Willkommensfest in Neustadt (Hessen): Stadt und Vereine heißen NEU-Städterinnen und NEU-Städter willkommen
Mit einem offenen und lebendigen Willkommensfest im Kultur- und Bürgerzentrum hat die Stadt Neustadt (Hessen) am vergangenen Samstag neue Einwohnerinnen und Einwohner begrüßt.
Das Willkommensfest richtete sich an alle, die in den letzten Jahren nach Neustadt und in seine Stadtteile gezogen waren. Über 200 Haushalte erhielten eine persönliche Einladung, darunter überwiegend Familien und Paare, die aus anderen deutschen Städten oder Regionen in die Stadt gekommen sind. Alle NEU-Städter waren über das Mitteilungsblättchen eingeladen worden. Die neue Mitarbeiterin der Stadt, Anna-Maria Kurz, die für die Förderung der Integration von Migrantinnen und Migranten angestellt ist, versuchte bei der Gestaltung des Festes durch Mehrsprachigkeit auch die Menschen anzusprechen, die noch nicht perfekt deutsch können oder sich aufgrund ihrer Herkunft nicht zugehörig fühlen. Zum Fest eingeladen waren aber alle Zugezogenen, ob mit oder ohne Migrationsgeschichte.
„Ob aus Dortmund, Mailand, Bukarest oder dem Umland: Wer neu in Neustadt ist, soll sich von Anfang an willkommen fühlen“, betonte Bürgermeister Thomas Groll – und das wurde bei dem Fest dank der Offenheit aller deutlich.
Trotz der aktuellen Erkältungswelle fanden um die 50 Interessierten den Weg ins KuBüZ, die aus den unterschiedlichsten Gründen in Neustadt gelandet sind: benannt wurde die Liebe, die Arbeit und verfügbarer Wohnraum.
Genauso vielfältig wie die Gründe, sich in Neustadt niederzulassen, sind auch die Angebote, die die Stadt ihren neuen und alten Bewohnerinnen und Bewohnern zu bieten hat: Bei Waffeln und Getränken präsentierten sich zahlreiche Initiativen und Einrichtungen – von den Pfadfindern über die Leitstelle Älter- werden bis hin zu den NEU-Stadt Guides, die mit einer kleinen Gruppe Interessierter zum Junker-Hansen-Turm aufbrachen und eine Führung anboten. Die Tanzaufführungen der Trachtengruppe Speckswinkel und der Breakdance- Crew, sorgten für eine bunte und offene Festatmosphäre. Traditionelles traf auf Modernes, während Kinder am Basteltisch kreativ wurden und Jung und Alt gemeinsam eine Begrüßungsbank für NEU-Städterinnen und NEU-Städter gestalteten. Besonders gut an kamen auch das Angebot der kostenlosen Büchereimitgliedschaft und der Auftritt des Stadt-Maskottchens Juno. Bereichernd war auch der Austausch: Was wünschen sich die Menschen von ihrem neuen Zuhause? Was braucht es, damit man sich willkommen und angekommen fühlt?
„Ich bin wirklich begeistert, wie herzlich Neustadt neue Bewohner willkommen heißt. Hier fühlt man sich gleich wertgeschätzt und gut aufgehoben!“ so eine neue Bewohnerin.
Die Organisatorinnen danken allen Haupt- und Ehrenamtlichen herzlich für ihr Engagement. So konnten die neuen Einwohnerinnen und Einwohner direkt erleben, wo sie Anschluss finden, sich engagieren oder Unterstützung erhalten. Auch der Bürgermeister sowie Mitglieder der Stadtverordnetenversammlung und des Magistrats mischten sich unter die Gäste und standen für Fragen und Gespräche bereit.
Wer möchte kann sich das „NEU-Stadt Quiz durch den Bürgerpark“ noch in den nächsten zwei Wochen im Familienzentrum abholen und an der Verlosung der Preise teilnehmen. Zu gewinnen sind Neustadt- und Freibad-Gutscheine.
Es ist beschlossen und besiegelt Stadt Amöneburg ist dem Ordnungsbehördenbezirk Ostkreis beigetreten
Seit dem Jahr 2022 arbeiten die Ostkreis-Kommunen Kirchhain, Rauschenberg, Neustadt (Hessen) und Wohratal ordnungsrechtlich enger zusammen.
