Neustadts Stadtbrandinspektor informierte Parlamentarier über Situation
Von Michael Rinde
Neustadt.
Einmal pro Jahr gibt in Neustadt der Stadtbrandinspektor im Parlament einen Überblick über die Situation der Feuerwehren. Da es sein erster Vortrag nach der Kommunalwahl war, stellte sich Frank Bielert den Parlamentariern kurz vor. Seit 30 Jahren ist der Familienvater aus Neustadt bei der Wehr aktiv und besitzt entsprechend Erfahrung und Qualifikation.
Modern ausgerüstet
Eines vorweg: Es gibt keine dramatischen Probleme bei den Neustädter Wehren, wohl aber einige Herausforderungen, die auch in anderen Kommunen bestehen. Die Wehren aus Neustadt, Momberg, Mengsberg und Speckswinkel verfügen alle über genügend Einsatzkräfte. „Unsere Ausrüstung ist modern und aktuell“, sagte Bielert vor den Parlamentariern. Aber das gelingt natürlich nur mit stetigen Investitionen der Stadt in ihre Feuerwehren. Jüngstes Fahrzeug ist aktuell das Tragkraftspritzen-Fahrzeug in Speckswinkel.
In diesem Herbst bekommt die Kernstadt-Feuerwehr ihr neues Hilfeleistungslöschfahrzeug, danach steht gleich die nächste Beschaffungsaktion im Raum. Sechs Fahrzeuge haben Neustadts Feuerwehren, drei davon in der Kernstadt.
Bei den Gerätehäusern, die regelmäßig von der Unfallkasse, dem Technischen Prüfdienst und der Brandschutzaufsicht überprüft werden, sieht Bielert in den Stadtteilen keine akuten Probleme. Dort sei regelmäßig investiert worden. „Das Haus in der Kernstadt ist aber in die Jahre gekommen“, hebt Bielert heraus. Es braucht den Neubau, ein Millionenprojekt. Derzeit schauen sich Feuerwehrführung und Verwaltung vergleichbare Gerätehäuser an. Es solle bei den Planungen für das Gebäude keine Fehler geben.
Nur das Nötigste
Es wird ein Millionenprojekt, die Fertigstellung soll 2031 erfolgen, so die bisherigen Planungen. Bedarf für den Neubau gibt es reichlich. Es fehlt an Platz, es gibt keine Absauganlage für Autoabgase, keine Schwarz-Weiß-Trennung.
Und es fehlt an Parkflächen für die anrückenden Feuerwehrleute bei einem Einsatz. Reichlich Gründe für einen Neubau also.
Das Feuerwehrgerätehaus wird auf einem Teil des Festplatzes neu entstehen (die OP berichtete). Ausdrücklich lobt Bielert das Zusammenspiel mit der Stadt und hebt seinerseits heraus, dass die Feuerwehren um die Haushaltslage wüssten und sich auf das wirklich Notwendige beschränkten.
Notwendig wird ein weiterer Austausch von älteren Atemschutzgeräten und weiterer Schutzkleidung zum Beispiel für die Feuerwehrleute der Stadt.
In den Einsatzabteilungen sind derzeit 133 Feuerwehrfrauen und Feuerwehrmänner aktiv. Die Wehren achteten darauf, dass sie keine Karteileichen mitschleppten. Jeder Feuerwehrangehörige muss im Jahr 40 Stunden Ausbildung nachweisen.
Aber Nachwuchswerbung bleibt auch in Neustadt ein großes Thema. Leider sei auch bei den Feuerwehren festzustellen, dass die Bereitschaft abnehme, sich ehrenamtlich zu engagieren.
Während des Tages werden insbesondere bei Einsätzen im Raum Mengsberg und Speckswinkel immer mehrere Wehren verständigt, um vor Ort genügend Leute zu haben.
Positiv: „Es haben sich einige Feuerwehrleute bereit erklärt, sich zu Führungskräften ausbilden zu lassen“, freut sich Bielert. Das ist zeitaufwendig. Allein für die Ausbildung zum Gruppenführer ist ein 14-tägiger Lehrgang erforderlich.

