahrhunderts war ein großer Erfolg
Von Kunst- und Kulturverein Neustadt

Neustadt.
Schon zum zweiten Mal wurde in Neustadt im Kultur- und Bürgerzentrum ein Musical aus der Feder von Christiane Krapp aufgeführt: das Publikum erfuhr im Musical `Mr. Ruhl – Das Leben eines Neustädter Auswanderers´, wie es Theodor Ruhl mit rund 600 Neustädter Bürgern zwischen 1820 und 1920 in scheinbar auswegloser Situation nach Amerika zog, um dort das ersehnte Glück zu finden.
Über 60 Mitwirkende im Alter zwischen 6 und 84 Jahren brachten dieses Musical zur Aufführung und nahmen die Zuschauer stimmungsvoll mit in die damalige Zeit. Nicht nur die für die Neustädter Kirmes in Detroit einstudierten Tänze und die teils selbstgenähten Kostüme zeigten, mit wie viel Freude und Engagement sich jeder auf seine Weise zum Gelingen der Aufführungen einbrachte. Es gelang dem Ensemble auf eindrucksvolle Weise, sowohl die Stimmungen der Menschen in der Heimat Neustadt als auch der Auswanderer in Detroit für das Publikum unmittelbar spürbar zu machen, was insbesondere Besucher mit eigenen Migrationserfahrungen innerhalb ihrer Familien emotional oft stark berührte. Die Zuschauer an den verschiedenen Empfindungen, nämlich dem Abschied aus der Heimat, der Ankunft im Westen, der Sehnsucht nach der Heimat sowie der Rückkehr nach Neustadt teilhaben zu lassen, war der Verdienst der ausdrucksstarken Spielweise aller Mitwirkenden, allen voran jedoch der des Hauptdarstellers Tobias Sollorz als Theodor Ruhl. Ihm gelang es, all die Höhen und Tiefen eines bewegten Lebens mit großer Intensität auszuspielen und dabei alle Zuschauer in seinen Bann zu ziehen. Wer hatte keine Gänsehaut, als die von Christiane Krapp arrangierten Sologesänge von Jacqueline Witt als Theos Tochter Martha und Theo erklangen? Wer war nicht betroffen von Theos Not, als er nach seiner Rückkehr nach Neustadt durch Kriegsumstände bettelarm wurde? Auch die zum Mitsingen animierenden bekannten Lieder verstärkten diese Wirkung.

Dass die Not, sei sie auch noch so groß, durch Gemeinschaft, Zusammenhalt und Eigeninitiative gelindert werden kann, war letztendlich die Botschaft, mit der die dargebotene tragische, wahre Lebensgeschichte von Theodor Ruhl ein hoffnungsvolles Ende fand.

Sicherheitsprogramm bringt „kleine Erfolge“

Neustadt drängt weiter auf barrierefreien Umbau des Bahnhofsgebäudes
Von Michael Rinde

Neustadt.
Der Bahnhof in Neustadt ist zweifellos ein prägendes Gebäude in Neustadts Innenstadt und bereits von Weitem sichtbar. Doch leider ist es um ihn nicht bestellt angesichts seines Zustandes und der fehlenden Barrierefreiheit. Auch hinter der Sicherheit machen Zuggäste Fragezeichen, wie eine Befragung gezeigt hatte.
Im Jahr 2024 wurde Neustadt auch vor diesem Hintergrund eine von sechs Pilotkommunen in Hessen, die am damals neuen Programm „Kompass Bahnhof“ teilnahmen. Rein formal ist dieses Sicherheitsprogramm, das vom Innenministerium angestoßen wurde und getragen wird, für die Pilotkommunen jetzt abgeschlossen. Innenminister Professor Roman Poseck (CDU) überreichte den Teilnehmern beim Hessentag in Fulda eine Urkunde und ein Schild.

„Es darf aber nicht sein, dass es mit einem Schild, das wir aufhängen, jetzt vorbei ist“, sagt Neustadts Bürgermeister Thomas Groll (CDU) auf Nachfrage der OP. Groll hatte Schild und Urkunde in Fulda selbst entgegengenommen.