Verschiedene Aufgaben werden gemeinsam im Rahmen Interkommunaler Zusammenarbeit (IKZ) wahrgenommen. Dies sind die Verkehrsüberwachung, der Vollzug der Hessischen Hundeverordnung (gefährliche Hunde) und die Ahndung und Verfolgung allgemeiner Ordnungswidrigkeiten (z.B. illegale Abfallentsorgung, störender Lärm und andere Verstöße gegen kommunale Satzungen). Die Stadt Amöneburg ist nun ebenfalls „mit im Boot“, nachdem alle Gemeinde- und Stadtparlamente dem Wunsch zum Beitritt beschlossen haben.
Stadt Amöneburg gab den Anstoß
Im vergangenen Jahr hatte sich Bürgermeister Andre Schlipp (Amöneburg) an die Kirchhainer Verwaltung gewandt. Sein Ansinnen war, ob die Stadt Amöneburg dem bestehenden Ordnungsbehördenbezirk beitreten könne. Hintergrund war, dass eine Mitarbeiterin der Amöneburger Ordnungsbehörde in den Ruhestand geht. Mit diesem Ausscheiden war unklar, wer im Stadtgebiet Amöneburg u.a. die Verkehrsüberwachung vornehmen kann.
„Für den Beitritt der Stadt Amöneburg haben wir in kürzester Zeit die Weichen gestellt“, sagt Bürgermeister Olaf Hausmann und inzwischen haben alle Gemeinde- und Stadtparlamente für den Beitritt „grünes Licht“ gegeben. Der Beitritt ist nun beschlossene Sache.
Viel Lob an die Stadtverwaltung Kirchhain
Bürgermeisterin Klusmann und ihre Bürgermeisterkollegen Hausmann, Groll, Schlipp und Dawedeit sowie die Ersten Stadträte und Beigeordnete der Mitgliedskommunen kamen kürzlich zusammen, um das Vorhaben vertraglich „zu besiegeln“.
Im Rahmen der Zusammenkunft waren sich alle Akteure einig, dass die interkommunale Zusammenarbeit im Ostkreis wächst und vor allem „sehr gut, reibungslos und auf Augenhöhe“ funktioniert. Das Projekt mit dem Ordnungsbehördenbezirk ist nicht die einzige Kooperation. Auch beispielsweise in Sachen Klimaschutz arbeiten die fünf Kommunen eng und intensiv zusammen.
Aufgrund der Größe der Stadt nimmt Kirchhain eine zentrale Funktion wahr. Die Aufgabenwahrnehmung und die Verantwortung für die Durchführung aller vereinbarten ordnungsrechtlichen
Aufgaben liegt in deren Zuständigkeit. Die Federführung hat der Fachbereich 3 „Sicherheit und Ordnung“ inne, die Gesamtverantwortung hat Kirchhains Bürgermeister Olaf Hausmann.
Die Vertreter der Städte und Gemeinden sind sich einig darüber, dass der Ordnungsbehördenbezirk eine Erfolgsgeschichte ist. Dafür sprechen die Bilanzen, die jedes Jahr erstellt und mit den Beteiligten besprochen werden, eine deutliche Sprache.
Im Herbst vergangenen Jahres hatte die Verwaltung ausführlich über das Thema im Haupt- und Finanzausschuss berichtet.
„Wir übernehmen als Stadt gerne diese helfende Rolle, da wir organisatorisch und personell breiter aufgestellt sind“, sagt Olaf Hausmann und ergänzt, dass „für die jetzt vereinbarten Aufgaben eine weitere Stelle bei der Ordnungspolizei geschaffen ist. Größere Kommunen verfügen über weitaus mehr Fachpersonal, als dies zum Teil deutlich kleineren Kommen möglich ist. Aus diesem Grund unterstützen wir gerne mit unseren Möglichkeiten und teilen uns dafür die entstehenden Aufwendungen mit den anderen Städten und Gemeinden“, so Hausmann.
Regierungspräsidium Gießen muss noch anordnen
Nun obliegt es dem Regierungspräsidium Gießen, den Ordnungsbehördenbezirk formell noch anzuordnen und im Staatsanzeiger für das Land Hessen bekanntzumachen.
