Neustadt bereitet sich aufs neue Städtebauförderprogramm vor und stellt Projekte zusammen
Von Florian Lerchbacher
Neustadt.
1,4 Millionen Euro kostet der Umbau des Jugendheims, den die Stadt Neustadt im kommenden Jahr umsetzen will. Das Gebäude bekommt ein neues Dach, wird barrierefrei und im Grunde genommen komplett saniert, sagt Bürgermeister Thomas Groll und betont: Mit diesem Projekt endet dann für die Stadt das Förderprogramm „Sozialer Zusammenhalt“, in dessen Genuss sie seit dem Jahr 2015 kommt.
Doch die Kommune am östlichen Rand des Landkreises Marburg-Biedenkopf hat es geschafft, nach der Altstadtsanierung und dem „Sozialen Zusammenhalt“ in ein drittes Städtebauförderprogramm in Folge zu kommen. „Das ist sehr selten“, freut sich der Rathauschef noch heute über die gute Nachricht, die Ende des vergangenen Jahres aus dem Wirtschaftsministerium in Wiesbaden gekommen war (die OP berichtete). Das Programm heißt „Wachstum und nachhaltige Erneuerung“. Bund und Land werden 66 Prozent der Kosten tragen, die bei der Umsetzung von Projekten anfallen.
Stadt stellt Liste an möglichen Projekten zusammen
Wie hoch die Gesamtförderung wird, stehe noch nicht fest, sagt der Rathauschef und berichtet, dass derzeit ein Planungsbüro aus Dortmund ein sogenanntes „Integriertes Städtebauliches Entwicklungskonzept“ erstellt. Und dafür habe die Stadt eine Palette an möglichen Projekten zusammengetragen: „Denn: Was nicht in dem Konzept enthalten ist, kann auch nicht gefördert werden. Umgekehrt ist es kein Problem, eingeplante Projekte dann doch nicht umzusetzen.“
„Entlang der Bahngleise“ heißt das auserkorene Fördergebiet, zu dem auch noch ein „Satellit“ gehört: Es erstreckt sich vom Bahnhof über die Bahnhofstraße, einen Teil der Hindenburgstraße, die Neue Gartenstraße, die Bismarckstraße, die Niederkleiner Straße sowie einen Teil der Leipziger und der Eichsfelder Straße. Hinzu kommt dann noch der „Satellit“ Lehmkaute: „Da hätten wir noch zwei Projekte.
Ob das Ministerium das zulässt, müssen wir allerdings noch sehen“, so Groll, der ergänzt: Ohnehin werde das Ministerium das Konzept prüfen, wenn es zusammengestellt sei. Erst danach komme es zur Beschlussfassung in die Stadtverordnetenversammlung.
Festgelegt ist also noch nichts, aber angedacht sind folgende Projekte: Die Stadt möchte den Bahnhof samt Umfeld umgestalten und barrierefrei machen. „Das geht natürlich nur, wenn die Deutsche Bahn mitmacht“, betont Groll. Von der Sparkasse wiederum ist abhängig, wie es in Zukunft mit ihrem bisherigen Gebäude weitergeht, da sie neben dem Kultur- und Bürgerzentrum einen Neubau plant: „Wir haben Interesse“, sagt der Rathauschef über das zentral gelegene Haus.
Als Partner bereits im Boot habe er Jörg Wirth von der gleichnamigen Gärtnerei, ergänzt der Bürgermeister. Der Inhaber plane bereits seine Rente: „Uns stellt sich die Frage, was mit der 4.000 Quadratmeter großen Fläche passiert, auf der sein Unternehmen angesiedelt ist. Es gibt noch weitere angrenzende Freiflächen, daher denken wir über ein Baugebiet nach.“ Ebenfalls ein Thema soll die Nachnutzung des Geländes der Firma Will werden. Des Weiteren sind die Renaturierung eines weiteren Teilstücks der Wiera und Veränderungen beim Bauhof angedacht: Der Bauhof I in der Hindenburgstraße ist beengt, was zur Idee führte, diesen in den Bauhof II in der ehemaligen Kaserne zu integrieren – und das bisherige Gebäude für die städtische Schreinerei zu nutzen, die bisher im Haus der Vereine angesiedelt ist.
Dann will die Kommune noch das Sorgenkind angehen: die von einem massiven Wasserschaden befallene Kita in der Eichsfelder Straße. „Wir gehen derzeit davon aus, dass ein Neubau ansteht“, sagt Groll und ergänzt, dass in diesem Gebäude dann ein Teil entstehen könnte, der für das Quartier – also die Menschen in der Umgebung – genutzt werden könnte. Und apropos Kitas: Beim Neubau in der Niederkleiner Straße will die Stadt die Zuwegungen und die Außenanlage fördern lassen.
Letzte Ansätze im bisherigen Konzept sind die Umgestaltung des Festplatzes in der Lehmkaute und der dringend notwendige Neubau des Feuerwehrgerätehauses. Doch, wie erwähnt, bis dazu Entscheidungen getroffen werden (können), werden noch einige Monate ins Land gehen. Und bevor es zur Umsetzung der Projekte kommt, wird sich auch noch eine örtliche Steuerungsgruppe mit den Ideen auseinandersetzen. Deren Gründung beschlossen die Stadtverordneten am Montag. Der Gruppe angehören werden unter anderem der Bürgermeister, der Erste Stadtrat, je ein Vertreter der Fraktionen sowie beispielsweise Vertreterinnen oder Vertreter der Schule, des Quartiersmanagements, des Familienzentrums und des Gewerbevereins.