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Neustädter Mitteilungsblatt

Bürgermeister Groll: „Einsatz für das demokra­tische Gemeinwesen ist wichtiger denn je.“ Stadt Neustadt sagt „Dankeschön“ für jahre­langes Mitwirken in der Kommunalpolitik

„Es gibt keine größere Schuld als jene, Dank zu sagen“, mit diesen Worten von Marcus Tullius Cicero (106 v. Chr. – 43 v. Chr.), dem berühmtesten Redner des antiken Roms, eröffnete Bürgermeister Thomas Groll die Feierstunde zur Verabschiedung langjähriger Kommunalpolitikerinnen und -politiker im Histori­schen Rathaus, an der u.a. auch Stadtverordnetenvor­steher Hans-Dieter Georgi, Erster Stadtrat Wolfram Ellenberg und die Fraktionsvorsitzenden Jakob Gnau (CDU), Hans-Gerhard Gatzweiler (SPD) und Karsten Gehmlich (FWG) teilnahmen.
Der Bürgermeister, die Amtskette tragend, betonte in seiner Ansprache, dass unser demokratisch verfasstes Gemeinwesen entscheidend davon lebe, dass es immer wieder Frauen und Männer gebe, die bereit seien, sich für die Allgemeinheit zu engagieren. Dieser Einsatz wer­de leider nicht mehr von allen anerkannt, sondern auch immer wieder kritisiert. Aus eigener, über drei Jahrzehn­te währender kommunalpolitischer Tätigkeit in Neustadt könne er aber mit Fug und Recht feststellen, dass vor Ort stets die Sache im Mittelpunkt stehe. Gerade im letzten Jahrzehnt habe sich in der Kommune ein Miteinander entwickelt, das beispielhaft in der Region sei. „Wir dis­kutieren die Themen und suchen nach gemeinsamen We­gen, in unseren Beschlüssen finden sich alle wieder und diese dienen dem Vorwärtskommen von Neustadt und seinen Stadtteilen“, so Thomas Groll.
„Bei uns sieht man, was erfolgreiche Kommunalpolitik schafft: Kultur- und Bürgerzentrum, Freibad, Haus für Alle oder Wald­stadion sind hierfür ebenso Belege wie unsere Aktivitäten im sozialen und kulturellen Bereich. Dazu haben jene, die wir heute verabschieden, durch ihre Tätigkeit in Magistrat und Stadtver­ordnetenversammlung einen wichtigen Beitrag geleistet“, hob der Bürgermeister hervor. Alle, die sich in der Kommunalpolitik en­gagiert haben, verdienten hierfür den Dank der Stadtgesellschaft. Sie seien dem bekannten Wort des Propheten Jeremia „Suchet der Stadt Bestes“ gefolgt.
„Seit 2001 kann man bei Kommunalwahlen kumulieren und pana- schieren. Sie alle sind also nicht lediglich über die Liste einer Par­tei oder Wählergemeinschaft in die Stadtverordnetenversamm­lung eingezogen, sondern durch die direkte Wahl der Bürgerinnen und Bürger. Dies war ein besonderer Vertrauensbeweis für ihre Person“, stellte Thomas Groll fest.
Von 2021-2026 arbeiteten Susanne Wilhelm, Eugen Dammer, Jürgen Kaufmann und Leon Kubitschko in der Stadtverordneten­versammlung mit. Wilhelm, Kubitschko (beide Mengsberg) und Kaufmann (Momberg) sind weiterhin in den Ortsbeiräten ihres Heimatortes aktiv. Andreas Merten gehörte der Stadtverordne­tenversammlung von 2016-2026 an. Ihnen allen dankten Bürger­meister Thomas Groll und Stadtverordnetenvorsteher Hans-Dieter Georgi für ihren Einsatz. „Sie haben Freizeit geopfert und Ideen entwickelt, das verdient den Respekt der Bürgerschaft“, so Groll.
Stephani Schmitt war in den letzten zehn Jahren Mitglied des Ma­gistrats und habe sich hier stets konstruktiv in den Meinungsbil­dungsprozess eingebracht, betonte das Stadtoberhaupt.
Über mehrere Legislaturperioden hinweg gehörte Jan von Holten fast zwei Jahrzehnte der Stadtverordnetenversammlung an. Wie viele andere der Geehrten auch bringe er sich zudem in das Ver­einsleben der Kommune ein, sagte der Bürgermeister.
Für Karl-Heinz Waschkowitz, Bernd Malkus, Karl Eugen Ramb und Franz-W. Michels hatte die Stadtverordnetenversammlung im Mai 2026 die Verleihung von Ehrenbezeichnungen beschlossen, da sie sich über 20 Jahre in Stadtverordnetenversammlung oder Magistrat engagierten. Für alle vier fand Bürgermeister Thomas Groll persönliche Worte, denn mit jedem der Geehrten verband
ihn ein langjähriges und vertrauensvolles Miteinander.
Bernd Malkus war von 1989 bis März 2026 Stadtverordneter und darf sich nun wie auch Karl-Heinz Waschkowitz (2006-2026) Stadt­ältester nennen, ein Titel den zuvor Eduard Faber, Werner Gatzwei­ler, Wilfried Kritzler und Manfred Schmitz zuerkannt bekamen.
Karl-Eugen Ramb war von 2006 bis 2026 Stadtrat und zuvor von 1985 mit zwei Unterbrechungen Stadtverordneter. Er erhielt wie vor ihm Ludwig Dippel und Otto Baier die Ehrenbezeichnung Eh­renstadtrat.
Franz-W. Michels wurde erstmals 1997 in die Stadtverordneten­versammlung gewählt und gehörte ihr 29 Jahre ununterbrochen an. Von 2016-2026 amtierte er als Stadtverordnetenvorsteher. Mi­chels darf sich nun Ehrenstadtverordnetenvorsteher nennen.
Die vier besonders Geehrten erhielten ebenfalls eine Urkunde und ein Präsent, für ihre sie begleitenden Ehefrauen gab es einen Blumenstrauß.
„Fast 200 Jahre kommunalpolitische Erfahrung haben uns zum Ende der Legislaturperiode verlassen. Erfreulicherweise sind aber jüngere Frauen und Männer an die Stelle der Ausgeschiedenen getreten. Der Staffelstab wurde also übernommen und das ist gut so, denn unsere Demokratie lebt vom Mitmachen und nicht vom Miesmachen. Alle Geehrten haben sich um unsere Heimatstadt verdient gemacht“, hob Bürgermeister Thomas Groll zum Ende der Feierstunde hervor.