Geplant ist, dass die Kirchhainer Ordnungspolizeibeamten ab dem 01.07.2026 dann auch im Hoheitsgebiet der Stadt Amöneburg eingesetzt werden dürfen.
Die Wahrnehmung der Aufgaben nach Zeitanteilen, die Verrechnung der Aufwendungen
und Erträge wird weiterhin nach dem Größenverhältnis anteilig erfolgen: a) Stadt Amöneburg = 10%
b) Stadt Kirchhain = 45%
c) Stadt Neustadt (Hessen) = 25%
d) Stadt Rauschenberg = 15%
e) Gemeinde Wohratal = 5%
Neben dem Ordnungsbehördenbezirk wurde im Jahr 2022 aufgrund unterschiedlicher Zuständigkeitsregelungen auch ein sogenannter Verwaltungsbehördenbezirk Ostkreis gebildet, für den das vorstehend Beschriebene gleichermaßen gilt.
Fachausschuss I
Einstimmige Beschlussempfehlung für den Haushalt 2026
Am 17. Februar fand die letzte Sitzung des Fachausschusses I in der Legislaturperiode 2021-2026 statt.
Unter dem Vorsitz von Joachim Rausch (CDU) gab das Gremium eine einstimmige Beschlussempfehlung für den Haushaltsplan 2026 ab. Rückfragen wurden an diesem Abend keine mehr gestellt. Am 2. Februar 2026 hatte Bürgermeister Thomas Groll den Etatentwurf eingebracht, bereits 15 Tage danach sagten die Fraktionen von CDU, SPD und FWG ohne Diskussionsbedarf „Ja“ zu dem ausführlichen Zahlenwerk.
Das ist rekordverdächtig und spricht für die gute Vorarbeit von Bürgermeister und Verwaltung und das gute Miteinander in der Neustädter Kommunalpolitik.
Unter dem Punkt „Verschiedenes“ berichtete der Bürgermeister, dass sich die Kommune um die Aufnahme eines Kredites über 2,5 Millionen Euro aus dem in der letzten Woche aufgelegten Hessischen Investitionsfonds für Kinderbetreuung bewerben wolle. Hier läge der Zinssatz für 20 Jahre um bis zu 50 Prozent unter Marktniveau. Dies würde der Kommune gegebenenfalls bis zu 500.000 Euro sparen, die im Laufe der Jahre an anderer Stelle verwendet werden könnten.
Beim Sanierungsfall „KiTa Eichsfelder Straße“ seien nun auch Schäden am Dach festgestellt worden. Hier würden Ausmaß und Ursache genauer untersucht.
Joachim Rausch nahm dies zum Anlass, nach dem allgemeinen Zustand kommunaler Gebäude zu fragen. Dieser wurde vom Bürgermeister als „gut“ bezeichnet. „Sorgenkinder“ seien das Jugendheim in Momberg, die Trauerhalle in Momberg (bei beiden stehen Maßnahmen an), das Backhaus in Momberg und die Trachtenstube in Mengsberg. Hier zeigte sich Groll auf die Frage von Susanne Wilhelm (SPD) einem Verkauf gegenüber aufgeschlossen.
Hans-Gerhard Gatzweiler (SPD) wollte wissen, ob der Magistrat einen langfristigen Betreibervertrag mit der Firma Gemaba für Frei- und Hallenbad wolle. Dies wurde vom Bürgermeister unter Verweis auf das gute Miteinander bejaht. Zumal über kurz oder lang das eigene Personal ausscheide.
Gatzweiler interessierte sich auch für die Baumaßnahme an der Bahnbrücke in der oberen Hindenburgstraße. Das Anfangsdatum, so Thomas Groll, sei noch nicht bekannt. Die Dauer der Arbeiten sei von der Deutschen Bahn mit zumindest einem Jahr angegeben worden. Die aktuelle termingerechte Rodung sei eine vorbereitende Maßnahme. Für einen Zeitraum von über sechs Monaten werde es zu einer Vollsperrung kommen. Um Rettungsfristen einhalten zu können werde im Bereich „Struth“ ein Feuerwehrfahrzeug stationiert. Die Brücke müsse komplett erneuert und die Widerlager größer und verstärkt vor Ort gebaut werden. Mit einem Zugausfall sei für mehrere Wochen zu rechnen.
