Kinder- und Jugendarbeit ist seit Beginn des Jahres in städtischer Hand und läuft gut an / Eröffnungsfeier diesen Freitag
Von Florian Lerchbacher
Neustadt.
„Die offene Arbeit mit Kindern und Jugendlichen macht großen Spaß“, sagt Isabelle Korn, die seit Anfang des Jahres nicht nur mit 15 Stunden Wochenstunden im Familienzentrum tätig ist, sondern weitere 15 Stunden als Jugendpflegerin wirkt. Mit 39 Wochenstunden ist Tizian Nau als Jugendpfleger tätig. Die beiden sind die zentralen Personen der neu aufgestellten Kinder- und Jugendarbeit. Ihnen zur Seite steht noch Streetworker Lukas Brauschke. War bis Ende des vergangenen Jahres der Marburger Verein bsj für die Jugendarbeit in Neustadt zuständig, so kümmert sich die Stadt seit Beginn 2026 um die Angebote und hat sie auf Kinder ausgeweitet. „Wir haben uns für die Neuausrichtung entschieden, da es uns wichtig war, verstärkt Angebote für Jungen und Mädchen bis 12 oder 13 Jahren zu machen“, erklärt Bürgermeister Thomas Groll.
Angedockt hat die Stadt die Kinder- und Jugendarbeit, die auch ein neues Logo bekam, ans Familienzentrum um Leiterin Nicole Zinkowski – die sich über zahlreiche Synergien freut. Vor allem aber sei es sehr wichtig, dass nun für alle Altersgruppen Angebote gemacht werden: Immer wieder seien Eltern auf sie zugekommen und hätten bedauert, dass es nach dem Kindergartenalter ein Loch in der Sozialen Arbeit Neustadts gebe. Das sei durch die Neuausrichtung nun gestopft. Und dadurch, dass die Eltern bereits Kontakte ins Familienzentrum hatten, sei auch gleich Vertrauen in die neue Kinder- und Jugendarbeit dagewesen: „So brauchten wir sehr wenig Anlaufzeit, und es kamen direkt viele Kinder zu unseren ersten Angeboten. Eigentlich ist es ein Selbstläufer.“ Ein erstes Fazit, das auch der Rathauschef bestätigt: „Ich nehme es als sehr positiv wahr und erhalte auch solche Rückmeldungen.“
Jugendraum erstrahlt innen und außen in neuem Glanz
Und auch der Jugendraum kommt in neuem Glanz daher: Innen verpassten Profis dem Gebäude einen neuen Anstrich, außen übernahmen Tizian Nau und einige Jugendliche diese Aufgabe. Dabei mussten sie zwar das in die Jahre gekommene und bereits an mehreren Stellen beschädigte Neustadt-Graffiti überstreichen, aber der Jugendraum solle in jedem Fall wieder bunt werden, verspricht der Jugendpfleger. Auch die Innenausstattung ist größtenteils neu. Dort warten beispielsweise ein Tischkicker, eine Dartscheibe oder auch eine Leinwand samt Beamer (mit gebrauchter, aber gemütlicher Couch davor) auf Nutzer.
Der Jugendraum ist an jedem Wochentag für Kinder und Jugendliche ab acht Jahren geöffnet: Montags öffnet sich die Tür um 15 Uhr. Dann findet bis 18 Uhr ein Lego-Treff statt, dessen Heimat bisher das Familienzentrum war. Von 18 bis 21 Uhr ist das Haus dann für Kinder und Jugendliche ab 12 Jahren geöffnet (diese beiden Öffnungszeiten gelten auch freitags – dann findet aber kein Lego-Treff statt). Dienstags und donnerstags gibt es einen offenen Treff von 15 bis 19 Uhr. Mittwochs ist der Jugendraum für den Mädchentreff reserviert, der von 16.30 bis 19.30 Uhr stattfindet.
„Alle zwei Wochen mache ich ein Kochangebot, bei dem wir Food-Trends von TikTok oder Instagram aufgreifen“, sagt Korn und betont gemeinsam mit Nau, dass den beiden der „offene“ Charakter des Jugendraums wichtig sei.
Will heißen: Es gibt mit Ausnahmen keine festen Angebote. Die Kinder und Jugendlichen sind stattdessen eingeladen, Wünsche und Anregungen zu äußern beziehungsweise zu sagen, was sie gerne unternehmen oder erleben möchten. Und was immer geht, ist, sich Ausrüstung auszuleihen und auf dem Gelände zu nutzen, etwa Wikinger-Schach oder anderes Equipment (für das Neustadt 2.000 Euro aus dem Bürgerbudget des Landkreises bekommen hatte).
Auch Ferienspiele werden angeboten. Im Sommer ist eine Woche konkret an Kinder, eine weitere Woche an Jugendliche gerichtet (dann findet beispielsweise am 10. Juli ab 14 Uhr ein Dart-Turnier statt). Hinzu kommt eine „gemischte Woche“. „Mal kann man mit, mal ohne Anmeldung teilnehmen“, sagt Zinkowski. Detaillierte Informationen zu den Ferienspielen gibt es in der Neustadt-App, auf im Familienzentrum ausliegenden Flyern oder über Instagram (@jugendfoerderung.neustadt). Zudem soll es in Zukunft auch Angebote geben, bei denen Jugendlichen „mit Spaß und ohne erhobenen Zeigefinger“ Kompetenzen im Umgang mit verschiedenen Medien vermittelt werden oder sie die Natur entdecken können.
Jugendliche aus allen Stadtteilen sind willkommen
„Wichtig ist uns, dass sich alle Kinder und Jugendlichen Neustadts angesprochen fühlen. Alle sind willkommen“, betont Zinkowski. Das gelte auch für den Nachwuchs aus den Stadtteilen.
Auch den dortigen Jugendräumen will sich Tizian Nau noch weiter widmen. Da diese aber selbstverwaltet seien und von Jugendlichen vor Ort organisiert würden, stehe er bisher „nur“ im Austausch. „Aber ich möchte wieder mehr Leben in sie bringen und stehe bei Fragen oder Anregungen zur Verfügung.“
Wer den Jugendraum und die Verantwortlichen näher kennenlernen möchte, dem bietet sich diesen Freitag, 26. Juni, die Chance: Dann findet dort ab 10.30 Uhr ganztägig eine Eröffnungsfeier beziehungsweise eine Art Tag der offenen Tür statt. Es gibt Essen und Getränke und die Gelegenheit, „viel Zeit bei Spiel und Spaß zu verbringen“, wie es in der Ankündigung heißt.