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Momberger feiern mit Party, Familienfest und Festzug

Neustädter Stadtteil gestaltet 800-Jahr-Feier mit Festwochenende

Neustadt-Momberg.
Mombergs großes Festwochenende steht bevor. Das Dorf feiert sein Jubiläum ganz groß. Momberg besteht seit 800 Jahren. Das Festwochenende beginnt mit Mallorca-Stars: Am Freitag, 19. Juni, ab 21 Uhr wird DJ Balineiro bei der XXL-Malle-Party alles geben. Dann präsentieren im Laufe des Abends die Ballermann-Sänger „Tommy Fieber“ und „Marry“ die aktuellsten Hits vom Ballermann.
Der Höhepunkt für alle Kinder findet am Samstag, 20. Juni, ab 14 Uhr beim großen Familiennachmittag statt. In den Straßen rund um den Festplatz und des Dorfgemeinschaftshauses wird es ein großes Angebot für Kinder und die ganze Familie geben. Auf der Aktionsbühne vor dem Dorfzentrum werden am Nachmittag verschiedene Tanzgruppen ihre Tänze präsentieren.

Für die Kleinen wird es Hüpfburgen, Fußball-Dart, Riesen-Legosteine, Bobby-Car-Rennen, Kinderschminken, Glitzertattoos und viele Mitmachaktionen geben.

Auch für die Erwachsenen gibt es viel zu sehen: Feuerwehr, das Deutsche Rote Kreuz, DLRG und Polizei werden ihre Ausrüstung zeigen. Hessen Forst und die Momberger Jäger demonstrieren den Hochsitzbau und vieles Wissenswertes um den Wald und die Natur.