Haushaltsrede Teil 2
Der Haushalt 2026 sieht die Erhöhung der Grundsteuer B um 10 Punkte und eine Anhebung der Wassergebühren in den Stadtteilen vor (in der Kernstadt versorgt der ZMW, der ebenfalls erhöht). Trotz eines äußerst geringen Wachstums in Deutschland und damit auch weniger Geld für die Kommunen sind zumindest im nächsten Jahr weitere Erhöhungen von kommunalen Steuern, Gebühren und Beiträgen nicht geplant, können aber für die Zukunft ausdrücklich nicht ausgeschlossen werden.
Als kommunale Sorgenkinder ohne Lösung für die Zukunft nannte Groll das Backhaus in Momberg, die Trachtenstube in Mengsberg und der Zwischenbau beim „Haus der Vereine“ ein. Von allen drei Objekten würde er sich gerne trennen, aber der Denkmalschutz mache es potentiellen Erwerbern hier nicht einfach.
„In meiner Heimatstadt bin ich gerne Bürgermeister – zumindest bis 2031. Gemeinsam mit den kommunalen Gremien habe ich noch Einiges vor und hoffe darauf, dass wir auch nach der Kommunalwahl gut zusammenarbeiten“, hob Thomas Groll im weiteren Verlauf hervor. Auch in den kommenden Jahren wird der kommunale Straßenbau fortgesetzt. 2026 stehen die Neue Straße, Querstraße und ein Teil der Waldstraße in Momberg an. 2027 und danach werden wohl die Durchgangsstraßen in Mengsberg folgen. Hier bedarf es aber noch verbindlicher Absprachen und Termine mit Land und Kreis. Noch nicht absehbar sind die Arbeiten in der Bahnhofstraße und Kasseler Straße. Während in Momberg die aktuell anstehenden Arbeiten bereits vergeben wurden und in Mengsberg schon ab 2017 und in Folge eine Nahwärmeleitung verlegt wurde, muss in Neustadt – auch bei der Fertigstellung von Erschließungsstraßen – darüber nachgedacht werden, wie man mit dem weiteren Straßenbau vor dem Hintergrund einer möglichen Nahwärmeversorgung umgeht. Der Bürgermeister brachte hier einen Aufschub bis zu verbindlichen Entscheidungen ins Gespräch.
Auch über den weiteren Umgang mit vorhandenen Baustraßen will Groll mit den städtischen Gremien reden. Teilweise wurden diese vor über 30 Jahren begonnen und lassen einen Aufbau der Deckschicht aufgrund von Mängeln im Unterbau – wenn überhaupt – nur schwerlich und mit Mehrkosten zu. Hier gelte es vernünftige und rechtlich haltbare Lösungen zu finden.
2026 sind in der Kernstadt neben dem KiTa-Bau und der Sanierung des Jugendheimes weitere investive Vorhaben vorgesehen. So soll mit der Umsetzung des Förderprogramms „Grüner Kilometer“ begonnen werden. Hier sind unter anderem die Neugestaltung des Parkplatzes beim KuBüZ und die Entsiegelung und Umgestaltung des Schulhofes der „Waldschule“ vorgesehen. Weiterhin werden rund 300 Straßenlampen auf LED-Technik umgestellt.
„Das Thema Sicherheit ist auch vor Ort wichtig. Wir werden das enge Miteinander mit der Polizei fortsetzen und unsere Freiwilligen Feuerwehren weiter nach Kräften unterstützen. Hier stehen neben der Anschaffung des Hilfeleistungslöschgruppenfahrzeugs 20 (HLF 20) für die Kernstadtwehr unter anderem die Anschaffung von Einsatzkleidung und die Installation von Brandwarn- und Absauganlagen in den Stadtteilen an“, sagte der Bürgermeister.
Der hausärztlichen Versorgung vor Ort misst Groll große Bedeutung bei, daher habe die Kommune in 2025 den Übergang einer Praxis ebenso wie das Land gefördert. Hier würde man sich natürlich auch zukünftig engagieren. Ein Medizinisches Versorgungszentrum in kommunaler Hand ist für das Stadtoberhaupt nur dann vorstellbar, „wenn alles andere nicht geht“.
