Digitaltruck: Wissen auf vier Rädern

Noch bis Freitag ist der Lastwagen an der Martin-von-Tours-Schule in Neustadt zu Besuch
Von Anastasia Fischbach

Neustadt.
Wie erkennt man, ob ein Foto echt oder mit künstlicher Intelligenz erstellt wurde? Und wie können Informationen unsere Wahrnehmung beeinflussen? Mit diesen Fragen beschäftigen sich die Schülerinnen und Schüler in Neustadt bei einem Workshop.
An der Martin-von-Tours-Schule macht derzeit der Digitaltruck Halt und ermöglicht den Schülerinnen und Schülern, die digitale Welt auf praktische und anschauliche Weise zu entdecken. Der Digitaltruck ist ein mobiles Klassenzimmer der Landesregierung, das Schulen in Hessen besucht. Ursprünglich war der Digitaltruck für Schulkinder der Klassen drei und vier an Grundschulen gedacht, doch das Angebot steht inzwischen auch älteren Kindern der Klassen fünf und sechs zur Verfügung. Der Truck besteht aus modernen Containern, die auf Schulhöfen aufgebaut werden und anschließend eine Woche dort bleiben.

Für die Martin-von-Tours-Schule ist es wichtig, dass die Schülerinnen und Schüler früh den richtigen Umgang mit digitalen Informationen erlernen und künstliche Intelligenz kritisch betrachten. Digitale Medien prägen den Alltag der Lernenden. Deshalb begrüßt die Schule das Angebot der Landesregierung. „Die Schülerinnen und Schüler sollen anfangen, Dinge, die sie im Internet sehen, zu hinterfragen“, sagt die Schulleiterin Carmen Schick. Sie ist überrascht, dass bereits Kinder in der dritten Klasse ChatGPT im Alltag nutzen. Gerade deshalb sei es für die Schule wichtig, frühzeitig aufzuklären.

Am Dienstag, 20. Oktober, haben die Kinder zu Beginn gelernt, was eine KI ist und welche kreativen Möglichkeiten es gibt. Anschließend erhielten die Schülerinnen und Schüler der Martin-von-Tours-Schule eine theoretische Einführung in die Themen Framing und Desinformation. Anhand verschiedener Beispiele wurde erklärt, wie Informationen die Wahrnehmung beeinflussen können und welche Rolle künstliche Intelligenz dabei spielt. Im Mittelpunkt stand unter anderem die Frage, wie sich echte Aufnahmen von KI-generierten Bildern und Videos unterscheiden lassen.

Diese Fragen regten die Kinder zum Nachdenken und Mitmachen an. Die Kinder wurden aktiv in den Unterricht einbezogen und konnten ihr eigenes Wissen bei verschiedenen Umfragen unter Beweis stellen. Auch für eigene Fragen war ausreichend Raum. Die Schülerinnen und Schüler beteiligten sich interessiert an den Gesprächen und setzten sich mit den unterschiedlichen Themen auseinander.

Im Anschluss folgte die praktische Umsetzung. Dafür standen den Kindern iPads zur Verfügung, an denen sie selbstständig mit einer KI-Anwendung arbeiten konnten. Durch unterschiedliche Texteingaben zum Thema Framing untersuchten sie, wie sich die Darstellung von Inhalten verändern lässt. Dabei konnten sie verschiedene Formulierungen ausprobieren, die Ergebnisse miteinander vergleichen und unmittelbar nachvollziehen, welchen Einfluss die gewählten Eingaben auf die Darstellung hatten. Die praktische Arbeit bot den Schülerinnen und Schülern die Möglichkeit, die zuvor besprochenen Inhalte eigenständig zu erkunden.

Statt nur Erklärungen zuzuhören, konnten sie selbst beobachten, wie unterschiedlich die Ergebnisse ausfielen. Auf diese Weise wurde das zunächst abstrakte Thema im direkten Umgang mit der Anwendung verständlicher.

Zum Abschluss wurden die Ergebnisse der praktischen Übungen gemeinsam besprochen. Die Kinder konnten ihre Beobachtungen einbringen und sich über unterschiedliche Ergebnisse austauschen. Ziel des Workshops war es, die Schülerinnen und Schüler für einen bewussten und kritischen Umgang mit digitalen Inhalten zu sensibilisieren.