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Neustädter Mitteilungsblatt

Zeitreise durch Neustadts Geschichte begeisterte zahlreiche Besucher

Zeitreise durch Neustadts Geschichte begeisterte zahlreiche Besucher

Am 30. Mai 2026 um 14 Uhr erlebten die Teilnehmer der diesjäh­rigen Kostümstadtführung der NeuSTADT Guides eine rundum gelungene Reise durch die Geschichte Neustadts. Bei bestem Wet­ter begaben sie sich gemeinsam mit den Erzählern Hans-Werner und Andrea Sollorz auf einen abwechslungsreichen Spaziergang durch mehrere Jahrhunderte Stadtgeschichte.
Die Teilnehmer wurden auf eine Zeitreise mitgenommen, die sie von den Anfängen Neustadts über die Zeit des Junker Hans von Dörnberg bis hin zur Gründung einer Bürgergarde führte. Auf dem Weg durch den Bürgerpark erhielten sie bereits interessan­te Einblicke über die Wüstungen rund um Neustadt. Die erste Begegnung mit den Stationen, die die NeuSTADT Guides vor­bereitet hatten, fand mit zwei Marktfrauen (Sonja und Marlene Stark) aus dem frühen 19. Jahrhundert statt, die mit viel Witz und Charme aus ihrem Alltag berichteten. Anschließend traf die Gruppe auf einen Unter­leutnant (Sebastian Hen­kel) und einen Gardisten (Andreas Schönberg) der Neustädter Bürgergarde um 1840, die Einblicke in ihre Pflichten und das damalige Bürgerleben gaben. Am historischen Ern-Tennen-Haus, erfuhren die Teilnehmer Wissenswertes über die Wohn- und Lebensverhältnisse vergangener Jahrhunderte. Besonders für Heiterkeit sorgte dabei die anschließende Szene zum Thema Hygiene im Mittelalter. Als eine Hausbewohne­rin (Miranda Faber) kurzerhand ihren Nachttopf aus dem Fenster auf die Straße entleerte, waren viele Gäste zunächst überrascht, bevor herzliches Gelächter auf­kam. Die humorvolle Darstellung machte eindrucksvoll deutlich, unter welchen Bedingungen die Menschen damals lebten. In der Scheune des Ern-Tennen-Hauses zeigte der Erzähler (Hans-Werner Sollorz) Bilder aus vergangenen Zeiten und wusste so einiges zu berichten.
Vor der Pfarrkirche führte die Reise weiter in die Zeit der Reformation um 1530. Ein katholischer Pfarrer (Jakob Krapp) schilderte eindrucksvoll die Unsicherheit und den Wandel jener Jahre, als die neue Lehre Martin Luthers auch in Neustadt Einzug hielt und alte Gewohnheiten ins Wanken gerieten.
Auf dem Marktplatz begegneten die Besucher anschließend zwei Marktfrauen (Marion Hill, Miranda Faber) des 16. Jahrhunderts, die über Hexen glauben, Gerüchte und vermeintliche Hexerei tuschelten. Mit viel Spielfreude machten sie deutlich, wie schnell Verdächtigungen damals entstehen konnten und welche Folgen dies für die Betroffenen hatte.

Vor dem Rathaus trat schließlich der Bür­germeister (Holger Michel) der Stadt auf.
. Er berichtete vom verheerenden Stadtbrand des Jahres 1556, vom Wiederaufbau Neustadts und von den Heraus­forderungen jener Zeit. Dabei spannte er den Bogen von den reli­giösen Um­brüchen bis hin zu den Hexenverfolgun­gen und der Entwicklung der Stadt nach der Reformation.
Den Höhepunkt der Führung bildete die Station am Junker- Hansen-Turm. Dort begegne­ten die Gäste dem mächtigen Hans von Dörnberg (Matthias Mix), seinem Baumeister Hans Jakob von Ettlingen (Markus Mix) und schließlich sogar dem Teufel (Tobias Sollorz) persönlich. Die humorvolle und zugleich spannende In­szenierung rund um den Bau des Turmes und die bekannten Neustädter Sagen sorgten für viele Schmunzler und begeis­terte Reaktionen. Auch im Inneren des Turmes wartete der Teufel mehrfach auf die Besucher und berichtete auf amüsante Weise von seinen angeblichen Diensten für den ehrgeizigen Junker.
Die Resonanz der Gäste fiel durchweg positiv aus. Beson­ders erfreulich war, dass Be­sucher nicht nur aus Neustadt und der Region, sondern sogar aus der Gegend von Braunschweig angereist waren. Diese zeigten sich begeistert von der Veranstaltung und betonten, dass es in Deutschland viele schöne Regionen und interessante Angebote gebe. Gerade Gästeführungen seien eine wunderbare Möglich­keit, immer wieder Neues zu entdecken und Geschichte lebendig zu erleben.
Auch die Darstellerinnen und Darsteller der NeuSTADT Guides hatten sichtlich Freude an ihren Rollen und begeisterten das Pub­likum mit großem Engagement und viel Liebe zum Detail.
Zum Abschluss luden die Gästeführer alle Teilnehmer zu Kaffee und Kuchen in das historische Rathaus ein. In gemütlicher At­mosphäre konnten sie die Eindrücke der vergangenen Stunden noch einmal Revue passieren lassen. So endete die Reise durch die Geschichte Neustadts nicht nur informativ und unterhaltsam, sondern auch mit vielen netten Gesprächen und einem geselligen Beisammensein.
Die NeuSTADT Guides bedanken sich bei allen Mitwirkenden, Helferinnen und Helfern sowie bei den zahlreichen Gästen und freuen sich bereits auf kommende Veranstaltungen.

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