Erneut verwies er auf die Wichtigkeit der Einnahmen „rund um Windräder und PV-Anlagen“ für die Stadtkasse und damit die Stabilität der kommunalen Finanzen. Wenn alle angedachten Vorhaben realisiert sind rechnet der Kämmerer mit Einnahmen von 600.000 Euro plus X.
Für das Jahr 2027 befürchtet Thomas Groll einen spürbaren Rückgang bei den Schlüsselzuweisungen des Landes. Dies hängt mit den Ergebnissen des Zensus 2022 zusammen, die dann erstmals bei der Berechnung angewandt werden, und auch Neustadt einen Bevölkerungsrückgang attestierten. Gegenwärtig sei dies aber noch wie „Lesen in einer Glaskugel“. Gleichwohl hat man für 2027 vorsichtshalber ein Minus von 750.000 Euro bei den Schlüsselzuweisungen vorgesehen.
„Natürlich sehe auch ich den Verfall der Gebäudesubstanz im Stadtkern. Aber sollen wir hier wirklich als Kommune marode Gebäude ankaufen? Waren wir nicht alle froh, als wir das „Deutsche Haus“ endlich veräußern konnten? Guter Rat ist hier nicht nur schwierig, sondern teuer! Wir brauchen Investoren und Nutzungsmodelle. Aus der Bürgerschaft wurde ein Vorschlag nach einem Genossenschaftsmodell an mich herangetragen. Zumindest nachdenken sollte man darüber – auch wenn man aufgrund meiner Ausführungen die Möglichkeiten einer kommunalen (Mit-) Finanzierung sehr kritisch sehen muss“, sprach der Bürgermeister ein Thema abseits des Haushaltes 2026 an.
Auch 2026 soll das gemeinsame Klimaschutzmanagement der Ostkreiskommunen Kirchhain, Neustadt, Rauschenberg, Amöneburg und Wohratal fortgeführt werden. Es habe sich bewährt und Dank des Einsatzes der Klimaschutzmanagerinnen und der Stadtverwaltung Fördergelder nach Neustadt gebracht. Ab dem kommenden Jahr ist auch die schrittweise Umsetzung von Maßnahmen aus dem Klimaanpassungskonzept geplant.
Zum Abschluss seiner Haushaltsrede befasste sich Bürgermeister Groll ausführlich mit der kommunalen Wärmeplanung und einer möglichen Umsetzung: „Meine Gefühlshaltung zum Nahwärmeprojekt ist noch sehr schwankend. Ja, eine Realisierung wäre der große Wurf und Neustadt ganz vorn, aber ich spüre auch noch deutliche Skepsis in mir. Nach meiner Vorstellung dürfen wir uns nicht überschlagen. Müssen gründlich rechnen und planen. Für unüberschaubare Risiken zulasten des städtischen Haushaltes bin ich jedenfalls nicht zu haben. Die Kommune kann nach meiner Vorstellung ein Nahwärmenetz weder finanzieren, noch betreiben und darf es auch nicht subventionieren. Wir sollten aber – wie auch in Mengs- berg – Gelder für die Vorbereitung, sogenanntes Risikokapital, bereitstellen.“ Für die kommenden drei Jahre sieht der Haushalt insgesamt 100.000 Euro vor.
Seine Ausführungen beendete Thomas Groll dann wie folgt: „Wenn wir auch weiterhin alle in dieselbe Richtung rudern, dann erreichen wir jedes Ufer. Gehen wir dabei mutig, aber nicht übermütig ans Werk. Die Äbtissin und Universalgelehrte Hildegard von Bingen gibt uns ein motivierendes Wort mit auf den Weg in das Haushaltsjahr 2026: Handele und du wirst Kraft bekommen.“
Ortsbeirat Mengsberg
Bürgermeister erreicht, dass Landkreis die Behebung von Straßenschäden zahlt
Am 19. Februar 2026 kam der Ortsbeirat Mengsberg im „Haus für Alle“ zu seiner letzten Sitzung in der Legislaturperiode 2021-2026 zusammen. Hierbei kam es für Ortsvorsteher Karlheinz Kurz, der bereits seit 20 Jahren im Amt ist, zu einem Novum: Erstmals musste er die Beschlussunfähigkeit des Gremiums feststellen, da mit Susanne Wilhelm, Jan van Holten und dem Ortsvorsteher selbst nur drei der sieben Ortsbeiratsmitglieder anwesend waren. Erfreulich war im Gegensatz dazu, dass zehn Besucher Anteil an der Sitzung nahmen. Mit dabei – wie immer – Bürgermeister Thomas Groll und Erster Stadtrat Wolfram Ellenberg.
