Neustädter Mitteilungsblatt

Bürgermeister Groll: „Einsatz für das demokra­tische Gemeinwesen ist wichtiger denn je.“ Stadt Neustadt sagt „Dankeschön“ für jahre­langes Mitwirken in der Kommunalpolitik

„Es gibt keine größere Schuld als jene, Dank zu sagen“, mit diesen Worten von Marcus Tullius Cicero (106 v. Chr. – 43 v. Chr.), dem berühmtesten Redner des antiken Roms, eröffnete Bürgermeister Thomas Groll die Feierstunde zur Verabschiedung langjähriger Kommunalpolitikerinnen und -politiker im Histori­schen Rathaus, an der u.a. auch Stadtverordnetenvor­steher Hans-Dieter Georgi, Erster Stadtrat Wolfram Ellenberg und die Fraktionsvorsitzenden Jakob Gnau (CDU), Hans-Gerhard Gatzweiler (SPD) und Karsten Gehmlich (FWG) teilnahmen.
Der Bürgermeister, die Amtskette tragend, betonte in seiner Ansprache, dass unser demokratisch verfasstes Gemeinwesen entscheidend davon lebe, dass es immer wieder Frauen und Männer gebe, die bereit seien, sich für die Allgemeinheit zu engagieren. Dieser Einsatz wer­de leider nicht mehr von allen anerkannt, sondern auch immer wieder kritisiert. Aus eigener, über drei Jahrzehn­te währender kommunalpolitischer Tätigkeit in Neustadt könne er aber mit Fug und Recht feststellen, dass vor Ort stets die Sache im Mittelpunkt stehe. Gerade im letzten Jahrzehnt habe sich in der Kommune ein Miteinander entwickelt, das beispielhaft in der Region sei. „Wir dis­kutieren die Themen und suchen nach gemeinsamen We­gen, in unseren Beschlüssen finden sich alle wieder und diese dienen dem Vorwärtskommen von Neustadt und seinen Stadtteilen“, so Thomas Groll.
„Bei uns sieht man, was erfolgreiche Kommunalpolitik schafft: Kultur- und Bürgerzentrum, Freibad, Haus für Alle oder Wald­stadion sind hierfür ebenso Belege wie unsere Aktivitäten im sozialen und kulturellen Bereich. Dazu haben jene, die wir heute verabschieden, durch ihre Tätigkeit in Magistrat und Stadtver­ordnetenversammlung einen wichtigen Beitrag geleistet“, hob der Bürgermeister hervor. Alle, die sich in der Kommunalpolitik en­gagiert haben, verdienten hierfür den Dank der Stadtgesellschaft. Sie seien dem bekannten Wort des Propheten Jeremia „Suchet der Stadt Bestes“ gefolgt.
„Seit 2001 kann man bei Kommunalwahlen kumulieren und pana- schieren. Sie alle sind also nicht lediglich über die Liste einer Par­tei oder Wählergemeinschaft in die Stadtverordnetenversamm­lung eingezogen, sondern durch die direkte Wahl der Bürgerinnen und Bürger. Dies war ein besonderer Vertrauensbeweis für ihre Person“, stellte Thomas Groll fest.
Von 2021-2026 arbeiteten Susanne Wilhelm, Eugen Dammer, Jürgen Kaufmann und Leon Kubitschko in der Stadtverordneten­versammlung mit. Wilhelm, Kubitschko (beide Mengsberg) und Kaufmann (Momberg) sind weiterhin in den Ortsbeiräten ihres Heimatortes aktiv. Andreas Merten gehörte der Stadtverordne­tenversammlung von 2016-2026 an. Ihnen allen dankten Bürger­meister Thomas Groll und Stadtverordnetenvorsteher Hans-Dieter Georgi für ihren Einsatz. „Sie haben Freizeit geopfert und Ideen entwickelt, das verdient den Respekt der Bürgerschaft“, so Groll.
Stephani Schmitt war in den letzten zehn Jahren Mitglied des Ma­gistrats und habe sich hier stets konstruktiv in den Meinungsbil­dungsprozess eingebracht, betonte das Stadtoberhaupt.
Über mehrere Legislaturperioden hinweg gehörte Jan von Holten fast zwei Jahrzehnte der Stadtverordnetenversammlung an. Wie viele andere der Geehrten auch bringe er sich zudem in das Ver­einsleben der Kommune ein, sagte der Bürgermeister.
Für Karl-Heinz Waschkowitz, Bernd Malkus, Karl Eugen Ramb und Franz-W. Michels hatte die Stadtverordnetenversammlung im Mai 2026 die Verleihung von Ehrenbezeichnungen beschlossen, da sie sich über 20 Jahre in Stadtverordnetenversammlung oder Magistrat engagierten. Für alle vier fand Bürgermeister Thomas Groll persönliche Worte, denn mit jedem der Geehrten verband
ihn ein langjähriges und vertrauensvolles Miteinander.
Bernd Malkus war von 1989 bis März 2026 Stadtverordneter und darf sich nun wie auch Karl-Heinz Waschkowitz (2006-2026) Stadt­ältester nennen, ein Titel den zuvor Eduard Faber, Werner Gatzwei­ler, Wilfried Kritzler und Manfred Schmitz zuerkannt bekamen.
Karl-Eugen Ramb war von 2006 bis 2026 Stadtrat und zuvor von 1985 mit zwei Unterbrechungen Stadtverordneter. Er erhielt wie vor ihm Ludwig Dippel und Otto Baier die Ehrenbezeichnung Eh­renstadtrat.
Franz-W. Michels wurde erstmals 1997 in die Stadtverordneten­versammlung gewählt und gehörte ihr 29 Jahre ununterbrochen an. Von 2016-2026 amtierte er als Stadtverordnetenvorsteher. Mi­chels darf sich nun Ehrenstadtverordnetenvorsteher nennen.
Die vier besonders Geehrten erhielten ebenfalls eine Urkunde und ein Präsent, für ihre sie begleitenden Ehefrauen gab es einen Blumenstrauß.
„Fast 200 Jahre kommunalpolitische Erfahrung haben uns zum Ende der Legislaturperiode verlassen. Erfreulicherweise sind aber jüngere Frauen und Männer an die Stelle der Ausgeschiedenen getreten. Der Staffelstab wurde also übernommen und das ist gut so, denn unsere Demokratie lebt vom Mitmachen und nicht vom Miesmachen. Alle Geehrten haben sich um unsere Heimatstadt verdient gemacht“, hob Bürgermeister Thomas Groll zum Ende der Feierstunde hervor.

