Lärmwerte gibt es erst im Herbst 2026

Verkehrszählungen auf der A49 abgeschlossen / Ergebnisse erst in Monaten
Von Michael Rinde

Neustadt.
Für Neustadt gab es frohe Kunde. Seit der Freigabe der A49-Neubaustrecke ist die Verkehrsbelastung in der Kernstadt spürbar gesunken, wie die OP berichtete. Die Stadt hatte selbst Verkehrszählungen in Auftrag gegeben, um nicht auf rein subjektive Wahrnehmungen angewiesen zu sein (die OP berichtete).
Bürgermeister Thomas Groll (CDU) sieht die Ergebnisse positiv. Stellenweise ist der Lastwagenverkehr um bis zu 60 Prozent im Vergleich zu Messungen vor Freigabe der A49 gesunken. Verkehrszunahmen gibt es an der Lehmkaute, dem Zubringer zur Autobahnauf- und ‑abfahrt Neustadt.

Beschwerden über Krach im Süden

Bei aller positiver Entwicklung hatte es sowohl in Stadtallendorf als auch in Neustadt teils massive Beschwerden wegen der Lärmentwicklung durch die Autobahn gegeben. In Stadtallendorf sammelten Anlieger vor mehr als einem Jahr über 80 Unterschriften von Betroffenen, die besseren Lärmschutz fordern. Die Beschwerden kamen seinerzeit primär aus dem Süden von Stadtallendorf.

In Neustadt und Schwalmstadt häuften sich in den Wochen nach der Verkehrsfreigabe der Autobahn ebenfalls die Beschwerden plus Forderungen nach besserem Lärmschutz. In Neustadt gab es Klagen von Anliegern aus der Kernstadt allgemein.

Alle betroffenen Städte und vor allem die Autobahnanlieger wandten sich mit den Beschwerden an die Autobahn GmbH des Bundes, also nicht an den Betreiber der Strecke, die private A49-Autobahngesellschaft. Im Hinblick auf Verkehrslärm ist die Autobahn GmbH zuständig.

Ein Jahr nach der Beschwerdewelle ist es zumindest in Neustadt „insgesamt ruhiger geworden in Sachen Verkehrslärm“, sagt zumindest Bürgermeister Thomas Groll der OP. Auch er wartet jetzt mit Spannung auf die neuen Lärmberechnungen der Autobahn GmbH.

Verkehrslärm wird dabei berechnet, nicht gemessen. Das schreibt das Gesetz vor. Die Autobahn GmbH hatte vor einem Jahr angekündigt, die Neuberechnungen mit realen Verkehrszahlen vornehmen zu lassen.

Eine Anfrage bei dem Bundesunternehmen bringt diesen Zwischenstand: Die nötigen Verkehrszählungen hätten im Jahr 2025 auf der betroffenen Strecke stattgefunden, erklärt ein Sprecher der Autobahn GmbH. Verantwortlich war die Bundesanstalt für Straßen- und Verkehrswesen (BASt). Doch bis es verlässliche und aussagekräftige Berechnungen der Lärmwerte gibt, dauert es noch mehrere Monate.

Die Zahlen müssen noch endgültig ausgewertet und bereinigt werden. Erst dann gibt es die eigentlichen Berechnungen. Sie sollen laut der Autobahn GmbH im Herbst 2026 vorliegen.

Verschiedene Schutzmöglichkeiten

Es folgt die Gegenüberstellung der errechneten tatsächlichen Lärmwerte mit den seinerzeit bei der Planfeststellung für die A49 vorausgesagten Lärmwerten.

Dann erst werden Aussagen dazu getroffen, ob es zusätzlichen Lärmschutz gleich welcher Art gibt und er dementsprechend vom Bund auch bezahlt wird. Diverse Lärmschutzvarianten wären denkbar. Sie reichen von Lärmschutzfenstern bis zum Lärmschutzwall. Ob das von einigen lärmgeplagten Anliegern bei ihrer Beschwerde geforderte Tempolimit infrage käme, ist offen. Aktuell gelten im Raum Stadtallendorf und Neustadt keine Geschwindigkeitsbegrenzungen auf der Autobahn 49.