Der Straßenbau „An den Schuleichen“ soll – sobald es die Witterung zulässt – fortgesetzt werden. Der Bauzeitenplan sieht eine Fertigstellung für Ende April vor.
Der Festplatz sowie der Bereich vor dem „Haus für Alle“ soll gepflastert und die Zufahrt asphaltiert werden. Zunächst war vorgesehen, dass die Kommune das Material stellt und die Dorfgemeinschaft die wesentlichen Arbeiten in Eigenleistung erledigt. Dies stellt sich nach den Worten von Bürgermeister und Ortsvorsteher nun anders dar. Aufgrund der Größe der Fläche und der damit einhergehenden Herausforderungen für Wasserführung und mehr ist eine Planung notwendig und eine Pflasterverlegung in Eigenleistung nicht umsetzbar. Auch hat sich der Unterbau bei Testschürfen als nicht tragfähig erwiesen. Nun muss 50 cm tief ausgebaggert werden. Aufgrund der aktuellen Kostenschätzung ist von Baukosten in Höhe von über 150.000 Euro auszugehen. Die Mittel stehen noch vom Bau des „Hauses für Alle“ zur Verfügung.
Bürgermeister Groll bedauert die Entwicklung, ist aber von der Sinnhaftigkeit der Maßnahme überzeugt. „Der Platz wird sich zukünftig bestens in das Freizeitzentrum eingliedern und wir haben ordentliche Parkplätze für Gemeinschaftshaus, Sportverein, Grillhütte und Hallenbad.“
Ortsvorsteher Kurz sprach sich dafür aus, die Arbeiten erst nach der Kirmes durchzuführen, da diese nun länger als geplant dauern würden und man entweder mit dem TSV-Jubiläum, dem Reiterfest oder der Kirmes kollidieren würde. Diese Auffassung wurde allgemein geteilt.
Mit der Freigabe der A 49 erhielt die Kommune aufgrund des Planfestellungsbeschlusses 11 km ehemalige Kreisstraße in ihr Eigentum. Hierfür trägt sie nun die Verkehrssicherungspflicht. Diese Straßen – etwa die Verbindung Momberg – Speckswinkel oder die Treysaer Straße in Mengsberg – befinden sich mit Masse in keinem guten Zustand und weisen darüber hinaus Schäden auf.
Da der Kreis sämtliche Strecken im Kreisstraßenbauprogramm als sanierungswürdig eingestuft hat und diese Arbeiten nicht vor dem Übergang erledigt wurden, hat Bürgermeister Groll diesen Zustand bereits des Öfteren gegenüber dem Landkreis thematisiert und die Übernahme der Reparaturkosten bis zu den ausstehenden Arbeiten gefordert.
Mitte Februar kam es auf Grolls Bitte hin zu einem Gespräch mit dem Ersten Kreisbeigeordneten Peter Neidel
und Hessen Mobil. Hierbei sagte der stellvertretende Landrat zu, dass der Kreis der Forderung aus dem Neustädter Rathaus entsprechen werde und die Reparaturkosten trage. Akute Frostschäden in der Treysaer Straße wurden bereits durch Hessen Mobil beseitigt.
Ortsvorsteher Kurz dankte dem Bürgermeister für seinen Einsatz. Nun verhandelt der Landkreis noch mit Hessen Mobil wegen der Zuschüsse für die grundhafte Sanierung der Treysaer Straße. Der Bürgermeister betonte hierzu nochmals: „Wir würden gerne 2027 mit der Maßnahme beginnen. Bis dahin muss die Finanzierung stehen. Klar ist, dass die Bürger von Mengsberg nur für die Nebenanlagen zahlen dürfen. Den Rest muss der Kreis regeln.“
Thomas Groll skizzierte anschließend die Haushaltslage der Kommune, die er insgesamt als solide bezeichnete. Er ging dann auf einzelne örtliche Projekte ein.