Mehr Sicherheit in der Sonne

Kreis stellt UV-Index-Tafeln für mehrere Freibäder bereit / Projekt zur Gesundheitsförderung
Mit sogenannten UV-Index-Tafeln in Freibädern leistet der Land­kreis Marburg-Biedenkopf einen Beitrag, um auf die Gefahr von Hautkrebs aufmerksam zu machen. Über diese neuen Tafeln lässt sich über einen QR-Code tagesaktuell die Intensität der UV- Strahlung abrufen. Ultraviolette (UV-)Strahlung gilt als der wich­tigste beeinflussbare Risikofaktor für Hautkrebserkrankungen.
Tafeln befinden sich zukünftig in den Freibädern in Bad Endbach, Biedenkopf, Neustadt (Hessen), Kirchhain, Stadtallendorf und Rauschenberg – diese Kommunen sind Teil des Modellprojektes „Dezentrale Präventionsberatung“ des Landkreises. Die Kosten in Höhe von rund 700 Euro für die Tafeln übernimmt der Kreis. Die Idee zur Bereitstellung der Tafeln entstand im Rahmen dieses Modellprojektes: Als eine von sechs Modellkommunen hat Rau­schenberg im Beratungsprozess einen „Runden Tisch für Kinder- und Jugendgesundheit“ eingerichtet. Dort wurde vermehrt über Sonnenbrände bei Kindern und Jugendlichen im Freibad berich­tet. Die Installation der ersten UV-Index-Tafel im Freibad Rau­schenberg soll in diesem Zusammenhang die Besucherinnen und Besucher für UV-Schutz sensibilisieren und informieren.
„Durch den Klimawandel nimmt die Zahl der Sonnentage zu und die Sonnenstrahlung wird intensiver. Gerade für Menschen die sich längere Zeit im Freien aufhalten, steigt das Risiko für eine hohe Belastung mit UV-Strahlung auf Haut und Augen. Mit den Tafeln wollen wir deshalb auf diese Gefahr hinweisen. Denn da man die Strahlung nicht direkt sieht oder merkt, kann sie leicht un­terschätzt werden. Gerade in Frei­bädern, wo sich häufig auch junge Menschen lange Zeit und meist nur mit wenig oder keiner schützenden Kleidung aufhalten“, macht Land­rat Jens Womelsdorf deutlich.
„Die UV-Index-Tafeln zeigen nicht nur die Stärke der UV-Strahlung. Sie geben auch verständliche und alltagsnahe Verhaltensempfehlun­gen in Schrift- und Bildform. Dazu zählen das Aufträgen von Sonnen­schutzmitteln mit hohem Licht­schutzfaktor, das Tragen von Kopf­bedeckungen und hautbedeckender Kleidung oder das Aufsuchen von Schattenplätzen. Je höher der Wert auf der Skala von 1 bis 11+, desto wichtiger sind geeignete Sonnen­schutzmaßnahmen – insbesondere in der Mittagszeit. Die UV-Index- Tafeln in den Freibädern sollen den UV-Schutz im Alltag erleichtern und präventive Gesundheitsinfor­mationen dort verfügbar machen,
wo sie besonders relevant sind“, erklärt Dr. Maren Bredehorst vom Gesundheitsamt des Landkreises Marburg-Biedenkopf. Einer Hautkrebserkrankung könne wirksam vorgebeugt werden. „Eine Pause im Schatten einlegen und Sonnencreme verwenden – alle können aktiv werden, um sich vor schädlicher UV-Strahlung zu schützen“, so Bredehorst.
Die Tafeln stellt der Kreis den genannten Kommunen im Rahmen der Initiative „Gesundheit fördern – Versorgung stärken“ zur Ver­fügung, eine strategische Partnerschaft mit der Universitätsstadt Marburg. Gleichzeitig sind die Tafeln auch ein Beitrag zu den Be­mühungen des Kreises im Bereich Klimaanpassung.