Die neue „Arche Noah“ sticht in See

 

Feierliche Einweihung des Kindergartens Momberg-Mengsberg  Stadt sieht gleich drei Gründe, um zu feiern

„Die Menschen leben von Symbolen“, sagte Bürgermeister Thomas Groll. Entsprechend waren bis zur Einweihung des neuen Kindergartens gleich zwei symbolische Schlüsselübergaben notwendig.

von Florian Lerchbacher

Momberg. Erst nahm Bürgermeister Thomas Groll den Schlüssel für das Kindergartengebäude am Dorfgemeinschaftshaus von Leiterin Danuta Musialik entgegen. Dann ließ i er sich von Marian Zachow, dem I ersten Kreisbeigeordneten, den Schlüssel für die im ehemaligen Schulgebäude untergebrachte neue Einrichtung übergeben. Um diesen dann über Pfarrer Andreas Rhiel an Musialik zu überreichen.

Die Kinder trällerten am alten und am neuen Standort zwei Liedchen, der Pfarrer segnete das neue Gebäude, Elternvertreter aus Momberg und Mengsberg pflanzten zwei Bäume und die Ortsvorsteher Jörg Grasse und Karlheinz Kurz enthüllten die Namenstafel der „Arche Noah“ – ein Name, der gleich mehrfach Thema war. Die Menschen leben eben von Symbolen…

Die Arche stehe für Schutz und dafür, behütet zu sein, sagte Groll und ergänzte: „Es geht um einen Neuanfang nach einer unruhigen Zeit.“ Zachow fügte hinzu: „Es handelt auch vom Loslassen.“ Wenn die Arche lande, gingen die Menschen wieder ihren eigenen Weg: „Das ist doch auch Anspruch jeder pädagogischen Arbeit: Die Kinder beschützen und gleichzeitig dazu befähigen, dass sie sich nach einer Zeit selbst auf den Weg machen können.“ Der Kreisbeigeordnete erlaubte sich in diesem Zusammenhang noch einen humoresken Schlenker zur Kritik des Bürgermeisters, der die zahlreichen Vorgaben beim Umbau der ehemaligen Schule zum Kindergarten (die OP berichtete) angeprangert hatte: Als Noah und seine Frau einst die Arche bauten, sei es mit Genehmigungen viel einfacher gewesen und es habe auch zu Fluchtwegen kaum Vorschriften gegeben: „Wäre es wie heute, dann wären die beiden noch immer nicht fertig mit dem Bau.“

Anschließend bezeichnete Zachow Noah als mutigen Mann und bekam die Kurve zurück zum Projekt, bei dem die Beteiligten ebenfalls viel Mut gezeigt hätten. Groll hatte daran erinnert, dass die Lehrer der Grundschule Mengsberg-Momberg den Stein einst ins Rollen gebracht hatten, als sie für nur noch einen Standort plädierten. Stadt und Kirchengemeinde griffen den Ansatz damals auf und planten angesichts zurückgehender Kinderzahlen ihrerseits die Zusammenlegung der Kindergärten. „Die Auswirkungen des demografischen Wandels sind in Mengsberg und Momberg nicht nur Theorie, sondern tatsächlich spürbar“, so das Stadtoberhaupt.

Kommune,

Landkreis und die Momberger Kirchengemeinde hätten vorbildhaft und zum Wohle aller Beteiligten zusammengearbeitet, sagte Groll, räumte ein, dass es Kritik gab,

so die Zukunft der Einrichtungen gesichert sei. Insgesamt gebe es drei gute Gründe zu feiern: die gelungene Kooperation, die nunmehr „zukunftweisende Kinderbetreuung“ für die beiden Stadtteile sowie der Bezug des neuen Kindergartengebäudes. Wie es mit dem alten Gebäude weitergeht, stehe noch nicht fest: „Das müssen wir uns noch überlegen.“

 

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