„Größere Brocken“ in Mengsberg sind in 2026 die Reparatur des undichten Feuerlöschteiches einschließlich Zaunbau, die Befestigung des Festplatzes, der barrierefreie Umbau des Zugangsbereiches zum Hallenbad und die Weiterführung der begonnenen Straßenbauarbeiten. Zudem soll es eine Ausbesserung von Schäden auf der Umleitungsstrecke geben.
Der Ortsbeirat nahm den Haushalt zustimmend zur Kenntnis.
CDU Marburg-Biedenkopf Heringsessen in Kirchhain mit Thomas Groll
Seit Jahrzehnten lädt der CDU- Stadtverband Kirchhain an Aschermittwoch seine Mitglieder sowie die CDU-Verbände des Ostkreises zum traditionellen Heringsessen ein. Vorsitzender Holger Lesch konnte am 18. Februar über 80 Gäste in der „Sonne“ begrüßen, darunter auch eine größere Abordnung aus Neustadt.
Die Aschermittwochsrede 2026 hielt der Neustädter Bürgermeister Thomas Groll, einer der Spitzenkandidaten der heimischen Christdemokraten zur Kreistagswahl.
In einer pointierten Ansprache befasste sich der Vorsitzende der Kommunalpolitischen Vereinigung Marburg-Biedenkopf mit dem politischen Geschehen in Berlin, Wiesbaden und dem Landkreis.
Mit Blick auf die Bundespolitik vertrat Groll die Auffassung, dass die SPD noch nicht realisiert habe, dass sie der kleinere Partner in der Koalition mit der CDU sei. Mit ihren Forderungen schössen Bas & Co. doch oftmals über das Ziel hinaus. In der Europa- und Außenpolitik attestierte er Kanzler Merz eine gute Arbeit, sah aber im Inland noch „Platz nach oben“. Positiv zu bewerten sei allerdings die Migrationswende, die zu einem deutlichen Rückgang der Flüchtlingszahlen geführt habe.
Der Wiesbadener Landesregierung unter Ministerpräsident Boris Rhein von der CDU bescheinigte der Redner eine solide und geräuschlose Arbeit, wünschte sich aber mehr Unterstützung für die Kommunen des ländlichen Raumes und bei den Betriebskosten der Kindergärten.
„Kommunalwahlen sind wichtig. Da geht es um Kindergärten, Seniorenarbeit, Straßen, Stadtentwicklung, Kultur und Vereine. Denkzettel am 15. März für vermeintliche Fehler in der großen Politik sind aber völlig verfehlt. Die Populisten von Links und Rechts meckern zwar gerne, aber sie haben keine Konzepte für die Arbeit vor Ort“, stellte Thomas Groll
unter kräftigem Beifall fest.
„Freie und Unabhängige Wählergemeinschaften treten bei Kommunalwahlen an. Das hat in Hessen Tradition. Ich finde aber unpassend, wenn sie den Kandidaten von CDU und SPD in den Städten und Gemeinden oftmals unterstellen, bei ihrer Arbeit Rücksicht auf ihre Parteifreunde in Bund und Land zu nehmen. Kommunalpolitiker von CDU und SPD sehen zuerst das Wohl ihrer Kommune und sind in allen Bereichen kritisch „nach oben“. In Neustadt stünden beispielsweise 11 parteilose Kandidaten auf der Liste der CDU, was für eine Unabhängigkeit spricht“, betonte Groll.
Er selbst halte eine Parteimitgliedschaft aber durchaus für, vorteilhaft, denn sie mache die Vernetzung in die Landesund Bundespolitik einfacher. ‚ Mit Blick auf die Kreistagswahl warb Thomas Groll für
eine starke bürgerliche Mitte.
Als CDU wolle man stärkste Fraktion werden, um möglichst viel von den eigenen Vorstellungen umsetzen zu können. „Wir stehen für eine solide Finanzpolitik, für eine Verkehrspolitik, die das Auto nicht verteufele, für die bäuerliche Landwirtschaft, eine Stärkung des Zivil- und Katastrophenschutzes, die Unterstützung von Ehrenamt und Vereinen und Kultur auch in der Fläche. Kurzum der ländliche Raum soll lebenswerte Heimat sein“, fasste Groll das Wahlprogramm der CDU zusammen.

