Offizielle Eröffnung der 800-Jahr-Feierlichkeiten mit Festkommers / Grenzgang mit 600 Wanderern am 1. Mai
Von Patrick Robinson
Neustadt-Momberg.
Wenn Momberg Jubiläum feiert, dann feiert Momberg ein ganzes Jahr. Zum Auftakt der 800-Jahre-Jubiläumsfeier kamen am Donnerstag, 30. April, zahlreiche Momberger und Gäste von außerhalb im Dorfgemeinschaftshaus zusammen, um den runden Geburtstag mit einem Festkommers zu feiern. Doch was ist eigentlich ein Festkommers? Diese Frage stellte Sonja Stark vom Festausschuss und Moderatorin des Abends bereits zu Beginn der Feierlichkeiten.
Ehrengäste von nah und fern
„Laut ChatGPT ist ein Festkommers eine hochoffizielle, feierliche Veranstaltung bei Jubiläen“, erklärte sie. Und sie fügte hinzu: „Es handelt sich um eine formelle Abendveranstaltung mit Festreden, Ehrungen, und traditionellem Liedgut.“ Und mit Blick auf die erste Stuhlreihe sagte sie: „Neben der Bevölkerung nehmen an dieser Feierlichkeit auch Ehrengäste teil.“ Zu diesen Ehrengästen zählten Regierungsvizepräsident Jan Schneider, der stellvertretend für den Hessischen Innenminister Roman Poseck erschienen war. Ebenso feierten die Sozialdemokraten Landrat Jens Womelsdorf und Bundestagsabgeordneter Sören Bartol mit den Mombergern. „Besonders stolz sind wir Ranzemänner auf unseren Sebbi“, sagte Stark, als sie den Landtagsabgeordneten und Momberger Sebastian Sack von der SPD begrüßte. Sack betonte den Zusammenhalt des Dorfes. „Man ist nicht in einem Verein. Man ist mindestens in einem Verein“, sagte er in seiner Rede.
Auch Mombergs Ortsvorsteher Timo Stark und Stellvertreter Joachim Rausch zählten zu den Ehrengästen und Festkommers-Rednern sowie der aktuelle „Ranzemann“ Axel Groß. Der „Ranzemann“ ist eine Traditionsfigur im Momberger Brauchtum. Stark begrüßte auch Neustadts Bürgermeister Thomas Groll. Dieser wünschte sich in seiner Rede: „Wir brauchen Mitmacher und keine Miesmacher.“ Er freue sich über die neue Generation von engagierten Menschen.
Die Ortsvorsteher von Mengsberg, Karlheinz Kurz, und von Speckswinkel, Martin Naumann, machten ihren Nachbarn aus Momberg ein ganz besonderes Geschenk zum 800. Jubiläum: Sie überreichten Timo Stark eine Zeitkapsel. „Sie ist ein Gruß an die Zukunft“, sagte Naumann. „Ein stiller Händedruck“.
Maifeuer und Grenzgang
Für musikalische Unterhaltung sorgte das Duo „Zwä vo Ins“, das mit seinen Liedern nicht nur das Publikum zum Lachen und Mitsingen brachte, sondern auch noch das „Momberger Platt“ hochhielt. Auch der Gesangverein Concordia und der Spielmannszug Momberg steuerten musikalische Programmpunkte bei. Und mit dem Tanzauftritt der Ranzeminis kam sogar ein wenig Karnevalsgefühl auf.
Der Festkommers sollte aber nicht die einzige Feierlichkeit am langen Wochenende bleiben. Nach der Feier im Dorfgemeinschaftshaus wurde das Maifeuer entzündet.
Und am Tag darauf, am 1. Mai, kamen rund 600 Wanderer zusammen, um am Grenzgang teilzunehmen. Rund zwölf Kilometer führte dieser durch die Gemarkung Momberg. Geplant hat die Route der Vorsitzende des Heimat- und Verschönerungsvereins Momberg Willibald Groß. „Absolut super“, sagte Groß zu der Stimmung während des Grenzgangs. „Am Dorfzentrum und den angrenzenden Straßen ist alles voll.“
Und die nächste Feierlichkeit steht schon vor der Tür. Zwischen dem 19. und 22. Juni wird das Festwochenende in Momberg gefeiert. Auftakt ist die „Malle-Party“ am Freitag, 19. Juni, auf dem Festplatz Momberg.

