Zahlreiche langjährige Kommunalpolitiker haben ihr Engagement beendet
Neustadt.
„Es gibt keine größere Schuld als jene, Dank zu sagen.“ Mit diesen Worten von Marcus Tullius Cicero (106 v. Chr. bis 43 v. Chr.), dem berühmtesten Redner des antiken Roms, eröffnete Bürgermeister Thomas Groll die Feierstunde zur Verabschiedung langjähriger Kommunalpolitikerinnen und -politiker im historischen Rathaus. Der Bürgermeister, die Amtskette tragend, betonte, dass das demokratisch verfasste Gemeinwesen entscheidend davon lebe, dass es immer wieder Frauen und Männer gebe, die bereit seien, sich für die Allgemeinheit zu engagieren. Dieser Einsatz werde leider nicht mehr von allen anerkannt, sondern auch immer wieder kritisiert.
In Neustadts Kommunalpolitik habe sich ein gutes Miteinander entwickelt. „Bei uns sieht man, was erfolgreiche Kommunalpolitik schafft: Kultur- und Bürgerzentrum, Freibad, Haus für alle oder Waldstadion sind hierfür ebenso Belege wie unsere Aktivitäten im sozialen und kulturellen Bereich. Dazu haben jene, die wir heute verabschieden, durch ihre Tätigkeit in Magistrat und Stadtverordnetenversammlung einen wichtigen Beitrag geleistet“, hob der Bürgermeister hervor.
Einige Ehrenamtler sind weiterhin in Ortsbeiräten aktiv
Von 2021 bis 2026 hatten Susanne Wilhelm, Eugen Dammer, Jürgen Kaufmann und Leon Kubitschko in der Stadtverordnetenversammlung mitgearbeitet. Wilhelm, Kubitschko (beide Mengsberg) und Kaufmann (Momberg) sind weiterhin in den Ortsbeiräten ihrer Heimatorte aktiv. Andreas Merten gehörte der Stadtverordnetenversammlung von 2016 bis 2026 an. „Sie haben Freizeit geopfert und Ideen entwickelt, das verdient den Respekt der Bürgerschaft“, so Groll.
Stephani Schmitt war in den vergangenen zehn Jahren Mitglied des Magistrats und habe sich stets konstruktiv in den Meinungsbildungsprozess eingebracht, betonte das Stadtoberhaupt. Über mehrere Legislaturperioden hinweg gehörte Jan von Holten fast zwei Jahrzehnte der Stadtverordnetenversammlung an. Wie viele anderen der Geehrten auch bringe er sich zudem in das Vereinsleben der Kommune ein, sagte der Bürgermeister.
Vier Männer bekommen Ehrenbezeichnungen
Für Karl-Heinz Waschkowitz, Bernd Malkus, Karl Eugen Ramb und Franz-W. Michels hatte die Stadtverordnetenversammlung im Mai 2026 die Verleihung von Ehrenbezeichnungen beschlossen, da sie sich über zwanzig Jahre in der Stadtverordnetenversammlung oder im Magistrat engagiert hatten. Für alle vier fand Bürgermeister Thomas Groll persönliche Worte, denn mit jedem der Geehrten verband ihn ein langjähriges und vertrauensvolles Miteinander.
Bernd Malkus war von 1989 bis März 2026 Stadtverordneter und darf sich nun wie auch Karl-Heinz Waschkowitz (2006 bis 2026) Stadtältester nennen, ein Titel, den zuvor Eduard Faber, Werner Gatzweiler, Wilfried Kritzler und Manfred Schmitz zuerkannt bekommen hatten.
Politischer Nachwuchs wurde gefunden
Karl-Eugen Ramb war von 2006 bis 2026 Stadtrat und zuvor von 1985 mit zwei Unterbrechungen Stadtverordneter. Er erhielt wie vor ihm Ludwig Dippel und Otto Baier die Ehrenbezeichnung Ehrenstadtrat. Franz-W. Michels wurde erstmals 1997 in die Stadtverordnetenversammlung gewählt und gehörte ihr 29 Jahre ununterbrochen an. Von 2016 bis 2026 amtierte er als Stadtverordnetenvorsteher. Michels darf sich nun Ehrenstadtverordnetenvorsteher nennen.
„Fast 200 Jahre kommunalpolitische Erfahrung haben uns zum Ende der Legislaturperiode verlassen. Erfreulicherweise sind aber jüngere Frauen und Männer an die Stelle der Ausgeschiedenen getreten. Der Staffelstab wurde also übernommen, und das ist gut so, denn unsere Demokratie lebt vom Mitmachen und nicht vom Miesmachen. Alle Geehrten haben sich um unsere Heimatstadt verdient gemacht“, resümierte Groll.

